Beiträge von Hans48

    Als nächstes würde ich die Frage stellen, ob die betreffende Selbstladepistole ausreichend geschmiert wird. Die fehlende Schmierung könnte die Ursache für die - oben erwähnte - starke Reibung am Bolzen des Schlittenfanghebels sein.

    Zur Pflege der Pistolen gehört nicht nur die Reinigung und das Ölen, sondern auch die Schmierung. Geschmiert sollten am Lauf die geschlossene Steuerungskulisse, die Verschlußwarzen und das Laufende, das sich beim Schuß in dem - hier sich innerhalb des Verschlusses befindenen -Bushing bewegt. Daneben sollte auch der Verschluß an den Führungsschienen, den Verriegelungsnuten, an der Mündung und an dem Teil geschmiert werden, das beim Verschlußrücklauf auf den Hahn trifft und ihn dabei spannt. Das Griffstück sollte im Bereich der Verschlußführung geschmiert werden.

    Zur Schmierung von Pistolen sind Waffeöle und Waffenvaseline nicht geeignnet. Die Schmierfette sollten sogenannte Festschierstoffe enthalten (Molybdäsulfid, Graphit, Keramikpartikel oder Teflon). Die Festschmierstoffe werden - im Gegesatz zu den Öle und der Vaseline - nicht unter Druck weggeschert. Sie bilden eine haftende Struktur. Ich nehme Molykote oder Abbey Gun Grease LT2. Diese Schmierstoffe beinhalten Molybdäsulfid.

    Fehlende Schmierung an Matchpistolen führt zu Funktionsstörungen und zum vorzeitigen Verschleiß.. Möglicherweise kann die oben beschriebene Funktionsstörung durch eine ausreichende Schmierung beseitigt werden.

    Wenn das Magazin entfernt ist, drückt eine Feder, die am Schlittenfanghebel und am Griffstück befestigt ist, den Schlittenfanghebel nach untent. Das gleiche geschieht, wenn ein geladenes Magazin sich im Griffstück befindet. Erst wenn das Magazin leer geschossen ist, drückt die Magazinfeder über einen aus dem Magazin seitlich ragenden Knopf, der am Magazinzubringerstück befestigt ist, den Schlittenfanghebel nach oben, wobei sie den Gegendruck der schwächeren Feder des Schlittenfanghebels überwindet.

    Daß der Schlittenfanghebel sporadisch bei Schußabgabe bei noch geladenem Magazin nach oben springt, könnte an der Feder des Schlittenfanghebels liegen. Entweder ist sie zu schwach oder sie ist nicht richtig befestigt. (Dagegen spricht aber, daß die Feder erneuert wurde.)

    Der Schlittenfanghebel spielt in der Steuerung des Verschlusses bei den Pistolen (SIG P210, CZ 75 und Tanfoglio Match) eine wichtige Rolle. Sein Bolzen, der durch Öffnungen in beide Seiten des Griffstücks gehalten wird, dient im Zusammenwirken mit der unter dem Lauf angebrachten Steuerungkurve dem Abkippen des Laufes nach unten und der Entriegelung der Verriegelungswarzen aus den entsprechnden Ausnehmungen im Verschluß. Für den reibungslosen Ablauf des Mechanismus ist eine genaue Passung notwendig. Der Bolzen des Schlittenfanghebels sollte nicht einem so starken Reibungsdruck ausgesetzt werden, daß er sich verdreht und so über den Schlittenfanghebel den Rücklauf des Verschlusses sperrt.

    Selbsverständlich mußte es für ein Paar heißen. Kein Schuhmacher und kein Schuhgeschäft nennt den Preis für einen einzelnen Schuh, sondern üblicherweise für ein Paar.

    Die früheren Schuhe von Emil Brüting waren von selten guter Qualität. Das Innefutter war aus Kalbsleder, das aufgeprägte Fußbett ebenfalls lederbezogen. Hier war keine Schuheinlage vonnöten. Die heutigen Modelle des Unternehmens, Astroturfer und Roadrunner, beistzen nicht diese Qualitäten. Eine Schuheinlage wäre hier aber auch fehl am Platz. Ich habe beide, benutze sie aber nicht zum Laufen. Dazu habe ich Laufschuhe von Asics, die von der Materialqualität und der Formstabilität trotz des beachtlich hohen Preises der ironisch gemeinten Bezeichnung "Fußbekleidung" schon sehr nahekommen. Da die genannten EB-Modelle aber durch ihre stabile Form den Fuß gut umschließen und eine flache Sohle aufweisen, ziehe ich sie gern zum Training an. Die richtigen Schießschuhe müßte ich bei jedem Gang zur Scheibe und beim Aufenthalt im Vereinslokal ausziehen.

    Das ist wahr! Aber hoffentlich Wissen zumindest die Hersteller, was sie tun.

    Auf den Videos zu den Pistolenwettbewerbe der ESC-Europameisterschaft 2024 in Osijek ist zu sehen, daß etliche der Schützen Schießschuhe von Sauer tragen. Sauer gewinnt offensichtlich bei Spitzenschützen zunehmend an Akzeptanz. Einige wenige bevorzugen die Schießschuhe von Corami. Adddas ist mit verschiedenen Modellen auch vertreten. Dieses Bild bieten auch die Videos des ISSF-World Cups 2024 in München.

    Ich habe lange Zeit Sportschuhe von Emil Brütting im Training getragen. Er war ein begnadeter Orthopädieschuhmacher, der Spitzenläufer seiner Zeit mit Schuhen versorgte. Aber auch an der besten Qualität nagt der Zahn der Zeit. Als Ersatz habe ich mir ein aktuelles Modell dieser Marke, den Roadrunner angeschafft: nicht schlecht, aber nicht mehr die alte Qualität. Der Easy Top von Sauer, den ich bei RB-Shooting angepaßt habe, hat mir wegen der starken Polsterung mit künstlichen Materialien und des starken Geruchs nicht gefallen. Stattdessen habe ich die Schießschuhe von RBS-Equipment genommen, die wenig Polsterung aufweisen, dafür aber trotz des erstaunlich niedrigen Preises weitgehend aus Leder bestehen. Sie sichern einen stabilen Stand. Allerdings sind sie bei mir bisher wegen der langen Corona-Ausgangssperre nur selten zum Einsatz in Wettkämpfen gekommen.

    Wenn der Mensch barfüssig am leichtesten seine Körpeschwankungen ausgleichen kann, so bedeutet es nicht zwangsläufig, daß die im Wettkampf zu tragende Schießschuhe platt wie eine Tischlerplatte sein müssen. Daraus ergeben sich allerdings Folgerungen, wie ein Schießschuh für Pistolenschützen optimal beschaffen sein sollte. Es wäre interessant zu erfahren, was die oben erwähnten Untersuchungen in den 90-er Jahren für Ergebnisse zu dieser Frage erbracht haben.

