Auch mein "Tagebuch eines Anfängers" kann nun beginnen......

  • Genau! Aber die Einheit ist nicht "Schiessen auf weisse Scheibe"! Sondern zum Beispiel "Auslösen" und das Mittel ist dann aufsteigend: TT(Trockentraining), leerer Kugelfang, wS(weisse Scheibe). Der schwarze Fleck taugt hier nicht, weil sonst die Konzentration zur Visierung geht.

  • Genau! Aber die Einheit ist nicht "Schiessen auf weisse Scheibe"! Sondern zum Beispiel "Auslösen" und das Mittel ist dann aufsteigend: TT(Trockentraining), leerer Kugelfang, wS(weisse Scheibe). Der schwarze Fleck taugt hier nicht, weil sonst die Konzentration zur Visierung geht.

    Also lediglich bei scharfen Schüssen nach einer Serie auf die weisse Scheibe schauen, wie die Konzentration der Treffer liegt, ohne Ringwertung. Die „Paarung“ der Einschläge….😎

  • Die weiße Scheibe ist ein Hilfsmittel, um den Schwerpunkt im Techniktraining besser umsetzen zu können und andere Aspekte einfacher außen vor lassen zu können. Das gleiche gilt auch für die anderen Technikscheiben. Sie dienen der Reduzierung von Freiheitsgraden im visuellen und kognitiven Bereich.

    Die weiße Scheibe kann so eingesetzt werden wie Hugo165 es in seinem Beitrag dargestellt hat. Im Rahmen einer methodischen Reihe wird das Technikelement Abziehen (aka Druckverlauf) bearbeitet. Die weiße Scheibe hat keinen Spiegel. Daher spielt das äußere Zielen (Visier zu Spiegel) keine Rolle. Die Aufmerksamkeit kann einfacher auf das Technikelement Abziehen gelegt werden. Insbesondere in frühen Phasen der Saison, wo das Technikelementetraining im Vordergrund steht, spielt die weiße Scheibe ihre Stärken aus.

    Die weiße Scheibe kann auch gut für das Technikelement Zielen eingesetzt werden. Hier steht dann das Positionieren des Korns im Kimmenausschnitt (inneres Zielen) im Vordergrund.

    Die weiße Scheibe kann auch dazu genutzt werden, um aufzuzeigen, dass man als Schütze nicht immer einen Spiegel als Bezugspunkt braucht, um eine vergleichsweise enge Gruppe von Treffern zu platzieren. Das ist aber eher eine randständige Nutzungsoption.

    Die weiße Scheibe verliert ihre Wirkung dann, wenn die Treffer so deutlich zu erkennen sind, dass eine Bezugnahme des Visiers zur Schussgruppe möglich wird.

  • wie die Konzentration der Treffer liegt,

    Nicht mal das! Du beurteilst nur dein "Auslösen". Zum Beispiel über die Kriterien: 1. Steht das Korn vollkommen ruhig, 2. Erfolgt die Auslösung in der von mir angestrebten Zeit. Und jetzt kommt die SX von Steyr ins Spiel: Wie sieht die Druckverlaufskurve aus.

  • Hallo,

    du darfst die Treffer sehen, aber es geht nicht um die Treffer, bei der weißen Scheibe geht es nur um das gewählte Technikelement (Atmung, Bewegung, Zielen, Auslösen).

    Die Konzentration kann durch die weiße Scheibe vollkommen auf Korn-Kimme gelenkt werden, es gibt keinen Störfaktor (Spiegel) und dadurch kein Augenspringen nach vorne oder auf die Scheibe oder den Spiegel.

    Und das wichtigste, man gibt dem ganzen keine Bewertung, was bei jedem schwierig ist, da ein Schuß auch wenn er in der 10 landet nicht unbedingt ein guter Schuß gewesen ist. (falsches Atmen, kein Nachzielen, usw.)

    Durch das ausblenden der Bewertung, kann man sich voll und ganz auf das einzelne Technikelement fokussieren und lässt sich nicht ablenken, was auch die mentale Stärke trainiert.

    Viel Spaß beim Trainieren. ;)

    "Bei jedem Atemzug stehen wir vor der Wahl, das Leben zu umarmen oder auf das Glück zu warten."

