Sagt mal Sportfreunde,
kann es sein, das einige der Herrschaften hier wirklich etwas zu oft unter der heißen Sonne geschossen haben?
Das soll nämlich informierten Kreisen nach auch oft zu einem ziemlich weichen Keks führen.
Diese mit Verlaub extrem dümmlichen Attitüden, die hier zur Schau gestellt werden (von wem auch immer), wonach nur 'ganz harter' Sport auch echter Sport sei, sind ja sonst kaum erklärbar.
Und das sind dann oft auch noch die Gleichen, die andererseits selbst bei den fragwürdigsten Sicherheitsmaßnahmen wie diesen Stöpseln sofort hier schreien.
Wir reden hier, zumindest so habe ich den Anfrager verstanden, von extremen Temperaturen und nicht einfach nur von warmen Sommerwetter. Wir hatten an dem besagten Wochenende Rekordwerte und dazu auch noch ohne vorherige Gewöhnungsphase. Und wir reden hier auch von regionalen Meisterschaften, dessen Teilnehmer in der Mehrheit Breitensportler und oft auch Senioren sind. Und wir reden von Sportlern, deren mentale Anspannung oft schon allein reicht, um ins Schwitzen zu kommen. Wir reden von Sportlern, die in einer angespannten Position über lange Zeit komplizierteste Bewegungsabläufe steuern sollen, die dazu noch - auch wegen der Chancengleichheit und zum Schutz - feste und dicke, in der Regel die Körpertemperatur noch weiter erhöhende Schießbekleidung tragen. Und wir reden hier oft auch noch über geschlossene oder halboffene Stände, wo in Bezug auf Hitze ungünstige Bauweisen dazu führen können, dass die Temperaturen dort noch weiter ansteigen. Und wer schon mal beim Bund war, sollte auch wissen, dass gerade das mehr oder weniger angespannte Stehen über einen längeren Zeitraum viel eher zu teils massiven Kreislaufproblemen führen kann als ein zünftiger Marsch. Und wem das immer noch nicht reicht, der kann sich ja auch mal über Nagold schlau machen.
Schon alleine der Veranstalter steht vor diesem Hintergrund in der Pflicht, sich Gedanken zu machen, ob er es überhaupt verantworten kann, die Sportler unter solchen Bedingungen starten zu lassen. Und der kann sich dabei auch nicht so einfach nur mit dem Hinweis auf die Eingenverantwortlichkeit der Teilnehmer aus der Verantwortung stehlen. Insbesondere dann nicht, wenn das noch nicht einmal im Vorfeld auch schon so kommuniziert wurde und auf die Situation und die daraus resultierenden möglichen Probleme hingewiesen wurde.
Stellt euch einfach mal vor, da kippt wirklich mal ein Teilnehmer unter solchen Bedingungen für immer aus den Latschen, dann stellt sich der Veranstalter bzw. der Präsident hin und erklärt "Ja selbst schuld! Wer für unseren Sport nicht hart genug ist und das nicht aushält, der darf den Sport auch nicht betreiben. Das ist schließlich ein 'echter' Sport und das muss ein 'echter' Sportler auch aushalten können und überhaupt, nur was uns nicht umbringt, macht uns auch härter und nur die ganz Harten kommen bekanntlich auch nur in den Garten".
Auf das Presseecho wäre ich dann aber wirklich mal gespannt!
Mit bestem Schützengruß
Frank - und für die ganz Schlauen hier, hat auch schon bei -7 Grad 3x40 geschossen, fand das aber auch damals schon nicht besonders geistreich