Beiträge von Murmelchen

    Das Thema "Schnellfeuer" kann man nicht wirklich verallgemeinern. Es gibt zwar schon ein paar stichhaltige Argumente, die für schnelles Schießen sprechen, aber Frau Pfeilschifter beweist auch mit schöner Regelmäßigkeit, dass man auch langsam sehr erfolgreich sein kann. Schnelles Schießen bringt jedenfalls gar nichts (oder kaum was), wenn man es nicht auch beherrscht.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Seba,

    für 100m trifft das in der Regel schon zu, aber auf 50m Stehend sind die Ergebnisse doch deutlich niedriger. Das liegt aber auch in erster Linie an den jeweils verwendeten Scheiben. Die 100m Scheibe lässt in Relation zur 50m Scheibe deutlich mehr Luft für eigene Fehler. Die 50m Scheibe ist auch anspruchsvoller als die LG-Scheibe. Wer auf 50m Stehend an einen Schnitt von 9,5 Ringen herankommt, kann schon locker mit den Großen dieser Sportart mitspielen. Vergleich das mal mit LG.

    Man kann aber schon sagen, dass das Schießen mit dem Kleinkaliber etwas anspruchsvoller ist. Auf der einen Seite entsteht ein deutlich wahrnehmbarer Impuls, anderseits ist die KK-Patrone recht langsam und es dauert, bis diese aus dem Lauf ist. Variationen der Kräfte, welche auf das Gewehr während der Schussabgabe einwirken, führen hier immer unweigerlich zu Treffpunktverlagerungen. Da sind die modernen, nahezu impulsfreien LGs doch deutlich gutmütiger.


    Wer einen gleichmäßigen Anschlag beim LG-Schießen praktiziert, hat auch mit dem KK weniger Probleme. Wer aber regelmäßig, ich sage es mal so, LG auf "Biegen und Brechen" schießt, kann damit zwar durchaus auch halbwegs erfolgreich sein, wird es aber mit dem KK eher schwer haben.


    Ich selbst war aber, obwohl ich nie ein wirklich guter Stehendschütze war, in Relation zu anderen Schützen mit dem KK regelmäßig ein bisschen besser als mit dem LG. Das soll jetzt aber kein Widerspruch zum oben genannten sein, es spielt wohl auch immer ein bisschen eine Rolle, was man mehr mag.


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    Frank

    So ganz daneben liegt aber shakin mit seiner Anmerkung jetzt auch nicht.

    Es ist schon so, dass einige LG-Schützen, die nur noch mit moderner Pressluft groß geworden sind, wenn sie auf KK oder Armbrust umsteigen oder erweitern, sich wundern, dass ihre Schüsse regelmäßig nicht da liegen, wo sie meinen, abgekommen zu sein. Die müssen sich dann erstmal eine etwas saubere Technik angewöhnen.


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    Frank

    Keppeler macht hauptsächlich Sportgewehre


    Vielleicht stehe ich ja jetzt gerade etwas auf dem Schlauch, aber so richtig erschließt sich mir der Sinn deiner Worte hier noch nicht.

    Beziehst Du dich etwa auf Sackys Ausdruck "Flinte"? Das ist doch nicht so schlimm. Meine Mami sagt auch zu allem, was eine bestimmte Länge überschreitet und Bumm macht, Flinte. :thumbup:


    Der Begriff Sportgewehr steht normalerweise für das Freigewehr nach DSB und ISSF mit Beschränkung auf 6,5kg (Mädchengewehr) und wird auch synonym für den Dreistellungskampf 3x20 nach Regel 1.40 verwendet, obwohl das so eigentlich nicht ganz richtig ist. Demgegenüber wird der Begriff auch als unscharfe allgemeine Abgrenzung zu den jagdlichen oder militärischen Gewehren verwendet. Auch in anderen Sportordnungen gibt es den Begriff Sportgewehr, teilweise aber mit abweichenden Definitionen.


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    Frank

    Für mich ganz klar English Match. Ich bin zwar auch Liegend kein Spitzenschütze, es ist aber meine einzige Disziplin, wo ich auch schon mal trainigsfaul sein kann, ohne gleich völlig einzubrechen.

    Dreistellung schieße ich auch noch ganz gerne. Aber noch schöner wäre die Disziplin allerdings für mich, wenn man da nicht zwischendurch auch noch aufstehen müsste. :D


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    Frank

    Hallo Stanzer,

    dass Du noch einmal in sachlicher Form Stellung bezogen hast, spricht durchaus für Dich. Von meiner Seite aus können wir es daher auch dabei belassen und wie ich den dingo einschätze, kann er das so wohl auch akzeptieren.

