DSB 2.45 Zentralfeuerpistole

  • Zur Frage der CISM-Regeln für die ZFP-Disziplin hier ein Ausschnitt aus den Regulations-Shooting-2020:

    5.4.1 Shooting - Regulations for 25m Men Center Fire Pistol
    This program takes place according to the ISSF Rules and Regulations for the Center Fire Pistol-Program.

  • Zur Frage der CISM-Regeln für die ZFP-Disziplin hier ein Ausschnitt aus den Regulations-Shooting-2020:

    5.4.1 Shooting - Regulations for 25m Men Center Fire Pistol
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    Das war mir auch neu.

    Carcano

    In der guten alten Zeit war es so dass die Regeln sich teilweise an die UIT später ISSF Regeln anlehnten, oft bei den zugelassen Waffen großzügiger waren, d.h. die Pistolenschützen hätte neben den üblichen Sport Geräten auch mit der dienstlich geführten P 1 antreten können.

  • Die Disziplin "25 m Center Fire Pistol" wurde 1947 international eingeführt. Seitdem hat es etliche Anpassungen der Regeln gegeben.

    Efim Chaidurov, der Konstrukteur der TOZ-35, hat auch den Revolver TOZ-36 konstruiert. Mit einem der ersten, von ihm selbst gebauten Prototypen, ist er 1962 nach Kairo zur WM gereist und hat dort in der Disziplin CFP die Sibermedaille gewonnen. Das Kaliber des Revolvers war 7,62 Nagant. Mit diesem Revolver haben etliche sowjetische Schützen an internationalen Wettkämpfen teilgenommen.

    Mit welchen Kurzwaffen die Schützen zu den internationalen Wettkämpfen seinerzeit ansonsten angetreten sind, läßt sich aber nur schwer nachvollziehen. Ich vermute, daß es in den jungen Jahren dieser Disziplin hauptsächlich modifizierte Dienstwaffen waren (SIG P210-5, Colt 1911 Gold Cup, S&W K-38, Benelli B76), aber auch gelegentlich speziell für den Sport konstruierte Kurzwaffen (ZKR-551).

  • Ein sehr lange bestehender Weltrekord in CFP wurde 1963 von Thomas D. Smith III. bei den Panamerikanischen Spielen aufgestellt: 597 Ringe, 299 Präzision und 298 Duell. Da die Duellscheiben zum 1.1.1989 geändert wurden, kann dieser Weltrekord nicht mehr abgelöst werden. Thomas D. Smith III. benutzte dabei eine modifizierte Colt 1911-Pistole im Kaliber .38 Special.

    https://www.nramuseum.org/guns/the-galle…tic-pistol.aspx

  • Mal eine Frage zu 2.45, wie aktiv wird das in euren Verbänden noch geschossen?
    Gibt es bei euch noch RWK in dieser Disziplin bzw. Bezirksmeisterschaften usw.?

    Es muss mehr geschossen werden!
    Schießsport ist Vielfalt: Mitglied im DSB, BDS, BDMP

  • Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß im SVBB (Berlin-Brandenburg), RSB (Rheinland) und BSSB (Bayern) Bezirks- und Landesmeisterschaften in ZFP (2.45) ausgerichtet werden. Rundenwettkämpfe in ZFP finden dort jedoch nicht statt. Die Schützen sind mit den RWK's Sportpistole und Luftpistole offensichtlich gut ausgelastet.

  • Mal eine Frage zu 2.45, wie aktiv wird das in euren Verbänden noch geschossen?
    Gibt es bei euch noch RWK in dieser Disziplin bzw. Bezirksmeisterschaften usw.?

    Ähnlich wie in der guten alten Zeit, weniger aktiv

    Meisterschaften zur Qualifikation DM scheinen noch alle Verbände anzubieten.

    RWK gab höchstens inoffiziell.

    Starken Zulauf bekamen die GK Kurzwaffenschützen erst mit als sie die Waffe mit beiden Händen halten durften.

  • Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß im SVBB (Berlin-Brandenburg), RSB (Rheinland) und BSSB (Bayern) Bezirks- und Landesmeisterschaften in ZFP (2.45) ausgerichtet werden. Rundenwettkämpfe in ZFP finden dort jedoch nicht statt. Die Schützen sind mit den RWK's Sportpistole und Luftpistole offensichtlich gut ausgelastet.

    Im Verein weitgehend unbekannt, im Bezirk 7 Starter insgesamt, auf der LVM (RSB) knapp 60 Starter insgesamt, am stärksten H3 und H4 vertreten.

