Armbrust WM 2014

  • Da besagte WM quasi direkt vor meiner Haustür stattfindet nutzte ich gestern natürlich die Gelegenheit um mal WM Luft zu schnuppern. Leider muss ich sagen daß ich herbe entäuscht wurde.
    Es wurden teils sehr gute Leistungen gezeigt (die Russen schossen auf die 10m neuen Weltrekord),die deutsche Medaillenausbeute war bis jetzt auch nicht von schlechten Eltern.
    Leider hatte die ganze Veranstaltung nicht den geringsten Flair einer WM, zumindest nicht wie ich mir dies vorstellte. In den 10m und 30m Disziplinen beschränkten sich die teilnehmenden Nationen ausschließlich auf das Europäische Ausland. Im vergleich ist zB. auf der ISCH deutlich mehr los was natürlich auch dem nicht so sehr verbreiteten Armbrustsport geschuldet ist.
    Wenigstens waren ein paar hübsche Mädels dabei :)


    Die 30m Wettbewerbe wurden auf einer mobil aufgebauten Anlage aus einem Zelt heraus geschossen was jedoch wohl nicht unüblich ist. Allerdings war dies meinem Empfinden nach mehr schlecht als recht improvisiert da das Zelt keinen festen Boden aufwies.
    Der Bereich auf dem die Schützen standen war eine unebene Rasenfläche auf welche man eine breite Gummimatte gelegt hatte die den Zustand aber nicht wirklich verbesserte.
    Wohl nach einigen Protesten entschloß man sich daraufhin umgedrehte(!) Schießtische auf den Boden zu legen um eine glatte Standfläche zu haben. Da die Tische natürlich auf dem Boden "hin und her kippelten" mussen diese einzeln unterlegt und mit der Wasserwaage ausgrichtet werden.
    Die Schweizer Betreuer welche mit der WM Ausrichtung offiziell überhaupt nichts zu tun hatten haben dies im Handumdrehen für alle Stände erledigt. Hut ab, so sieht wahrer Sportsgeist aus.
    Die Feldarmbrustwettbewerbe waren ungefähr so interessant wie der berühmte Sack Reis der in China...
    Ein einziger Servicestand war zugegen. Sonstige Hersteller, auch von Zubehör, Schießbekleidung etc, etc, ... gleich Null. Auf dem Römer in der Frankfurter Innenstadt wo am Tag zuvor die Eröffnungsfeier (die u.a. vom Hessischen Rundfunk ausgerichtet wurde) stattfand gab es Infostände, Lichtschießen usw. ...


    Ansonsten verirrten sich in der Zeit in der ich anwesend war so gut wie keine fremden Zuschauer auf das Gelände. Auch vom (und im) regionalen Fernsehen dem HR war weit und breit nichts zu sehen. Alles in allem sehr schade, es wäre eine gute Gelegentheit gewesen der breiten Öffenlichkeit unseren Schießsport näher zu bringen.

  • Hallo Königstiger,
    in einigen Punkten oder was den WM-Fair betrifft gebe ich Dir uneingeschränkt echt. Besonders die Bewirtung im LLZ lies sehr zu wünschen übrig.
    Aber beim Schießen zuschauen ist doch generell so, als schaue man beim Gras wachsen zu.


    Ausnahme: dynamische Disziplinen, Finalwettkämpfe via Elektronik sowie Wettkämpfe im Ligamodus.


    Bei den Feldarmbrustschützen sehe ich das mit dem Sack Reis daher etwas entspannter.
    Die Feldarmbrüste sind - bis auf einige wenige Ausnahmen alles in Einzelarbeit hergestellte Sportwaffen.
    Schießjake, -hose, -handschuh oder Schuhe wie aus anderen Disziplinen gewohnt, sind nicht erlaubt. Wo kein Waffenmarkt und kein Zubehörmarkt gibt's auch kein Service.
    Für die beteiligten Feldarmbrustshützen ist eine solche Meisterschaft ein echtes Marathonprogramm. Zwei Tage Qualifikation je 180 Pfeile ( mal je 42kg spannen von Hand) plus ein dritter Tag mit dem Finale.
    Schade daß bei manchen Disziplinen nicht mehr rüberkommt als ein Sack Reis :thumbup: