Guten Abend in die Runde,
es ist schon bemerkenswert, wie man von der Diskussion über Änderungen der Schießkleidung auf den Betablocker kommt!Hier setze ich einmal fehlgeleitete Denkweisen voraus.
Aber Krass wird es in der Anmerkung #49 von Hansaxel. Ich würde ausfallend werden und mich im Ton vergreifen, wenn ich diese Anmerkung kommentieren würde.
Es ist belegt, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind für die meisten Todesfälle verantwortlich. Im Durchschnitt tritt Bluthochdruck im Alter von ca. 55 Jahren bei Männern und ab 65 Jahren bei Frauen auf. Mittlerweile ist Bluthochdruck durch Bewegungsmangel, Stress, Rauchen und ungesunde Ernährung im jüngeren Alter auf dem Vormarsch.
Vor diesem Hintergrund soll wegen der Dopingregel die Medikamenteneinnahme eingestellt werden? Das kann es ja wohl nicht sein. Zudem betrifft es kaum die Klasse I und II Auflage bei der DM. Da sind wohl die Wenigsten mit Bluthochdruck am Start, und wenn sind es wohl Schützen bei denen der Blutdruck durch die Wettkampfnervosität gestiegen ist.
In der Seniorenklasse I ist der Sieger mit 320,8 einer der wenigen Schützen, die auch in München am Start sind. Und dabei auch noch mit Hohen Ergebnissen aufwarten kann. Kein Quereinsteiger, sondern einer, der auch Ahnung vom Schießen hat. Damit möchte ich in keiner Weise die Leistung der Quereinsteiger herabwürdigen, wenn sie es in kürzester Zeit in die Spitze der Disziplin Auflage geschafft haben. Wer aber an oben genanntem Sieger vorbei möchte, sollte sich nicht auf den Missbrauch von Betablocker berufen, sondern sein Training überdenken. Zudem sollte er froh sein, dass die ISSF Kommission sich der Kleiderordnung annimmt.
Altersbedingt mit einer Einnahme von Betablockern starten doch die meisten Schützen in den Klassen III bis VI. Es ist schwer vorstellbar, dass aus diesem Kreis jemand seine Betablocker Dosis hoch setzt, um zu gewinnen. Die breite Masse wird zu dem täglichen Blutdrucksenker einen Betablocker von 2,5 mg einnehmen, wobei die tägliche Höchstmenge mit 10 mg angegeben ist. Da ein Tag die Einnahme zu erhöhen nichts bringt, wäre es ohne Absprache mit dem Arzt lebensgefährlich die Dosis hochzusetzen, in der Hoffnung die Leistung zu steigern. Hinzu kommt die ungewisse Nebenwirkung mit zu niedrigem Blutdruck und – oder einem unregelmäßigen Herzschlag, beides ist auch bei geringerer Dosierung möglich. Zu dem wird sich wohl auch kein Arzt finden, der diesen Quatsch unterstützt.
Mit Schützengruß
Max319