    Eine Antwort auf die gestellte Frage könnte ein ausgebildeter und erfahrener Schuhmacher geben. Ich vermute, daß er zu einem Maßschuh raten würde, da ein Konfektionsschuh die gestellten Anforderungen wegen der unterschiedliche individuellen Gegebenheiten der Schützen nicht optimal erfüllen kann. (Diese Antwort bekommen wir regelmäßig auch im Zusammenhang mit dem Pistolengriff zu hören.) Der Pistolenschuh muß eine formstabile Brandohle aus einem speziellen Sohlenmaterial (am besten grubengegerbtes Leder) haben, unter die zunächst eine Zwischensohle und dann eine dünne Gummisohle geklebt wird, um eine Rutschfestgkeit zu erreichen. Der Schuhschaft sollte aus einem relativ festen Material bestehen, um dem Fuß eine guten Halt zu geben. Das Innenmaterial des Schaftes (am besten speziell gegerbtes Kalbsleder) sollte feuchtigkeitsausgleichend und antibakteriell sein. Der Sohle und der Schaft sollten an die Fußform und den Fußumfang angepaßt werden. Zwischen dem Schaft und der Brandsohle sollte eine (relativ dünne) Korkschicht eingebaut werden, welche durch Druck und Körperwärme beim Gebrauch an den Fuß angepaßt wird. Der Absatz bzw. die Sohlenneigung sollte bei Männern etwa 2-3 cm betragen, bei Frauen 3-4 cm - aufgrund evolutionsbedingt anderen orthopädischen Gegebenheiten. Die Herstellung eines solchen Maßschuhes würde je nach dem verwendeten Material zwischen 1.000 - 1.500 Euro kosten. (Kosten eines orthopädischen Maßschuhs: Als Zwischenschritt wird bei der Herstellung ein individueller Leisten nach Maß angefertigt, an den die Sohle und der Schaft angepaßt werden.)

    Ich nehme an, daß die wenigsten Pistolenschützen sich einen solch teueren Maßschuh leisten wollten. Die im Handel angebotenen Schießschuhmodelle - auch wenn sie im Vergleich zu den üblichen Sportschuhen teurer sind - zumeist die gestellten Anforderungen im Rahmen der Konfektion. (Wenn ich die speziellen Sportschuhe für Pistolenschützen mit manch anderen Sportschuhen vergleiche, so kommt mir der Spruch eines Berliner Maßschuhmachers in den Sinn, der die Erzeugnisse der Branche in (echte) Schuhe und (lediglich) Fußbekleidung einteilte.)

    Die Sportordnung verpflichtet die Sportschützen in den Wettkämpfen Schuhe zu tragen. Sie beinhaltet Vorschriften, welche die zugelassenen Schuhe erfüllen müssen. Daß die Schuhe bei Wettbewerben im Pistolenschießen, die unter den Sportordnungen der ISSF, ESC und DSB durchgeführt werden, vorwiegend im Stehen genutzt werden und nur ein wenig im Gehen, ist folgerichtig.

    Daß die Schießschuhe passen sollen, bequem sein sollen und einen guten Stand ermöglichen sollen, sind naheliegende Kriterien, welche an die angebotenen Erzeugnisse der Industrie gestellt werden. Letztendlich geht es dabei in erster Linie um die Stabilität des Schützen. Was aber aus meiner Sicht ebenso in die Bertrachtung einbezogen werden sollte, sind die Balance und das Gleichgewichtsempfinden des Schützen. Der Mensch kann die normalen Schwankungen des Körpers am besten ausgleichen, wenn er barfuß auf dem Fußboden steht. Je mehr Material sich zwischen den Füßen und Fußboden befindet. d.h. je dicker die Schuhsohle ist und je mehr Wölbung sowie Neigung sie aufweist, um so schwieriger wird es für den aufrecht stehenden Pistolenschützen zu balanzieren.

    Wenn ein neues Vereinsmitglied mit dem regelmäßigen Training im Pistolenschießen beginnt, so würde ich ihm nicht zur Anschaffung einer Dienswaffe raten. Die Pistole sollte schon dafür geeignet sein, - eine Beherrschung der technischen Grundlagen des Sports und ein gewisses Training vorausgesetzt - auf 25 m zumindest das Schwarze der Präzisionsscheibe. Ansonsten endet das Unterfangen in Frustration.

    Ich bin auf dem 25 -Pistolenstand kürzlich Schützen begegnet, die mit ihren modernen Dienstpistolen das Schwarze nur selten trafen und etliche Schüsse in das Irgendwo jagten. EIn Schütze - in mittleren Alter und mit guter Kondition - brachte es fertig, mit 50 Schüssen aus seiner 9 mm-Pistole nur einmal das Schwarze der DSB-Präzisionsscheibe zu treffen. (Natürlich sollten solche Schützen nicht sich selbst überlassen werden, sondern im Erlernen der Grundlagen unterstützt werden. Daran mangelt es aber leider häufig.)

    Der Punkt ist, daß die modernen Dienstwaffen (kurzer Lauf, mickrige Visierung, hohes Abzugsgewicht, mäßige Präzision) nicht dafür ausgelegt sind, auf 25 m oder gar 50 m zu schießen, sondern nur auf 10 - 15 m. Ein geübter Schütze kann mit einer Dienstwaffe auch auf 25 m den Spiegel der Scheibe sicher treffen, ein Anfänger eher selten. Die meisten Pistolenstände erlauben es nicht, auf kürzere Entfernungen als 25 m zu schießen.

    Eine sehr gut für die DSB-Disziplin 2.53 geeignete Sportpistole ist die CZ 75 Sport II, die von Waffen Oschatz unter Verwendung des Originalgriffstücks von CZ gebaut wird. (Ganzstahlbauweise, 6 Zoll-Lauf, enge Passungen, getunter Abzug, sehr Präzise) Der Preis für die Neuwaffe liegt um die 2.000 Euro. Gebraucht werden Preise dieses Modell zwischen 1.400 und 1.600 Euro erzielt. Derzeit wird eine gebrauchte CZ 75 Sport II auf eGun von einem privaten Verkäufer aus 64720 Michelstadt angeboten.

    https://www.egun.de/market/item.php?id=19611241

    Nun ist es mal so, dass das Dreieck das stabilste Element in der Mechanik und auch in der Biomechanik ist. (Fahrradrahmen, Hochspannungsmasten, Schulter- Hüfte-Stützarm- beim Gewehrschießen, breitere Fußstellung beim Pistolenanschlag, usw.usw.).

    Der geometrische Ansatz, dIe Stabilität der Handruhe mit dem Kraftverlauf zu erklären, ist sicher erfogsversprechend. Aber das Dreieck erlaubt nur eine zweidimensionale Betrachtung, Bei Pistolengriffen ist aber eine dreidimensionale Betrachtung vonnöten. Wir haben es bei dem Grif und bei der Hand mit Körpern zu tun, da genügt die Darstellung in einer Ebene nicht.

    Der Griffgestalter und Konstrukteur W.A. Rasorenow, der an der Entwicklung der Feinwerkbau AW 93 bzw. deren russischen Vorläufern beteiligt war, hat einen Aufsatz zur Gestaltung von Pistolengriffen aus geometrischer Sicht geschrieben. ("Рукоятка - средство для достижения высших результатов") Источник: https://shooting-ua.com/books/book_30.htm © shooting-ua.com

    (Es ist sympatisch, daß die ukrainischen Schützen keine Berührungsängste gegenüber den russischen Autoren und deren Schriften haben.)

    Ich trainiere entsprechend der Sportordung des DSB u.a. nach den Regeln 2.43 (KK, 6 Serien a 5 Schuß in jeweils 150 Sekunden, beidhändig) und nach der Regel 2,53 (9 mm Luger, 4 Serien a 5 Schuß nin jeweils 150 Sekunden auf die Präzisionsscheibe und 4 Serien a 5 Schuß in jeweils 20 Sekunden auf die Schnellfeuerscheibe, beidhändig). Diese Disziplinen ergänzen sich sehr gut. Das Training mit der KK-Pistole kosten deutlich weniger als das Training mit der Großkaliberpistole. Die Munitionskosten sind deutlich niedriger (KK ca. 5 Euro für 50 Schuß, 9 mm Luger ca. 13 Euro. Ich trainiere zwei mal in der Woche KK und einmal in der Woche Großkaliber.

    Die derzeit angebotenen Großkaliberpistolen von Walther sind für die Disziplin DSB R 2.53 zumindest suboptimal. Sie sind als reine Dienstwaffen konzipiert. Da würde auch ein Tuning nicht weiterhelfen.

