Beiträge von Hans48

    Das Auflageschießen mit der Pistole hat sehr viel mit dem freihändigen Pistolenschießen gemeinsam. Das wurde in dem Vortrag von Fred Keller verdeutlicht. Mit dem freihändigen Pistolenschießen beschäftige ich mich schon seit etlichen Jahren. Das Auflageschießen habe in nur probeweise ausgeübt.

    Ansonsten habe ich sehr viel Literatur zum Pistolenschießen gelesen. Der Vortrag von Fred Keller zeigt mir, daß er über sehr tiiefegehende Kenntnisse auf diesem Gebiet verfügt und daß er die Themen sprachlich sehr gut vortragen kann.

    Genügt das als Antwort?

    Ich bin zwar kein Auflageschütze. Trotzdem habe ich mir das Video heute angesehen. Interessant waren für mich die Aspekte der Körperspannung und des Gleichgewichts. deren Bedeutung beim Anschlag Fred Keller an meheren Stellen hervorragend erklärt hat. Auch die Hinweise zur Ausrüstung (Gewichte, Griff, Schießbrille) lassen sich auf das freihändige und das beidhändige Schießen übertragen.

    Einige Fragen der Seminarteilnehmer deuten aber darauf hin, daß sie noch am Anfang ihrer sportlichen Karriere stehen. Die Moderatorin ist mit dem Schießsport noch nicht sehr vertraut. Diese beiden Faktoren haben das Niveau des Webinaras am Ende etwas absinken lassen.

    Ich nehme an, daß eine Teilnahme an einem der mehrtägigen Sportlehrgängen noch mehr Anregungen für die persönliche sportliche Entwicklung bringen könnte.

    Hallo Feldmann,

    ich habe seit über 10 Jahren eine Walther LP400 Compact und danaben seit über 20 Jahren eine Hämmerli AP 40 in Gebrauch.

    Die kurze LP ist im Visierbild und in der Gewichtverteilung angenehmer. Die wenigen Zentimeter in der Lauflänge und der Visierlinie machen sich weder in der Präzision der LP noch im Ergebnis des Schützen bemerkbar. Anfangs habe ich mit den Zusatzgewichten experimentiert. Davon bin ich aber längst abgekommen. Für die ausreichende Vorderlastigkeit der LP sorgt schon der Druckluftzylinder. Für das Schußergebnis ist die konstante Haltekraft des Schützen von entscheidender Bedeutung. Das ruhige Halten mit relativ festem Griff fällt mir mit der kurzen LP leichter.

    Von größere Bedeutung als die Lauf- und die Visierlänge der LP ist - meiner Erhahrung nach - ein passender Formgriff.

    MfG Hans

    Wenn die Beschwerden nur bei einem Auge auftreten, käme ein Wechsel des zielenden Auges in Betracht.

    Ich bin mehreren rechtshändigen Pistolenschützen begegnet, die mit dem linken Auge zielen. Auch in der Weltelite gibt es einige solcher Schützen. Bei Pistolenschützen muß in der Regel der Formgriff der Pistole entsprechend angepaßt werden. Rink bietet Standardgriffe mit einer 7-Grad-Drehung in Richtung auf da kreuzdominate Auge an.

    Wie bei den Gewehrschützen in einem solchen Fall vorgegangen wird, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Es ist amüsant, daß Pardini die Farbenspiele der Walther Meistermanufaktur übernommen hat. Das zeugt von Wettbewerbsdruck.

    Der schnelle Verschluß der Walther GSP RF wird schon seine Tücken haben. Die Praxis wird zeigen, wie häufig es zu Waffenstörungen kommen wird. Der Hinweis auf die hohe Anforderungen an Munition, Pflege und Außentemperaturen ist ein Hinweis auf die Erfahrungen, die bei den Tests gesammelt wurden.

    Letztendlich wird die Energie, welche durch den Rückstoß erzegt wird, nicht vernichtet, sondern nur über Federn und Massen umgelenkt. Der Vorgang soll aber möglichst schnell ablaufen. Eine Alternative wäre die Umwandlung der Rückstoßenergie durch Reibung im Wärme, wie es die Russen vor längerer Zeit bei ihren Schnellfeuerpistolen versucht haben.

    Mit dem Traktor würde iich allenfalls die erste Ausführung der GSP vergleichen.

    Die RF-Versionen der Sportpistolen sind auf die 4-Sekunden-Serien der Schnellfeuerdisziplin ausgelegt. Bei deren Konzeption werden alle konstruktiven Register gezogen. Die Anforderungen an die Munition und die äußeren Bedingungen sind entsprechend hoch. Ansonsten leidet die Zuverlässigkeit. Das sagte Mike Pries bei der Vorstellung der Walther GSP500 Rapid Fire.

    Hallo Alexa,

    wenn die Pistole neu oder zumindest neuwertig ist, liegt höchstwahrscheinliich kein Ermüdungsbruch vor.

    Ich würde zuerst die Gängigheit des Magazinhalters und den festen Sitz des Magazins im Griffstück überprüfen. Dann würde ich mit Hilfe einer Pufferpatrone testen, ob diese Pufferpatrone durch den Verschluß einwandfrei aus dem Magazin über die Lauframpe in das Patronenlager geführt wird. Insbesondere kommt es dabei darauf an, daß der Verschluß auf die Patrone an der richtigen Stelle trifft. Dieser Vorgang sollte unabhängig von der Geschwindigkeit des Verschlußrücklaufs reibungslos ablaufen.

    Wenn hierbei kein Fehler zu erkennen ist, muß man woanders nach der Ursache der Störungen suchen.

    An einer zu schwachen Verschlußfeder kann es nicht liegen, da die Störung bei allen drei Wechselsystemen auftritt.

    Ich nehme an, daß die Pistole ordentlich gepflegt und an den kritischen Stellen geschmiert wird, so daß der jeweilige Verschluß leichtgängig in den Führungsrillen des Griffstücks gleitet.

    MfG Hans

    Hallo Alexa,

    für die Vermutung - die Fehlerquelle für die Funktionsstörung liege im Griffstück - spricht Einiges.

    Für Zuführungsstörungen kann im Allgemeinen auch das Magazin verantwortlich sein. Da hier die Störung bei allen drei Magazinen vorkommt, würde ich die Arretierung der Magazine im Griffstück überprüfen. Die Arretierung bestimmt die Höhe, von der das Verschlußstück die Patronen beim Vorschnellen mitnimmt. Wenn die Ausgangslage der Patronen im Griffstück zu tief wäre, könnte es zu den erwähnten Zuführungsstörungen kommen. Die Patronen sollten am Hülsenboden - nicht darüber - erfasst werden.

    MfG Hans

    Hallo Dennis,

    das Geschoßfett soll bei Patronen in der Standard Velocity die Verbleiung des Laufes verhindern. Bei Patronen in der High Velocity wird die Verbleiung durch die Beschichtung u.a. mit Kupfer verhindert. Die Beschichtungen vermindern die Reibung der Bleigeschosse an der Laufwand.

    Die Qualität des Geschossfetts ist einer der Faktoren, welche die Präzision der Patronen bestimmen. Die KK-Patronen der Qualitätshresteller weisen alle eine ordentliche Beschichtung mit Geschoßfett. Die Geschossfette der Hersteller unterscheiden sich im Inhalt deutlich. Einige Geschoßfette enthalten z.B. Graphit, andere Bienenwachs.

    Wenn eine KK-Standard-Patrone abgefeuert wird, hinterläßt sie im Lauf eine Wachsschicht. Das Geschoß nimmt auf dem Weg wiederum ein wenig von dem Wachs mit, das durch die vorherigen Schüsse aufgetragen wurde. So kann man eine relativ große Anzahl von Schüssen abgeben, ohne den Lauf putzen zu müssen und ohne, daß die Präzision der Schüsse abnimmt. Läufe der Waffen, aus denen KK-Patronen in der Standard Velocity abgefeurert werden, halten sehr lange, ohne daß sich ihre Präzision deutlich verschlechtert.

    Gruß Hans

    Ich habe in der Bedienungsanleitung unter Punkt 8.1 eine Information über die Funktion der Schraube 37 gefunden. Sie dient der Regulierung des Abzugsleergangs. Wenn die Pistole nicht zuverlässig auslöst, könnte es ein Hinweis auf eine zu stramme Einstellung des Abzugsfreigangs sein.

    Wenn die Schraube sich nicht drehen läßt, liegt ein Schaden vor, der aber durch eine geschickten Feinmechaniker zu beheben ist.

    Vielleicht findet sich sogar hier im Forum ein solcher. Ein abgebrochener Schraubenkopf kommt gar nicht so selten vor.

    Merkwürdigerweise wurde nur die Gefährdung angesprochen, die von den Feuerwaffen der Sportschützen ausgeht, jedoch nicht die Gefährdung, die von den Waffen der Jäger, der Polizei und der Bundeswehr ausgeht. Da gab es auch Beispiele eines Waffenmißbrauchs.

    Die nicht registrierten Feuerwaffen wurden erst gar nicht explizit behandelt.

    Es wurde behauptet, daß Sportwaffen grundsätzlich dazu gebaut werden, um zu töten. Das würde auch die gezeigten KK-Matchgewehre einschließen.

    Der Schießsport wurde verzerrt dargestellt. Die gezeigten Beispiele (Vogelschießen im Dorf und Polizeischießstand in Paris) sind m.E. nicht repräsentativ.

    Mit anderen Worten: wenig Recherche, viel einseitige, vorgefaßte Meinung.

    Ich bin auf Schießständen mehrmals störenden Beleuchtungen begegnet.

    Eine solche Störquelle wurde eben von Califax genannt: die zu grelle Beleuchtung der Schießscheiben auf einem Stand mit elektronischer Trefferauswertung. DIe viel zu starke Beleuchtung der Scheiben führt daz u, daß das zielenden Auge dazu tendiert, sich automatisch auf die Scheibe zu fokussieren. Um das Korn und die Kimme bildet sich ein Strahlenkranz, der verhindert, daß die Visierung scharf gesehen wird.

    Eine weitere Störung kann durch eine Lichtquelle von hinten entstehen. Es kann eine offene Tür nach draußen sein oder eine fehlende Abdeckung der Lichtquellen zur Beleuchtung des hinteren Teils des Schießstandes. Die Störquellen von hinten führen dazu, daß die Visierung nicht schwarz, sondern dunkelgrau und mit wenig Kontrast gegenüber der Scheibe wahrgenommen wird. Bei mehreren störenden Lichtquellen kann es zu einer Wahrnehmung von Doppelbildern kommen.

    Irritierenden Lichtquellen von der Seite und von oben kann durch den Einsatz einer geeigneten Kopfbedeckung (Kappe, Sichtschirm) begegnet werden.

    Hallo Kamerad,

    um der Ursache der Störungen im Visierbild im Ausschlußverfahren nachzugehen, müßtest Du die Bedingungen genau schildern.

    Benutzt Du eine Abdeckung für das nichtzielende Auge? Benutzt Du eine Irisblende? Wann warst Du zuletzt bei einem Augenarzt? Wann ist das Glas der Schießbrille zuletzt an die aktuellen Werte angepaßt worden? Hast Du eventuell Medikamente wegen einer Erkrankung einnehmen müssen?

    Eine wichtige Rolle könnte die Belechtung des Schießstandes und der Schießscheibe in der herkömmlichen bzw. der elektronischen Anlage spielen.

    Dem obigen Beitrag von Murmelchen möchte ich beipflichten.

    Durch die Konzentration auf die Schießtechnik, das Aufrufen der erlernten Abläufe vor dem geistigen Auge mittels der Sprache lassen sich störende Einflüsse sowohl im Training als auch im Wettkampf verdrängen. Das haben die Trainer seit Langem schon gelehrt. In neueren Zeiten beschreiben die Sportpsychologen diese Art der Selbstbeeinflussung mit dem Begriff der Neurolinguistischen Programmierung (NLP). Der Steuerung der Atmung kommt beim Ablauf der Teilprozesse zur Abgabe eines Schusses eine wichtige Rolle zu. Die anderen Aspekte - wie Anschlag, Körperspannung, Augen, Arme, Hände, Finger - sollten dabei aber nicht vernachlässigt werden. Letzendlich kommt es auf den koordinierten Ablauf des Gesamtsystems an.

    Zur Vorbereitung auf die Wertungsschüsse stehen dem Schützen je nach Disziplin etliche Minuten im Rahmen der Vorbereitungszeit zu. Die verfügbare Zeit sollte zielgerichtet dazu genutzt werden, sich in Wettkampfverfassung bzw. -stimmung zu versetzen. Dazu sollten die trainierten Abläufe erst geistig bewußt und dann praktisch durchlaufen werden. (Dazu müssen nicht unbedingt unzählige Schüsse abgegeben werden.) Damit läßt sich die nervliche Anspannung in Grenzen halten.

    Desweiteren sollte der Schütze die für die Wertungsschüsse im Rahmen der Sportordnung zur Verfügung stehende Zeit so Nutzen, wie es seinem Rhythmus am besten entspricht. Von dem Geschehen um ihn herum sollte er sich nach Möglichkeit abkoppeln.

    Die Kenntnis der theoretischen Grundlagen hilft bei der Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Schützen.

    Den praktischen Umgang mit der Nervosität lernt der Schütze am besten im Rahmen eines systematischen Trainings sowie in Wettkämpfen. Zu den Wettkämpfen würde ich nicht nur die VM, KM, BM, LM und DM zählen, sondern auch die Rundenwettkämpfe. Das systematische Training von Vereinsmannschaften sollte sich an den Abläufen der Sportordnung orientieren und eine regelmäßige Leistungdokumentation beinhalten. Leider findet ein solches systematische Training - meiner Erfahrung nach - in den Vereinen selten statt. Jeder Schütze trainiert meistens für sich. Es erfolgt meistens keine Dokumentation der Leistungsentwicklung. In diesem Zusammenhang sind Gespräche sehr wichtig, sowohl die Gespräche mit einem Trainer (soweit verfügbar) als auch die Gespräche mit Mannschaftskameraden.

    Ich kann Dir zwei sehr gute Literaturquellen empfehlen, die allerdings nicht mehr neu, sondern nur gebraucht zu kaufen sind.

    1. Makhmoud Umarow, Die Psyche des Schützen (Der Verfasser war nicht nur herausragender Wissenschaftler, sondern auch ein sehr erfolgreicher Pistolenschütze bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und Europameisterschaften. Es ist eines der ersten Werke zu diesem Thema. Es ist spannend zu lesen.)

    2. Bruno Bruckner, Faustfeuerwaffen: Technik und Schießlehre, Stuttgart 1983 (Der Verfasser gibt auch einen fundierten Überblick über die psychische Konditionierung von Sportschützen und gibt Hinweise auf weiterführende Literatur zur Technik der Selbstbeeinflussung.)

    Empfehlenswert ist ein neueres Buch, das wohl auch neu erhältlich ist.

    Heinz Reinkemeier u.a.(Hrsg.), Olympisches Pistolenschießen

    Der DSB bietet auf seiner Webseite Informationsmaterial (Videos) über das sportpsychologische Training im Schießsport an.

    Die oben beschriebenen Zuführungsstörungen hatte auch ich vor einiger Zeit. Sie traten erstmals auf, nachdem ich auf die RWS Pistol Match umgestiegen bin. Die Störungen traten unabhängig von der benutzten Pistole auf. Ich bin den verschiedenen oben genannten Erklärungen erfolglos nachgegangen, um sie auszuschließen. Nachdem ich so etliche Packungen der 5.000 gekauften Patronen verbraucht hatte, habe ich den Service des Herstellers angerufen und ihm das Problem geschildert. Er hatte mir geraten, auf die RWS Club umzusteigen, und darüberhinaus angeboten, die noch vorhandenen Patronen RWS Pistol Match umzutauschen. Nach dem Wechsel der Patronensorte hörten die Zuführungsstörungen auf.