    LuPi Anfänger

    P8x

  • Also darf ich die Treffer gar nicht sehen wenn ich auf die weiße Scheibe schieße? :/

    Sorry, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Du darfst die Treffer sehen. Ist auch nur schwer zu verhindern. Man sieht die Treffer auf der Scheibe ja recht deutlich, wenn man hinschaut.
    Was ich meinte, bezog sich auf die Wahrnehmung einer entstehenden Schussgruppe nach ca. 20-30 Schuss. Je nach Verteilung der Gruppe und Anzahl der Schüsse, kann die Schussgruppe wie der Spiegel auf der normalen Scheibe beim Schießen wahrgenommen werden. Dann hast Du wieder den Bezugspunkt, den Du auf der weißen Scheibe nicht willst. Daher sollte man die weiße Scheibe auswechseln, bevor dieser Effekt zum tragen kommt.

    Ansonsten ist die Frage: "Darf ich mir die Treffer ansehen?" völlig berechtigt. Schaut man sich die Treffer nicht an, dass nennt man das Schießen ohne Beobachtung. Das Gegenstück ist "mit Beobachtung". Grundsätzlich gilt: Je früher in der Saison, desto eher trainiert man ohne Beobachtung. Den Einstieg in die jeweiligen Trainingsinhalte im Techniktraining sollte man lieber ohne Beobachtung schießen. Training ohne Beobachtung erleichtert das Bewegungslernen. Ich entkopple das Ergebnis von meiner Bewegung/Handlung. Auch eine Art Reduzierung der Freiheitsgrade. Besonders bei größeren Technikanpassungen kann es frustrierend sein zu sehen, dass der Umstieg nicht sofort zu verbesserten Ergebnissen führt. Der gesundere Menschenverstand legt einem das nahe: Ich brauche eine substanzielle Anzahl von Wiederholungen, um einen Bewegungsablauf zu automatisieren. Bevor diese Automatisierung zu wirken beginnt, würde ich eher bei Schießen ohne Beobachtung bleiben.

    Als Orientierung haben sich bei mir 1.000 Schuss bewährt, um einen Grad an Automatisierung zu erreichen, an dem man dann das nächste Thema aufgreifen kann. Kann man sich wie Blocktraining vorstellen. Ein bis wenige Themen in hoher Intensität. Die Intensität wird nicht über die Schusszahl, sondern über die Qualität der Ausführung gesteuert.
    Das würde ich als Grundsatz für das Techniktraining immer empfehlen: Qualität geht vor Quantität. Bei Erarbeitung der Automatisierung ist Techniktraining auch mental sehr fordernd. Gerade weil der Ablauf bisher nicht automatisiert ist, muss der Schütze sich sehr konzentrieren und viel Aufmerksamkeit auf den neuen Ablauf legen. Das ist mental anstrengend. Die Pausen zwischen den Schüssen werden größer, es muss öfter abgesetzt werden, die Konzentrationsfähigkeit lässt nach. Es wird immer schwieriger, den Ablauf wie geplant umzusetzen. Auch wenn die körperliche Kondition weiteres Trainings zulassen würde, ist es nicht zu empfehlen, das Training dann noch fortzusetzen. Die Kompromisse im Ablauf werden zu groß, automatisierte Muster gewinnen die Oberhand. Jetzt würde es kontraproduktiv werden. Das muss man eine Pause machen oder das Training beenden. Im Techniktraining gilt dann: Lieber öfter trainieren als lange am Stück trainieren.

    Training mit "Beobachtung" kann auch in einer frühen Phase des Techniktrainings zielführend sein. Allerdings beobachtet man da nicht sein Trefferergebnis, sondern Messdaten, die Auskunft über den Teil der Bewegung geben, die man trainieren will. Man benutzt ein Messsystem als Feedbackgeber im Training. Das kann die Druckverlaufskurve einer Steyr evo 10 E SX sein oder auch die Zielwegskurve eines Scattsystems. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das insbesondere bei Anpassungen des Bewegungsablaufs den Einstieg erleichtert. Als Schütze bekommt man sofort eine Rückmeldung über die Wirksamkeit des eigenen Handels. Der Schütze kann eigenes Handeln und Steuern mit dem gewünschten Ablauf koppeln. In visuell leicht erkennbarer Form, liefern diese Systeme das, was ein Trainer ansonsten an Feedback gegen müsste. Beim Training von Zielen, kann z. B. Scatt Daten liefern, die auch ein guter Trainer nicht rückmelden könnte.

    Auch hier gilt: Die richtige Dosis erhöht die Wirkung. Ausschließliches Trainieren an Messystemen führt im Wettkampf zu nicht erreichbaren Perfektionismusansprüchen oder bereits zu Verzweiflung im Techniktraining.

    Sorry, bin inhaltlich ein wenig abgedriftet.

  • Hallo,

    du darfst die Treffer sehen, aber es geht nicht um die Treffer, bei der weißen Scheibe geht es nur um das gewählte Technikelement (Atmung, Bewegung, Zielen, Auslösen).

    Die Konzentration kann durch die weiße Scheibe vollkommen auf Korn-Kimme gelenkt werden, es gibt keinen Störfaktor (Spiegel) und dadurch kein Augenspringen nach vorne oder auf die Scheibe oder den Spiegel.

    Und das wichtigste, man gibt dem ganzen keine Bewertung, was bei jedem schwierig ist, da ein Schuß auch wenn er in der 10 landet nicht unbedingt ein guter Schuß gewesen ist. (falsches Atmen, kein Nachzielen, usw.)

    Durch das ausblenden der Bewertung, kann man sich voll und ganz auf das einzelne Technikelement fokussieren und lässt sich nicht ablenken, was auch die mentale Stärke trainiert.

    Viel Spaß beim Trainieren. ;)

    Was ich dabei noch nicht verstehe, ist:

    wie werte ich dieses Training aus ohne Ergebnis? Woher weiß ich, was gut war und was zu verbessern ist? Nur da zu stehen, die Atmung und das Nachzielen etc. selbst zu beobachten versuchen, empfinde ich als schwierig….

  • Was ich dabei noch nicht verstehe, ist:

    wie werte ich dieses Training aus ohne Ergebnis? Woher weiß ich, was gut war und was zu verbessern ist? Nur da zu stehen, die Atmung und das Nachzielen etc. selbst zu beobachten versuchen, empfinde ich als schwierig….

    Du konzentrierst dich hierbei mehr auf die Technik und verinnerlichst sie besser, als wenn Du auf dem Stand stehst und auf Ergebnis trainierst.

    Gruß Mike

    ohne Training kein Vorankommen ;)

    Erfolg muss man sich erarbeiten, Neid kommt von allein :)

    KK 500 E Auflage, LG500itec E Auflage :)

  • Was ich dabei noch nicht verstehe, ist:

    wie werte ich dieses Training aus ohne Ergebnis? Woher weiß ich, was gut war und was zu verbessern ist? Nur da zu stehen, die Atmung und das Nachzielen etc. selbst zu beobachten versuchen, empfinde ich als schwierig….

    Beispiel Auslösen:

    Für mich sind die Kriterien: 1. Korn macht keine ruckartige Bewegung beim Auslösen, 2. Auslösen erfolgt in der von mir gewünschten Zeitspanne.

    Ich mache 20 Schüsse und beurteile jeden. In eine Liste kommt für beide Kriterien erfüllt ein l , ein Kriterium erfüllt / , Schrott --. Anschliessend Punkte addieren: l = 1, / = 0.5.

    Harte Arbeit! Aber sehr wirkungsvoll. Nicht alles siehst du - leider - sofort an deinen Resultaten. Wie Arbeit du leisten willst, hängt Klarerweise von deinen Ansprüchen und Zielen ab.

    Wenn du mehr wissen willst, schreib mir bitte eine PN.

  • Was ich dabei noch nicht verstehe, ist:

    wie werte ich dieses Training aus ohne Ergebnis? Woher weiß ich, was gut war und was zu verbessern ist? Nur da zu stehen, die Atmung und das Nachzielen etc. selbst zu beobachten versuchen, empfinde ich als schwierig….

    Meine Meinung dazu:

    Es ist das Verinnerlichen des Ablaufs, bzw. die Kombination aus Bewegung, richtiger Atmung, richtiger Ausrichtung von Kimme/Korn, Auslösen und Nachhalten und wieder zurück in die Grundposition.
    ...und weil es so schön war, das ganze wieder von vorne.... :)

    Ich habe auch einige Zeit benötigt, um den Ablauf (fast) immer gleich durchzuführen.
    Anfangs war ich auch nach <20min mit meiner 40er Serie fertig, aber das Ergebnis war nicht so berauschend, die Konzentration im Keller.
    Jetzt arbeite ich den ganzen Ablauf eher meditativ ab und ermahne mich auch zur Einhaltung.
    Dadurch erreiche ich im Endergebnis eine ruhigere Hand und ein besseres Ringergebnis.

    Auch das Absetzen will gelernt sein, denn manchmal erwischt man sich dabei, dass man den Schuss unbedingt noch raushauen möchte...

  • Auch das Absetzen will gelernt sein, denn manchmal erwischt man sich dabei, dass man den Schuss unbedingt noch raushauen möchte...

    Oh ja, das kenne ich :D - leider.

    Ebenso das nachhalten, wo elektronische Stände dazu verleiten sofort auf die Anzeige zu schauen anstatt sauber nachzuhalten. Die Antwort ist dann immer: "Der Schuss ist doch schon raus". Dass sich unbewusst die Körperspannung unmerklich vorher schon auflöst vergessen viele. Wir schalten die Bildschirme dann auch gerne mal aus ;)

    Wenn früher alles besser war, dürfte aus morgiger Sicht heute also gut gewesen sein.

  • Zu "Anfängertagebüchern" im allgemeinen.

    Ich würde empfehlen sich die bereits sehr ausführlichen "Tagebücher" im Forum anzusehen und erst mal daraus die Punkte herauszuarbeiten die sich für einen selbst gut anfühlen. Das ganze zeigen von Ergebnissen, anfänglichen Erfolgen und dem Punkt wo es eben nicht mehr so schnell geht, oder man auch mal ein paar Schritte (oder Ringe) rückwärts geht führt dazu, dass sich die Kollegen mit dem "einzig wahren Weg" nicht mehr ausreichend berücksichtigt sehen und die anfängliche Euphorie ins Gegenteil kippt. Da wird's dann recht schnell pampig und vorbei ist es mit der väterlichen Zuwendung.

    Nicht umsonst ziehen sich viele Neulinge wieder zurück nachdem sie ihre Anfänge hier erst freudig mitgeteilt haben und dann Wissen und Erfahrung aus Jahrzehnten - mit dem Anspruch an sofortige Umsetzung und Erfolg! - an den Kopf geknallt bekamen.

    Was keinesfalls die Quallität und den Nutzen der manigfaltigen Tipps in Frage stellen soll. Das will ich ausdrücklich betonen. Aber man kann auch jemanden mit Wissen erschlagen und sollte auch jedem vielleicht zugestehen auch mal erst die Fehler zu machen die es einem ermöglichen daraus zu lernen. Denn oft braucht es auch die Erkenntnis des Warum um das Wie zu verstehen.

    Gut Schuss und nicht falsch verstehen :coffee:

    Wenn früher alles besser war, dürfte aus morgiger Sicht heute also gut gewesen sein.

  • Gut Schuss und nicht falsch verstehen :coffee:

    Ich habe ein dickes Fell ;). Ich freue mich über alle Ratschläge, Empfehlungen und Richtigstellungen. Nur so kann ich lernen.

    Dass die Verfolgung meines Ziels kein Zuckerschlecken wird, ist mir klar. Von nichts kommt nichts. Mir ist auch klar, dass ich nicht das Glück einiger anderer habe und in greifbarer Nähe zum Bundesstützpunkt wohne oder in einem Verein schieße, der in den obersten Ligen ansässig ist mit massig verfügbaren Trainern ausgestattet ist.

    Aber dennoch bin ich der festen Meinung, dass ich trotzdem das erreiche, was ich will. Es ist eben nur härter.

    Wie schon erwähnt…..ich gehe nicht in einen Schützenverein und kaufe mir eine sauteure Waffe, des gemütlichen Beisammenseins wegen. Ich trete an, um zu gewinnen.

    To be continued……