    Deine Darstellung vom Verlauf dieser Diskussion entspricht zwar immer noch nicht so ganz den realen Gegebenheiten, aber was wer wie und in welcher Reihenfolge jetzt genau gesagt hat, kann ja jeder hier nachlesen und sich dadurch ein eigenes Bild machen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Freunde,

    dieses schöne Foto zum hier auch schon öfter angesprochenen Thema aktuelle Schießstandmode möchte ich euch nicht vorenthalten. Wenn ich mal groß bin, will ich jedenfalls auch so eine Buxe.

    Die Kiwis scheinen in dieser Hinsicht ja eh etwas schmerzfreier zu sein. Vielleicht denken die ja auch, da unten am "Popo" der Welt kriegt das ja sonst eh keiner mit.


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    Frank

    Hallo Stanzer,

    ohne Dir zu nahe treten zu wollen, muss ich leider feststellen, dass Dein Fachwissen sehr oberflächlich ist, bzw. Du Dich mit halbwissen über Sachen auslässt von denen Du keine Ahnung hast.


    dieses Forum dient, zumindest aus meiner Sichtweise, in erster Linie dem lockeren Erfahrungsaustausch im Zusammenhang mit den vielfältigen Aspekten des Schießsports. Hier soll und darf sich jeder einbringen und weder Fragen noch Antworten müssen hier den Ansprüchen einer Dissertation genügen. Auch hat hier niemand einen Anspruch auf eine Antwort. Diejenigen, die hier regelmäßig auf Fragen antworten, und zu denen gehört sicher auch dingo, machen das freiwillig in ihrer Freizeit und möchten damit, zumindest sehe ich es so, andere an ihren gemachten Erfahrungen und ihrem gesammelten Wissen teilhaben lassen. Übertriebene Selbstdarstellung kann ich hier in diesem Forum eigentlich nicht erkennen, vielfältige Kompetenz aber schon.

    Das Thema Kaufempfehlung ist sicher, wie viele andere hier im Forum diskutierte Themen auch, ein Bereich, wo zwangsläufig auch Meinungen und unterschiedliche Sichtweisen vertreten werden und es nicht nur um Wissen geht. Unterschiedliche Meinungen können auch nebeneinander stehen, ohne das der eine oder andere jetzt mehr Recht hat. Aber selbst bei nicht ganz korrekten Aussagen im Bereich der Technik oder Wissenschaft kann man auch korrigieren, ohne gleich zu kritisieren bzw. zu diffamieren. Daher bringst Du hier eine meiner Meinung nach völlig unnötige Schärfe in die Diskussion.

    Solltest Du jetzt weiter auf deiner Schiene Pressluft - Schussauslösezeit beharren, dann beachte, dass Du diese These aufgestellt hast. Ich habe, wie man ja unschwer in dem obigen Beitrag nachlesen kann, gesagt, dass bei den modernen Gewehren gegenüber der Generation der Gewehre mit vorkomprimierter Luft die Schussauslösezeit weiter verkürzt wurde, aber nicht, wodurch.

    Du kamst dann mit der Behauptung, ich hätte geschrieben, die Schussauslösezeit sei durch den Pressluftantieb verkürzt worden und sahst Dich daher genötigt, mich zu korrigieren. Nun, wie nennt man das, einen missglückten Versuch in Richtung Schopenhauers "Eristischer Dialektik". Man beachte, dieses Werk wird schon seit vielen Generationen völlig falsch verstanden. Es ist keine Anleitung, sondern ein Werk, das zeigen soll, wie man es eben gerade nicht machen soll.

    Ich habe dingo hier im Forum, ohne ihn jetzt persönlich zu kennen, als einen hilfsbereiten und kompetenten jungen Mann (mit meinen 47 Jahren darf ich das wohl so schreiben) kennen gelernt, der mit seinen unzähligen fundierten Beiträgen hier sicher schon oft jemanden wirklich geholfen hat. Das heißt jetzt sicher nicht, dass wir immer die gleichen Sichtweisen teilen und manchmal liefern wir uns auch schon mal einen kleinen Disput. Aber ich hatte dabei bisher immer den Eindruck, dass es dingo immer um die Sache und Hilfestellung geht und nicht um Selbstdarstellung oder Rechthaberei.

    dingo gibt hier im Forum viel von sich preis. Damit wird er auch ein Stück weit angreifbar. Aber er steht auch mit seiner Person und seinem guten Ruf zu seinen Aussagen. Er verfolgt damit noch nicht einmal eigene Interessen, zumindest keine offensichtlichen.


    So, musste ich jetzt kurz loswerden, auch auf die Gefahr hin, das eigentliche Thema noch weiter zu verlassen.


    Stanzer, es ist begrüßenswert, wenn Du zukünftig dieses Forum mit deinem Fachwissen, deinen Erfahrungen und deinen Sichtweisen bereichern möchtest. Aber ich bin mir ziemlich sicher, Du kriegst das auch hin, ohne gleich andere hier zu diskreditieren oder ihnen ihre Kompetenz abzusprechen. Gute und fundierte Beiträge sprechen für sich alleine und werden sicher auch von den Lesern hier gebührend honoriert, ohne dass man zu solchen Mitteln greifen muss. Wenn Du allerdings eher auf der Suche nach Streitgesprächen bis hin zur persönlichen Beleidigung bist, dann bist Du hier möglicherweise falsch. Das Internet ist aber voll von Foren, wo so etwas üblich und an der Tagesordnung ist. Da kann sicher jeder sein bevorzugtes Plätzchen finden. Auch hier sind schon so einige "Experten" aufgeschlagen. Die haben sich aber bisher immer in ganz kurzer Zeit selbst diskreditiert.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Wir hatten auch schon mal den nicht ganz unbegründeten Verdacht, dass bei einer KK-Patrone aus dem eher hochpreisigen Segment einer namhaften Firma wohl zwei Fertigungsstraßen in einem Karton (natürlich mit nur einer Losnummer) gemündet sind. Auf Anfrage wurde das aber vehement bestritten.

    Wie muss ich mir das bei H&N vorstellen? Schwankt das Gewicht innerhalb einer Dose, oder steht "nur" manchmal ein anderes Gewicht auf der Dose, als enthalten, aber eben durchgängig mit von den Angaben abweichendem Gewicht? Letzteres ist zwar unschön, muss aber, wenn die Fertigungstoleranzen im gewohnten Rahmen bleiben, zumindest nach einer Testreihe keine negativen Auswirkungen haben, wie oben schon näher erläutert.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Stanzer,

    zu deinen Anmerkungen bezüglich der Preisgestaltung bei Anschütz: Die Firma Anschütz ist mir in letzter Zeit mit so einigen seltsamen Aktionen aufgefallen und hat dadurch auch schon etliche Sympathiepunkte verloren. Und das sage ich als langjähriger überzeugter Anschütz-Schütze.

    Zum Thema Schussauslösezeit: Ohne jetzt über aufwendige Messreihen zu verfügen, bin ich mir ziemlich sicher, dass die Schussauslösezeit bei den modernen LGs noch etwas verkürzt wurde. Jedenfalls kann ich in dieser Hinsicht schon vom Übergang 2001 zum 2002 Pressluft einen Unterschied wahrnehmen und ich glaube nicht, dass ich mir das nur einbilde. Man merkt das aber auch nur, wenn man eine Vergleichsmöglichkeit hat. Jedenfalls fällt es mir mit der 2002 Pressluft leichter, die Zehn zu "knipsen" und bei so Spielchen wie den Schuss "reinkicken" verhalten sich die Waffen auch unterschiedlich. Wobei ich hier aber anmerken muss, dass mir nur die beiden genannten LGs (neben dem ganz alten Zeug wie Diana 60 und FWB 150/300 - aus heutiger Sicht noch richtige "Dampfmaschinen") so vertraut sind, dass ich hier eine Aussage zu treffen wage.

    Wie Du ja schon selbst geschrieben hast, spielt nicht das Medium eine Rolle, sondern die beweglichen Massen im Bereich der Ventile usw. Ich bin mir ziemlich sicher, ohne jetzt detaillierte Einblicke in die Konstruktionen und Fertigung zu haben, dass in diesem Bereich in den letzten 20 Jahren Fortschritte gemacht wurden. Nur durch die besseren Schäfte und möglicherweise modernere Trainingsmethoden lassen sich die signifikanten Leistungssteigerungen im Bereich LG in den letzten 20 Jahren sonst nicht schlüssig erklären. Die Auslösezeit spielt aber bei der Schussabgabe eine nicht zu unterschätzende Rolle. Vergleiche mal die Ergebnisse LG mit denen der Armbrust. So eine Armbrust steht einem modernen LG in der Präzision sicher nicht nach, aber nur wer als Schütze sehr sauber halten kann, wird damit auf Dauer auch glücklich. Die Schwierigkeit liegt fast ausschließlich, wenn man den größeren Impuls mal weg lässt, in der Langsamkeit der Armbrust begründet.


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    Frank

    Hallo Freunde,

    ausgehend von den Vorüberlegungen von Miguel würde ich die LGs der Generation mit vorkomprimierter Luft nicht völlig abschreiben wollen. Diese Gewehre sind, was Qualität und Robustheit angeht, den heutigen Modellen sogar teilweise überlegen. Auch die Präzision steht diesen normalerweise nicht nach. Zudem ist man unabhängig von der Pressluft und braucht sich auch keine Gedanken über abgelaufene Kartuschen und deren mögliche Gefährlichkeit zu machen. Was sich geändert hat, ist einmal die Schussauslösezeit und durch die Aluschäfte auch die Einstellmöglichkeiten bezüglich Anpassung und Balance. Zudem ist das Spannen entfallen, was für manche Schützen auch immer ein kleines Problem darstellte. Dadurch sind auch die Leistungen auf breiter Front gestiegen.

    Aber auch mit den älteren LGs wurden Rekorde aufgestellt und olympische Medaillen errungen, und zwar auf einem Level, der auch heute noch für die meisten Schützen unerreichbar ist. Daher würde ich insbesondere vor dem Hintergrund, den Miguel beschreibt, diese Gewehre nicht kategorisch ausschließen wollen. Gerade für den Anschlag Stehend (bis zu einem gewissen Level) halte ich die LGs für gute Trainingsgeräte, da man seine Fehler so gut erkennen kann und durch die ältere Technik gezwungen wird, noch sauberer nachzuhalten. Hinzu kommt noch, dass man LGs nahezu überall schießen kann, während das bei KK oder GK nur auf einem entsprechenden Schießstand geht.

    Wenn wir jetzt mal die damaligen Nischenprodukte von Walther, Hämmerli und Diana außen vor lassen, dann kämen neben den schon erwähnten LGs von Feinwerkbau auch noch die Super Air Modelle 2001 und 2002 von Anschütz in Frage, wobei das Modell 2001 mit dem Schiebeverschluss etwas problematisch sein kann. Der Hauptunterschied zu den Modellen von FWB liegt nach meiner Auffassung bei den Schäften. Wem der Schaft von FWB nicht so zusagt, für den kann Anschütz eine Alternative sein.


    Zum Thema egun: Man sollte hier immer seinen gesunden Menschenverstand eingeschaltet lassen und die Angebote über einen längeren Zeitraum verfolgen. Manchmal fallen (nicht nur mir) da schon mal kleinere Ungereimtheiten auf und bei manchen Auktionen habe ich auch den Verdacht, dass dort künstlich gepuscht wird. Auf der anderen Seite ist die überwiegende Anzahl der Anbieter dort sicher redlich und manchmal kann man dort auch echte Schäppchen machen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Seba,

    wenn Du schon eine Anschütz 8002 schießt, bietet sich ja auch ein Anschütz Aluschaft für das KK an. Aber das ist natürlich auch immer eine Preisfrage. Standardschäfte bekommt man heutzutage gebraucht relativ preiswert angeboten, aber Aluschäfte und selbst die ältern Super Match Schäfte aus Holz werden normalerweise doch noch recht hoch gehandelt, wobei man auch sagen muss, dass zumindest die Holzschäfte ab Werk auch nicht jedermann passen. Da sieht man dann auch schon mal recht "kreative" Anpassungen mit Feile und Kitt. Ich nenne mal bei 1813 zwei Problemstellen. Der Vorderschaft ist vielen Schützen zu breit und zu kantig (Liegend und Kniend) und der Pistolengriff für manche Hände zu schmal und nicht immer optimal passend in Bezug auf die Position des Abzugsfingers. In dieser Hinsicht halte ich den 1907 Standardschaft sogar für gelungener.

    Natürlich bietet so ein moderner Aluschaft bessere und einfachere Möglichkeiten der Anpassung und letztendlich trifft ja auch der Schaft, aber es ist jetzt auch nicht so, dass man mit so einem Standardschaft überhaupt nicht mehr klar kommen kann. Wichtig ist auf jeden Fall eine verstellbare Schaftbacke. Den Rest wie Schaftkappe oder Vorderschaftverstärkung oder Handstütze kann man nachrüsten oder in Form eines Holzklötzchens auch selber basteln.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Die russische Spitzenschützin Ljubow Galkina schießt ohne Stativ. Sie stellt ihr Gewehr zwischen den Schüssen senkrecht auf einen Stuhl ab. Eine Technik, die wohl zumindest in Deutschland bei der einen oder anderen Aufsicht regelmäßig zu Schnappatmung und Herzkasper führen dürfte.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Ludwig,

    im Grunde ist es egal, ob waagerecht oder schräg geworfen (geschossen) wird. Ist im zweiten Fall nur etwas komplizierter zu berechnen. Bei Abweichungen von der Waagerechten hast Du zusätzlich zur waagerechten Geschwindigkeitskomponente eine senkrechte Geschwindigkeitskomponente. Das geht bis zum senkrechten Wurf, wo dann die waagerechte Komponente gleich Null wird. Die ballistische Kurve ist immer vorhanden, solange eine waagerechte Geschwindigkeitskomponente gegeben ist. Formal kann man sogar sagen, dass auch der senkrechte Wurf eine Sonderform der ballistischen Kurve darstellt. Bei der (normalen) Kurve handelt es sich wegen dem Luftwiderstand immer um eine mehr oder weniger "gedötschte" Parabel.

    Der Luftwiderstand ist bei diesen Betrachtungen sicher nicht zu vernachlässigen, spielt aber, wie deine Berechnungen zeigen, auf 10m bei Diabolos noch keine große Rolle. Ohne den Luftwiderstand ergäbe sich mit 45 Grad der ideale Abwurfwinkel für die maximale Reichweite. Bedingt durch den Luftwiderstand verringert sich dieser Winkel aber bis hin zu Werten so um 35 Grad. (Gilt wieder nur eingeschränkt für die Artillerie - Steilschuss in dünnere Luftschichten).

    Der Luftwiderstand findet bei ballistischen Berechnungen, siehe das oben erwähnte Programm, durch den ballistischen Koeffizienten Berücksichtigung. Berücksichtigt wird dabei neben dem Querschnitt des Geschosses auch der Luftwiderstandsbeiwert, kurz cw genannt. Es gibt mehrere Formeln für den BC.


    Ach ja, die Sache mit der dünneren Luft in Bayern ist aber auch zweischneidig. So bekommt das Hirn ja auch zwangsläufig weniger Sauerstoff. :P


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Rotierende Körper fliegen nicht weiter und die Flugbahn wird dadurch außer durch die von mir oben beschriebenen Querkräfte auch nicht verändert. Durch die Rotation (Drall) behält das Geschoss seine Flugbahn bei, es überschlägt sich nicht (oder nur noch selten) oder stellt sich quer zur Flugbahn. Bei Rundkugeln ist dieser Effekt weniger bzw. nicht ausgeprägt. Daher sind diese auch weniger präzise.

    Auf die Flugbahn wirken von außen die Gravitation und der Luftwiderstand. Dadurch wird die ballistische Kurve festgelegt. Ohne diese Kräfte würde ein Geschoss seine gerade Flugbahn und Geschwindigkeit beibehalten.

    Wenn wir jetzt von absoluter Präzision sprechen, siehe Streukreise, so spielen dafür mehrere Faktoren eine Rolle, angefangen von den Fertigungstoleranzen der Patronen bis hin zu Abweichungen bei den Läufen. Eine nicht sauber gefertigte oder beschädigte Mündung kann zum Beispiel dazu führen, dass sich das Geschoss beim Verlassen etwas quer zur Flugbahn anstellt und damit leichte Abweichungen auftreten.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo maenzer oder Rolf,

    ich glaube, so wird das nichts. Es gibt hier im Forum eine extra Rubrik für Verkaufsangebote.

    Für deine Match 54 wären sicher, wie dingo schon sagte, ein paar aussagekräftige Fotos ganz hilfreich, da man nur anhand der Seriennummer schlecht sagen kann, um welche Ausführung es sich handelt. Ideal wären Fotos, welche neben der Schäftung auch detailliert den Bereich Schloss und Abzug und den Übergang System zum Lauf zeigen. Auch Fotos von Zubehörteilen wie Visierung usw. sind immer hilfreich und erhöhen deine Verkaufschancen. Auch Angaben über den Zustand der Brünierung sind gern gesehen, da man das auf Fotos nie so genau sehen kann. Kleinere Macken im Holz sind dagegen (normalerweise) nicht ganz so tragisch.


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    Frank

    Hallo Ludwig,

    hier gibt es eine Seite, auf der unter anderem der Einfluss des Verkantens auf die Trefferlage untersucht wird. Zwar nur in Niederländisch und Englisch, aber wenn Dich diese Sprachbarriere nicht hindert, dann ist das möglicherweise etwas für Dich. Der Autor benutzt dort auch ein Computerprogramm namens PCB, um seine These zu untermauern. Ist zwar ein älteres DOS-Programm, läuft aber zumindest auch unter Win XP und ist für deine Untersuchung vielleicht ganz hilfreich.

    Jedenfalls wird dort auch der Höhenabfall eines Diabolos auf 10m berechnet und bei den folgenden Vorgaben RWS R10 0,53 Gramm, 170 m/s, 4,50 mm Kopfmaß und 0,011 für den ballistischen Koeffizienten ergibt sich dort ein Wert von 1,8 cm. Du liegst also mit deinen Berechnungen schon ganz gut.

    mw_x

    Durch die Rotation treten zwar Querkräfte auf, aber bei der Masse und Geschwindigkeit eines Diabolos sind diese eher klein und mehr oder weniger vernachlässigbar. Bei der Artillerie muss der Einfluss dieser Kräfte (Magnus-Effekt) aber durchaus berücksichtigt werden. Einen "Auftrieb", wobei Auftrieb hier nicht zwangsläufig Kraft nach oben bedeutet, kann ein ein Geschoss dann erhalten, wenn es den Lauf etwas schräg zur Flugbahn, also mit Anstellwinkel, verlässt. Auch das kann durch den Drall verursacht werden, ist aber für unseren Bereich auch eher vernachlässigbar. Aber deine Vermutung, dass ein Geschoss durch den Drall eine Kraft nach oben erhalten könnte, welche die Gravitation aufhebt, ist sicher nicht haltbar.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Die Balkenscheiben können aber auch noch etwas anders, als bisher beschrieben, eingesetzt werden. Am besten geht dass, wenn man statt der Scheiben besser gleich ein großes Stück alte Tapete nimmt und dieses mit einem Balken versieht. So kann sich der Schütze nicht mehr am äußeren Rahmen der Scheibe orientieren und so bewusst oder auch unbewusst den Schuss in die Mitte setzen. Der Schütze soll sich dabei jeweils auf die Aufgabe konzentrieren, den entweder waagerecht oder senkrecht angebrachten Balken mittig zu treffen. Da der Schütze dabei aber keine Orientierung bzw. keinen Anhaltepunkt mehr für die jeweils andere Ebene hat, zeigen sich sehr gut Nullpunktverschiebungen oder Nullpunktverlagerungen, nur eben für die Ebene, die vordergründig nicht das vermeintliche Trainingsziel ist.

    Ich versuche mal, den den Sachverhalt hier noch etwas zu verdeutlichen. Der Schütze, welcher den Balken schon leidlich trifft, erhält die Aufgabe, auf den senkrecht ausgerichteten Balken zu schießen. Der Schütze kann jetzt seine seitlichen Abweichungen vom Ziel, anhand des Balkens kontrollieren. Aber er hat keinen Anhaltspunkt mehr für die richtige Höhe. So ergeben sich mehre Möglichkeiten für die Trefferlage. Erstens, die Schüsse liegen alle in der Mitte. Dann ist der Schütze zumindest für die Scheibenhöhe auf diesem Stand perfekt ausgerichtet. Zweites, die Schüsse liegen zwar alle zusammen, aber entweder zu tief oder zu hoch. Dann muss der Anschlag bzw. die Einstellung des Gewehrs noch etwas an die Scheibenhöhe angepasst werden. Drittens, die Schüsse liegen zwar alle recht mittig auf dem Balken, aber in der Höhe gestreut. Dann fehlt es dem Schützen noch am gleichmäßigen Anschlagsaufbau bzw. er hat noch nicht das nötige Gefühl (Anschlagsgedächtnis) für einen gleichmäßigen Anschlag entwickelt.

    Das oben gesagte gilt natürlich auch analog für für die andere Ebene.

    Wenn man die Übung ganz optimal machen will, ist es vielleicht sogar noch sinnvoller, hinter der Tapete eine entsprechende schwarze Gummimatte zu kleben, damit der Schütze möglichst auch seine Einschusslöcher nicht mehr sieht und sich so auch nicht an diesen orientieren kann.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank