Hallo kawiJS,
das Thema "Schulschießstände" hat hier in NRW hohe Wellen geschlagen. Es ging nicht nur um Gelsenkirchen und um einen Verein. Betroffen waren oder sind weit über hundert Stände, nach meinem Kenntnisstand ausschließlich für Druckluft, auch wenn der WDR-Bericht etwas anderes suggeriert. Diese Stände gibt es hier vielfach seit Jahrzehnten und nie hat es dort irgendwelche Vorfälle gegeben. Vielen der Lehrer und Rektoren an den Schulen war die Existenz dieser Stände gar nicht bekannt. Die wurden erst, genau wie unsere blonde Schulministerin, Frau Barbara Sommer (CDU), durch die Presse und ein paar ganz schlaue Grüne auf den Sachverhalt aufmerksam gemacht und zeigten sich danach natürlich sofort betroffen. Geholfen hat den Vereinen nur, dass die Schulen in der Regel im städtischen Besitz sind und die Städte damit auch Vertragspartner sind. Frau Sommer träumt nämlich weiterhin von gewaltfreien Schulen. Dabei sind wohl in der heutigen Zeit gerade die Schießstände die einzigen wirklich gewaltfreien Räume in den Schulen.
Ganz vom Eis ist das Thema aber hier immer noch nicht. In Hagen gibt es in einer Hauptschule einen Schießstand, der dort auch seit Jahrzehnten vom Kreis als Stützpunkt genutzt wird und auf dem sogar Bezirksmeisterschaften durchgeführt werden. Dort gibt es seit einiger Zeit einen neuen Rektor und der ist jetzt (wie könnte es anders sein) auch schwer betroffen. Da er rechtlich keine Handhabe gegen den Stand hat, greift er jetzt regelmäßig in die Trickkiste, um mit abstrusen Auflagen den Schützen den Stand zu vermiesen. Ich sehe generell das Problem, dass, jetzt wo das Thema aus den überregionalen Schlagzeilen raus ist, hier in machen Orten ein lokaler Kleinkrieg gegen die Stände geführt wird und die Vereine alleine noch mehr im Regen stehen.
Zu deinem Hinweis mit der geschulten Kraft für Öffentlichkeitsarbeit. Ich glaube, ganz so einfach ist es nicht. Das können viele Vereine auch gar nicht bewerkstelligen. Unser Verband hat auch eher geschwiegen, als hier mal deutliche Worte zu finden. Wie es ist, wenn man von der Presse vorgeführt wird, durfte doch sogar Dirk Eisenberg erleben, nachdem sein Interview geschnitten und aus dem Zusammenhang gerissen wurde.
Auch der WDR-Bericht ist manipulativ, auch wenn man den Eindruck einer neutralen Berichterstattung erwecken will. Es fängt schon mit den ersten Bild an. Was ist denn das für ein Stand, wo mit einem Repetierer auf eine Mannscheibe geschossen wird. Da wird von großen Waffenlagern gefaselt und dann kommen ein paar gut verschlossene Luftgewehre zu Vorschein. Ob es überhaupt in den Schulen Stände für Feuerstutzen und KK gibt, ist mir nicht bekannt. Aber wenn überhaupt, dann sind das die absoluten Ausnahmen. In der Regel sind das ausnahmslos Stände für Druckluft.
Der Sheriff ist auch "klasse". Dem, wie auch der Frau Sommer, scheint überhaupt nicht klar zu sein, dass sie hier von einer weltweit anerkannten, olympischen Sportart reden, die mit Gewalt ja nun überhaupt nichts zu tun hat. Die sind doch total im falschen Film und ich vermute, genau daher beziehen die auch ihre "Fachkenntnisse". Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man ja lachen.
Mit bestem Schützengruß
Frank