Beiträge von Zebo

    1. High Noon - 1084 Ringe

    Damit haben wir schon den zweiten Monat in Folge gewonnen. :D Schön, nach zwei ein wenig enttäuschenden Real-life-Wettkämpfen in den letzten Tagen baut mich das wieder ein wenig auf! :) Da sage noch einer, der Schießsport sei kein Mannschaftssport. 8)

    Dieselben Probleme, die Dan More oben angesprochen hat, behindern auch hier die Jugendarbeit.

    Aus meiner Sicht sind zwei Punkte besonders gravierend.
    Erstens wird es immer schwerer, Kinder und Jugendliche überhaupt anzusprechen, also einen Erstkontakt zum Schießsport herzustellen. Viele wissen gar nicht, daß es diesen Sport gibt und daß sie ihn in ihrer Heimatstadt ausüben könnten. Es ist in den letzten Jahren - vor allem dank der Anti-Waffen-Propaganda in den Medien - nahezu unmöglich geworden, in irgendeiner Form in die Schulen zu gehen oder an schülerspezifischen Veranstaltungen teilzunehmen und dort für unseren Sport zu werben.
    Zweitens bestehen seitens der Eltern erhebliche Berührungsängste. Selbst wenn also ein Jugendlicher gerne schießen will, sind oftmals die Eltern das "Problem", da sie ihre (gem. § 27 WaffG notwendige) Zustimmung verweigern.

    Wir leben eben nicht in Bayern. :S

    Auch die geäußerte Zustimmung zur verschärften Bedürfnisüberprüfung und die damit verbundene enge Knüpfung an die aktive Sportausübung zeugt in meinen Augen nur von einer sehr kurzsichtigen, vielleicht aber auch nur jugendlichen Denkweise.

    Danke, damit hast Du einen Punkt angesprochen, der so vielen vielleicht noch gar nicht bewußt ist und der sich langfristig verheerend auf den Schießsport und die Schützenvereine auswirken wird. Warum?

    Erstens ist es kein Geheimnis, daß im Alter die Kräfte nachlassen und ein vormals aktiver Schütze nicht mehr so häufig oder vielleicht auch gar nicht mehr schießen kann. Seit der WaffG-Verschärfung 2009 droht ihm in diesem Fall der Entzug der WBK. Das ist eine deutliche Verschlechterung zur vorhergehenden Rechtslage, die Ulrich Eichstädt einmal sehr treffend gekennzeichnet hat: Bisher war es Konsens, daß die Behörde einem Weltmeister nicht sein vergoldetes Anschütz-Gewehr aus dem Schrank zieht.
    Das ist jetzt anders und könnte über die Jahre zu einem Absterben der Schützenvereine führen. Denn auch die alten Mitglieder sind Beitragszahler, deren Geld gebraucht wird, um die Aufwendungen des Vereins zu bestreiten (Schießstand usw.) und um z.B. die ermäßigten Mitgliedsbeiträge für Kinder und Jugendliche zu subventionieren. Doch warum sollten die älteren Herrschaften noch die z.T. ja dreistelligen Jahresbeiträge entrichten, wenn sie dafür keine "Gegenleistung" mehr bekommen, sprich: nicht mehr schießen dürfen, weil ihnen das Amt die WBK abgenommen hat? ?(
    Ein Rentner, der weniger als 1000 € Altersrente erhält, wird sich gut überlegen, ob er in so einer Situation noch 12 € pro Monat für den Schützenverein ausgeben kann und will, insbesondere, wenn man die Kränkung durch das Behördenhandeln berücksichtigt.

    Ergänzt man diesen Befund durch die Feststellung, daß dem DSB die Überalterung droht (hier im LSV sind 2/3 der Mitglieder älter als 45), dann kann man die dramatischen Folgen ahnen, welche die neue Regelung langfristig haben könnte. Uns gehen also nicht nur aktive Schützen, sondern auch Beitragszahler verloren. Und damit droht das Aussterben der Schützenvereine in ihrer bisherigen Form, in denen alle Altersgruppen ihren Platz hatten.

