Geschichtlicher Hintergrund: Warum sind die deutschen Sportschützen nicht führende Nation?

  • Ich kann Dir eine Quelle nennen, in der die erfolgreichen Schützen, die Ergebnisse und die verwendeten Sportgeräte in der ISSF 50 Meter Pistol bei olympischen Spielen und Weltmeisterschaften historisch aufgezählt werden.

    https://en.wikipedia.org/wiki/ISSF_50_meter_pistol

    Die entsprechende Quelle für die ISSF 25 Meter Rapid Fire Pistol listet zwar die erfolgreichen Schützen und deren Ergebnisse auf, nicht jedoch die verwendeten Sportgeräte.

    https://en.wikipedia.org/wiki/ISSF_25_m…pid_fire_pistol

  • Mir ist noch eine weitere Quelle für die bei internationallen Wettkämpfen verwendeten Sportpistolen eingefallen. Allerdings reichen die Tabellen nicht bis in die Gegenwart hinein.

    Bruno Brukner, Faustfeuerwaffen - Technik und Schießlehre, 1983

  • Ich kann Dir eine Quelle nennen, in der die erfolgreichen Schützen, die Ergebnisse und die verwendeten Sportgeräte in der ISSF 50 Meter Pistol bei olympischen Spielen und Weltmeisterschaften historisch aufgezählt werden.

    https://en.wikipedia.org/wiki/ISSF_50_meter_pistol

    Die entsprechende Quelle für die ISSF 25 Meter Rapid Fire Pistol listet zwar die erfolgreichen Schützen und deren Ergebnisse auf, nicht jedoch die verwendeten Sportgeräte.

    https://en.wikipedia.org/wiki/ISSF_25_m…pid_fire_pistol

    In den Wikipedia Beiträgen finden sich sicher noch Links auf weiteres Material, wobei die Quellen nicht immer zuverlässig sind, aus zweiter oder dritter Hand.


    Hat noch jemand solche interessanten Quellen der Vergangenheit, spannend fände ich auch, zumindest für die letzten 20-30 Jahre, mal ne Liste zu finden, mit welchen Waffen in welcher Ausstatttung geschossen wurde und inwieweit das die Ringzahl verändert hat.

    Das könnte schwierig werden, er wurde nur wenig erfasst, der Speicherplatz war in den Anfängen der EDV wertvoll. Vielleicht wurde damals auch sie Leistung der Schützen höher bewertet.

  • Die internationalen Wettkämpfe mit Luftdruckwaffen haben sich erst nach 1945 entwickelt. Ein wesentlicher Grund war, daß die Siegermäcjhte die Herstellung von Feuerwaffen in den Besatzungszonen verboten haben. Deshalb hat sich der Schießsport mit Luftdruckwaffen zunächst in Deutschland entwickelt. Der DSB war auch der Initiator für die Organisation der Wettkämpfe auf internationaler Ebene.

    Angesicht dieser Geschichte dürfte die Zusammenstellung einer Tabelle zwar nicht einfach sein , aber mit etwas Fleiß und Ausdauer zu bewältigen. Ein guter Ansatzpunkt wäre eine Anfrage bei den renommierten Herstellern von Luftdruckwaffen. Ich nehme an, daß sie die Daten über die Erfolge, die mit ihren Produkten erzielt worden sind, zur Verfügung haben und einer Veröffentlichung dieser Daten nicht abgeneigt sein würden. Die Zahl der Hersteller von Spitzenerzeugnissen und der relevante Zeitraum sind überschaubar. Von Interesse wären die Deutsche Meitsterschaft, die Europameiterschaft, die Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele. Für eine diesbezügliche Anfrage wäre ein Amt des Fragestellers im DSB oder in einer Fachzeitschrift von Vorteil. Ein wenig Autorität und eine klar umrissene Aufgabenstellung wären für die Mitarbeit der Hersteller förderlich.

