Beiträge von Murmelchen

    Über den ominösen Schießriemen von Sergej Martinov gab es schon etliche Spekulationen. Aber nur weil der aus Stoff zu sein scheint, heißt noch lange nicht, dass der auch nachgibt. Aber den Martinov sollte eh man besser nicht zum allgemeinen Maßstab nehmen. Dass der mit seinem Anschlag und seiner Ausrüstung so hervorragend schießt, heißt noch lange nicht, dass auch andere so treffen würden.

    Ach ja, er schießt wohl auch die russische Wundermurmel Olymp R. Wundermurmel deshalb, weil diese Patrone schon von Fachleuten nach allen Regeln der Kunst vermessen und gewogen wurde. Dabei stellte sich heraus, dass die Patrone in Bezug auf Maßhaltigkeit und Toleranzen der westlichen Eley Tenex unterlegen war, diese aber trotzdem regelmäßig in der Präzision und den Streukreisen übertraf. Also so eine Art russische Wundertechnologie.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Musste gerade erstmal nachschauen, wo denn dieses Mengshausen überhaupt liegt. Nun gut, da es in Hessen liegt, ist es ja für mich jetzt direkt keine totale Bildungslücke.

    Dass der mehrfache Deutsche Meister und ein Urgestein der Bundesliga, der BSV Buer-Bülse, jetzt abgestiegen ist, ist natürlich sehr schade.

    Aber mit der SG Mengshausen ist jetzt eine Mannschaft aufgestiegen, in der mit Manuela Schmermund in der kommenden Saison die erste Rolli-Schützin in der Bundesliga starten wird.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Diese tragische Tat eignet sich nicht wirklich für eine erneute Kampagne. Die Tat wurde von einer Frau begangen (passt nicht zum Klischee) und war, aus welchen Gründen auch immer, ganz klar eine Beziehungstat. Der ach so beliebte Begriff mit A am Anfang und o fast am Ende kann hier auch nicht wirklich angewendet werden, ohne sich zu entlarven. Gut, hält jetzt nicht alle ab, aber trotzdem, es war nicht spektakulär genug. Selbst der schwache Versuch mit dem Hinweis auf den Schützenverein zieht hier nicht wirklich, werden doch die meisten dieser Taten mit ganz gewöhnlichen Tatmitteln wie Küchenmessern begangen.


    Die Sache mit dem Sprengstoffsammler zeigt auch wieder ganz deutlich, das der regelmäßige penetrante Ruf nach Gesetzesverschärfungen absurd ist, da man Sprengstoff noch nie auf WBK einkaufen konnte. Unser auch jetzt schon extrem restriktives und teilweise hohles Gesetz hat diesen Menschen eben nicht davon abgehalten, ein großes Lager und Arsenal anzulegen.

    Das hält aber Politiker wie den Rheinland-Pfalz Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) nicht von solchen Aussagen ab: «Es war richtig, dass wir nach dem Amoklauf von Winnenden das Waffenrecht verschärft und die Überprüfung der Besitzer intensiviert haben».

    Wie will man denn überhaupt Personen, die nie die eine waffenrechtliche Erlaubnis beantragt haben und ihrer höchst fragwürdigen Sammelleidenschaft still und heimlich nachgehen, regelmäßig überprüfen. Weil es in unserer Gesellschaft auch kriminelle Elemente gibt, will man mal wieder die Kontrollen bei den legalen gesetzestreuen Bürgern verschärfen. Ja ne, is klar. :pinch:

    Ja klar, jeder der eine Match-Büchse besitzt, will natürlich auch immer was "Kleines" für den Hosenbund und dass so einer dann auch noch Sprengstoff hortet, liegt doch auf der Hand, oder etwa doch nicht.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Dieter,

    viele Wege führen nach Rom, ich fasse das auch nicht als Kritik auf ...

    Das sollte auch wirklich keine Kritik sein, im Gegenteil. Ich wolle mit meinem wohl etwas verunglückten Einstieg nur vermeiden, zu sehr als so eine Art Besserwisser rüberzukommen. Das ist halt manchmal das Problem, wen man sich nur schriftlich austauscht, ohne sich persönlich zu kennen. Geplant war mein Beitrag auch eher als kleine Ergänzung zu deiner wirklich gelungenen Anleitung. Ich hoffe, das wurde von weiteren Lesern auch so gesehen.

