Falsch. Das habe ich nicht geschrieben! Ich habe geschrieben
Das habe ich auch nicht geschrieben!
Fällt mir wohl schwer bei Deinen Ausführungen zu verstehen, was Du gemeint. Ich habe die Punkte kritisiert, die ich glaubte aus Deinen Äußerungen verstanden zu haben. Ich glaube nicht, dass ich da so daneben gelegen habe, aber Du wirst wohl am besten wissen, was Du zum Ausdruck bringen wolltest.
Gerne erläutern nochmal meinen Ansatz. Ab und zu seine Leistung durch Ringezählen im Training messbar zu machen ist ok, nur sollte es mMn nicht zu oft geschehen. Im Wesentlichen beziehe ich meine Aussage auf Sportler, die keine entsprechende Infrastruktur im Verein haben, sprich keinen Trainer und keine Vereinskameraden, die ähnliche leistungsorientierte Ziele haben.
Im Training würde ich den Fokus auf die Verbesserung von Technik-Details/Elementen legen und eher nur (schöne enge) Schussbilder statt Ergebnisse produzieren.
Wenn ich das jetzt richtig verstehe, dann sollte das Training in dem von Dir skizzierten Szenario (Kein Trainer, keine leistungsorientierten Vereinskameraden so ablaufen, dass hauptsächlich Techniktraining mit gelegentlichen Leistungskontrollen stattfindet. Das kann man so machen, muss man aber nicht. Ist auf jeden Fall besser als ausschließlich Leistungskontrollen zu schießen, da hier das Techniktraining und die einzelnen Technikelemente behandelt werden. Was ich vermisse ist die Ausrichtung auf irgendeinen Höhepunkt, bei dem ich als Sportler meine Top-Leistung abliefern will. Ich glaube nicht, dass man einen Trainer braucht, um unterschiedliche Trainingsabschnitte zu gestalten. Wenn ich das nicht will oder kann, dann ist der Ansatz nicht schlecht.
Vom Schussbilderschießen halte ich persönlich nichts. Meistens wird das von den Trainern vorgeschlagen, denen nichts besseres einfällt. Ich habe das schon öfters mal miterlebt, wenn der Sportler die nichtssagende Aufgabe erhält ein Schussbild zu schießen. Viele Sportler sind das anscheinend so gewohnt, dass keiner auf die Idee kommt mal zu fragen, wozu das gut sein soll.
*kopfschüttel* ganz ganz dünnes Eis
Was meinst Du mit "ganz ganz dünnem Eis", wenn ich von Trainern schreibe, denen nicht besseres einfällt als Schussbilder schießen zu lassen?
Ist es nicht immer das Bestreben enge Schussbilder zu schießen?
Nein ist es nicht. Beim Technikerwerbstraining ist ein enges Schussbild irrelevant und sogar hinderlich. Wenn der Sportler sich z.B. das richtige Tempo in der Annäherung an den Halteraum erarbeitet, braucht er gar nicht wissen, wo er hin schießt. Er muss nur wissen, ab das Tempo passt. Die Größe des Schussbilds ist dabei egal. Ich will ja gar nicht ausschließen, dass die Größe oder auch die Schussverteilung eine Rolle im Training spielen kann. Das muss aber zum jeweiligen Trainingsinhalt passen und ist daher nie für sich alleine genommen eine sinnvolle Aufgabe. Jedenfalls nicht in meinen Augen.
Noch etwas zum Thema Infrastruktur: In deinem Beitrag erwähnst du oft die Rolle des Trainers bzw den Trainer. Dabei vergisst du, dass sehr viele Schützen keinen Trainer haben, geschweige denn leistungsorientierte Vereinskameraden, die mindestens das gleiche Niveau haben. Sprich man muss sich irgendwie selber behelfen. Dabei ist es umso wichtig selbstkritisch zu sein und sein Niveau richtig einzuschätzen.
Dass die Sportler keine Trainer haben, ändert nichts an der sinnvollen Gestaltung der Trainingsinhalte. Das ist tendenziell leichter mit Trainer, aber eben auch nicht zwingend. Wer eine gute Eigenreflexion hat und ehrlich mit sich selbst ist, der kann auch als Autodidakt gute Fortschritte machen. Es gibt da ja auch Hilfsmittel wie z.B. Videoaufzeichnungen oder Scatt. Auch ein solches Forum ist durchaus geeignet, sein Wissen zu vermehren. Hier soll es ja Trainer geben, die die Forenleser an ihrem Wissen und Erfahrungen teilhaben lassen. Das sind Erkenntnisse aus der Trainingspraxis und langjähriger Erfahrung preisgegeben werden, die teilweise in keinem Lehrbuch zu finden sind. Da gilt es auch meiner Sicht aufmerksam und aufgeschlossen zu lesen.
Ich selber habe keinen Trainerlehrgang mitgemacht. Trotzdem versuche ich irgendwie meinen eigenen Weg zu finden u.a. auch mit anderen Schützen.
Das ist ja auch keine Schande. Ein Trainerlehrgang macht einen ja auch noch nicht zum Trainer. Da wird nur die Basis gelegt. Der Rest ist eigene Erfahrung in der Funktion als Trainer und ein ständiges "ÜberdenTellerrandschauen" was andere Trainer so machen. Ich schaue immer was die anderen machen und gleiche das mit meinen Ansätzen ab. Ich versuche mit den Trainern ins Gespräche zu kommen, um zu erfahren, was die Hintergründe sind und warum sie das so machen. Dann kann ich entscheiden, ob ich das für mich übernehme, anpasse, teste, für gut befinde oder am Ende wieder verwerfe. Wer sich da selbst nicht mehr hinterfragt, bleibt stehen.
Jeder versucht seinen Weg zu finden. Man sollte nur darauf achten, ob dieser Weg als allgemeingültig für andere empfohlen wird. Dann müssen kritische und auch mal überzeichnete Fragen meinerseits erlaubt sein, ohne gleich beleidigt zu sein. Die Auseinandersetzung in der Sache bringt uns hier voran. Wir müssen ja am Ende nicht alle einer Meinung sein.
Mein Training gestalte ich so, dass ich in jedem Training einen Fokus auf ein bestimmtes Technikelement setze, welches ich in Wettkämpfen als Schwachpunkt identifiziert habe. Ergebnisse schieße ich im Training eigentlich nur bei FP und auch fast nur für das Stammschießen. Für Wettkampfsimulationen nutze ich Pokalschießen (ja richtig gelesen, Pokalschießen sind Teil meines Trainings)
Ich zolle dieser Herangehensweise meinen Respekt. Das ist ja viel mehr als die meisten Schützen schaffen. Wie aus meinen vorhergehenden Ausführungen hoffentlich deutlich geworden ist, glaube ich aber, dass da noch Luft nach oben ist.