Hallo tiger69,
irgendwelche Optiken mit vergrößernder Wirkung sind laut Sportordnung des DSB erst ab der Altersklasse erlaubt, bei Wettkämpfen der ISSF überhaupt nicht. Warum das jetzt so ist und ob das auch immer sinnvoll und fair ist, da kann man natürlich wie so oft trefflich drüber streiten. Wenn jemand schlecht sieht, bekommt er ja keinen Vorteil mit diesen Optiken, sondern gleicht nur einen Nachteil aus. Aber wie schon gesagt, die Regel besteht erstmal so und man muss damit leben.
Die Aussage deiner Optikerin ist aber so nicht ganz richtig. Könnte aber möglicherweise an einer Verwechselung aufgrund der Fremdsprache liegen. Die Irisblende, also das Loch hinten am Diopter, legt die Tiefenschärfe fest, nicht die Optik. Mit einer verstellbaren Irisblende kann dieser Bereich etwas angepasst werden und so noch bis in den Bereich des Korns gelegt werden. Jeder sollte das Prinzip doch vom Fotoapparat her kennen. Wird abgeblendet, so vergrößert sich der Bereich der Schärfe. Bei offener Blende hat man hingegen nur noch einen schmalen scharfen Bereich. Wobei die im Handel erhältlichen verstellbaren Irisblenden mit den extremen Bereichen bis 3mm völlig unnötig sind, da ab 1,3 - 1,4mm kein sinnvoller Effekt mehr möglich ist. Es hat schon seinen Grund, warum die Standardblenden so um 1,1mm liegen. Hat mit der Pupillengröße zu tun.
Die Diopteroptik ist ein Linsensystem mit vergrößernder Wirkung. Durch den Dioptrienausgleich, den es so auch an Ferngläsern gibt, kann die eigene sphärische Fehlsichtigkeit ausgeglichen werden. Streng genommen kann immer nur auf eine Stelle scharf gestellt werden. Wir können so etwas zwar kompensieren, in dem wir hin und her schalten, aber durch die Vergrößerung fällt es auch mehr auf. Außerdem hat so eine Vergrößerung auch den Nachteil, dass eigene Schwankungen stärker wahrgenommen werden und der Schütze dann (unbewusst) wieder Spannungen aufbaut oder ruppiger auslöst.
Dass deine Schießbrille noch nicht ganz optimal angepasst ist, kann daran liegen, dass eine Schießbrille eigentlich immer im Anschlag und am besten auf die richtige Entfernung angepasst werden muss. Da können durchaus Abweichungen zur normalen Brille auftreten. Selbst die Kopfhaltung kann eine Rolle spielen, speziell bei Achsenfehlern (zylindrische Fehlsichtigkeit).
Ich würde generell empfehlen, für die Anpassung einer Schießbrille einen Optiker aufzusuchen, der sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat. Normalen Optikern fehlen oft die speziellen Kenntnisse, die nötig sind, um eine Schießbrille optimal anzupassen.
Auch das mit der Diopteroptik musst Du an besten mal in Ruhe auf einem Stand testen, obwohl Du ja noch ein paar Jahre bis zur Freigabe hast. 
Mit bestem Schützengruß
Frank