    Ähnliches gilt für "mittelaltrige" Schützen, die aus beruflichen oder privaten Gründen etwas kürzer treten müssen. Auch ihnen droht der Entzug der WBK. Und es glaubt doch wohl niemand ernsthaft, daß diese Leute, nachdem sie ihre teuren Waffen samt Zubehör abgeben mußten, Mitglied im Schützenverein bleiben (und Beiträge bezahlen) oder später noch einmal zum Schießsport zurückkehren werden.
    Auch hier darf der psychologische Effekt des Behördenhandelns nicht unterschätzt werden. Genau darauf kam und kommt es der Politik an: Das Schützenwesen soll langsam ausbluten.

    Einen Effekt dieses Ausblutens kann man bei Egun und an den schwarzen Brettern der Schützenhäuser beobachten: Die Preise für gebrauchte Sportwaffen sind im Keller. Mir ist dieser Tage ein sehr gut erhaltene TOZ-35 für einen Preis angeboten worden, den man auch für eine gebrauchte Vorkomprimierer-LP auf den Tisch legen müßte und der weit unter 500 € liegt.


    Abschließend noch ein Wort zum Thema Mitgliedsbeiträge. Wir hatten hier im Forum schon einmal festgestellt, daß sie in Ostdeutschland höher sind als im Süden. In meinem Verein werden z.B. 144 € pro Jahr erhoben, hinzu kommt die Aufnahmegebühr von 75 €. Dieser Tage hat sich im Nachbarforum Co2air.de ein Schütze gemeldet, der bereits Mitglied im DSB ist und nun an seinem Zweitwohnsitz im Land Brandenburg einen Verein sucht. Er klagte über z.T. horrende finanzielle Forderungen der dortigen DSB-Vereine. Deshalb will er sich jetzt nach einer SLG des BDMP umsehen:

    Wahnsinnsummen bei Schützenvereinen normal? - Allgemein - CO2air.de

    Ähm, um nicht falsch verstanden zu werden: Natürlich werden bei uns auch VM geschossen. Oft allerdings zeitgleich mit der KM. D.h. ein und dasselbe Ergebnis wird sowohl für die VM als auch für die KM gewertet. ;)


    Das bedeutet ja das dein Verein auch keinen einzigen Jugendlichen hat.

    Doch schon, zwei Schüler und zwei Jugendliche/Junioren (18/19 Jahre alt). Aber die beiden Schüler sind erst kurze Zeit dabei und die beiden älteren hatten aus unerfindlichen Gründen keine Zeit/Lust/was-auch-immer.
    Hinsichtlich jugendlichem Nachwuchs stehen wir übrigens im Kreis noch relativ gut da. Andere Vereine schaffen es dafür besser, ältere Interessenten (Ü20) anzusprechen.

    Abschließend noch ein paar Zahlen, um das oben geschriebene besser einordnen zu können. Im Kreis gibt es ein halbes Dutzend Vereine mit etwa 300 Mitgliedern. Davon sind jedoch nur wenige - leider! - bei der KM gestartet. Und das, obwohl es hier keine Vereinsmeisterschaften gibt, bei denen man sich vorher für die KM qualifizieren müßte. Traurig ... ;(

    Und genau hier greifen die Gesetzesänderungen rein. Sie erschweren die Ausübung des Schießsports als reinen Breitensport für Jedermann.

    Richtig, das ist die Crux, die von manchen Kollegen hier im Forum nicht erkannt wird.
    In China z.B. ist Normalbürgern selbst der Besitz von Airsoftwaffen mit einer Mündungsenergie von 1 Joule verboten. Gleichzeitig investiert der Staat seit Jahren viel in den Leistungsschießsport a la ISSF. Und diese Bemühungen sind, wie wir alle wissen, extrem erfolgreich.
    Für ein paar Dutzend deutscher Hochleistungsschützen wird sich wohl immer eine Möglichkeit finden, ihren Sport auszuüben. Zur Not macht man sie halt zu Sportsoldaten. Diese Personen genügen, um das politische Ziel der Olympiaerfolge für die eigene Nation zu erreichen. Doch der Rest, die sog. Breitensportler und "Hobbyschützen", die den größten Teil der Verbandsmitglieder ausmachen (und damit den Spaß auch finanzieren), der wird mit den Schimpfworten "Waffennarr" und "potentieller Amokläufer" belegt und droht, auf der Strecke zu bleiben. :thumbdown:

