"Neue" ISSF Regeln zum 01.01.2026

  • Warum schafft man diese Ritterrüstungen nicht gleich ganz ab?

    Die Biathleten zeigen doch, wie das geht.

    Da sieht man aber nur die Spitze. Die Treffer werden Liegend innerhalb eines Zieles von 45 mm Durchmesser gewertet und Stehend von 115 mm. Das entspricht so einer 7,8 bzw. 3,5. Da zählt nur Hopp oder Top. Und nicht vergessen, Biatlethen sind gute, in der Spitze sehr gute Schützen. Die Top 50 würden wohl weiter gute Ergebnisse schießen. In dem Bereich wird ja komplett anders trainiert. Dann würde sich das Bild wandeln. Im unteren und mittleren Bereich würde der Wegfall die Ergebnisse massiv drücken. Es würden auch viele Rückenprobleme bekommen. Gerade die Hose stützt doch.

    3Stellung in der bisherigen Form wäre m. E. nicht mehr möglich.

    Ich gehöre zu denen, die ohne spezielle Schießklamotten angefangen haben. Zuerst kam eine Jacke, das Billigteil war aber nicht der Brüller. Die wurde nach ein paar Jahren durch eine Sauer Doppelleinen ersetzt. Wieder ein paar Jahre später ist eine gebraucht Hose dazugekommen. Vor rund 25 Jahren kam dann ein neuer Satz Klamotten. Die sind bis heute in Gebrauch. Schieße ich ohne, dann wackle ich wie der Schwanz vom Hund.

    Unter dem Strich hat es hier eine Entwicklung gegeben, die man nur schwer oder nicht zurückdrehen kann. Wobei die Ausrüstung alleine auch keine 10er Garantie ist.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Wer mal 40 oder 60 Schuß Wettkämpfe LG oder auch KK 3x20 oder 3x40 auf hohem Niveau geschossen hat käme nie auf die Idee die Schießklamotten abzuschaffen!
    Diese Fordrung höre ich immer nur von unseren Karabiner und sonstigen Großkaliber Langwaffen Schützen die damit schon aufgelegt nichts treffen. Geb denen ein LG in die Hand die Treffen Freihand nichtmal den Kugelfag.
    Wer das ernsthaft fordert, der spielt mit der Gesundheit der Schützen. Gerade die Älteren, ich sag mal so ab Mitte 50 werden dann definitiv aufhören.
    Bei den Auflage Disziplinen sehe ich das etwas differenziert, da muss der Körper nicht mehr das Gewicht der Waffe tragen, aber dafür gelten ja auch keine Internationalen Regeln.

  • Warum schafft man diese Ritterrüstungen nicht gleich ganz ab?

    Die Biathleten zeigen doch, wie das geht.

    Biathlon besteht ja aus Schießen und Langlaufen. Im Langlaufen steckt ja das Wort "Laufen". Das tut man ja mit den Beinen. Wäre daher dafür, dass man die Stöcke beim Langlaufen verbietet. Die Hände können ja beim Schießen verwendet werden. Der Sport wird dadurch wieder günstiger und in der Spitze zeigt sich dann wer Beinarbeit trainiert hat.

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • Wer das ernsthaft fordert, der spielt mit der Gesundheit der Schützen. Gerade die Älteren, ich sag mal so ab Mitte 50 werden dann definitiv aufhören.

    Zeit für die Auflage? Wenn die Klamotten so sehr stützen, verkommt der Wettbewerb zu Materialschlacht. Z.B. im Schwimmsport hat man bereits vor 15 (?) Jahren ähnliche Tendenz erkannt und die Ganzkörperanzüge verboten.

  • Zeit für die Auflage? Wenn die Klamotten so sehr stützen, verkommt der Wettbewerb zu Materialschlacht. Z.B. im Schwimmsport hat man bereits vor 15 (?) Jahren ähnliche Tendenz erkannt und die Ganzkörperanzüge verboten.

    Schießen ist schon lange eine Materialschlacht. Das ist auch in Ordnung, da für alle die gleichen Bedingungen herrschen.

    Apropos Materialschlacht: das ist doch in anderem Sportarten völlig normal und von den Fans auch gefordert. Man stelle sich mal vor, dass in der Formel 1 keine maximal getunten Autos mehr zugelassen wären wegen der Materialschlacht, sondern alle im Opel Corsa 1.2 Liter ohne Helm fahren müssten. Würde kein mensch anschauen.

  • Schießen ist schon lange eine Materialschlacht. Das ist auch in Ordnung, da für alle die gleichen Bedingungen herrschen.

    Ich mag das puristische, wie der Jusuf:

    Beim Auflageschießen nehme ich zwar eine Weste, merke aber kaum Unterschied und kann auch ohne. Aber Auflageschießen ist ja Materialschlacht als solche, der Auflage wegen.

  • Ich mag das puristische, wie der Jusuf.

    Beim Auflageschießen nehme ich zwar eine Weste, merke aber kaum Unterschied und kann auch ohne. Aber Auflageschießen ist ja Materialschlacht als solche, der Auflage wegen.

    Jusuf kann entweder mit seiner normalen Brille Schießen oder hat ein entsprechend geschliffenes Glas drin. Sieht man der Brille nicht an. Andere können das nicht. Ich konnte früher auch ohne Brille schießen, mit einem 300er Feinwerkbau out of the Box.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Ich mag das puristische, wie der Jusuf:

    Beim Auflageschießen nehme ich zwar eine Weste, merke aber kaum Unterschied und kann auch ohne. Aber Auflageschießen ist ja Materialschlacht als solche, der Auflage wegen.

    Es ist schwierig in dieser Hinsicht Gewehr mit Pistole zu vergleichen. Besser ist es hier seine Pistole mit einer entsprechenden Luftpistole von 1980 zu vergleichen und siehe da: die puristische Deuckluftpistole von damals ist der modernen Pressluft im quasi allen Belangen technisch unterlegen:

    Einstellungen der Visierung, Griff, Abzug, Schussentwicklungszeit.

    Ich mag ja bei Wettrennen auch mehr puristische Radrennen als Formel 1. Sind trotzdem zwei paar Stiefel.

  • Leachimsachet

    Gewehr und Pistole haben eine ähnliche Entwicklung gemacht. 1980 waren Seitenspanner mit Federn noch Stand der Technik. Das 600er Feinwerkbau kam erst 1984. Das Gewehr von Walther war zwar schon wesentlich früher am Markt, konnte sich aber wegen Problemen mit den Dichtungen nicht durchsetzen. Die CO2 Waffen hatten gerade bei Kartuschenwechseln auch Probleme und setzten sich ebenfalls nicht durch. Mitte der 90er kamen die Pressluftwaffen auf den Markt.

    Dazu haben sich Abzüge, Schäfte usw. ebenfalls enorm weiterentwickelt. Von den heute normalen Einstellmöglichkeiten konnte man in den 1980ern nicht mal träumen.

    Also egal mit was es hat sich viel getan. Beim Gewehr kommen noch die Klamotten dazu. Wenn man an die Grünen Gehmannschießjacken zurückdenkt, die würde heute keiner mehr nehmen.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Ui, da hab ich aber was losgetreten :D

    Ihr habt ja im großen und ganzen recht. Die Entwicklung läßt sich tatsächlich nur schwer wieder zurückdrehen.

    Es gibt da aber Möglichkeiten. Ich habe in meiner Jugend mit einem Feinwerkbau 300S match begonnen. Ich schoß Freihand ohne Schießjacke (es gab damals nur diese furchtbaren Cordjacken) und Schießhose. War kein Spitzenschütze, aber ein Schnitt 8 habe ich im Alter von 15 Jahren hinbekommen. Das war 1979. Wenn also heutzutage viele jammern, dass man ohne Doppelleinen etc. nichts mehr trifft, kann ja die Zehn beim LG Schießen wieder auf die damalige Größe gesetzt werden. Die wurde alledings verkleinert, weil zu viele 400er Serien geschossen wurden.

    Ich erinnere mich noch an die Aufschreie, als die .22 short für OSP abgeschafft wurde. Und jetzt? Alles ruhig und es werden immer noch (oder wieder) gute 4s Ergebnisse erzielt.

    Steyr LP 10

    Feinwerkbau P85

    Hämmerli 280

  • Es gibt da aber Möglichkeiten. Ich habe in meiner Jugend mit einem Feinwerkbau 300S match begonnen. Ich schoß Freihand ohne Schießjacke (es gab damals nur diese furchtbaren Cordjacken) und Schießhose. War kein Spitzenschütze, aber ein Schnitt 8 habe ich im Alter von 15 Jahren hinbekommen. Das war 1979. Wenn also heutzutage viele jammern, dass man ohne Doppelleinen etc. nichts mehr trifft, kann ja die Zehn beim LG Schießen wieder auf die damalige Größe gesetzt werden. Die wurde alledings verkleinert, weil zu viele 400er Serien geschossen wurden.

    das waren auch meine Anfänge und ganz ehrlich war das nicht sehr befriedigend, obwohl ich damals in der Jugend schon über 360 geschossen habe, auch mit grüner Gehmann Kunstleder Jacke und ohne Hose oder Schießschuhe.
    Aber ehrlich gesagt könnte ich das Heute mit 60 nicht mehr und ich wollte es auch nicht mehr. Wenn man in der Laufbahn mal 390+ schießen konnte, dann will man im Alter sicher nicht mehr auf 340 oder weniger rumbummeln, dann höre ich lieber komplett auf.
    Ich kann heute noch 375+ schießen dank der Klamotten und habe weiterhin Spaß am Schießen, ebenfalls dank der Klamotten.

    Die Scheiben wurden übrigens 1989 verkleinert weil die Waffen und Munition damals besser wurden, Schießklamotten mit z.B: Doppelleinen von Sauer gabe es schon vor 1989. Ich hatte meine erste Sauer Kombination aus Leder Jacke und Doppelleinen Hose schon zur Juniorenzeit und da hatte ich noch ein FWB 300S Universal, das müsste so um 84/85 gewesen sein.

  • Howei

    Das passt schon.

    Lt. Wikipedia schoß Gottfried Kustermann 1970 in Phoenix, mit 387 Ringen einen Weltrekord über 10 m Luftgewehr. Da war die 10 noch doppelt so groß wie Heute.

    Ich glaube in der DSZ stand einige Zeit, nachdem die 10 auf einen halben Millimeter verkleinert worden war, eine Auswertung. Die ergab, dass in der Spitze keine Absenkung der Ergebnisse stattgefunden hatte. Es traf die darunter, die sich von angekratzten Zehnern ernährten.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Ich erinnere mich noch an die Aufschreie, als die .22 short für OSP abgeschafft wurde. Und jetzt? Alles ruhig und es werden immer noch (oder wieder) gute 4s Ergebnisse erzielt.

    Das ist dann aber doch eine spezielle Geschichte! Die ISSF verkündete damals, dass sie keine speziellen Pistolen und schon gar keine spezielle Munition mehr für die Disziplin OSP wollte. Tja, was haben wir heute? Spezielle Pistolen und spezielle Munition für die Disziplin OSP. Aber neu entwickelt und von den Schützen neu gekauft. So wurde eine schützenfreundlich gedachte Neuerung der ISSF zum Bumerang.

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    Diese Fordrung höre ich immer nur von unseren Karabiner und sonstigen Großkaliber Langwaffen Schützen die damit schon aufgelegt nichts treffen. Geb denen ein LG in die Hand die Treffen Freihand nichtmal den Kugelfag.
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    Erfrischend, wie hier mal wieder Vorurteile und Spaltpilze wuchern .... <X

    Bekennender DSB-Schütze
    ------------------------------
    FWR, FvLW, pro-legal
    ------------------------------
    Ceterum censeo IANSAm esse delendam
    (Internet-Fundstück)

  • Erfrischend, wie hier mal wieder Vorurteile und Spaltpilze wuchern ....

    Das ist doch nichts Neues unter deutschen Schützen... das wird sich auch nicht mehr ändern. Zusammenhalt, an einem Strang ziehen? Fehlanzeige. Was Grumpy schon lange Jahre anspricht...

  • Erfrischend, wie hier mal wieder Vorurteile und Spaltpilze wuchern .... <X

    wenn hier von "Ritterrüstungen" die Rede ist, dann sind das ebenso Spaltpilze!

    Es gibt Schützen die wollen möglichst Gut schießen, sich für Meisterschaften qualifizieren und im Trainig ihre Leistung verbessern, bestenfalls sogar mit einem Trainer, das sind die mit Schießklamotten und gerne mal 100 oder mehr Schuß im Training.
    Dann gibt es Schützen die schießen nur aus Spaß, die haben es oft gerne Laut, nehmen selten einen Rat an und das Ergebnis ist für die eher unwichtig und meist machen die auch nur 15-20 Schuß an einem Schießabend (ich nenne extra nicht Training!).

    Ich habe noch nie einem dieser Spaß-Kollegen gesagt er muss in Zukunft Schießklamotten anziehen, anders herum ist das aber absolut gängig.
    Für die "Lauten" Schützen sind die LG und KK Schützen nur Pillenbeschleuniger in Ritterrüstungen.

  • q.e.d.

    Bekennender DSB-Schütze
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    FWR, FvLW, pro-legal
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    Ceterum censeo IANSAm esse delendam
    (Internet-Fundstück)

  • Das ist dann aber doch eine spezielle Geschichte! Die ISSF verkündete damals, dass sie keine speziellen Pistolen und schon gar keine spezielle Munition mehr für die Disziplin OSP wollte. Tja, was haben wir heute? Spezielle Pistolen und spezielle Munition für die Disziplin OSP. Aber neu entwickelt und von den Schützen neu gekauft. So wurde eine schützenfreundlich gedachte Neuerung der ISSF zum Bumerang.

    Hauptsache Schütze ist Opfer!

    So wirklich üppig war das Angebot an der Munition für die OSP ja nicht mehr und über die Leistung ob Präzision oder Zuverlässigkeit kann man auch diskutieren. Das könnten schon Argumente für eine Änderung gewesen sein oder habe ich da wieder mal nichts verstanden.

    Warum soll sich eine olympische Disziplin nicht weiter entwickeln dürfen? Dürfen das nur die anderen?

  • Das ist dann aber doch eine spezielle Geschichte! Die ISSF verkündete damals, dass sie keine speziellen Pistolen und schon gar keine spezielle Munition mehr für die Disziplin OSP wollte. Tja, was haben wir heute? Spezielle Pistolen und spezielle Munition für die Disziplin OSP. Aber neu entwickelt und von den Schützen neu gekauft. So wurde eine schützenfreundlich gedachte Neuerung der ISSF zum Bumerang.

    Der Wechsel von .22 kurz zu .22 lr und Verbot der Handschuhgriffe war mitnichten aus Schützenfreundlichkeit gedacht. Ich denke daß vielmehr die Leistungsdichte der Hauptgrund der Umstellung war.