Beiträge von Murmelchen

    Willkommen in der bunten Bundesrepublik. Manchmal habe ich schon den Eindruck, wir werden nur noch von beschränkten Opportunisten regiert.

    Im Forum WO wurde gerade berichtet, dass laut eines Presseberichtes in Leipzig sage und schreibe 17 Waffen abgegeben worden sind. Das Innenministerium des Landes wertet das als großen Erfolg und vertritt die Auffassung, dass damit wohl der größte Teil der illegalen Waffen im Land aus dem Verkehr gezogen wurde.

    So gaga kann man doch gar nicht sein, oder etwa doch?


    Eins weiß ich jedenfalls bestimmt, ich traue garantiert keiner Pressemeldung mehr, die auch nur im entferntesten irgendwas mit dem Waffenrecht zu tun hat.


    Mit verwirrtem Schützengruß

    Frank

    Hallo Wolperdinger,

    ich habe noch ein Anschütz LG 2001. Da kann man sehr schön sehen, dass sich bei Verwendung der Pfropfen an der Dichtung Fusseln absetzen. Die können dann sicher auch in die Zwischenkammer und in das Ventil kommen. Mein Hinweis auf die Fusseln ist aber auch nur eine Vermutung auf die Nichtempfehlung von Anschütz.

    Aber unser Thema war ja der Munitionstest. Und der macht schon Sinn, auch beim LG. Ab welchem Level, darüber kann man natürlich geteilter Meinung sein.

    Dein Versuch mit dem platten Diabolo ist natürlich auch kein Beweis. Eine statistische Aussage ist immer nur bei einer möglichst großen Probe möglich. Wenn man einmal würfelt, kann man auch keine Aussage über die Qualität des Würfels machen. Nach Tausend Würfen aber schon.

    Daher muss man auch bei Tests mit nur 5 oder 10 Schüssen etwas vorsichtig sein. Die Firma Eley überprüft die guten Serien auf ihrem Testschießstand mit 40 Schuss. Da hält wohl zur Zeit das FWB 2700 von Rajmond Debevec den Rekord mit 13,9mm umschlossen. So eine verlässliche Aussage sollte allen Liegendschützen zu Denken geben. Viel "Luft" für 600 Ringe ist da nämlich nicht mehr.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Wolperdinger,

    die Fusseln stellen für den Lauf sicher keine Probleme dar, für den empfindlichen Abzug oder das Ventil unter Umständen aber schon. Daher ist es auch sinnvoll, das (oft auf Ständen vorgeschriebene) Signalfähnchen beim Transport der Waffe zu entfernen und den Verschluss richtig zu verschließen. Manche Futterale bröseln nämlich auch ganz schön.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Vorab: Meine Ausführungen gelten sowohl für KK als auch LG. Nur sind die Differenzen bei KK in der Regel deutlich größer.

    Die Schussleistung ergibt sich immer im Zusammenspiel von Lauf und Munition. Jeder Lauf ist trotz industrieller Massenfertigung immer ein Einzelstück. Es gibt gute Läufe, die mit fast jeder Munition ein brauchbares Schussbild produzieren, es gibt mittelprächtige Läufe, bei denen man schon etwas suchen muss, um eine gute Munition zu finden und es gibt leider (auch frisch aus dem Laden) "Gurkenläufe", bei denen es sehr schwer ist, eine halbwegs gute Munition zu finden.

    Die Munition wird immer in Serien gefertigt. Bei jeder neuen Serie sind bedingt durch neue Werkzeuge, Material und Justage der Fertigungsanlage geringe Abweichungen möglich. Nur Geschosse bzw. Patronen einer Serie weisen bestimmte Eigenschaften auf, die dazu führen, dass sie in dem einen Lauf gut gehen, in einen anderen dafür nicht.

    Natürlich betreiben die Hersteller (hoffe ich jetzt mal) bei den teuren Marken mehr Aufwand hinsichtlich Qualitätskontrolle. Daher besteht bei den billigen Marken auch eher die Möglichkeit, dass da mal ein richtiger Ausreißer dabei ist. Aber grundsätzlich ist der Preis alleine aufgrund der oben genannten Gründe kein Garant für für eine gut schießende Munition. Man kann auch durch Tests eine gute Patrone bzw. Diabolos im mittleren Preissegment finden. Beim KK spielen ja auch noch andere Kriterien eine Rolle. Manche Patronen schießen sich eher weich, andere haben mehr "Bums". Es kommt also auch auf die Disziplin, die Bedingungen und die Vorlieben an.

