Beiträge von JockelMR

    Ich habe weiter oben gepostet, dass ich das Tesro RS 100 schieße. Warum? Der Grund heisst: Anschütz, und das kam so: vor 4 Jahren hatte ich bei der Landesmeisterschaft einen Waffendefekt an meinam damalige Gerät, einem Steyr LG 10P, das vor 10 Jahren einen Supertest hatte. Aber da hatte es mich durch Druckverlust verlassen. Die Probeserie hatte gerade begonnen, als ich der Aufsicht den Defekt meldete. Die meinte, ich soll mir draussen bei den Herstellerständen eine Leihwaffe holen und weiterschießen. Die Zeit würde noch ausreichen bzw. etwas verlängert werden. Ich also raus zu Anschütz, die sich direkt am Eingang aufgebaut hatten und meine Bitte geäußert. Aber man ignorierte meinen Wunsch und ließ mich wie einen Deppen in Schießkleidung stehen. Da hab ich gedacht: "Anschütz - leckt mich am..." :evil: und bin rüber zu Walther. Dort habe ich sofort die Ausstellungswaffe bekommen :thumbup: mit dem Hinweis: "... die ist aber nicht richtig eingestellt...". Das habe ich dann während des Wettkampfes gemacht. Ich konnte die Meisterschaft beenden, das Ergebnis war eher durchwachsen, aber noch akzeptabel, die Quali für die DM aber futsch ;( . Zu dieser Zeit kam Tesro auf den Markt. Ich hätte keinen Gedanken an die neue Marke verschwendet, wenn nicht Dieter Römer, ehemaliger Chefkonstrukteur bei Walther ausgestiegen, dieses Gerät in seiner neuen Firma federführend entwickelt hätte. Dadurch war der Schritt von Walther zu Tesro kein Spagat. Andernfalls hätte ich mich zwischen Walther und FWB entscheiden müssen. Aber das Tesro war gut 300 Euronen günstiger und hat meine Entscheidung sehr beeinflusst. Ich habe sie bis heute nicht bereut, obwohl ich mein höchstes Ergebnis von 392 (in der Altersklasse) mit dem Steyrer erzielt habe. Die Bestätigung ist mir bis dato nicht gelungen, bei 387 war Schicht. Aber ich trags mit Fassung. Und die Verarbeitung und das Finish sind erstklassig. Ich hatte auch mal vor 15 Jahren ein Anschütz 2002 Superair und war zufrieden damit. Damals standen sie im direkten Wettbewerb mit FWB's 600er/601er und brauchten wohl Kunden. Pressl uftkartuschengewehre waren damals Exoten, wenn es sie überhaupt schon gab. (Ich glaube BSR/England hatte eines) Heute hat Anschütz das Werben für meine Begriffe nicht mehr nötig. Alle vorderen Plätze bei Bundesliga oder DM werden von Anschütz, Walther und FWB belegt. Auch das war für mich ein Grund, mal was Neues zu präsentieren, das auch 10er schiessen kann. Soviel von mir zu Anschütz. Bei anderen mag das anders aussehen...

    Dass mein KK seit über 20 Jahren das Diana 820 ist, hat rationale Gründe. 1. Dieses Gewehr hat einen mustergültig leichten Schlossgang (Krico-System). Mit 2 Fingern ohne aus dem Anschlag zu gehen zu bewegen. Das hab ich bei keiner anderen neueren/moderneren Waffe gefunden. Geht alles schwerer. 2. hat einen dicken Supermatch-Lauf und lieg dadurch satt im Anschlag. 3. verträgt es auch billige Trainingsmunition und schießt damit "billig" 10er. Der Streukreis eingespannt liegt bei ca. 2 cm. Das hält locker die 10 (z. Zt. Federal Target Champion (3,60€/50) und Lapua Standard+ für 4,20€/50). Mit ausgesuchter Mun wäre der Kreis auch auf 1 cm zu reduzieren, aber das ist eine Kostenfrage. Einziger Schwachpunkt ist die Schlagbolzenfeder, die ich mittlerweile durch meinen Büchsenmacher neu anfertigen lassen musste, weil es halt keine Ersatzteile mehr gibt. Und ich habe den Holzschaft gegen einen Stopper-Schaft getauscht. Stopper hat für dieses Fabrikat einen Schaft im Angebot, warum - keine Anung. Aber gut für mich. Ist nicht gerade ein Ausbund an Schönheit, aber mit den zulässigen Anbau- und Aufrüstteilen (Diopter mit Iris und Optik, Hakenkappe, Wasserwaage und Visierlinienerhöhung) komm ich damit klar. 280 im Dreistellungskampf sind noch drin. Falls ich noch mal neu anschaffen müsste, würds wahrscheinlich ein Walther KK200 oder 300. Anschütz - nein Danke! Siehe oben.

    Die Morini LuPi war vor 12 Jahren was Supermodernes. Es gab wegen des elektronischen Abzuges nichts vergleichbares am Markt. Der Abzug steht heute noch wie am ersten Tag. Und ich habe erst die 2. Batterie (!) drin. Man kann über die Gewichtsverteilung streiten (vorne etwas wenig), aber meine damaligen Ergebnisse von teilweise weit über 380 liessen keine Diskussion zu. Heute mit 57 Jahren krebse ich immer noch zwischen 366 - 375 rum und bin zufrieden. Die sog. "hängende Griffhaltung" macht das Schießen zu einer unverkrampften Angelegenheit, auch über längere Distanzen. Und mit dem Abzug könnte man Gewichte eichen... Ich würde sie wieder kaufen.

    Meine Pardini-Sportpistole allerdings würde ich nach der zweiten nach 20 Jahren aus diesem Hause jetzt gegen ein anderes Fabrikat eintauschen. Da gibt es mittlerweile sehr gute und bessere Konkurrenzprodukte (Walher SSP, Tesro - ja genau! Tesro baut auch SpoPis und LuPis). Aber für die Disziplin Standardpistole ist die Pardini wegen der tiefliegenden Laufachse immer noch sehr gut geeignet; sie "springt" nicht so. Das seit einigen Jahren auf dem Markt befindliche Nachfolgemodell hat einen sehr wirksamen Verschlussdämpfer.

    Gottseidank baut Anschütz keine Sportpistolen... :D
    Jockel

    Ich schieße seit über 10 Jahren Direktabzug. Das hängt einfach mit dem "Abzugsgefühl" zusammen. 8er und 9er kannst du durch zielen schießen, aber 10er werden im Kopf geschossen. Will sagen: das unbewusste Verstärken des Abzugsfingerdruckes löst den Schuss, und zwar ohne einen langen Vorzug zu überwinden. Daher gilt für Anfänger: erst mit Vorzug mindestens 2-3 Jahre schießen, bis man sich an alles gewöhnt hat, die Muskeln an die ungewohnte statische "Bewegung" angepasst wurden und man nicht mehr beim Abziehen denkt und, wie ich heute immer noch bei vielen Standnachbarn feststelle, mit dem Abzug "zumzuppeln" und dann mehr oder weniger bewußt abziehen. Dadurch ist eine andauernde Bewegung in der Abzugshand, die den Zielvorgang unruhig macht. Wenn man sich an die Gesamt-Abzugscharakteristik gewöhnt hat, sollte man anfangen, kleine Änderungen an der Waffe, am inneren und äußeren Anschlag durchzuführen, aber alles nacheinander, um wieder zurückzustellen, wenn man nicht klar kommt oder wenn es nicht klappt. Ich habe 30 Jahre gebraucht, um alles umzustellen. Fußstellung, Stürzarm/-hand, Schultereinsatz, mit beiden Augen offen zielen, Direktabzug, Verkanten, erhöhte Visierung und, und, und. Mit meinen Einstellungen von damals würde ich heute nix mehr treffen. Mir hat viel die Beobachtung von Spitzenschützen gebracht, wie die stehen, zielen und abziehen, wie die die Schussvorbereitung und das Nachhalten praktizieren, wie der Rhythmus zwischen den Schüssen eingehalten wird, den Mut zum Absetzen haben. Alles in Summe bringt einen selbst weit nach vorne. In diesem Sinne ... macht was draus!
    JockelMR

    Zitat von »JockelMR«


    bei elektronischen Anlagen wenn möglich Monitor abdecken
    Hallo an alle!

    Vergesst dabei aber bitte nicht, dass das abdecken des Monitors nur im Training erlaubt ist, da lt. ISSF Regel Nr. 6.11.1.2.1 der Monitor weder abgedeckt noch verdunkelt sein darf, und während des gesamten Wettkampfes für die Jury und Zuschauer sichtbar sein muss!!

    Nicht dass dann jemand Probleme bekommt.

    lg

    Zitat von »JockelMR«


    bei elektronischen Anlagen wenn möglich Monitor abdecken
    Hallo an alle!

    Vergesst dabei aber bitte nicht, dass das abdecken des Monitors nur im Training erlaubt ist, da lt. ISSF Regel Nr. 6.11.1.2.1 der Monitor weder abgedeckt noch verdunkelt sein darf, und während des gesamten Wettkampfes für die Jury und Zuschauer sichtbar sein muss!!

    Nicht dass dann jemand Probleme bekommt.

    lg

    Vergesst dabei aber bitte nicht, dass das abdecken des Monitors nur im Training erlaubt ist, da lt. ISSF Regel Nr. 6.11.1.2.1 der Monitor weder abgedeckt noch verdunkelt sein darf, und während des gesamten Wettkampfes für die Jury und Zuschauer sichtbar sein muss!!

    Das wollte ich damit sagen... Aber mit ein paar Tricks für den Schützen selber nicht direkt einsehbar machen ist nicht verboten (etwas wegdrehen, was davor stellen... Nur wen es stört, direkt nach dem Schuss eine 9,0 mit allen nicht erforderlichen Infos zu erhalten. Ist aber jedermanns eigene Sache! Mich hats eigentlich immer gestört.

    Aaalso - ich bin erst seit 2 Tagen hier im Forum angemeldet - Zufall halt. Daher erst mal ein "Tach zusammen...!"
    Bin seßhaft in HS, wo genau, seht ihr an meinem Namen...

    Ich bin eigentlich in fast allen Gattungen und Disziplinen vertreten:

    LG: seit 3 Jahren Tesro RS 100 (geiles Teil), Visierlinienerhöhung 11 mm, Adlerauge 0,3 (SenA darf das), Direktabzug, alles Originalteile
    KK: seit 20 Jahren Diana 820 (gibts leider nicht mehr) mit Stopper-Schaft, Visierlinienerhöhung (sehr zuverlässig und frißt billige Mun und schießt trotzdem 10er), Wasserwaage, Diopter mit Farbfiltern, Polarisations-Filter und Optik (brauche daher keine Schießbrille mehr :thumbup: ),
    SpoPi: seit 15 Jahren Pardini SP22
    LuPi: seit 12 Jahren Morini CM 162EL

    So zum Spaß und als Ausgleich seit 15 Jahren noch einen Recurve-Bogen in WK-Ausführung...

    JockelMR

    Hallo,

    habe folgendes Problem:

    Ich bin ein Schütze, der einen Schnitt von 370 schießt (sollte!). Nun schieß ich seit kurzem immer unter durch und weiß einfach nicht mehr weiter. Selbst gestern als ich gefühlt alles gut gemacht habe, habe ich nur enttäuschende 356 Ringe geschoßen. Ich weiß einfach nicht wo mein Fehler ist.

    Kann mir evtl. jemand helfen?

    Hallo,

    habe folgendes Problem:

    Ich bin ein Schütze, der einen Schnitt von 370 schießt (sollte!). Nun schieß ich seit kurzem immer unter durch und weiß einfach nicht mehr weiter. Selbst gestern als ich gefühlt alles gut gemacht habe, habe ich nur enttäuschende 356 Ringe geschoßen. Ich weiß einfach nicht wo mein Fehler ist.

    Kann mir evtl. jemand helfen?

    Genau das ist ja mein problem, ich weiß nicht, was ich falsch mache.

    Aber ich versuch es mal:

    Ich seh zum teil die Scheibe doppelt, trotz schießbrille.

    Ich bekomm nur sehr schwer ruhe in den Anschlag.

    Den einzigsten Fehler, der mehr ab und an bewusst wird, ist ein Abzugsfehler, sprich die Waffe "springt"!

    Hoffe damit könnt ihr etwas anfangen.

    Auch meinem Glückwunsch zu so einem tollen Nachwuchs!


    Aber nun zu meinem Wettkampf mal kurz ne Info: Habe meinen Punkt verloren, mit 360:374. Insgesamt haben wir aber doch unerwartet 4:1 gewonnen. Einen etwas ausführlicheren Bericht findet ihr auf unserer Homepage.