    Hallo! :)

    Wie traniert Ihr für die 20- und 10-Sekunden-Serien in der Disziplin Standardpistole? Und welche Schießtechnik verwendet Ihr? Vor allem: wie wird geatmet? ?(

    Habe sie am Samstag erstmalig geschossen und mußte feststellen, daß meine vorher zurechtgelegten Abläufe untauglich waren. In den meisten Lehrbüchern findet sich leider auch kaum etwas über diese nur wenig geschossene Disziplin.

    Dank vorab!

    @ Michael Kuhn:

    In der Sache bin ich, wie Du weißt, mit Dir weitgehend d'accord. Dennoch würde ich Dich herzlich bitten, verbal ein wenig abzurüsten. In den letzten Monaten muß ich von Dir immer häufiger sehr deftige und z.T. viel zu pauschale Beschimpfungen lesen. Kann man das nicht etwas höflicher und weniger aggressiv formulieren? ?( Deine derzeitige Schreibe wirkt leider auf viele abstoßend. :S


    @ Michael Beutel:

    Zitat

    Von manchen dieser Verbände wusste ich gar nicht, dass sie existieren.

    Na dann hattest Du ja heute ein Bildungserlebnis. Peinlich ... X(


    @ Dingo:

    Zitat

    Die Sondergenehmigung brauchte es schon früher auch und die Leistungen der Jugend sind heute bei uns besser als früher, auch in der Breite. Also auch kein Problem.

    Ähm, zwischenzeitlich war vom BMI eine Senkung der Altersgrenze geplant. Dieser Plan wurde jedoch nach einer massiven Medienkampagne vom damaligen Minister Schäuble wieder aufgegeben.
    Im übrigen macht uns diese Grenze massiv zu schaffen. Wir finden ohnehin kaum Nachwuchs und die wenigen, die kommen, haben kaum Lust, ewig mit einer Lichtpunktapparatur zu schießen.


    Zitat

    Und die Beschränkung beim Erwerb trifft nur die Waffennarren, wer sportlich schießt, darf weiterhin mehr einkaufen.


    Wer, bitte, ist ein "Waffennarr"? ?( Dieses Schimpfwort kannte ich bisher nur aus der uns wenig gesonnenen Presse.
    Im übrigen gibt es sehr wohl Waffenbehörden, die z.B. den Erwerb einer dritten Kurzwaffe trotz Wettkampfteilnahmen des Antragstellers verweigern oder zumindest sabotieren. Nicht zu vergessen, daß in manchen Ländern überhaupt keine "neue" gelbe WBK ausgestellt wird, d.h. die Waffenbehörden verweigern einfach die Anwendung des geltenden WaffG und geben nur grüne WBKs aus - mit allen Konsequenzen.


    Zitat

    Somit haben die Änderungen durch den Dialog uns nicht sonderlich weh getan!

    Sie haben uns bis dato schon wehgetan und werden es auch in Zukunft tun. Langsam werden die Daumenschrauben immer weiter angezogen, damit die Opfer - also Schützen, Jäger etc. - sich an den Schmerz gewöhnen können. Richtig ist, daß die Strategie des Dialoges mit einigen Politikern und Parteien funktionieren kann. Mit einer Partei aber mit Sicherheit nicht: den Grünen. Das haben sie selbst deutlich kommuniziert (auch durch ihre verleumderische Agitation), deshalb muß man auf die keine Rücksicht mehr nehmen.