    Die Tanfoglio Gold Match, vermutlich die Vereinswaffe, benötigt meistens ein Abzugstuning, weil das Abzugsgewicht ab Werk regelmäßig um 1,8 bis 2,0 kg beträgt. Ansonsten wird sie im Schießsport eingesetzt, weil sie ein gutes Preis-/ Leistungsverhältnis bietet. Deutlich leichter als die Gold Match ist das Modell Ultra Match von Tanfoglio. Es wiegt etwa 1,2 kg, hat aber nur einen 120 cm langen Lauf. Diese Lauflänge reicht eigentlich. Die SIG P210-6, die Lange Zeit als sehr gut geeignete Pistole für das Sportschießen nach DSB-Regeln galt und die vermutich bei der Konstruktion der Ultra Match (und übrigens der CZ 75) als Vorbild diente, hat auch nur eine Lauflänge von 120 cm aufzuweisen. Die Ultra Match wird gebraucht zu Preisen zwischen 400 und 800 Euro angeboten. Das Modell gibt es auch neu (1.000 bis 1.200 Euro). Mir gefällt das alte Erscheinungsbild des Modells (bicolor: Verschluß schwarz, Griffstück verchromt) besser als das neue (beides verchromt). Tangfolio bietet als einer der wenigen Hersteller Sportpistolen in Ganzstahlbauweise an. Aus meiner Sich ist das ein wichtiges Kriterium für die Wahl einer Großkaliberpistole

    Es gibt Waffenhädler, die mehr Waffen auf Lager haben als das regionale Frankonia, aber dennoch weit weniger bekannt sind. Insofern würde ich nicht den Kontakt zu dem nächstbesten Händler suchen, sondern zu einem Händler, der in der Region ansässig ist und der ein größeres Angebot hat. Meisens bieten die größeren Händler auch einen Service (Büchsenmacher im Haus) und können gegebenfalls Ersatzteile (wenn nötig auch aus den USA) besorgen. Insofern wäre die Information über die Region interessant, die für Teamplay von Bedeutung ist.

    Ich interessiere mich für Sportwaffen, auch wenn ich sie nicht unbedingt erwerben möchte. Einen Überblick über die gängigen Modelle erhält man in den größeren Schützenvereinen beim Training und bei den Wettkämpfen in der jeweiligen Disziplin. Wenn sie höflich gefragt werden, geben die Besitzer der Pistolen Auskunft über ihre Erfahrungen mit der jeweiligen Waffe und erlauben u.U. diese in die Hand zu nehmen. Manchmal geben sie dem Sportkameraden sogar die Möglichkeit, mit der Waffe zu schießen.

    Was die Frage des Tuning angeht, so würde ich sie hintanstellen. Es gibt interessante Großkaliberpistolenmodelle, die beispielsweise einen unvorteilhafetn Griff haben oder ein zu hohes Abzugsgewicht aufweisen. Wenn sonst alle Anforderungen des Erwerbers erfüllt sind, kann ein Tuning durchaus in Betracht kommen.

    Die SIG hat als Sondermodelle zu ihren Polizei- und Militärpistolen nebenbei Sportpistolen von sehr hoher Qualität im Kaliber 9 mm Luger hergestellt, insbesondere etliche Exemplare der P210 speziell für die schweizerische Nationalmanschaft.

    Benelli hat die B76 Sportpistole (6 Zolllauf Sportvisierung, Sportabzug, Sportgriff) angeboten, eine Version der damaligen Polizeipistole.

    Sphinx hat die AT 2000 S, Walther hat eine Sportversion der P88 angeboten.

    Das S&W Performance Center hat in den 1990-2010 Jahren Sportpistolen im Kaliber 9 mm Luger von hoher handwerklicher Qualität - insbesondere für den deutschen Importeur Wischo - hergestellt.

    SIG-Sauer hat die P210, P220 und die P226 als Sportversionen in Eckenförde bis vor wenigen Jahren gebaut.

    Die diversen Sportpistolen von Bernardelli und Beretta müssen hier nicht im Einzelnen erwähnt werden.

    Möglicherweise kennt sich jemand aus dem Forum noch besser aus.

    Die genannten Sportpistolen eignen sich nicht nur für die Disziplin nach der Regel 2.53 des DSB, sondern auch für die Disziplin 2.45 (Zentarlfeuerpistole) - sofern keine Mantelgeschosse verschossen werden. International wurde die Disziplin "Zentalfeuerpistole" ursprünglich mit richtigen Großkaliberpistolen und -revolvern geschossen.

    Neben den Waffenhändlern und der eGun-Plattform gibt es noch einen dritten Weg, eine guterhaltene, gebrauchte Sportpistole günstig zu erwerben: das sind die persönlichen Kontakte in mitgliederstarken Schützenvereinen. Es gibt dort laufend Mitglieder, die alters- oder krankheitsbedingt ihre geliebten Sportgeräte - wenn auch schweren Herzens - abgeben möchten. Dier Weg erfordert jedoch Zeit und etwas Geduld. Dabei könnte aber am Ende ein Schatz aus der guten alten Zeit des Sportpistolenbaus sein neues Zuhause finden.

    Vor der Beantwortung der gestellten Frage sollte geklärt werden, welche Disziplin mit der angeschafften Pistole ausgeübt werden soll. Die Pistole sollte den Regeln der ausgeübten Disziplin entsprechen und sollte das Regelwerk möglichst ausschöpfen, um gute Ergebnisse zu erzielen.

    Ich übe den Schießsport in einem Verein aus, der sich an der Schießsportordnung des DSB orientiert. Mit der Pistole im Kaliber 9 mm Luger wird nach der Regel 2.53 geschossen. Für die Pistolen gibt es Vorgaben bezüglich der maximalen Lauflänge, des maximalen Gewichts, der maximalen Abmessungen und des minimalen Abzugsgewichts.

    Es gibt inzwischen nicht mehr viele Hersteller, welche Pistolen im Kaliber 9 mm Luger herstellen, die für diesen Wettkampfsport optimal geeignet sind. Einige der angebotenen Modelle lassen sich durch Tunigmaßnahmen verbessern. Das Tuning betrifft meistens den Pistolengriff, die Visierung und den Abzugsmechanismus. Das Tuning des Abzugs ist eine Maßnahme, die aus einer guten Gebrauchspistole eine Wettkampfwaffe machen kann. Aber nicht jeder Büchsenmacher kann das Tuning in der erforderlichen Qualität und zu vertretbaren Kosten durchführen. Es gibt Spezialisten für das Tuning der Pistolen von SIG P210, SIG-Sauer P220, CZ 75, Tanfoglio und S&W. Das Abzugstuning erfolgt gewöhnlich über die Nachbearbeitung der gleitenden Abzugsteile und den Austausch von Federn, um das Abzugsgewicht zu vermindern. Generell kommt es beim Tuning auf die konstruktiven Voraussetzungen der vorligenden Pistole an. Bei eingen Gebrauchspistolen kommt ein Tuning in Bezug auf sportliche Belange erst gar nicht in Frage. Dazu gehören u.a. Pistolen mit einem Schlagbolzenschloß.

    Bei einem Budget von 1.000 Euro kommen eigentlich nur gebrauchte Pistolen in Betracht. Aus meiner Sicht dürften CZ 75 Sport und die Tanfoglio Match interessant sein. Bei diesen Modellen dürfte die Versorgung mit Ersatzteilen bis auf Weiteres gesichert sein. Die neue Pistole sollte aber von Vorherein auch ohne ein Tuning für den Wettkampfsport geegnet sein. Das Tuning, das einige hundert Euro kosten kann, kann bei Bedarf später nachgeholt werden.

    Zunächst: ich bin kein Profi, sondern ein Amateur.

    Für die täglich mehrere Stunden trainierenden Profis gelten sicherlich andere Überlegungen als für die Hobbysportler, welche konditionell nicht die gleichen Voraussetzungen mitbringen.

    Nun schlage ich folgendes Experiment vor. Ich halte meine ausgesteckete Hand in Richtung eines Ziels und prüfe, ob ich sie ruhig halten kann. Dann nehme ich eine kurze und leichte Sportpistole (z.B. eine Hämmerli 208 oder X-Esse) in die Hand und beobachte, ob ich sie ruhig halten kann. Schließlich nehme ich eine Luftpistole ohne Gewichte in die Hand und schaue, ob sich genauso ruhig halten kann. Als letztes wiederhole ich das Experiment mit der Luftpistole mit Laufgewichten. Ich habe festgestellt, daß ich die leichte und kurze Sportpistole am längsten ruhighalten kann. Bei dem Experiment mit der Luftpistole habe ich beobachtet, daß die Gewichte nur für eine relativ kurze Zeit von Vorteil sind. Bei einer Serie von 60 Schüssen sind sie von Nachteil. Sie beanspruchen die Muskulatur und insbesondere das Handgelenk übergebührlich.

    Meine Erfahrungen basieren auf den bei mir gegebenen Voraussetzungen, insbesondere einer nur mittelmäßig trainierten Kondition. Bei einem Sportler, der regelmäßig Ausdauer- und Krafttraining betreibt, sind andere Voraussetzungen gegeben.

    Meiner Ansicht nach - sind die derzeit verbreiteten Preßluftpistolen (Feinwerkbau, Steyr, Walther usw.) ausreichend vorderlastig ausbalanciert. Die Feinwerkbau 102 ist m.E. zu vorderlastig. Sie ruhig zu halten, erfordert eine sehr gute Kondition.

    Letztlich entscheidet die Kondition, ob es dem Schützen gelingt, die Pistole ausreichend lange ruhig zu halten, um über eine Wettkampfdistanz nur gut kontrollierte Schüsse abzugeben .

    Ich habe mir ein Ersatzmagazin zur SIG-Sauer P210 Target gekauft. Dieses Magazin paßt auch zur SIG P210 mit dem unten sitzenden Magazinhalter. Es weist eine Verlängerung aus Kunststoff auf, die einen - im Vergleich zu dem originalen Magazin - angenehmeren Sitz für den kleinen Finger bietet. Allerdings war das Ersatzmagazin für die SIG-Sauer P210 Target schon damals ziemlich teuer und es ist inzwischen noch teurer geworden. Die Anschaffung hat sich aber insofern gelohnt, daß ich den schon angeschafften längeren Pisolengriff von Nill nicht mehr montieren mußte. Der originale scharze Kunsstoffgriff liegt mir gar nicht so schlecht.

    Ich habe zuletzt 5.000 Stück RWS Club aus Sportpistolen verschossen, nach 2 * 5.000 Stück CCI. Die Präzision beider Sorten dürfte in etwa gleich sein. Die RWS Club verschmutzt die Pistole etwas weniger als die CCI. Sie wird in ordentlichen Schachteln verpackt, was sie im Gebrauch kompfortabler macht. Die CCI packe ich vor Gebrauch in alte RWS-Schachteln um. Die CCI ist allerdings preislich deutlich günstiger als die RWS. Beide Sorten sind ordentlich gefettet. Die Fettschicht der CCI-Patronen wird aber an den Köpfen durch die Art de Verpackung häufig weggedrückt.

    Ich hatte aber leider eine Charge von CCI-Patronen, bei der es relativ viele Zündversager gab. Die Delaborierung zeigte, daß in den betreffenden Patronen gar kein Zündsatz enthalten war. Die gleiche Erfahrung haben auch meine Vereinskameraden gemacht, die wohl Patronen aus derselben Charge erhalten haben.