  • Funfakt, Anschütz hat 1972 in München dem indischen Starter, der mit einem "Spatzengewehr" angereist war, ein neues KK spendiert.

    Eine gute Quelle über Waffen und Erfolge sind die Webeanzeigen im DWJ da hatten vermutlich alle Hersteller seit ca. 1965 Anzeigen geschaltet. Die haben auch einen onlinezugang.

  • Das hat vielerlei Gründe denke ich. Einmal die Förderung, andere Nationen geben wesentlich mehr Geld um ihre Eliten zu fördern. Zum Teil fehlen auch Trainer in den Verbänden da geht es schon los mit der Bezahlung des Trainerscheins, der Trainer A kostet schon. Es gibt Vereine die zahlen den Schein wenn der Schütze/in sich anschließend verpflichtet, dass kann aber nicht jeder Verein. Um es rund zu sagen wir sehen es doch in Deutschland in allen Sportarten ausser das Lieblingskind Fußball es fehlt von oben die Unterstützung.

  • Mag ja sein dass Schießen nicht der Nationalsport ist und Deutschland auch nicht die Rangliste anführt, aber unbedeutend wie es hier dargestellt wird ist es auch nicht.

    Aber eins können wir, unsere Situation beklagen, allen erklären wie schlimm es nur für uns ist und um wie viel besser es früher war daß ich durchaus damit leben könnte wenn wenigstens ein Teil der Opfer wieder in Reich des Zaren heimgeholt würde..

  • und um wie viel besser es früher war

    Wenn du diesen Eindruck gewonnen hast, hast du nichts verstanden.

    Heute hat man die Freiheit, den Grad des Sportes wählen zu können, den man selber haben will.
    Das heißt allerdings, dass die BRD niemals die sportlichen Erfolge der DDR einfahren kann, denn die beruhten auf unbedingter Unterwerfung des Individuums unter den Sport.

    Man kann nicht gleichzeitig individuelle Freiheit haben/leben und dabei ein stehendes, aber schlagkräftiges Heer an Sportsoldaten "hart wie Kruppstahl, flink wie Wiesel und zäh wie Leder" (wahlweise: "Für Frieden uns Sozialismus immer bereit!") zur Verfügung haben.

    Wir leben mit dem, was wir kriegen können an leistungsbereiten Jugendlichen. Wenn wir die zu leistungsbereiten und trotzdem selbständig denkenden und sich für Gemeinschaften engagierenden Menschen erziehen können, haben wir schon viel erreicht.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Das heißt allerdings, dass die BRD niemals die sportlichen Erfolge der DDR einfahren kann, denn die beruhten auf unbedingter Unterwerfung des Individuums unter den Sport.

    Es würde schon ausreichen, wenn Deutschland seine Leistungssportler in ihrer Karriere unterstützen würde. Junge Menschen müssen sich im Schießsport schon frühzeitig für Bundeswehr- oder Polizeilaufbahn entschieden, um ihren Sport ernsthaft zu treiben. Ähnlich geht es Naturwissenschaftlern: es ist in Deutschland einfach nicht vorgesehen, dass du dich in Deutschland dein Leben lang der Wissenschaft widmen kannst.

  • Wenn du diesen Eindruck gewonnen hast, hast du nichts verstanden.

    Ich habe es durchaus verstanden.

    Heute hat man die Freiheit, den Grad des Sportes wählen zu können, den man selber haben will.
    Das heißt allerdings, dass die BRD niemals die sportlichen Erfolge der DDR einfahren kann, denn die beruhten auf unbedingter Unterwerfung des Individuums unter den Sport.............

    Unser heutigen Berufssportler sollen aber dann gegen die Staats-Sportler nach der alten Art antreten, das ist doch zum scheitern verurteilt

    Das wäre ja wie wenn die einen gedopt wären und trotzdem gleich gewertet würden.

    Junge Menschen müssen sich im Schießsport schon frühzeitig für Bundeswehr- oder Polizeilaufbahn entschieden, um ihren Sport ernsthaft zu treiben.