    Übrigens die Elemente/Worte wie äußerer Anschlag, Nullpunkt usw. sind am Anfang tabu. Das Korn ist ein rundes Ding und hinten ist ein Loch zum Durchgucken (achte darauf das deine Visierlinie mit Diopter und Korn mit dem Nullpunkt stimmen.... HÄHHH???)

    Das ist bei mir manchmal wirklich ein kleines Problem. Wenn ich nicht aufpasse, sage ich zu dem Loch auch schon mal Bohrung und damit ernte ich dann wirklich oft sehr seltsame Blicke.

    Die Diskussionen finde ich toll. Den ein oder anderen Tipp kann ich Super gebrauchen. Man lernt nie aus


    Es ist wirklich toll, dass man sich heutzutage so einfach und im Prinzip sogar weltweit mit guten und engagierten Leuten über die gemeinsame Sportart austauschen kann. Ich habe auf die Art wirklich noch viel dazugelernt, trotz auch schon fortgeschrittenen Alters und damit auch einiger Erfahrung.

    Zu meiner Jugendzeit gab es solche Möglichkeiten wie das Internet noch nicht und ich weiß daher, wie schwer es sein kann, an halbwegs vernünftige Informationen zu kommen. Ich stand damals als Schüler bzw. Jugendlicher, wie wohl auch viele andere, ziemlich ahnungslos da und habe sicher viele Jahre trotz Talent in meinem Dorfverein sozusagen vertrödelt, weil ich ich einfach nicht wusste, dass es da draußen eine viel größere Schießsportwelt gab. Weil ich genau weiß, wie schwer und ungünstig es ist, wenn man sich alles mühsam selbst erarbeiten muss und dann auch noch den totalen Blödsinn, den man oft gesagt bekommt, erstmal verarbeiten muss, möchte ich heute, soweit möglich, ab und zu mal ein bisschen Hilfestellung geben.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Da ich es schon regelmäßig gleich mit der ersten Serie (böses Wort), sollte man auch in dieser Hinsicht mal Überlegungen anstellen. Mein ja nur.

    Wie wäre es denn generell mit virtuellem Schießen? Ich stelle mir jetzt vor, ich schieße jetzt eine saubere Zehn. Hey, klappt gut. Treffer!


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Freunde,

    da die Firma Armatix und ihre Aktivitäten auch hier im Forum schon mehrmals ein Thema war, möchte ich euch die folgenden Artikel nicht vorenthalten. Die Kooperation dieser Firma mit dem Sportwaffenhersteller Anschütz dürfte ja mittlerweile vielen hier bekannt sein und auch in auffälliger Nähe zum DSB soll die Firma schon gesichtet worden sein.

    Tagesanzeiger CH

    Handelszeitung Schweiz


    Völlig unverständlich ist mir, wieso die Schweizer hier so ablehnend reagieren können, geht es doch wie immer nur um die Verbesserung der Sicherheit und mit ein bisschen gutem Willen kann man da sicher auch noch etwas für die Umwelt tun.


    Liebe Kinder, es stimmt einfach nicht, dass Zitronenfalter Zitronen falten.


    Mit wie immer bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo sobigrufti,

    Du beschreibst da ein wirklich gutes Konzept, auch wenn einige Elemente jetzt nicht wirklich neu sind, zumindest nicht für mich. 8) Ok ok, ich weiß. ;)

    Eine Anmerkung sei mir aber noch gegönnt: Ich lege viel Wert darauf, dass die Anfänger auch möglichst schnell wirklich verstehen, was unter diesem ominösen Begriff Anschlag denn wirklich gemeint ist, nämlich das Schütze und Gewehr eine Einheit bilden. Dabei ist oft die zu schnelle präzise Ausrichtung auf ein zu kleines Ziel, wie Du schon ganz richtig beschreibst, sehr hinderlich.

    Wie läuft das denn sonst so oft ab in der Praxis? Der Trainer hat dem Anfänger ein paar wichtige Elemente des äußeren Anschlags erklärt und gezeigt und dieser setzt das jetzt auch schon ganz leidlich in die Tat um. Dabei ist aber die Wiederholgenauigkeit bei weitem noch nicht ausgeprägt und der Schütze, auch wenn er das mit der Ausrichtung auf das Ziel schon halbwegs verstanden hat, landet mit seiner Nullstellung regelmäßig immer wieder mehr oder weniger neben dem Ziel. Selbst wenn er jetzt noch mal neu aufbaut, landet er möglicherweise wieder woanders neben dem Ziel. Die Konsequenz ist hier naheliegnd. Der Schütze gibt seinen Anschlag ein Stück weit auf und versucht, das Gewehr ins Ziel zu drücken, mit allen daraus resultierenden Nachteilen. Wenn sich dieser Vorgang erst mal verfestigt hat - und es gibt Schützen, die schießen so ihr Leben lang - wird es sehr schwer, das später noch einmal wieder gradezubiegen. Ich lasse daher sehr gerne die Anfänger auch mal auf eine Tapete oder ein weißes Stück Vorhang schießen, auch wenn das auf manchen Ständen wegen der Löcher nicht immer so gerne gesehen wird. Noch idealer wäre eine helle Gummimatte, wo zwar ich, aber der Schütze nicht die Löcher sieht. So kommen die meisten Anfänger sehr schnell zu einem guten Haltraum mit einem immer enger werdenden Streukreis. Erst wenn der Anschlag dadurch schon etwas gefestigt ist, kann man sich mit der Ausrichtung beschäftigen. Man muss dabei aber beachten, dass die Sache nicht zu eintönig wird. Aber das Grundprinzip Einheit aus Schütze und Gewehr darf man nie aus den Augen verlieren. Wenn der Anschlag erstmal so etwas gefestigt ist und auch eine gewisse Wiederholgenauigkeit erreicht wird, ist die saubere Ausrichtung auf das Ziel nicht mehr so schwierig und die Fortschritte steigen dann oft sehr schell.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Das Lichtpunktschießen hat seine Berechtigung in Bereich der Nachwuchsförderung bedingt durch die gesetzlichen Beschränkungen. Auch kann ein Einsatz dort sinnvoll sein, wo sonst aufgrund der Auflagen nicht geschossen werden kann und darf.

    Ein Aufweitung auf weitere Einsatzgebiete ist sehr gefährlich, da es dem Gesetzgeber eine Möglichkeit bieten kann, das Schießen mit zumindest Feuerwaffen weiter einzuschränken bzw. ganz zu verbieten. Daher betrachte ich auch so seltsame Entwicklungen wie beim Modernen Fünfkampf, aber auch Bestrebungen wie zuletzt beim Biathlon auf Schalke, mit Sorge. Die Kooperation von Anschütz mit Armatix gibt mir auch zu denken und wird nicht ohne Grund von vielen Schützen als äußerst kritisch angesehen.

    Es besteht immer noch ein himmelweiter Unterschied zwischen einer Schießsimulation und dem echten Schießen. Wer irgendwann bei einer Play Station landen will, soll das tun. Ich will das nicht.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Wie meinte doch jemand von der BDMP Fraktion, da gibt´s so Leute, die laufen von "Hindernis" zu Hindernis, stützen die Waffe ab, lassen die Magazine auf´n Boden knallen, etc, etc,etc... . Das hat doch nix mit schießen zu tun.


    Ich finde es schon mal sehr interessant, dass solche Äußerungen ausgerechnet von der BDMP-Fraktion kommen.

    Normalerweise sagt man doch diese Sichtweise immer uns DSBlern und Löchlestanzern nach.


    Die HW45 wird oft von solchen Schützen genommen, die gerne eine "richtige" Pistole hätten. Das Teil ist sicher nicht schlecht, aber eine richtige Match-Pistole ist es nicht. Das Training mit einer Lupi ist sicher immer sehr sinnvoll, da man sich hier sehr gut auf die saubere Technik konzentrieren kann und auch die eigenen Fehler viel besser erkennen kann. Aber das Training mit einer GK-Pistole oder Revolver kann die Lupi nicht wirklich ersetzen, weil der Rückstoß, der Abzug und auch die Haltetechnik doch unterschiedlich sind. Es ist aber aus meiner Sicht eine gute Ergänzung.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Ach ja, Trockentraining geht normalerweise ganz ohne Murmel und Knall. Man kann aber auch Lupi auf 10m schießen. Ist dann aber analog eher mehr Nasstraining. ;)

    Hallo sobigrufti und MichaelBeutel,

    es ist schön, solche Erfolgsgeschichten zu hören, zeigt es doch, dass gestandene Persönlichkeiten und engagierte Teams im Schießsport nach wie vor etwas bewegen können.

    Aber wir wissen auch alle, dass es oft nicht leicht ist. Nicht jeder, der mit Wissen und auch persönlichem Einsatzwillen ausgestattet ist, hat auch die Fähigkeit und das Händchen, oft sehr festgefahrene Strukturen in den Vereinen zu verändern. Da müsste man leider auch oft ganz dicke Bretter bohren und manchmal auch eine große "Geschmeidigkeit" mitbringen und trotzdem ist es oft nur ein Kampf gegen Windmühlen. Hier bei uns in Westfalen kommt noch stärker hinzu, das die meisten Schießsportabteilungen Anhängsel mehr oder weniger großer traditioneller Schützenvereine sind. Die Traditionellen interessieren sich aber normalerweise nicht wirklich für den Schießsport und die Vorstände dieser Vereine sind auch fast immer nur mit Traditionellen besetzt, was natürlich auch daran liegt, dass eben kaum Sportschützen bereit sind, sich in diese Strukturen einzubringen. Als Einzelkämpfer steht man da ganz schnell auf verlorenem Posten und ein Team zu finden war und ist immer schwierig. Heutzutage möglicherweise noch schwieriger als früher.

    Das oben Gesagte führt leider auch dazu, dass zu den Schützentagen eben auch oft nur die Traditionellen gehen und dann auch über Sachen abstimmen, von denen sie im Prinzip überhaupt keine Ahnung haben. Oft lässt sich dann auch noch der eine oder andere Schützenbruder in ein schönes und vermeintlich repräsentatives Amt wählen, obwohl er als Traditioneller überhaupt keinen richtigen Zugang zum Schießsport hat und auch noch nie mal richtig an einer Feuerlinie gestanden hat. So festigen sich dann die Strukturen, die wir oft beklagen.

    Ja, wir müssten uns alle einbringen. Doch das ist genau unser Problem. Die meisten von uns wollen doch entweder selbst noch schießen, oder sich aber, wenn überhaupt, als Betreuer oder Trainer einbringen. Im ungünstigsten Fall geht selbst das nicht, weil da noch ein Achtzigjähriger sitzt und alles blockiert. Der kriegt dann zwar kaum noch etwas geregelt, klebt aber an seinem Job und wehtun will dem ja auch niemand. Hinzu kommt ja noch, er ist doch ein verdienter Schützenbruder. Aber auf den wichtigen Kampf gegen die vermeintlichen Windmühlen hat keiner wirklich Bock. So bleiben leider die Strukturen, wie sie sind.

    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Freunde,

    bei aller Wertschätzung, eure Sichtweise ist hier falsch bzw. greift zu kurz. Das mag aber auch damit zu tun haben, dass es, wie dingo schon anmerkte, diese Entwicklung bei euch noch nicht so gibt. Insbesondere der Vergleich Golf zu Minigolf ist unpassend, da Auflage und Freihand sehr wohl in einem Verein und auf dem selben Stand geschossen werden können und da dann auch eine Beeinflussung stattfindet. Der Vergleich findet da dann ganz automatisch statt. Wie schon gesagt, warum soll man sich mit dem vermeintlich so schwierigen Freihand beschäftigen, wenn es doch auch so "einfach" geht. Diese Denke kann man nicht so einfach weg diskutieren und sie scheint heutzutage viel verbreiteter als noch in früheren Zeiten. Die Berührungspunkte zwischen Golfern und Minigolfern sind dagegen normalerweise eher gering.

    Die Entwicklung ist da und sie hat auch schon Fakten geschaffen, wenn auch bisher in den einzelnen Landesverbänden höchst unterschiedlich. Daher ist es auch legitim und auch wichtig, dass sich dazu Gedanken gemacht werden. Tut man das nämlich nicht, kann es sehr gut sein, dass der klassische Schießsport hier über kurz oder lang ein echtes Problem bekommt.

    Ich bin in dieser Frage, wie man ja auch schon meinen letzten Schreiben entnehmen konnte, noch zu keiner richtigen Antwort gekommen. Als "klassischer" Schütze könnte ich ja jetzt leicht sagen: Stopp, Handbremse ziehen. Aber ganz so einfach ist es nicht. Da stellen sich Fragen. Würde auch noch die gleiche Anzahl der Schützen überhaupt Schießsport betreiben, wenn es das Angebot (auch Richtung jüngere Klassen) nicht geben würde? Hinzu kommt ja auch noch die schon angesprochene fehlende Ausbildung in mittlerweile nicht wenigen Vereinen. Wenn aber heutzutage die Schützen nur noch Auflage schießen wollen, was passiert mit den klassischen Disziplinen? Wo bekommen wir den Nachwuchs dann her und wer bildet den dann aus?

    Damit ich hier nicht falsch verstanden werde, das Auflageschießen verbreitert erstmal unser Angebot und stellt möglicherweise auch für Menschen ein Angebot dar, die sonst nicht zum Schießen kommen würden. Das man sich auch in diesen Disziplinen den Erfolg normalerweise je nach Talent mehr oder weniger hart erarbeiten muss, merken die dann auch schnell. Es bleibt aber das Problem, das gerade jüngere Schützen sofort in diese Richtung gehen und damit dem klassischen Schießsport verloren gehen.

    Vor fünf Jahren gab es im DSB noch keine Auflage-Diszplinen. Heute haben wir schon eine DM. Viele feiern dieses als eine tolle Erfolgsgeschichte. Kann sein, aber möglicherweise müssen wir für diesen Erfolg noch einen hohen Preis bezahlen.


    Mit bestem Schützengruß

    Kassandra äh Frank

    Sicher. Und wenn Du ernsthaft einsteigen willst, solltest Du auch nicht am falschen Ende sparen.

    Aber wie schon gesagt, man kann auch mit den Holzschäften noch gut klarkommen und die dann bei Bedarf nach und nach etwas optimieren.


    Mit bestem Schützengruß

    Hallo Seba,

    Darf ja noch keins besitzen.


    Die zuständige Behörde kann auch Ausnahmen von den Alterserfordernissen zulassen. Siehe § 3 (3). Da müssen dann aber schon ganz handfeste Gründe vorliegen, z. Bsp. Kaderschütze. Bei Dir lohnt sich der ganze Aufwand wohl eh nicht mehr. Dein Verein könnte auch das Gewehr erstmal auf die Vereins-WBK nehmen.


    Ich würde Dir auch eine Match 54 oder eine 1X07 empfehlen. Die XX13 haben den schwereren Lauf, welcher aber auch nicht unbedingt immer besser schießt, sind aber seltener und daher oft auch teurer und führen gerade bei Standardschäften oft zur Kopflastigkeit.

    Von 1X03 oder Match 64 würde ich eher abraten. Wenn Du Dir mal die Schlösser von Match 64 im Vergleich zu Match 54 anschaust, weißt Du auch warum. Allerdings kann auch man mit einer 1903 590 Ringe schießen. Schon selbst erlebt.

    Die modernen Alu-Schäfte und auch die Super Match Holzschäfte bieten Dir zwar viele Einstellmöglichkeiten, können aber auch dazu führen, dass man als Einsteiger erstmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Außerdem werden Gewehre mit solchen Schäften normalerweise deutlich teurer gehandelt, als welche mit Standardschäften.

    Insbesondere die letzten Gewehre der ursprünglichen Match 54 Reihe, schon mit dem neuen Schloss und dem neuen Abzug und den Seriennummern mit X am Ende, sind, wie schon gesagt, sehr empfehlenswert. Hauptnachteil ist die fehlende Verstellmöglichkeit der Backe. Aber wenn man mit seiner Anatomie nicht zu stark vom Durchschnitt abweicht, kann man auch damit gut klar kommen. Auch kann man die Backe bei Bedarf mit entsprechenden Materialien aufdicken oder aber sogar bei entsprechendem Geschick eine verstellbare Backe basteln. Von Anschütz gab es dafür sogar mal einen Bausatz. Die Schaftlänge kann man immer durch Klötzchen (oder seltener Säge) justieren und auch ein Klötzchen unter dem Schaft (Vorderschaftverstärkung) kann den Anschlag möglicherweise verbessern.

    Achte aber darauf, dass Du kein total ausgelutschtes Vereinsgewehr bekommt. Ideal ist hier normalerweise immer ein Gewehr aus erster Hand von einem (älteren) Hobbyschützen. Die kennen auch oft die aktuellen Preise nicht so gut. ;) Wenn Du die Möglichkeit zum Test hast, dann kannst Du auch mal einen VFG-Propfen durch den Lauf schieben. Hier sollte schon noch ein bisschen Widerstand spürbar sein und dieser sollte im Bereich des Patronenlagers und noch wichtiger im Bereich der Mündung deutlich wahrnehmbar ausgeprägter sein. Ist zwar jetzt keine hundertprozentige Garantie für eine gute Schussleistung, aber normalerweise doch ein wichtiges Indiz. Auch sollten die Züge noch scharf ausgeprägt sein, aber um das zuverlässig zu erkennen, braucht man schon ein etwas geübteres Auge.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Huch, hier war ja auch noch eine kleine Baustelle. Hätte ich jetzt beinah vergessen.

    Mit DSZ ist, wie dingo schon richtig angemerkt hat, die Deutsche Schützenzeitung, das Verbandsorgan des DSB, gemeint. Ist durchaus zu empfehlen und ich dachte jetzt auch, der Begriff DSZ wäre in Schützenkreisen etwas verbreiteter bekannt. Nur alleine der tolle Artikel in der aktuellen Ausgabe über den mittlerweile 97 jährigen ehemaligen Weltmeister und Unternehmer Walter Gehmann ist absolut lesenswert. Ich befürchte allerdings, mit seinem "fatalen" Hang, alle möglichen Dinge wie Nachbars Milchkanne oder Lehrers Dachrinne (Duschvorhang) zu löchern, hätte er in unserer heutigen Zeit eher als Krimineller geendet, denn als ein erfolgreicher Unternehmer. Wichtig waren wohl auch die 50m von seiner Terrasse aus. :thumbup: Ich weiß, ich weiß, auch ganz böse. Liebe Kinder ...


    Zur Frage nach Informationen: Maßgeblich ist erstmal das Waffengesetz. Das findest Du auch nebst Verordnung im Internet auf der Seite des Bundesjustizministeriums. Einfach mal WaffG in eine Suchmaschine eingeben.

    Dann gibt es die Dir sicher bekannten Büchlein zur Waffensachkunde von z. Bsp. Karl Heinz Martini oder von Rolf Hennig.

    Eine weitere Informationsquelle ist der sogenannte Steindorf/Papsthart, eine kommentierte Aufbereitung des Waffengesetzes in Form der bekannten Beck-Texte. Gibt es als dicken, teuren Wälzer und auch als Taschenbuch. Letztes ist aber wohl auch schon wieder veraltet. Da kann man mal sehen, wie schnell das bei uns so geht mit den Gesetzen.


    dingo

    Die Sache mit dem Alkohol lassen wir jetzt mal außen vor. Aber ob jemand auch gleich unzuverlässig im Umgang mit seinen Schusswaffen wird, wenn er z. Bsp. bei der Steuererklärung kreativ ist oder unberechtigterweise mit Omas Ausweis auf einem Behindertenparkplatz parkt, wage ich zu bezweifeln. Keine Frage, wer straffällig wird, soll auch dafür bestraft werden. Aber durch den Passus mit der Zuverlässigkeit werden Waffenbesitzer jetzt eigentlich doppelt bestraft, während andere Bürger nur ihre normale Strafe erhalten. Das ist nicht nur nach unserem Rechtsverständnis und unseren Rechtsgrundsätzen zumindest etwas fragwürdig.

    Deine Wortwahl im Zusammenhang mit dem Alkohol war übrings sehr interessant. Das WaffG unterscheidet nach Eignung und Zuverlässigkeit und hier nochmal nach Regelzuverlässigkeit und "absoluter" Zuverlässigkeit. Ja, ich weiß, es ist nicht einfach. Aber da müssen wir durch.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Seba,

    in dem anderen Beitragsstrang sagtest Du ja schon, dass Du noch keine WBK besitzt und mit deinen 17 Jahren ja auch normalerweise noch nicht besitzen kannst. Warum bist Du denn da so auf die grüne WBK fixiert? Wenn es Dir um Einzellader und Repetierer geht, bist Du mit einer gelben WBK viel flexibler und unabhängiger.

    Zu deiner Frage: Frei nach Radio Eriwan: Im Prinzip schon. Dir wird als Sportschütze eine Art Regelbedürfnis auf eine bestimmte Anzahl von Schusswaffen zugebilligt. Ein Bedürfnis über dieses Grundkontingent musst Du explizit nachweisen. Siehe § 14 WaffG.

    Schusswaffen, die Du als Sportschütze auch auf WBK Gelb erwerben könntest, werden normalerweise auch ohne weiteren Bedürfnisnachweis auf Grün eingetragen, da Du ja mit Gelb eine unbefristete und unbegrenzte Erlaubnis für bestimmte Schusswaffen erhälst. Aber warum sollte man da Grün nehmen, wenn Gelb doch viel unkomplizierter geht und extra für diesen Zweck geschaffen wurde.


    Bedenken solltest Du aber auch noch, dass es bei den zuständigen Sachbearbeitern der entsprechenden Behörden auch einen großen Zoo gibt. Das Waffengesetz ist teilweise sehr kompliziert und selbst für Experten nicht immer ganz eindeutig. Außerdem fehlt seit 2003 immer noch eine entsprechende Verordnung für die Verwaltung. Daher kann es schon mal vorkommen, dass die Sachbearbeiter auch recht unterschiedlich entscheiden und manchmal sogar dem Antragsteller bestimmte Rechte aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zubilligen wollen. Aber wie schon gesagt, dass ist von Behörde zu Behörde und manchmal sogar von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich.


    Für weitere Infomationen zum Gesetz kannst Du Dir auch das WaffG und die dazugehörige Verordnung im Internet auf der Seite des Bundesjustizministeriums anschauen. Einfach mal WaffG in eine Suchmaschine eingeben. Aber Vorsicht, ist stellenweise etwas härtere Kost.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo dingo,

    so wie Du das beschreibst, war das vor zehn, fünfzehn Jahren bei uns in Westfalen und vermutlich weiter im Norden bei erzwo auch noch. Aber dann zog die Entwicklung erst ganz langsam, aber dann immer heftiger an. Möglicherweise wird das bei euch auch noch so laufen, nur mit etwas mehr Verzögerung. Die Auflage-Diziplinen sind bei uns hier mittlerweile bei den Meisterschaften regelmäßig die mit Abstand teilnehmerstärksten Klassen. Die Kyffhäuser haben schon seit ein paar Jahren das Auflageschießen für alle Klassen komplett freigegeben. Schau Dir da mal bei Gelegenheit die Ranglisten bis hin zum Bundesschießen an und vergleiche die aktuellen Ranglisten mal mit älteren. Da sieht man ganz deutlich, was zumindest bei den eher breitensportlich ausgerichteten Organisationen und Vereinen passiert, wenn man solche Freigaben zulässt.

    Dein Beispiel mit den 360 ist auch ganz interessant, aber hier werden auch schon auf Kreisebene regelmäßig Ergebnisse am Maximum geschossen und nicht nur von den Schützen der Altersklasse. Schau da auch mal in die Ranglisten von LM und DM. Damit keine Missverständnisse enstehen, die Auflageschützen bestreiten ihre Wettkämpfe mit 30 Schuss. Daher auch mein Beispiel mit den 290 Ringen zu 270 Ringen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Ach ja, wenn ich in meinen Beiträgen von Schützen rede, dann meine ich damit selbstverständlich immer Jungs und Mädels zugleich. Habe nur keinen Bock, immer den ganzen Sermon mit den Innen zu schreiben.

    Hallo dingo,

    die Bedürfnisbestätigung hat durch den Verband zu erfolgen, nicht mehr durch den Verein, zumindest bei den Vereinen, die einem anerkannten Schießsportverband angehören. Der Verein hat nur die regelmäßige Teilnahme zu bestätigen.

    Zuverlässigkeit und Eignung sind in § 5 und § 6 WaffG schon recht präzise umrissen, zumindest soweit man das generell im Rahmen solcher gesetzlichen Machwerke überhaupt machen kann.


    @Seba

    Sichere Verwahrung heißt seit 2003 spezifizierter Tresor, aber ich gehe jetzt mal davon aus, das ist Dir schon bekannt.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank