Posts by frank17

    Quote

    wenn man dann den rechen Arm fallen lässt kantet das Gewehr nach rechts ab.


    Exakt, diese Beobachtung mache ich genau so. Der Effekt wird umso intensiver, je weiter das untere Ende der Schaftkappe heraus steht. Auf dieses Ende wirkt die Muskulatur des herab hängenden Arms wie ein Hebel. Mir hat es sehr geholfen, die Schaftkappe so zu neigen, dass sie nicht mehr senkrecht steht, sondern das untere Ende näher am Schaft ist als das obere.
    Den Ellbogen höher zu nehmen ist aus meiner Sicht nur für einen Test anzuraten, nicht aber auf Dauer. Der Abzugsarm ist am Besten völlig entspannt, so dass alleine durch die Schwerkraft nicht mehr als das Herabhängen bleibt. Ein Heben des Ellbogens kann nur durch Muskelkraft/Anspannen bewirkt werden. Das strengt auf Dauer an und schadet der Wiederholgenauigkeit und Konstanz.


    Eine weitere Ursache könnte sein, dass Muskulatur und Sehnen des Stützarms der senkrechten Ausrichtung des Stützarms entgegen wirken. Wenn diese "Gegenwehr" mit Druck/Anspannung überwunden wird, dann kommt es fast zwangsläufig zu Rechtsverlagerungen, weil man das auf Dauer i.d.R. nicht durchhält. Dieses Problem habe ich auch - Dehnung des Stützarms vor dem Schießen ist angeraten.

    Hallo Matthias,


    merkwürdig ... angehender Kampfrichter und die Sportordnung bislang nicht in den Händen gehabt ?(


    wie war denn Dein bisheriger Ausbildungsgang und bei welchem Verband?

    Hallo Norddeutscher,


    "Lizenz zum Kampfrichter" nach DSB-Ausbildungsrichtlinien? Dann lohnt ein Blick in die DSB-Sportordnung, hier speziell bei Regel 1.40 (Gewehrtabelle). Auch der Rest des umfangreichen Werks wird m.E. Pflichtlektüre für Sich sein.
    Wir mussten die Sportordnung bereits bei der Schießleiter-Ausbildung de facto auswendig lernen. Als angehender Kampfrichter wirst Du Dich sehr intensiv mit diesem Werk befassen müssen ...

    Hallo Flipp,


    schau mal unter http://www.stiftlandgau.de/Spo…hr-dreistellungskampf.pdf, da ist u.a. der Kniendanschlag recht gut beschrieben und bebildert.


    Sportschützengau Landsberg am Lech ist ebenfalls eine brauchbare Quelle.


    Ob der Ellbogen am Besten vor oder hinter der Kniescheibe aufgesetzt wird, hängt im wesentlichen von der Armlänge ab. Entweder sitzt der Ellbogen in der Kuhle oberhalb der Kniescheibe oder die Kniescheibe sitzt in der Kuhle oberhalb des Ellbogens. Die beste Position musst Du an Hand Deiner Proportionen selbst heraus finden.


    Zur Prüfung, ob Dein Anschlag stabil ist, brauchst Du einen Helfer. Bei aus Deiner Sicht korrektem Anschlag drückt dieser von oben senkrecht auf den Lauf. Wenn beim Loslassen der Lauf genau senkrecht nach oben schwingt, hast Du einen guten Anschlag. Wenn der Lauf einen Schlenker zur Seite macht, ist der Aufbau von Stützarm und -bein nicht senkrecht und/oder Du hast noch Verspannungen im Anschlag.


    Wichtig ist die richtige Füllung der Knieendrolle. Sie muss dick genug sein, um den Fuß abzustützen, darf aber nicht so dick sein, dass die stützende Wirkung der Schuhsohle nicht mehr gegeben ist. Dein Schmerzempfinden wird Dir im Übrigen wertvolle Hinweise liefern ... :D

    Unsere Jugendlichen haben schon mehrfach körperliche Aktivitäten eingefordert. Die dachten sogar ausdrücklich an Laufen und Fussballspielen vor dem Training. Das erschien mir allerdings keine passende Vorbereitung für Luftgewehrschießen zu sein ... . Aufwärmen und Dehnen ist sicher zweckmäßig, darüber gibt es einen anderen Thread.


    Schießspiele kommen bei unseren Schützlingen recht gut an. Wegen der Breite des Leistungsspektrums ist es bei uns aber nicht trivial, geeignete Schießspiele auszuwählen. Die besseren Schützen sollen nicht unterfordert werden und die weniger guten sollen nicht dauerhaft in die Rolle des Verlierers kommen. Am Besten eignen sich daher Schießspiele, bei denen Taktik und Zufall das Ergebnis bestimmen und nicht ausschließlich die geschossene Ringzahl.
    Die Jugendlichen haben auch schon unter sich ausgemacht, dass durch abgestuften Einsatz von Hilfsmitteln die Unterschiede im Leistungsbereich ausgeglichen werden. Freihändig ... Pendelauflage ... feste Auflage - je nach individuellem Stand.


    Ich arbeite auch darauf hin, dass die Jugendlichen sich auch untereinander beobachten, austauschen und ggf. korrigieren. Zu Beginn des Trainings mache ich i.d.R. eine kurze Theorieeinheit und eine Rekapitulation des letzten Trainings - was ist vom letzten Mal in Erinnerung, was machen wir heute?


    Ansonsten bin ich auch sehr interessiert an Vorschlägen, die das Jugendtraining bereichern können!

    Je nach Stärke des Bandes und Intensität der Übungen können Therabänder sowohl zum Aufwärmen als auch für Kräftigungsübungen (Muskelaufbau bzw. -erhalt) genutzt werden. Aus meiner Sicht ist der Trainingseffekt im Vergleich zu den Schwingstäben ein ganz anderer. Mit den Therabändern werden bestimmte Muskeln(gruppen) auf Zug beansprucht und es stellt sich eher ein Spannungszustand ein. Die Schwingstäbe versetzen die komplette Weichteilstruktur hauptsächlich der Arme in Schwingungen und führen damit zu Mobilisierung, Erwärmung und Lockerung.

    Ähnliche Geräte gibt es auch unter dem Namen Swingstick, Swing Bar u.ä.. Ich hatte meinen beim Lebensmitteldiscounter meines Vertrauens gekauft (weiß schon gar nicht mehr ob A???? oder L????). Die waren zwischenzeitlich schon ein paar Mal im Angebot - knapp unter 20 Euronen inkl. Trainings-DVDs. Die zerlegbaren habe ich dort allerdings noch nicht gesehen.
    Auch auf der bekannten Auktionsplattform wird man fündig. Ob es ein Flexi-Bar sein muss oder ob es ein vergleichbares Gerät tut, muss jeder für sich entscheiden. Vielleicht geht auch der Preis in die Betrachtung mit ein.

    Bei klassischen Bewegungssportarten. Aber als Vorbereitung für unseren sehr statischen Schießsport?


    Ja. Lt. Trainer C bzw. KITRA-Ausbildung beim Landes- bzw. Bundesverband.


    Ich weiß nicht. Eine intensive Mobilisierung ist doch schon fast das Gegenteil unserer Anforderungen. Wir wollen mit Aufwärmen und Dehnen in erster Linie die wohl nicht wirklich vermeidbare Dehnung während Training und Wettkampf und damit spätere Standkorrekturen möglichst weit reduzieren.


    Deshalb schrieb ich ja "... langsam an die richtige Dosis heran tasten. "


    Ich denke, wir meinen im Prizip das Gleiche. Vielleicht schreibe ich zu kompliziert :S

    Hallo und erst mal danke an alle. Die beiden letzten Beiträge (von Hotwheel und Pesca) decken sich mit meinen bisherigen Interpretationen. Aufwärmen in Form moderater Bewegungen (nicht puls- und schweißtreibend) und dann dehnen.
    Aber nochmals zum Anlass meiner Frage - bei der Trainerausbildung wird wirklich mit religiösem Eifer "Dehnen nur nach Aufwärmen" gepredigt. Ich wolllte jetzt mal wissen, was die übrige Schützenwelt darunter versteht.


    Eine sehr intensive Mobilisierung incl. Aufwärmen kann man übrigens mit Schwingstäben ('Flexibar' o.ä.) in sehr kurzer Zeit erreichen. Das wird schnell zu viel, also langsam an die richtige Dosis heran tasten. Bin am überlegen, ob ich die für den Verein beschaffen sollte. Es gibt mittlerweils sogar teilbare Modelle, die damit leichter zu transportieren sind.


    Gruß
    Frank

    In der Trainerausbildung wird einem förmlich eingeprügelt, dass ein Dehnen der Muskeln und Sehnen erst erfolgen soll, wenn diese vorher aufgewärmt wurden. So steht es auch in Fachpublikationen.


    Den Kreislauf auf Touren bringen halte ich ja auch für kontraproduktiv, also muss sich Aufwärmen auf Dinge beschränken, die wenig Energie benötigen und auch keinen Schweiß verursachen. Genau diese suche ich ... und genau dazu habe ich bislang sehr wenig Informationen gefunden. Das Wenige habe ich hier noch nicht ausgespeichert, um Euch nicht die Antwort in den Mund zu legen.


    ZU "stretching im Arm und Oberkörperbereich" - ich habe im Selbstversuch heraus gefunden, dass mein Anschlag im Verlauf einer Serie nach links wandert, wenn ich nicht vorher Dehnübungen zumindest mit dem Stützarm mache. Ansonsten wehrt sich der Arm zuerst gegen eine möglichst senkrechte Stellung und gibt dann mit der Zeit nach - der Effekt ist nach 10...15 Schuss feststellbar.

    Hi,


    wer hat gute Vorschläge und/oder Quellenangaben für das Aufwärmen? Nahezu alle mir bekannten Fundstellen behandeln dieses Thema nur abstrakt, sehr knapp oder verwechseln Dehnen mit Aufwärmen. Wie ist es bei Euch (was macht Euer Trainer bzw. was macht Ihr als Trainer)?


    Gruß
    Frank

    Die 200 bar kommen zum Glück bei einem intakten LG nicht auf die Ladung, da sitzt noch ein Druckminderer dazwischen, der den Druck auf ~60 bar runteregelt. Aber trotzdem kann das in Verbindung mit Öl oder Fett zur Verdieselung und damit zur de facto Explosion führen. Dieser Effekt kann auch beim übermäßigen Fetten der Kolbendichtungen von Seitenspannern auftreten. Wenn das damit gemeint ist, hätte Anschütz das auch dabei schreiben können :)

    Anschütz empfiehlt, ein leicht eingeöltes und fusselfreies Tuch oder entsprechende Reinigungsdochte durch den Lauf zu ziehen, um ROSTBILDUNG zu vermeiden. Vor dem nächsten Schießen soll der Ölfilm vollständig mit einem trockenen Tuch oder Docht entfernt werden. Lt. Anschütz sollen insbesondere keine Filzpropfen verwendet werden - warum wird allerdings nicht erläutert. Was die unter einem Tuch verstehen, ist mir auch nicht klar ... wir schießen ja nicht Kaliber 12!


    Ich benutzte immer gelegentlich (trotz der Anschütz-Empfehlung) Filzpropfen und seit ein paar Monaten das Pflegeset von VFG/MEC (kunststoffummanteltes Stahlseil mit Propfen zum Durchziehen). Bemerkenswert, was damit für ein Dreck freigesetzt wird.

    zur Frage nach einer Schießbrille:


    Für einen Brillenträger ist es absolut nicht empfehlenswert, mit der 'normalen' Brille zu schießen. In Folge der Neigung des Kopfes beim Schießen sieht man nicht durch die Mitte der Gläser, sondern fast am Rand. Dort hat das Glas nicht die erforderlichen optischen Eigenschaften. Hinzu kommen ggf. Reflexe und/oder Schatten durch den Rahmen der Brille. Außerdem ist das Glas durch die Neigung nicht mehr senkrecht zur Blickrichtung, wodurch sich noch ungünstige Brechungen ergeben. Alles in allem ist eine normale Brille fürs Schießen allenfalls ein Notbehelf. Verbogene Zielbilder und Zielfehler sind zu erwarten.


    Hier ist das gut illustriert: Warum Schießbrillen

    @ red gecko: weder ist (z.B.) RWS automatisch gut noch 4.50 automatisch schlecht bzw. umgekehrt! Es muss passen und das findet man nur mit einem individuellen Test (=> z.B. beim Händler, mit eingespanntem Gewehr) heraus.


    Ob ein Test sinnvoll erscheint, ist ausgiebig und zutreffend erläutert. Ich selbst würde bei der Frage nach dem sinnvollen Einstiegsniveau noch den Streukreis einbeziehen - wer ein bestimmtes Niveau nur mit recht großer Streuung erreicht, bei dem mag es nicht nur an der Munition liegen. Ist der Streukreis eher gering, deutet es evtl. eher auf einen Munitionseinfluss hin. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch die Abkommensanalyse - wenn ich einen Schuss verzappelt habe, dann war es bei diesem Schuss nicht die Munition.

    Hi,


    nach meinen Erfahrungen kommt es weder alleine auf den Namen, noch auf den Preis an (ganz im Gegenteil ...).


    Wichtig ist, dass die Munition zum Lauf passt und das lässt sich nur durch einen individuellen Test feststellen. Anbei meine ersten Feststellungen zu diesem Thema, die ich vor knapp 2 Jahren gemacht habe. Hoch anspruchsvolle Schützen wählen Munition aus, bei denen nach 10(!) Schuss "Loch in Loch" ein Diabolo immer noch nicht durch das Schussloch fällt.


    Nicht zum Lauf passende (oder grundsätzlich schlechte) Munition macht aus einer 10 im Extremfall eine 8 ...


    Um Geld zu sparen, nutze ich beim Training tw. weiterhin preiswerte Munition (insbesondere dann, wenn Zählen oder Schussbildauswertung nicht im Vordergrund steht).



    Gruß
    Frank