    Wollte mal noch mal Danke sagen für eure Tips!

    Hallo Plüschi, hab mir den Bericht auf eurer HP mal durchgelesen. Ich lag wohl mit meiner Einschätzung von vorhin gar nicht so falsch.
    Denk mal drüber nach... ;)
    Jockel

    @ alle: erst mal Grüß euch von einem neuen Forumsmitglied. Habe es gerade eben erst entdeckt und mich gleich angemeldet. So, nun gleich
    @ Plüschi: Ich spare mir mal die Zitate aus den verschiedenen Postings. Dein Ergebnisproblem kann m. E. verschiedene Ursachen haben, denn das Schießen hast du wohl nicht verlernt. Darf ich fragen, bzw. beantworte die Frage für dich: wie alt bist du? Ich frage deshalb, weil mit zunehmendem Alter durch erhöhte Blutdruckwerte eine nicht unerhebliche Unruhe in den Anschlag kommt. Wenn du das ausschließen kannst,
    halte ich den Tip von Eduard mit dem nicht abgedeckten Auge für falsch. Gerade durch das Abdecken des nicht zielenden Auges entsteht ein Ungleichgewicht im Seh-/Zielvermögen, weil das zielende Auge mit der Zeit überanstrengt wird (abgedecktes Auge Pupille GROSS, zielendes Auge Pupille KLEIN). Mein Tip: mit beiden Augen offen zielen!! Geht nicht? Geht! Nach 1 - 2 normalen Traningseinheiten blendet das Gehirn das nicht zielende Auge einfach weg - du zielst wie gewohnt ohne Anstrengung. Ich praktiziere das mit nunmehr 57 Jahren seit über 15 Jahren mit Erfolg (derzeitiger Durchschnitt LG: 380).

    Aber das wirkliche Probleim scheint mir ein mentales zu sein. Du
    schreibst, ihr schießt Ligaweggkämpfe, ich vermute Gauliga oder höher. Nach deiner Einschätzung kannst du 370 bringen, oder hast es bis vor kurzem geschossen. Seid ihr kürzlich aufgestiegen? Auf welcher Position bis du gesetzt? Ich vermute, mit Ergebnissen von 360 oder gar drunter, auf 4. Deine Mannschaftskameraden sind evtl. 20 - 25 Ringe weg. Bei engen Wettkämpfen werden vorne die Punkte abgegeben und hinten gewonnen. In dieser Situation befindest du dich wahrscheinlich: Du sagst dir "Den nächsten Kampf muss ich gegen meinen Gegner gewinnen, dann kann ich den Kampf umbiegen... Vielleicht schaff ich meine 370 wieder..." oder so ähnlich. Du weisst, was ich meine. Und damit fängt das Verkrampfen, falsch Stehen, unkonzentriert Abziehen - das ganze Fehlerprogramm an, und das Ergebnis ist wieder weg, der Punkt möglicherweise auch und u. U. siehst du dich als "Loser".

    Wenn es das ist, bekommst du das Problem ohne professionelle Hilfe schwer in Griff! Stichwort: Sportpsychologie, autogenes Training, mentales Traning, ausgebildete Trainer. Zusätzliche Trainingseinheiten können helfen, können das Problem aber auch verstärken, nämlich dann, wenn die wirklichen Ursachen nicht erkannt werden. Dann trainierst du dir Fehler an, an denen du lange zu knabbern hast.

    Versuche also mal, jeden Schuss, im Training und im Wettkampf nachher für ein paar Sekunden zu analysieren. Es gibt in Jedem Wettkampf einen sog. "Referenzschuss", der genau da sitzt, wo du abgekommen bist. Das ist ein erstes Indiz für Verbesserung und richtigen Ablauf. Vor allem: nicht mitzählen, Schuss kontrollieren und Scheibe weglegen, bei elektronischen Anlagen wenn möglich Monitor abdecken. Versuchen, jeden Schuss neu zu "erfinden", die zurück liegenden schlechten vergessen, an den guten hochziehen (die können motivieren). Und nach Ende der Runde: Pause machen, mindestens 4 Wochen! Danach wieder sachte anfangen, nicht gleich "auf "Ergebnis" trainieren. Kopf hoch... Gut Schuss. :thumbup:
    Jockel