Beiträge von Hans48

    Die RWK werden nicht durchgehend von den Landesverbänden organisiert, sondern meistens auf unteren Verbandsebenen. Deshalb ist es schwierig einen Überblick zu erhalten. Im RSB soll es in einigen Bezirken sogar RWK in FP geben. Das hängt wohl mit dem persönlichen Interesse und Engagement führender Verbandsvertreter zusammen. Es sind aber vermutlich nur wenige Ausnahmen.

    Ich bin eine lange Zeit im Schützenbezirk Koblenz des RSB sportlich aktiv gewesen. Die Bezirksmeisterschaft ZFP (und SP) wurde in Rott-Wied im Hunsrück ausgetragen. (Ein großartiger Verein mit einer sehr schönen Anlage. Die lange Anfahrt aus der Eifel mit der Fähre über den Rhein in den Hunsrück hat sich jedesmal gelohnt.) Das Teilnehmerfeld in ZFP war jedesmal überraschend groß.

    In Berlin geht es von der Kreismeisterschaft ohne Bezirksmeisterschaft zur LM. Die Teilnehmerzahlen in der ZFP waren überschaubar. Ähnlich sieht es in dem Schützengau des BSSB aus, in dem derzeit beheimatet bin.

    Neben den RWK sind die von größeren Vereinen durchgeführten Pokalschießen von Interesse, in denen auch die ZFP berücksichtigt wird. In und um Berlin gibt es einige Vereine, die solche Pokalschießen veranstalten. Diese Wettkämpfe haben einen besonderen Charakter, da sie in sommerlicher Zeit und mit einer Beköstigung der Gäste angeboten werden. Da läßt sich leichter eine "Delegation des Vereins" für einen Besuch eines solchen Events zusammenzustellen.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß im SVBB (Berlin-Brandenburg), RSB (Rheinland) und BSSB (Bayern) Bezirks- und Landesmeisterschaften in ZFP (2.45) ausgerichtet werden. Rundenwettkämpfe in ZFP finden dort jedoch nicht statt. Die Schützen sind mit den RWK's Sportpistole und Luftpistole offensichtlich gut ausgelastet.

    Die Disziplin "25 m Center Fire Pistol" wurde 1947 international eingeführt. Seitdem hat es etliche Anpassungen der Regeln gegeben.

    Efim Chaidurov, der Konstrukteur der TOZ-35, hat auch den Revolver TOZ-36 konstruiert. Mit einem der ersten, von ihm selbst gebauten Prototypen, ist er 1962 nach Kairo zur WM gereist und hat dort in der Disziplin CFP die Sibermedaille gewonnen. Das Kaliber des Revolvers war 7,62 Nagant. Mit diesem Revolver haben etliche sowjetische Schützen an internationalen Wettkämpfen teilgenommen.

    Mit welchen Kurzwaffen die Schützen zu den internationalen Wettkämpfen seinerzeit ansonsten angetreten sind, läßt sich aber nur schwer nachvollziehen. Ich vermute, daß es in den jungen Jahren dieser Disziplin hauptsächlich modifizierte Dienstwaffen waren (SIG P210-5, Colt 1911 Gold Cup, S&W K-38, Benelli B76), aber auch gelegentlich speziell für den Sport konstruierte Kurzwaffen (ZKR-551).

    Zur Frage der CISM-Regeln für die ZFP-Disziplin hier ein Ausschnitt aus den Regulations-Shooting-2020:

    5.4.1 Shooting - Regulations for 25m Men Center Fire Pistol
    This program takes place according to the ISSF Rules and Regulations for the Center Fire Pistol-Program.

    Ich muß mich korrigieren: Der Vorname von Nestrujev lautet Mikhail. Er wurde 2007 Europameister mit der Zentalfeuerpistole. Die erreichten Ringe von 594 waren damals wohl der Weltrekord.

    Übrigens sind die .357 Magnum-Hülsen nicht für diese Disziplin ausgeschlossen. Patronen im Kaliber .357 Magnum geladen mit Wadcuttergeschossen werden von Fiocchi angeboten.

    Der S&W-Revolver M627 ist eine sehr stabile Kurzwaffe, aber leider sehr schwer.

