Luftgewehr Auflage: Anregungen und Tipps für Neulinge

  • Es würde mich freuen, wenn wir Luftgewehr Auflageschützen an dieser Stelle nicht nur von unseren tollen Leistungen, dafür aber von unseren Schwächen und deren Abhilfe schreiben würden. Nur das und die Hilfestellung wird Neuschützen helfen auf dem Weg nach oben.
    Ich bin gerade dabei eine "Neuschützin" in unserem Verein aufzubauen. Wir haben keinen Trainer und sind fast nur Senioren mit einigen wenigen Altersschützen und noch weniger Schützen (Klasse 10/11 ist gemeint). Ich habe es im Allgemeinen aufgegeben den Vereinskollegen klar zu machen, dass es keine Leistung und auch kein Training ist, 5 Probeschüsse abzugeben, dann 30 Wertungsschüsse und stolz auf seine xxx Ringe zu sein. Das ist kein Training, das ist "lustige" Schießerei, bringt aber nichts. Nun ist es aber auch ein Spagat, denn das eigene Training soll ja nicht zu kurz kommen.
    Nun bin ich gespannt, was von euch kommt.

    Grüße aus dem Norden
    Minimag
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    schuetzenverein-kappeln.de

  • Hallo Minimag,


    bei uns im Verein haben wir das gleiche Problem. Die meisten wollen kein vernünftiges Training sondern nur ein wenig Schießen.


    Langsam habe ich aber doch durch die eigene Leistung bei einigen einen Umschwung eingeleitet.


    Angefangen haben wir mit der 1.Einheit 10 Schuß keinen unter 9,5


    2. Einheit: 10 Schuß keinen unter 9,5 jedoch Minimum 4 Schuß über 10,5


    3. Einheit: 10 Schuß Minimum 98 Ringe


    4. Einheit: Fuchsjagd: Fuchs macht einen Schuß bekommt 1 Ring Bonus und darf von den anderen Schützen nicht eingeholt werden


    Dauer der Übung jeweils 10 Schuß


    Die Ziele und Vorgaben kann man ja noch gemäß Leistungstand anpassen


    Vielleicht kannst Du mit diesen Übungen etwas das Training bereichern


    Grüße Holger11

  • Hallo Minimag,
    meistens beginnt der Fehler schon beim Aufbau, versuche den Schützen entspannt hin zu stellen (äußerer Anschlag), dann wenn er den Zielvorgang einleitet, dass er sich innerlich nicht zu sehr verspannt( innerer Anschlag). Das merkst Du wenn er verkrampft die Schulter hoch zieht, den Arm der Abzugshand an den Körper presst. Wir machen auch Stellungswechsel bei den Neuen, nach der Schussabgabe den Stand verlassen und neu aufbauen, so werden die Schützen schnell sicher und wissen was sie zu tun haben. Wenn der Schütze weiß was er zu tun hat, sind die Vorschläge von Holger 11 gut. Es spornt an, und ist nicht langweilig dreißig Schuss runter zu leiern.

  • Bei uns Auflageschützen haben wir es ja nicht gerade mit "Jungvolk" zu tun, daher ist es schwieriger Schützen zu finden, die sich etwas sagen lassen wollen. Zudem ist es nicht sofort erkennbar, wer wirklich mehr will, wer heiß genug ist etwas zu lernen und die Wettkampfatmosphäre kennenzulernen. Olympiasieger wird es nicht mehr geben, aber villeicht den einen oder anderen, der Kreismeister in seiner Altersklasse werden kann. Vielleicht aber auch jemanden finden, der vom Virus Schießsport infiziert wird und einen großen Teil seines Denkens diesem Sport widmet.
    Im Moment haben wir zwei Schützen, die etwas Lernen wollen. In langsamen Schritten versuche ich beiden den richtigen Stand beizubringen. Ich versuche auch beiden klar zu machen, dass es keine Leistung ist am Abend 30 Schuss abzunageln und stolz zu sein, wenn man keine Ausreißer hatte. In dieser Woche sollte einer der Schützen sich ganz normal erstmal "warm" schießen und dann 30 Schuss auf eine Scheibe abgeben. wir haben uns dann den Streukreis angesehen und wollen beobachten, wie sich dieser entwickelt und hoffentlich im Laufe der Zeit kleiner wird. Erst danach wurde eine Serie geschossen.
    Es scheint mir auch ein Fehler zu sein neuen Schützen zuviel auf einmal beibringen zu wollen.

    Grüße aus dem Norden
    Minimag
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  • Hallo ,


    beim lesen dieser Posts habe ich sodas Gefühl,fröhliches schiessen ist ein verwerfliches Handeln...


    Nicht jeder hat den ehrgeiz unbedingt der beste sein zu wollen,sondern schiesst nur aus Spass am schiessen.


    Und solche zahlenden Mitglieder auch noch als "Problem" zu bezeichnen...


    Wenn ich eine Fahrerlaubnis und ein Auto besitze,zudem noch Mitglied in einem Automobilclub bin, muss ich doch nicht zwangsläufig die Formel 1 anstreben... oder?


    Nur so meine Gedanken als Schütze in dritter Generation der viele schiesssportinteressierte schützenvereinsverweigerer kennt.


    Lieben Gruss aus der Heide


    Martin

    Facebook Streu Kreis

  • Hallo,
    von deinen Gedankengang hast Du Recht. Aber wenn Du die ältere Generation hast die sich dem Schießsport widmen wollen, haben sie auch den Ehrgeiz was zu erreichen und nicht nur einige Schüsse abzugeben. Wenn dann jemand da ist der ihnen die Grundbegriffe bei bringt ist es doch richtig. Denn eines wissen wir doch, erst mal was falsch bei gebracht ist es sehr schwer dieses wieder heraus zu bekommen. Ich glaube nicht das einer dieser Personen noch Spitzensportler werden will, aber vernünftige Ergebnisse schon. Zu dir Minimag, alles auf einmal geht nicht. Deine Leute würden die Lust verlieren, aber Stück für Stück bis sie es verinnerlicht haben. Im Vordergrund steht der Spaß , dass darf man nicht vergessen.


    Gruß Kogge

  • Hallo Martin,
    es ist nie von einem Problem der zahlenden Mitglieder geschrieben worden. Als Kassenwartin unseres Vereines bin ich dankbar und froh über jeden zahlenden Schützen.
    Es ist aber auch so, dass ein "geordnetes Training" selbst mit Einigen, die an Wettkämpfen teilnehmen nicht möglich ist. Mich macht das traurig. Dennoch habe ich gelernt damit zu leben und akzeptiere dies.
    Ich möchte aber darauf hinweisen, dass derartige Probleme hier nicht Sinn des Threads sein sollen, sondern Tipps, Tricks und Hilfestellungen für Auflageschützen. Und, nur zum Verständnis, ich bin 62 knackige Jahre jung.

    Grüße aus dem Norden
    Minimag
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  • Ich habe gerade erst mit dem Auflageschießen angefangen
    und schieße auch nicht LG sondern KK.
    Trotzdem ein paar Gedanken zum Thema:


    1. Spaß ist ja schön und gut, aber vorher sollte die
    grundlegenden Techniken schon gelernt und trainiert werden,
    ansonsten wird die Sache langfristig keinen Spaß machen,
    ganz gleich ob man zur Deutschen Meisterschaft will oder
    Entspannung/Spaß sucht.


    2. In unseren Verein wird meist genau das gemacht, was Du beschreibst.
    Man geht auf den Stand und schießt sein Programm.
    Trotzdem fahren viele unserer Senioren regelmäßig zur Deutschen Meisterschaft.
    Also ganz so falsch kann dieses Vorgehen dann auch nicht sein.


    Ich halte auch nicht viel von Trainingsspielen.
    Der einzige, kleine Unterschied beim Training ist bei mir, daß
    ich versuche alle Aspekte des Schusses bewußt so gut wie möglich umzusetzen
    und mir jeden Schuß genau anschaue.
    Wenn es keine Zehn ist, versuche ich die Ursache zu finden und den
    Fehler beim nächsten Schuß abzustellen.
    Wenn etwas dauerhaft nicht gut läuft, versuche ich diesen Teilaspekt
    zu trainieren, dann manchmal auch ohne groß auf das Ergebnis zu achten.


    3.Bei vielen Senioren ist auch Schießen lernen nicht das Hauptthema.
    Die meisten sind ja erfahrene Schützen und haben die grundlegenden Techniken
    des Schießsports lange schon verinnerlicht.
    Ich, und sicher auch viele Kameraden, haben eher mit zumehmend schlechterer
    körperlicher Verfassung, mangelnden 'Körpergedächtnis' und schlechter
    werdenden Sehvermögen zu kämpfen.
    Wenn schon Training, dann ist vielleicht ab und zu eine Runde Tischtennis
    oder auch der eine oder andere Arbeitseinsatz hilfreich.


    4. Einen Tip habe ich trotzdem.
    Nehmt eine Kamera mit, filmt/fotographiert die Schützen im Anschlag
    und wertet das gemeinsam aus.
    Wie gesagt, das 'Körpergedächtnis' wird über die Jahre nicht besser
    und ich konnte so schon einige Fehler bei meinem Anschlag sehen
    oder Ideen zu Verbesserungen gewinnen.


    Das schöne am Auflageschießen ist ja auch, daß es noch keine
    in Stein gehauenen Vorgaben gibt.
    Hier hilft die Kamera auch beim Experimentieren.

  • Ach, es wäre schon schön, die "älteren" überhaupt noch mal zum schießen zu bewegen! Sie planen lieber Märsche und Bälle, an denen kaum noch jemand teilnimmt und sind genervt von der Jugend (glücklicherweise haben wir eine), weil die stolz ihre Ergebnisse mit dem Handy dokumentieren und dann hört man: Können die nicht an anderen Tagen trainieren, die nerven so sehr!


    An manchen Tagen ist es zum verzweifeln, weil der Sport kaum noch Platz findet hinter Krankheitsgeschichten und Geschichten aus der Nachbarschaft, wer gerade wieder wen verließ ..... und noch einem Körnchen auf die Vergangenheit ..... es kostet so viel Kraft.

  • Ich gehöre auch schon zu den Alten mit Jahrgang 1944 aber ich fühle mich nur manchmal so. Ich habe zwei Jobs im Verein, seit 1978 bis 1992 Jugendtrainer und seit 1992 Trainer C trainiere ich nur noch unsere Sportschützen. Der zweite Job Vereinspräsident, den ich auch gerne mache. Was Du schreibst stimmt teilweise, man muss die Alten mit ziehen und Angebote machen damit sie schießen und bei uns hilft das, Schützenschnur und Nadeln oder Monatspokal usw. mit einer gewissen Ringzahl und so und so vielen Wiederholungen schießen lassen. Da gibt es sehr viele Dinge da muss seiner Fantasie freien Lauf lassen. Die Bälle und Märsche gehören auch dazu, dass ist unsere Tradition und die sollte man pflegen und den Jugendlichen erzählen woher das Schützentum stammt. Wir setzen unser Jugendtraining um 17,00 Uhr an bis 19,00 Uhr und da hat kein Erwachsener was zu meckern. Wem es nicht passt kann gehen und um 19,00 Uhr wiederkommen. Die Jugend ist zwar schwer zu begeistern für Tradition und umtata, aber man muss sie aufklären über unsere schöne Tradition, dann kann man sie auch begeistern.


    Kogge

  • Habe ich auch versucht, die älteren zu begeistern mit Glücksschiessen, mit kleinen Preisen, mit Nadel, mit Schnur und Eichel, mit einer besonderen Ehrennadel der Sparte für die man jährlich einen kleinen Anhänger schießen kann, auf dem das Jahr steht ..... und ??? Gaaaar nichts. Einziger Kommentar: Alles Quatsch, das Geld können wir viel besser für den Spielmanszug gebrauchen ......


    Die Jugend kommt bei uns auch zeitlich vor den Erwachsenen, trotzdem überschneidet es sich mal 15 oder 20 Minuten und schon geht`s los: Müssen die so laut sein, müssen die soviel fragen, müssen die noch nicht ins Bett? Und das beste: Weihnachts- oder Osterfeier: Nein, alles unter 18 wollen wir da nicht und im Nachsatz: oder besser alles unter 50 ..... wozu ich dann auch gehöre .....


    Aber noch gebe ich nicht auf ....

  • Danke Stefan, die Poster hängen bei uns aus.
    Wurden aber bisher nicht beachtet, wir warten auch nicht auf freie Stände, die sind alle frei (ausser zu den Jugendtrainingsterminen). Beachten werden die Todesanzeigen und die Fleischpreise vom örtlichen Schlachter ......
    Ich gebe es auf und konzentriere mich auch meine Jugend ...... das macht Spaß und gibt mir etwas zurück!

  • Ich gebe es auf und konzentriere mich auch meine Jugend ...... das macht Spaß und gibt mir etwas zurück!


    Ein guter Entschluss, warum Hunde zum Jagen tragen, wenn Du welche hast, die freiwillig kommen?


    Uns hat vor 30 Jahren schon der damalige Landestrainer bei der Ausbildung gesagt, kümmert euch um nicht um die alten Herren, die wissen schon alles und lassen sich nichts mehr erzählen, kümmert euch lieber um den Nachwuchs und zeigt ihnen dann in 2 bis 3 Jahren wo der Hammer hängt.


    Als über 50 sehe mich allerdings auch nicht als Zielgruppe für Glücksschießen.


    Karl