Sport 2 Kratzer im Lauf

  • Ich weiß nicht, wie die ganzen Vereins-GSPs, -Hämmerlis und Anschütz 54s auch nach 40 Jahren funktionieren, da guckt keiner mit Endoskope rein 🤔 Ich habe es bei meiner Sport2 (die an sich schon 17 Jahre alt ist) in 7 Jahren auch nicht getan. Schießen tut sie immer noch besser als ich 🤷‍♂️ Das mit Endoskopkamera gewonnenes Wissen ist meistens unnötiges. Es gibt wohl eine große Anzahl kaputtgeputzter Läufe.

    Weil bei den Vereinskniften keiner nach Kratzern im Lauf fragt, ganz einfach.

    Es wird keiner gezwungen, sich eine solche Endoskopkamera zuzulegen. Sie stellt aber ein Hilfsmittel dar, welches durchaus hilfreiche Informationen zum Zustand eines Laufes liefern kann

  • Danke für eure Beiträge, wie gesagt ich denke die Waffe wird jetzt nicht weniger präzise sein wie davor. Ich habe jetzt gelernt die Waffe insbesondere den Lauf besser zu pflegen. Viele Leute bei uns im Verein fahren nur mit der BoreSnake durch vorm und nach dem Schiessen.

  • Wie kann das passieren? z.B. eine verschmutzte BoreSnake, die ein Stück Tombak (Carbon) mit durch den Lauf gezogen und ihn damit beschädigt hat. Gemeint ist, wenn beim Saubermachen diese o.g. Verkrustungen gelöst und wieder in den Lauf eingebracht werden, können sie den Lauf schon beschädigen, da sie härter sind als der Laufstahl. Daher verwende ich keine Borsnake zum sauber machen, nur um nach dem sauber machen den Lauf etwas zu Ölen.

    Boresnakes haben den großen Vorzug, bei regelmäßiger Anwendung gleich drei negative Folgen herbeiführen zu können (der berühmte "Drei-in-eins-Effekt"):

    - regelmäßige und verlässliche Neuverschmutzung des Laufs bei jedem Durchziehen

    - Verkratzen des Laufs durch im Gewebe der Snake festgesetzte Metallpartikel etc.

    - Ausscheuern der Mündung (wichtig dafür ist die häufige Anwendung für die Standardreinigung)

    Wer boresnakes regelmäßig benutzt, hat sie auch verdient. =O 8o

    Carcano

  • Wie soll ich es sonst machen?

    Ballistol und andere Hersteller haben da eine ziemlich große Auswahl.
    Putzstock mit Microfaserpatches, Filzpfropfen, mit und ohne Messingdrähte, Seidenwerg...


    trainieren, nicht heulen...
    FWB P85
    FWB P8x
    Tesro RS100
    CZ75 Sport II
    Walther GSP 500
    S&W 686-3
    Peters Stahl Multical .45

  • Ballistol und andere Hersteller haben da eine ziemlich große Auswahl.
    Putzstock mit Microfaserpatches, Filzpfropfen, mit und ohne Messingdrähte, Seidenwerg...

    Jetzt vergackeier den Armen doch nicht so.

    Das ist wenig fair, und eigentlich fast niederträchtig...

    Carcano

  • Wie macht ihr die Reinigung der Waffe nach Gebrauch?

    Also zum einen putze ich nach Gefühl, nicht nach Schusszahl. Alle 200 bis 300 Schuss ist zu häufig, aus meiner Sicht.

    Es gibt unterschiedliche Ansätze. Diese Verteufelung von Bronze- oder Messingbürsten halte ich für eher Voodoo, so lange der Lauf auch richtig sauber gemacht wird.

    Manchmal geht es nicht ohne, wenn die Verschmutzungen zu hartnäckig sind.

    Jetzt kommt mein Voodoo, denn nichts anderes ist es, egal wer was vorschlägt....;-)

    Ich verwende im Regelfall für den Lauf den Bore Cleaner von SchleTek oder den MM Waffenreiniger. Beim Bore Cleaner wird der Reiniger Mittels Sonde in den Lauf eingebracht und lässt ihn entsprechend einwirken. Wichtig ist, zuerst mit einer Nylonbürste (Ölbürste) oder Bronze-/Messingbürste die losen Verschmutzungen aus dem Lauf zu schieben und die verbliebenen Verschmutzungen anzulösen. bevor der Reiniger, egal welcher, in den Lauf eingebracht wird. Damit kann er besser gelöst werden.

    Nach der Mindesteinwirkzeit nehme ich Filze und schiebe diese durch den Lauf um die gelösten Verschmutzungen in Schussrichtung aus den Lauf zu schieben. Dann schaue ich in den Lauf und wiederhole bei Bedarf so lange, bis der Lauf sauber ist.

    Mit der Endoskopkamera, ist besonders bei Langwaffen hilfreich, sieht man, wo noch Tombak- und/oder Kupferablagerungen im Lauf sind.

    Wenn der Schmutz sehr hartnäckig ist, nehme ich entweder das Balistol Robla Solo Mil, aber eher ungerne, da es stark Ammoniakhaltig ist und entsprechend riecht (macht aber wach), oder den nicht chemischen Waffenreiniger von MM Waffenreiniger. Dieser ist geruchsneutral und funktioniert sehr gut.

    Wenn Du etwas für das schnelle Durchziehen des Laufes benötigst, vor- oder nach dem schießen, dann verwende ein Drahtsystem, wie das Vario Flex von Niebling.

    Aber ganz wichtig, mach Dir mit dem Putzen nicht so viel Kopf, sondern geh nach Gefühl vor.

  • Das mit Endoskopkamera gewonnenes Wissen ist meistens unnötiges.

    Ja, mit der deutlich leichteren Verfügbarkeit und vor allem angesichts der starken Preissenkungen von Endoskopen und Endoskopie-Kameras werden diese viel häufiger nun auch von Durchschnitts-Sportschützen erworben. Bis vor vielleicht einem Jahrzehnt war das ja besonders ambitionierten Büchsenmachern, Benchrestern oder Long-Range-Schützen vorbehalten, oder Menschen, die ärztliche Praxisausrüstung auch privat nutzen konnten … und natürlich militärischen Instandsetzungseinheiten (insbesondere für die regel- und turnusmäßige Überprüfung von MG-Läufen).

    Von Bedeutung sind die Feststellungen an Endoskopiekameras also vorrangig in den genannten Anwendungsbereichen bei Langwaffen, und zwar insbesondere, soweit es die Frage von Hitzeschäden (Krokodilhaut, Verschuppungen des Laufinneren, netzförmige Mikrorisse, Erosion im Übergangskegel) betrifft. Das betrifft mithin die Anwendung durch Benchrester und durch Long-Range-Schützen, wo derartige Abnutzungs- und Schadspuren ja, je nach den verwendeten Patronen, schon nach einigen 100 Schüssen auftauchen können.

    Für Zentralfeuer-Kurzwaffen (mit Ausnahme von Silhouettenpistolen) und generell für alle KK-Waffen (lang und kurz) sind Endoskopiekameras eigentlich wenig sinnvoll. Es mag zwar Spaß machen, den Lauf von innen durchspazieren zu können, man kann sich auch darüber informieren, wie sehr ein Übergangskonus des Revolverlaufs inzwischen durch Blei fett zugesetzt ist, aber schießsportlich nennenswerte Erkenntnisse kann man daraus wenig gewinnen. Vor allem ist es absolut nicht notwendig, dass ein Kurzwaffenlauf und ein normaler Jagdlauf blank und frei von jeder noch so kleinen Ablagerung wäre. Es ist aus den bekannten und hier schon vielfach erörterten Gründen letztlich sogar eher problematisch und präzisionsnachteilig, dies anzustreben. Benchrest ist eine Ausnahme.

    Falls eine Jagdwaffe gar nicht trifft, braucht sie erst einmal keine Endoskopie, sondern eine gründliche Reinigung, wobei statt starker ammoniakhaltiger Reiniger, die für gewisse Anwendung auch ihre - sehr beschränkte Berechtigung - haben mögen, hier gerade bei Jagdwaffen die tüchtige mechanische (!) Arbeit und die Verwendung eines guten Carbonlösers (Hauptbestandteil Ethanolamin) wesentlich wichtiger wäre.

    Man verwendet dann ja auch keine Messingbürsten, sondern Phosphorbronze-Bürsten, und nur im total verrosteten und zugesetzten Extremfall durchaus auch einmal (Büchsenmacher tun dies aus Faulheit und der Schnelligkeit halber allerdings öfters) Stahldrahtbürsten. Mit den letzteren ist allerdings erhebliche Zurückhaltung angezeigt.

    Carcano