    Am vergangenen Wochenende sind auch bei uns die Kreismeisterschaften in den KK-Disziplinen über die Bühne gegangen. Mein eigener Auftritt war zwar nicht besonders erfolgreich (Sportpistole: 416; Standardpistole: 398 ), aber ich trainiere ja erst seit Ende Februar mit der KK-Pistole. :whistling:


    Mich hat jedoch erstaunt, wie wenige Starter es gab und wie viele Disziplinen kaum oder gar nicht geschossen worden sind:

    Dreistellung (3x20 oder 3x40): 0 Starter
    Liegendkampf: 13
    KK-Gewehr aufgelegt (Senioren): 12

    OSP: 0 Starter
    FP: 1 (Senior!)
    SpoPi: 11
    Standardpistole: 6
    KK-Pistole beidhändig (Senioren): 8

    Das stimmt bedenklich ... :S


    Zum Schluß noch eine kleine Anekdote: Zwei Starter in der Schützenklasse - darunter meine Wenigkeit - bereiten sich auf die Disziplin Standardpistole vor. Mein Kollege mit einer Walther GSP, ich mit einer Hämmerli 280. Kurz vor dem Start kommt noch ein Senior herein und packt seine alte Margolin aus. Wir schießen erst Standard- und dann Sportpistole. Nach drei Vierteln des Wettkampfes, beim Umbauen für den SpoPi-Duellteil, können wir einen kurzen Blick auf die bisherigen Scheiben werfen. Dabei werden die beiden jungen Männer blaß. Der Kommentar unseres älteren Schützenbruders: "Ich weiß, wohin ich schießen muß. Deshalb brauche ich keine Pistole für 2000 Euro." :D

    Welche Landesschulungen? Welche Trainer? So etwas gibt es hierzulande faktisch nicht, oder wenn, dann nur einen Landestrainer für Jugendliche und Junioren. Ansonsten habe ich in den Vereinen bisher nur "Trainer" getroffen, deren (z.T. sehr ordentliche) Qualifikation noch zu DDR-Zeiten erworben wurde oder die beim Kreissportbund eine Ausbildung zum Übungsleiter o.ä. gemacht haben.
    (Leider sind dies nur Gewehrschützen, so daß ich nach wie vor als "betreuter Autodidakt" unterwegs bin.)
    Im übrigen scheint dieses ganze DSB-Ausbildungskonzept hier noch nicht einmal ansatzweise angekommen zu sein.

    :S

    Interessante frage. Im verlinkten Text ist ja nicht von uniformierten PVBs die Rede, obwohl der Gedanke natürlich naheliegt. Die Kreispolizeibehörden in NRW sind bekanntlich ein eigentümlich Ding. Sie sind zugleich Polizei- und Verwaltungsbehörde, wobei das Waffenwesen zum letztgenannten Feld zählt. Dafür darf auch nur auf die vom WaffG eingeräumten Befugnisse gebrauch gemacht werden. Ein ergänzender Rückgriff auf das Landespolizeigesetz sowie die Kräfte der Vollzugspolizei (Schupo, Kripo usw.) ist m.E. unzulässig.

    Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es - so wurde mir schon zweimal berichtet - in NRW so aus, daß sehr wohl uniformierte Cops ausgeschickt werden, um die Tresore zu prüfen. Und zwar schon vor der Neufassung des § 36 WaffG von 2009. (In beiden Fällen ging es um die Anmeldung von "gekorenen" LEP-Waffen, nachdem diese 2008 WBK-pflichtig geworden waren.) In einem der Fälle wurde die Tresorkontrolle zu einem richtigen Hausbesuch ausgedehnt, indem der Beamte dem Waffenbesitzer ein Gespräch im Wohnzimmer aufnötigte und dabei das Haus in Augenschein nahm. Begründung: "Ich muß Sie ja erstmal kennenlernen, sonst kann ich doch nicht über Sie berichten".

    D.h. man wird in NRW wohl damit rechnen müssen, daß zu den Aufbewahrungskontrollen auch uniformierte Kräfte auftauchen. :thumbdown:

    Herzlich Willkommen, Erik!

    Und viele Grüße an die zahlreichen Schützen aus Bad Sachsa, die sich hier tummeln. :)