    Stell Dir vor, die Mehrzahl der Soldaten und Polizeibeamte beginnen im gleichen Alter und üben den Beruf dann wesentlich länger aus. Früher in der guten alten Zeit hatten die meisten in dem Alter schon einen Beruf gelernt.

    Viele Sportler haben in dem Alter schon ihren sportlichen Zenit erreicht. Die mußten sich teilweise als Kind schon auf den Sport einlassen und anders leben, soll das vom Staat auch geregelt werden?

    Ähnlich geht es Naturwissenschaftlern: es ist in Deutschland einfach nicht vorgesehen, dass du dich in Deutschland dein Leben lang der Wissenschaft widmen kannst.

    Wenn es auch OT ist würden mich einige erklärende Sätze dazu interessieren.

  • Stell Dir vor, die Mehrzahl der Soldaten und Polizeibeamte beginnen im gleichen Alter und üben den Beruf dann wesentlich länger aus.

    Weil die es wollen.

    Viele Sportler haben in dem Alter schon ihren sportlichen Zenit erreicht. Die mußten sich teilweise als Kind schon auf den Sport einlassen und anders leben, soll das vom Staat auch geregelt werden?

    Wie willst du dein Leben ab 18 finanzieren, wenn du gerade dabei bist, sich für NK zu qualifizieren? Eine junge Dame aus unserem LK startet gerade ihre BW-Karriere, nur um im Schießsport zu bleiben. Was macht nochmal Reitz beruflich?

    Wenn es auch OT ist würden mich einige erklärende Sätze dazu interessieren.

    Was genau möchtest du wissen?

  • Warum man wie Dein Beitrag vermittelt nur Begrenzt wissenschaftlich arbeiten kann?

    Es gibt so gut wie keine unbefristeten Stellen als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Du kannst Wissenschaft in Deutschland dauerhaft nur als Professor (und dann nur bedingt) betreiben. Wenn jeder Professor in seiner Laufbahn etwa 50 Doktoren "fertigt", kannst du dir ungefähr Ausmaß des Wettbewerbs vorstellen. Und wie gesagt, Professor sein ist eher Management und nicht Wissenschaft. Die wenigen unbefristeten WiMi sind oft einfach nur Taschenträger/Sekretäre des Professors.

  • Es gibt so gut wie keine unbefristeten Stellen als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Du kannst Wissenschaft in Deutschland dauerhaft nur als Professor (und dann nur bedingt) betreiben. Wenn jeder Professor in seiner Laufbahn etwa 50 Doktoren "fertigt", kannst du dir ungefähr Ausmaß des Wettbewerbs vorstellen. Und wie gesagt, Professor sein ist eher Management und nicht Wissenschaft. Die wenigen unbefristeten WiMi sind oft einfach nur Taschenträger/Sekretäre des Professors.

    Ich dachte es wäre das Geld das die jungen Doktoren in die Wirtschaft zieht.

    Einmal editiert, zuletzt von Hansaxel (18. Juni 2025 um 15:13)

  • Insgesamt fällt auf: Irgendwie scheinen ja Luftwaffen etwas extrem "Deutsches" zu sein.

    Ich denke mal Hans48 hat den einen Teil der Frage bereits sehr gut und zutreffend beantwortet ("Die internationalen Wettkämpfe mit Luftdruckwaffen haben sich erst nach 1945 entwickelt..."). Damit untrennbar verbunden ist die Tatsache, dass es eben speziell im Druckluftbereich fast ausschließlich deutsche oder deutschsprachige Hersteller gab, die verstärkt in dieser Sparte wettkampftaugliche Sportwaffen entwickelt und gebaut haben (da der Bedarf einfach da war) und schlussendlich Weltruf (und Ruhm) erlangt haben.

    Zitat...dass wir zwar die besten Waffen bauen, üben wie die Weltmeister uns dann aber komplett den Rang ablaufen lassen?

    Würde ich nicht ganz so schwarz sehen. Hin und wieder reden wir bei Medaillenvergaben schon ein Wörtchen mit. Das soll aber nichts beschönigen. Fakt ist, wir haben ein Nachwuchsproblem. Das hat zum Einen etwas mit unserem vergleichsweise schlechtem Sportförderungssystem zu tun, ist zum anderen aber auch eine Folge der gesellschaftlichen Entwicklung und Erziehung. Die deutschen Grundtugenden (ich hasse diesen Ausdruck zwar, er trifft es aber ganz gut) kommen immer mehr abhanden. So etwas wie Ausdauer, Disziplin, Einsatzbereitschaft, Fleiß, Mut usw. gehört inzwischen nicht mehr zu den Werten, die vermittelt werden. Aber wir haben uns diese Generation auch selbst so erzogen. Wenn jedem Kind/Jugendlichem permanent vermittelt wird, dass das Individuum über allem steht, sich auch ohne anzustrengen belohnen kann (in welcher Form auch immer) und alles auf dem Silbertablett serviert bekommt, ist es am Ende kein Wunder, dass es so ist wie es ist.
    Ungeachtet dessen bin auch ich bei Hans48: Eine ausgewogene Förderung des Amateur-und des Hochleistungsbereichs im Schießsport sollte m.M. in D angestrebt werden. Ich gehe sogar noch weiter - nicht nur im Schießsport, sondern generell!!! Aber das Elend beginnt ja schon im Schulsport. Da sich das Ganze in absehbarer Zeit nicht (zum Positiven) ändern wird, befürchte ich, dass wir als Nation D alsbald generell im Internationalen Sport "nichts mehr zu melden" haben. Man muss sich ja nur mal die gesamtsportliche Medaillenentwicklung bei Olympia der letzten 5 Zyklen anschauen. Bis auf ein paar "Überraschungserfolge" sieht es da ziemlich düster aus und es geht insgesamt immer nur in eine Richtung: nach unten. Dennoch wird immer weiter fleißig gekürzt. Vielleicht wachen die Entscheidungsträger in diesem Land ja mal irgendwann auf - aber im Moment die haben ja ganz andere "Probleme".

    LP 500 Expert E
    Steyr Challenge E
    M150 -ST- mit ZF

    Der Unterschied zwischen: "geiler Wettkampf heute" :) oder: "ich reiß' hier gleich die Hütte ab" :angry: ist oft nur eine 9,9 !

  • Ich dachte es wäre das Geld das die jungen Doktoren in die Wirtschaft zieht.

    Welche Wirtschaft genau könnte promovierte Biologen gebrauchen? Oder Physiker? So dass sie im erlernten Beruf arbeiten und nicht in den Vertrieb gezwungen werden?

  • Welche Wirtschaft genau könnte promovierte Biologen gebrauchen? Oder Physiker? So dass sie im erlernten Beruf arbeiten und nicht in den Vertrieb gezwungen werden?

    Von jemandem der studiert kann man wirklich nicht erwarten sich an einer Nachfrage zu orientieren, das erfordert ja noch Resthirn.

  • Unser heutigen Berufssportler sollen aber dann gegen die Staats-Sportler nach der alten Art antreten, das ist doch zum scheitern verurteilt

    Das wäre ja wie wenn die einen gedopt wären und trotzdem gleich gewertet würden.

    Das war schon früher so und ist es auch noch heute. Wenn ich mehr schreiben würde, würde es politisch werden.

    Vielleicht wachen die Entscheidungsträger in diesem Land ja mal irgendwann auf

    Nein, denn Sport ist überhaupt kein wichtiges Thema für die. Man sonnt sich zwar gern in Erfolgen, macht dafür aber ganz bestimmt nicht das Fenster auf. denn:

    ... im Moment die haben ja ganz andere "Probleme".

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)