    Mit einem Revolver lassen sich in der Disziplin "Zentalfeuerpistole" hohe Ergebnisse erzielen. Aleksandr Nestrujev hat mit einem Revolver TOZ-49 sogar einen Weltrekord geschossen, der allerdings inzwischen übertroffen worden ist.

    Das Erzielen hoher Ergebnisse mit einem Revolver von S&W kann durch einige Tuningmaßnahmen erleichtert werden. So können die Schloßfedern (Hahnfeder und Rebaundfeder) durch Federn aus dem Tuningfedersatz von Wolff ersetzt werden. Damit kann das Abzugsgewicht - das sich vom Werk her an den Erfordernissen von Gebrauchsrevolvern orientiert - deutlich reduziert werden. Außerdem kann der Seriengriff durch einen Formgriff von Nill oder Rink ersetzt werden.

    Für Wiederlader bietet der Revolver den Vorteil, daß sie nicht gebückt die leeren Hülsen auf dem Fußboden suchen müssen, die eine Selbstladepistole dorthin verstreut. Gerade in dem Kaliber .38 S&W Special (bzw. .375 Magnum) lassen sich leichter Patronen mit höchster Präzision herstellen als in dem bei Selbsladern verbreiteten Kaliber .32 S&W long.

    Ich kenne einge Sportkameraden, die mit einem Revolver im Kaliber .22 lr in der Disziplin 2.40 sogar höhere Ergebnisse erzielen als mit einer Pistole. Für das Großkaliberschießen haben sie das Modell im dazu passenden Kaliber. Das ist vermutlich aber auch eine Frage des Geschmacks.

    DSB-Sportordnung

    2.20 25 m Zentralfeuerpistole (2.45)
    Zugelassen sind Revolver und selbstladende Pistolen im Kaliber 7,62–9,65 mm (.30–.38).
    2.20.1 Munition
    Es dürfen nur Bleigeschosse oder Geschosse aus ähnlich weichem Material verwendet werden. Mantelgeschosse sind nicht zugelassen.
    Munition mit verstärkter Ladung und Magnummunition sind nicht gestattet.

    Ich möchte mich den Ausführungen von Pistoletti anschließen, was die Notwendigkeit von Munitionstests im Pistolenbereich angeht.

    Der Bundestrainer RP, Detlef Glenz, teilt in einem der DSB-Webinare auf die Frage eines Teilnehmers mit, daß er für die Mitglieder des Kaders keinen Munitionstest durchführen läßt. Es sei nicht sinnvoll. Zum Training würde preiswerte Basismunitionsorten verwendet, für Wettkämpfe die Topprodukte der jeweiligen Hersteller. Auf den Videos der letzten ISSF-World Cups ist zu sehen, daß die Lapua Pistol King zu der Wettkampfmunition gehört. Herr Glenz äußert weiter die Ansicht, daß er lediglich für den Bereich der Auflageschützen eine Berechtigung für den Aufwand eines Munitionstests für Pistolenmunition sieht.

    Sicherlich kann man auch einer anderen Ansicht sein. Ein Munitionstest kann keineswegs schaden. Es ist eine Kosten/Nutzen-Abwägung, also eine subjektive Entscheidung.

    Was die am Anfang gestellte Frage nach Händlern, welche Munitionstests für Pistolenmunition anbieten, angeht, so war ich der anscheinend falschen Vermutung erlegen, daß Händler, welche Munitionstests für Gewehre anbieten, auch solche für Pistolen durchführen. Offennsichtlich trifft es nicht durchgehend zu, insbesondere wenn es nicht explizit erwähnt wird.

    Was die Tests von Pistolen angeht, bei denen die Waffe am Lauf eingespannt wird, so halte ich sie für nur beschränkt aussaefähig. Es wird dabei nur die Präzision des Laufes getestet. Wenn die Waffe zum Testen am Griff eingespannt wird, so wird die danze Waffe geprüft, insbesondere die Verbindung zwischen dem Griff und dem System. Angesichts der diversen Konstruktionen der Griffbefestigung und der Möglichkeiten zur Verstellung des Griffes hege ich die Vermutung, daß an dieser Stelle Schwachstellen in der Konstruktion liegen könnten. Dafür sprechen insbesondere Berichte über im Schießbetrieb abgebrochene Pistolengriffe.

    Bevor James Bond von M, seinem Chef, verdonnert wurde, eine Walther PPK im Kaliber 7,65 zu führen, trug er eine Beretta im Kaliber 6,35 im Schulterhollster. Welches Modell es genau war, darüber streiten noch immer die Fachleute.

    Mit der Walther LP 53 hat Sean Connery für das Poster zum Film "From Russia with Love" posiert. Bei den Aufnahmen hat die Crew vergessen eine Walther PP - die Dienstwaffe des James Bond - mitzubringen. Zufällig hatte aber einer seine LP dabei.

    Die Flachkopfschraube M3*30 mit der Nr. 53 in der Ersatzteilliste für die Walther CSP Expert müßte auch passen. Sie dient der Befestigung der beiden Griffschalenhälften im Griffrahmen dieser Sportpistole. Die Gewindelänge von 30 mm stimmt mit derjenigen der oben abgebildeten FN 150 überein. Die Gesamtlänge beträgt 32 mm.

    Die Schrauben zu den Griffen sind vermutlich Standardschrauben mit metrischem Gewinde. Deren Durchmesser ist - nachgemessen - 2 mm. Solche Schrauben verwendet die Karl Nill GmbH auch bei ihren derzeit hergestellten Pistolen- und Revolvergriffen. Ich hatte auch einen Formgriff für die FN 150 von Franz König und einen von Thomas Rink. Die Schrauben, welche die Griffschalen zusammenhalten, sind vermutlich gleich.

    Hallo Lanfear,

    die Schraube, mit der die beiden Griffschalen der oben abgebildeten FN 150 verbunden werden, hat die Länge von 3,2 cm. Ich habe auch einen Griff von Nill für die FN 150. Hier werden die Griffschalen von zwei Schrauben gehalten. Diese Schrauben haben auch eine Länge von 3,2 cm.

    Für die Griffschalen der abgebildeten FN 150 habe ich einen Rohling verwendet, der aus der Werkstatt von Wilhelm Hofmann stammte. Der Griff ist so geformt, daß die Daumenauflage und die Handbalenauflage im Vergleich zu dem Griff von Nill breiter ausfallen. Der Griff von Hofmann ist in Bezug auf die Senkrechte des Griffrahmens in Laufrichtung betrachtet stärker geneigt als der Griff von Nill. Die Pistole paßt trotzdem in den Meßkasten. Dabei muß sie etwas in Relation zur Laufrichtung gedreht werden. Der Griff hat die Breite von knapp 5 cm. Die linke Griffschale hat unten die Breite von nur 1,5 cm, die rechte dagegen von 3,5 cm. An dem oberen Ende verhält es sich umgekehrt.

    Zur Veranschaulichung füge ich ein Bild der FN 150 von der linken Seite bei.

    Hier ist ein Bespiel eines SP-Griffes, der für Schützen mit einer großen Hand und relativ langen Fingern geeignet ist. Die abgebildete FN 150 verfügt über einen Magazinschacht im Griffrahmen. Der Griff umfaßt den Griffrahmen vollständig. So kann der Griff nach vorne in Laufrichtung verlängert werden. Solche SP-Griffe wurden seinerzeit von Wilhelm Hofmann, Karl Nill und Franz König hergestellt. Diese Griffgestaltung wäre auch für die Hämmerli 208 und die Feinwerkbau AW 93 geeignet. Diese SP ermöglichen im Rahmen der Sportordnung eine Handkantenauflage, die bis zum Handgelenk reicht. Der Eine oder Andere würde diese SP als "Old School" bezeichnen. Ansonsten blieben nur die Walther SSP und die Chiappa FAS 6007 als Alternativen, die eine derart freie Griffgestaltung für Schützen mit großen Händen und relativ langen Fingern ermöglichen.

    Ich kann Matze nur zustimmen.

    Für einen nicht internetaffinen Schützenkameraden, der schon länger einen kreuzdominanten Anschlag mit einer Feinwerkbau 100 ausgeübt hatte, habe ich eine Walther LP400 ohne Griff und einen Griff mit der 7 Grad-Drehung von Thomas Rink bestellt. Mit dieser Konstellation kam er auf Anhieb gut zurecht. Erst nach längerer Eingewöhnung hat er relativ geringe Anpassungen am Griff im Bereich der Daumenballenanlage vorgenommen. An dem Seriengriff von Walther hätte er von Anfang an größere Anpassungen vornehmen müssen.