Eure Meinung zum Training mit SCATT

  • Hallo zusammen,

    ich möchte hier gerne einmal eine Diskussion aufmachen zum Thema SCATT gestütztes Training.

    Ich weiß gar nicht ob hier im Forum einige Schützen ein SCATT System nutzen, mich würde aber interessieren wie eure Meinung dazu ist. Das man sich in das ganze System "reinfuchsen" muss, sprich das Wissen hierzu nicht mal eben abzurufen ist um damit erfolgreich zu trainieren ist klar. Aber kann dies wirklich ein nützliches Trainingskonzept sein, vor allem wenn man ohne Trainier trainiert?

    Warum das? Ich denke schon längere Zeit über die Anschaffung von SCATT für mich nach. Ich bin LG Auflage Schütze (schieße insgesamt seit ca. 30 Jahren, lange LG frei, seit ca. 5 Jahren Auflage) und liege im Wettkampf aktuell bei Ergebnissen zwischen 313-315, im Training ca. 2 Ringe mehr. Ich möchte bewusst an meinen Defiziten arbeiten, vor allem Abzug und Zielbild. Ich möchte mit SCATT dann sowohl auf dem Stand als auch zu Hause Trockentraining planen, mit dem mittelfristigen Ziel, im Wettkamp im Durchschnitt im Bereich 318 zu kommen.

    Danke für eure Beiträge.

  • Vielleicht bin ich etwas off topic. Statt ist eine grosse Investition. Ich würde, falls du das noch nicht gemacht hast, in einen Kurs in Wiesbaden investieren.

  • Es kann ein nützliches Konzept, wenn du in der Lage bist richtig mit der Scatt zu trainieren.

    Was meine ich damit? Scatt bedeutet für mich nicht auf das Resultat im Sinne von zB 10,9 zu achten, sondern rein auf den Ablauf. Wie komme ich auf die Scheibe? Wie ist mein Halteraum? Was macht das Gewehr nach Schussabgabe?

    Bin ich selbst in der Lage das zu lesen und anschließend den Fokus konsequent auf den Ablauf zu legen? Wenn ja: Scatt ist eine super Sache.

  • Hallo zusammen,

    ich möchte hier gerne einmal eine Diskussion aufmachen zum Thema SCATT gestütztes Training.

    Ich weiß gar nicht ob hier im Forum einige Schützen ein SCATT System nutzen, mich würde aber interessieren wie eure Meinung dazu ist. Das man sich in das ganze System "reinfuchsen" muss, sprich das Wissen hierzu nicht mal eben abzurufen ist um damit erfolgreich zu trainieren ist klar. Aber kann dies wirklich ein nützliches Trainingskonzept sein, vor allem wenn man ohne Trainier trainiert?

    Warum das? Ich denke schon längere Zeit über die Anschaffung von SCATT für mich nach. Ich bin LG Auflage Schütze (schieße insgesamt seit ca. 30 Jahren, lange LG frei, seit ca. 5 Jahren Auflage) und liege im Wettkampf aktuell bei Ergebnissen zwischen 313-315, im Training ca. 2 Ringe mehr. Ich möchte bewusst an meinen Defiziten arbeiten, vor allem Abzug und Zielbild. Ich möchte mit SCATT dann sowohl auf dem Stand als auch zu Hause Trockentraining planen, mit dem mittelfristigen Ziel, im Wettkamp im Durchschnitt im Bereich 318 zu kommen.

    Danke für eure Beiträge.

    Ich nutze SCATT selbst seit einiger Zeit für das Trockentraining zu Hause i kann es nur empfehlen. Der größte Vorteil ist, dass man unabhängig vom Schießstand an der Konstanz arbeiten kann. Wenn du gezielt an deinem Zielbild und dem Abzugsmoment arbeiten willst, gibt dir das System gnadenlos ehrlich Rückmeldung. Bei 315 Ringen Schnitt ist das 'reinfuchsen' zwar zeitaufwendig, aber es lohnt sich, um die letzten Ringe bis zur 318 rauszukitzeln.

  • Ok, das heißt es ist eine sinnvolle Sache vorausgesetzt man kann das auswerten. Gibt es Tutorials oder Bücher um sich das anzueignen?

    Ich bin schon seit längerer Zeit weg vom Ergebnistraining, sondern versuche gezielt die Schwächen anzugehen.

  • Wer jetzt schon weiß, dass man im Training ca. 2 Ringe mehr schießt als im Wettkampf wird das Scatt für eine Leistungsverbesserung im Wettkampf sicher nicht helfen.

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • Ich finde die Scatt absolut empfehlenswert fürs Training. Gerade weil man dadurch sehr viel herauslesen kann, sofern man sich mit der Darstellung und Werten auseinandersetzt. Ich Schule selbst meine Schützen darin, was einem die Werte und Darstellungen sagen. Besonders bei Ziel-und Abzugsfehlern oder auch bei technischen Veränderungen wie Zusatzgewichte, erkennt man den Unterschied auch in der Scatt ganz gut.

  • Wer jetzt schon weiß, dass man im Training ca. 2 Ringe mehr schießt als im Wettkampf wird das Scatt für eine Leistungsverbesserung im Wettkampf sicher nicht helfen.

    Warum nicht? Verstehe das jetzt nicht, ich kenne viele die unter Wettkampfstreß Federn lassen.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Weil es dumm ist wenn man das weiß. (Warum sollte man dies eigentlich wissen?)

    Das Schießen von Ergebnissen im Training ist eine Unart. {[("Wettkampftrainings" ausgenommen)]} Wer benötigt aber eigentlich Wettkampftrainings wenn man ohnedies jede Woche einen Rundenwettkampf schießt?

    In der Regel werden doch auf den Schießständen der deutschsprachigen Welt nur immer gerade Schusszahlen geschossen. (Jetzt kommt gleich wieder wer ums Eck und bestätigt die Regel).

    Die Vergleichbarkeit in unserem Sport ist da aber auch nicht gerade zuträglich.

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • Was genau verstehst du nicht?

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • Das Schießen von Ergebnissen im Training ist eine Unart.

    Da hast du vollkommen recht.

    Wir schießen im Training häufig 3er-Serien, die sind weder mit 5er- noch mit 10er noch mit 20er oder 40er Serien kompatibel.

    Rechnen versaut die Technik. Und saubere Technik ist der Garant für gute Schießergebnisse.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Wir schießen im Training häufig 3er-Serien, die sind weder mit 5er- noch mit 10er noch mit 20er oder 40er Serien kompatibel.

    Rechnen versaut die Technik. Und saubere Technik ist der Garant für gute Schießergebnisse.

    Da kann ich nicht völlig zustimmen. Rechnen versaut nicht die Technik. Mangelndes Training versaut die Technik oder lässt erst gar keine aufkommen. Rechnen ist aus meiner Sicht nur dann ein Problem, wenn die "Was wäre wenn"-Gedanken den nächsten Schussablauf beeinträchtigen. Im Zeitalter von Elektronikanzeigen ist das "Nichtrechnen" gar nicht machtbar. An der richtigen Stelle auch gar nicht dramatisch.
    Das Motto "Gute Ergbnisse folgen guter Technik" unterschreibe ich allerdings sofort.

  • Und ansonsten zum Thema Scatt. Ist zwar Gewehr hier gefragt. Aber soweit lässt sich das sicherlich von Pistole auf Gewehr (Auflage) übertragen: Wer weiterkommen will, kommt früher oder später an Leistungsdiagnostik und Trainingsmitteln, die Leistungskomponenten objektivierbar machen, nicht vorbei.

  • Wer weiterkommen will, kommt früher oder später an Leistungsdiagnostik und Trainingsmitteln, die Leistungskomponenten objektivierbar machen, nicht vorbei.

    Dem kann ich nur zustimmen. Auch aus dem Pistolenbereich: Steyr evoE SX eröffnet neue Welten im Bereich "Auslösen". Thema "Rechnen": Mit den elektronischen Scheiben muss niemand mehr rechnen. Ich muss mit meinen - hoffentlich guten - Resultaten umgehen lernen. Gedanken möglichst zügeln und auf die Technik fokussieren. Allen Guet Schuss aus der Schweiz. Ja, Scatt habe ich auch.

  • Insoweit bin ich dabei, trainieren mit einseitigem Fokus auf‘s Ergebnis ist nicht zielführend. Da wird sich schnell mal über jede gewackelte 10 gefreut, obwohl es doch ein schlechter Schuss ist.

    Aber so ganz ohne Leistungskontrolle und Wettkampfprogramm schießen geht es auch nicht. Mann braucht schon ein Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit.

    Mit Scatt kann man den Schussablauf gut analysieren und kommt auf Fehler, die man ohne nicht so leicht entdeckt. Für mich wichtig, am Anfang braucht man jemanden der die Aufzeichnungen bewerten kann.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Rechnen versaut nicht die Technik. Mangelndes Training versaut die Technik oder lässt erst gar keine aufkommen. Rechnen ist aus meiner Sicht nur dann ein Problem, wenn die "Was wäre wenn"-Gedanken den nächsten Schussablauf beeinträchtigen.

    Das kommt ganz auf das Mindset des Schützen an - Schießen ist und bleibt ein Sport, der letztendlich im Kopf entschieden wird.

    Kommt durch das Rechnen die Motivation hoch? Oder Druck? Ich kenne beide Sorten Schützen. Das meinte ich mit "Rechnen versaut die Technik". (nicht immer, da hast du natürlich recht, das war von mir zu plakativ formuliert)

    Ja - mangelndes Training - was ist "mangendes Training"? 1x 2 ÜE pro Woche? 4ÜE pro Woche? 10 ÜE pro Woche?
    Wir reden hier ja nicht nur über Profisportler, sondern auch über ganz normale Breitensportler, die nebenher noch zur Schule gehen oder Geld verdienen. Und Trainer, die das i.d.R. in ihrer Freizeit tun, ggf. etwas "Übungsleiterpauschale" abgreifen.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Wer weiterkommen will, kommt früher oder später an Leistungsdiagnostik und Trainingsmitteln, die Leistungskomponenten objektivierbar machen, nicht vorbei.

    Prinzipiell richtig. Scatt ist so ein Hilfsmittel aus der Leistungsdiagnostik. Das Problem dabei ist, man muss es richtig bedienen und vor allem auswerten und die Ergebnisse interpretieren können. Insbesondere die Frage, was muss Schütze ändern/anpassen, um eine entsprechende Verbesserung zu erzielen. Also was mache ich aus den diagnostizierten Ergebnissen. Und jetzt beginnt die eigentliche "Arbeit". Ich wage zu bezweifeln, dass hier der Autodidakt, ohne fremde Hilfe (erfahrener Trainer) signifikant weiterkommt. Dazu kommt der Umstand, dass man sich selbst nicht beobachten kann (mal vom Einsatz aufwendiger Videotechnik abgesehen) und keiner da ist, der ständig "nervt" mit Hinweisen wie z.B. auf das Nachzielen oder saubere Auslösen (alles Fehler, die zu Hauf immer wieder gern gemacht werden, ohne dass es selbst auffällt). Daher wird in der Leistungsdiagnostik auch sehr oft Scatt mit Videoanalyse kombiniert. Erschwerend kommt - speziell im Auflagebereich - hinzu, dass die meisten tatsächlich nur stur auf "Ringe-Jagd" gehen und das auch noch "Training" nennen. Ein sinnvoll koordiniertes Phasen- und Techniktraining findet i.d.R. nicht oder nur rudimentär statt. Da will ich noch gar nicht von einem individuellen Trainingsplan und Dokumentation sprechen. Davon haben wahrscheinlich die meisten noch etwas gehört. Stattdessen werden ständig "Fabel-Trainingsergebnisse" gepostet und geteilt und beim Wettkampf kommt dann die große Ernüchterung (Stichwort: variable Verfügbarkeit). Sicher gibt es einige wenige, die ihre Trainings-Ergebnisse auch im Wettkampf umsetzen können, aber das sind dann auch meist die, die entsprechende Unterstützung (Trainer) haben oder hatten und ganz gezielt an ihren "Baustellen" gearbeitet haben. Auch die mentale Verfassung und dementsprechend das mentale Training ist ein immer wieder unterschätzter Punkt.

    LP 500 Expert E
    Steyr Challenge E
    M150 -ST- mit ZF

    Der Unterschied zwischen: "geiler Wettkampf heute" :) oder: "ich reiß' hier gleich die Hütte ab" :angry: ist oft nur eine 9,9 !

    6 Mal editiert, zuletzt von Digedag (2. März 2026 um 09:42)

  • Das kommt ganz auf das Mindset des Schützen an - Schießen ist und bleibt ein Sport, der letztendlich im Kopf entschieden wird.

    Das unterschreibe ich. Spiegelt sich aber nicht in den Trainingsinhalten genügend wieder. Muss ich mir auch an die eigene Nase fassen.

    Ja - mangelndes Training - was ist "mangendes Training"? 1x 2 ÜE pro Woche? 4ÜE pro Woche? 10 ÜE pro Woche?
    Wir reden hier ja nicht nur über Profisportler, sondern auch über ganz normale Breitensportler, die nebenher noch zur Schule gehen oder Geld verdienen. Und Trainer, die das i.d.R. in ihrer Freizeit tun, ggf. etwas "Übungsleiterpauschale" abgreifen.

    Sorry, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Mit mangelndem Training meine ich den Unterschied zwischen einfach irgendwas machen (meistens Serien oder Wettkampfprogramm schießen), keine Ahnung wie genau ich das nennen soll, und Training im Sinne eines zielgerichteten und gesteuertem Prozess zur Verbesserung der sportlichen Leistung. Das umfasst eben die Objektivierung von leistungsbestimmenden Faktoren. Wie ist mein IST-Zustand und wo will ich hin (SOLL-Zustand). Dann muss ich überlegen wie ich dahin komme. Methodenwissen kann da nicht schaden. Dann gibt es einen Plan und der wird erledigt. Dann objektiviert man wieder und schaut, ob man mit dem Plan weitergekommen ist. Trainingswirkungsanalyse wäre hier ein Begriff. Und das geht immer so weiter im Techniktraining.

    Bei der Frage der Saisongestaltung verweise ich wie immer auf diesen Post:

    Lanfear
    3. Januar 2025 um 22:42