  • Im Verein weitgehend unbekannt, im Bezirk 7 Starter insgesamt, auf der LVM (RSB) knapp 60 Starter insgesamt, am stärksten H3 und H4 vertreten.

    Kann ich so leider bestätigen, im Verein sind wir gerade noch 3 - 4 Hansel die die schießen, alle H3 und H4, im Kreis ein paar mehr, so 15 - 20 bei der KM.

    LM weiß ich nicht, da fahre ich schon eine Weile nicht mehr hin.

    Dagegen die KM in den 4 GK-Disziplinen müssen wir auf 3 Tage verteilen um alle Starter unterzubringen.

    Bekennender DSB-Schütze
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    FWR, FvLW, pro-legal
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    Ceterum censeo IANSAm esse delendam
    (Internet-Fundstück)

  • Es mag sein, dass dies von Landesverband zu Landesverband stark verschieden wäre. Hier wäre es tatsächlich einmal (zumindest der Neugierde halber) interessant, sich einen Gesamtüberblick zu verschaffen.

    In meinem Landesverband (dem SBSV, also Südbaden, ca. 30.000 Mitglieder) ist die Zentralfeuerpistole Disziplin 2.45 deutlich überaltert, mit wenig Nachwuchs. Die Schützen gehören überwiegend den Klassen Herren III und Herren IV an. Nur wenige Einzelvereine im gesamten Land (etwa drei) achten darauf, fähige Schützen der etwas jüngeren Altersklassen auch an die 2.45 "heranzufixen". Überwiegend besteht darin aber kein Interesse bzw. es gibt eine dumme Trainerborniertheit, die immer noch glaubt, man müsse sich auf eine oder zwei Disziplinen "ganz und gar konzentrieren". Das ist natürlich Quatsch.

    Auf Ebene der Kreise (Bezirksmeisterschaften gibt es bei uns nicht mehr) gilt ein ähnliches Bild. Es gibt über die LM-Teilnehmer hinaus noch einige wenige alte Breitensport- und Freizeitschützen, die ihre Zentralfeuerpistole hin und wieder füttern, aus Spaß an der Freud. Eine Statistik über Jahre hinweg wäre vermutlich ganz interessant, ich weiß aber nicht ob ihr Ergebnis wirklich aussagekräftig wäre.

    In einem großen, mitgliederstarken und flächenausgedehnten Landesverband wie dem NSSV, dem ich von früher her noch etwas emotional verbunden bin, sieht es noch weit schlimmer aus. Im ganzen Land (!) gibt's drei gute Schützen in der Disziplin. Als ich das Schießen begann, sah es - wie generell im Pistolenbereich - noch ganz anders aus.

    Gebrauchte ältere ZFP-Sportwaffen (alte Walther GSP, Erma ESP 85, S&W Mod. 14) haben im Erbfall kaum noch Schrottwert. Nur für Manurhin, Korth, Colt Python, SIG P 240 finden sich noch Sammler-Liebhaber. Selbst eine S&W M 52 (.38 Special WC) will praktisch keiner mehr.

    Carcano

    Einmal editiert, zuletzt von Carcano (8. Mai 2025 um 09:31)

  • ... Als ich das Schießen begann, sah es - wie generell im Pistolenbereich - noch ganz anders aus.

    ...

    Carcano

    Naja, als ich Ende der 80er mit dem Schießen anfing war man als Pistolero, gerade mit GK, schon noch ein Exot, zumindest in unserer Gegend.

    KK-Gewehr und LG waren DIE Waffentypen. Ordonnanzgewehre wurden 1x im Jahr beim internen Pokalschießen rausgekramt. Bei uns im Verein waren traditionell seit den 70ern die Unterhebelrepetierer stärker vertreten, aber auch das war "exotisch".

    Bei den Kurzwaffen waren nur LP und Spopi etabliert, und als Ableger der Spopi eben die Zentralfeuer. Zu der Zeit verstärkt mit .32er GSPs, die .38WC-Pistolen waren da schon auf dem Rückzug. "Echte" GK-Kurzwaffen waren zwar vorhanden, aber wurden quasi nie sportlich genutzt. Generell gab es deutlich weniger Pistolenschützen als Gewehrschützen.

    Erst seit Einführung der GK-Disziplinen (in den 90ern?) wandelte sich das Bild beim Pistolenschießen. Zumindest hier in Nordbaden, aber ich denke DSB-weit. Seitdem nehmen die Starterzahlen bei GK immer weiter zu, die Spopi stagniert, und die ZF-Pi wird zur Randerscheinung.

    LG und KK-Gewehr verkümmern, schießt hier im Kreis fast niemand mehr. Ausnahme: Die Aufgelegt-Disziplinen, die werden gut angenommen.

    Bekennender DSB-Schütze
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  • Die RWK werden nicht durchgehend von den Landesverbänden organisiert, sondern meistens auf unteren Verbandsebenen. Deshalb ist es schwierig einen Überblick zu erhalten. Im RSB soll es in einigen Bezirken sogar RWK in FP geben. Das hängt wohl mit dem persönlichen Interesse und Engagement führender Verbandsvertreter zusammen. Es sind aber vermutlich nur wenige Ausnahmen.

    Ich bin eine lange Zeit im Schützenbezirk Koblenz des RSB sportlich aktiv gewesen. Die Bezirksmeisterschaft ZFP (und SP) wurde in Rott-Wied im Hunsrück ausgetragen. (Ein großartiger Verein mit einer sehr schönen Anlage. Die lange Anfahrt aus der Eifel mit der Fähre über den Rhein in den Hunsrück hat sich jedesmal gelohnt.) Das Teilnehmerfeld in ZFP war jedesmal überraschend groß.

    In Berlin geht es von der Kreismeisterschaft ohne Bezirksmeisterschaft zur LM. Die Teilnehmerzahlen in der ZFP waren überschaubar. Ähnlich sieht es in dem Schützengau des BSSB aus, in dem derzeit beheimatet bin.

    Neben den RWK sind die von größeren Vereinen durchgeführten Pokalschießen von Interesse, in denen auch die ZFP berücksichtigt wird. In und um Berlin gibt es einige Vereine, die solche Pokalschießen veranstalten. Diese Wettkämpfe haben einen besonderen Charakter, da sie in sommerlicher Zeit und mit einer Beköstigung der Gäste angeboten werden. Da läßt sich leichter eine "Delegation des Vereins" für einen Besuch eines solchen Events zusammenzustellen.

  • Danke euch für eure Antworten und den Überblick. Dann scheint es überall ähnlich zu sein wie hier in Nordhessen.

    Ist natürlich auch ein Stück weit verständlich wenn man die Preise für eine 50er .32 long WC sieht.

    Es muss mehr geschossen werden!
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  • Ist natürlich auch ein Stück weit verständlich wenn man die Preise für eine 50er .32 long WC sieht.

    ...und im Moment auch die Verfügbarkeit. Die meisten sagen, die trainieren gar nicht, eine Schachtel vor der der jeweiligen Meisterschaft und gut ist es.

  • Da ist selber laden angesagt.

    Gerade bei .32 WC und auch .38 WC auch im Hinblick auf die Funktionssicherheit.

    Die Pistolen für die WC-Patronen sind kleine Diven, ganz besonders die .32er ...

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  • Die Pistolen für die WC-Patronen sind kleine Diven, ganz besonders die .32er ...

    Ich habe eine Erma ESP 85A die lief mit sämtlichen Sorten Fabrikmunition recht problemlos.
    Hatte immer Magtech, Hirtenberg, Geco, PPU die gingen alle gut.

    Wiederladen kommt für mich leider zeitlich und vom Aufwand her nicht in Frage.

    Habe gerade bei eGun 500 long WC für 180 Euro ergattert, die nächsten Meisterschaften sind
    also gesichert ^^

    Es muss mehr geschossen werden!
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  • Im Kaliber .38 Spezial sieht es fast genau so schlimm aus wie im .32 long. Die Schachtel mit 50 Patronen WC kostet inzwischen um die 20 Euro.

    Angesichts dieser Situation heißt es, sich auf das Trockentraining zu konzentrieren und die Zahl der scharfen Schüsse zu begrenzen. Es muß nicht jedes mal die ganze Schachtel geleert werden. Ich sehe das GK-Schießen als Ergänzung und Sahnehäubchen zum SP-Schießen.

    Trockentraining ist mit einem Revolver und Exezierpatronen etwas einfacher als mit Selbstladepistolen.

    Einen Ausweg bietet das Wiederladen, auch wenn die benötigten Verbrauchsmaterialien auch hier deutlich teurer geworden sind.

  • Im Kaliber .38 Spezial sieht es fast genau so schlimm aus wie im .32 long. Die Schachtel mit 50 Patronen WC kostet inzwischen um die 20 Euro.

    Da habe ich vor über 40 Jahren gerade mal 28 DM für die günstigsten gezahlt.

  • Die Pistolen für die WC-Patronen sind kleine Diven, ganz besonders die .32er ...

    Meine Pardini läuft problemlos, die langsame (z.B. Fiocchi) Munition bereiten da eher Sorgen. Hab mir zwei Schwenker erlaubt, und schon ist die DM-Teilnahme futsch 🤷‍♂️