    Zu den Auswirkungen der Streuung: Streuende Munition verschlechtert immer das Ergebnis. Die Aussage, dass der Schütze das ja durch sein eigenes Streuen wieder ausgleicht, ist schlicht falsch. Streuen ist ja ein statistischer Prozess. Man kann sich die Auswirkungen sehr leicht klar machen. Nehmen wir an, der Schütze zielt auf einen bestimmten Punkt der Scheibe. Wenn jetzt das Gewehr, die Munition streut, dann kann das Geschoss überall (in einem durch die Streuung festgelegten Abstand) um diesen Punkt einschlagen. Da aber unsere Scheiben aus konzentrischen Ringen bestehen, ist der Bereich mit einer niedrigen Ringzahl immer deutlich größer, als der Bereich mit einer höheren Ringzahl. Wer möchte, kann ja jetzt mal das genaue Verhältnis ausrechnen, aber ich tippe mal so grob auf 1 Viertel zu 3 Viertel. Durch streuende Munition ergibt sich also statistisch immer ein schlechteres Ergebnis.

    Das oben gesagte gilt immer, aber es stellt sich natürlich, wie hier schon angemerkt, die Frage, ob bei LG 355 Ringen statt der eventuell möglichen 360 Ringe schon ein Munitionstest nötig ist, oder aber erst ab 380 Ringen aufwärts.

    Allerdings gibt so ein Test einem Schützen ja auch immer Sicherheit, egal auf welchem Level er schießt. Aber er hat dann natürlich auch keine Ausrede mehr, oder eine weniger. Ich kenne jemanden, der packt seine getesteten Spitzenpatronen immer in eine CCI-Packung. Verwirrt dann immer schön die Konkurrenz.


    Zu dem Pfropfen: Die fusseln ganz schön. Kann mir vorstellen, dass Anschütz da auch Bedenken wegen der Mechanik hat.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Geronimo,

    ich war nicht dabei und kenne den Sachverhalt nur aus dem Forum. Aber das Ergebnis wurde laut den Informationen hier nicht regelkonform erbracht. Daher kann es meiner Meinung nach auch nicht gewertet werden. Unabhängig davon, ob der Schütze es "aus eigener Kraft" erzielt hat, oder ob er nachgeholfen hat. Für den betroffenen Schützen muss natürlich weiterhin die Unschuldsvermutung gelten, wie ich schon geschrieben habe.

    Das mit den Rechenfehlern trifft die Problematik ganz gut, denn schließlich wird so ein Fehler ja auch per Unterschrift legitimiert und müsste nach der genannten Logik dann immer gelten. Dass das Quatsch ist, wissen wir. Aber genauso wenig sinnvoll ist es, ein nicht regelkonformes Ergebnis zu legalisieren, nur weil es per Unterschrift erstmal so bestätigt wurde.

    Sicher ist aber auch, dass hier erstmal der Ausrichter "Mist" gemacht hat. Man hätte dem jungen Schützen natürlich gar nicht die Möglichkeit geben dürfen, den Wettkampf alleine und ohne Aufsicht zu schießen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Johann,

    mir ist der Passus mit den verbindlichen Unterschriften in den RWK-Richtlinien bekannt. Aber was ist denn höher zu bewerten, der eindeutige Regelverstoß, oder die wohl etwas leichtfertig ohne genaue Kenntnis der Sachlage gegebenen Unterschriften?

    Wie schon gesagt, mit den Unterschriften könnte man dann ja jedwede Manipulation legitimieren.

    Wie sieht es denn aus, wenn sich zwei Mannschaftsführer massiv verrechnen und das dann per Unterschrift bestätigen? Bleibt das so zustande gekommene Ergebnis dann auch gültig?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Ich verstehe nicht, warum sich die Handelnden hier so schwer tun. Ich kenne zwar jetzt nicht die RWK-Richtlinien des BSSB, glaube aber nicht, dass es danach regelkonform sein kann, einen Wettkampf allein ohne Aufsicht zu schießen, mal unabhängig von Waffenrecht. Da der Wettkampf nicht regelkonform geschossen wurde (allein ohne Aufsicht), kann dieser auch nicht anerkannt werden. Daran ändert sich meiner Meinung nach auch nichts, wenn die beiden Mannschaftsführer ohne genaue Kenntnis über die Sachlage das RWK-Protokoll unterschrieben haben. Durch den später bekanntgewordenen Sachverhalt werden die Unterschriften doch hinfällig. Sonst könnte man ja per Unterschrift alles legitimieren.

    Ich habe selbst schon mal so einen Fall gehabt, wo RWK-Ergenbnisse formal per Unterschrift anerkannt wurden, sich aber trotzdem hinterher herausstellte, dass ganz eindeutig gegen die Richtlinien verstoßen und massiv manipuliert wurde. Da wurden die Ergebnisse gar nicht erst geschossen, sondern gleich am Computer designet. So etwas kann dann doch nur wegen der Unterschriften keine Gültigkeit mehr haben.

    Etwas anders sieht es mit der Schuldfrage aus. Der betroffene Schütze sollte solange als unschuldig angesehen werden, solange seine Schuld nicht eindeutig bewiesen werden konnte. Das scheint wohl hier nicht mehr möglich zu sein. Der (geschulte) Blick des Landessportleiters und das unwahrscheinlich hohe Ergebnis reicht alleine nicht für eine Verurteilung aus.

    Irgendwie haben sich die Handelnden mit dem ganzen Tam-Tam keinen richtigen Gefallen getan. Mein ja nur.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank