Ich habe mir nur die ersten 10 Schuss etwas genauer angeschaut.
Der Mittelwert von Beginn der Abwärtsbewegung in der Messung bis auf Höhe der Zehn beträgt 0,88s in den ersten 10 Schuss. Der Halteraum wird zu schnell erreicht. Durchsacken durch den Halteraum ist die Folge. Bei Schuss 7 und ansatzweise auch bei Schuss 8 passiert das nicht. Sonst teilweise sehr deutlich. Die schnelle Annäherung ist sicherlich auch nicht ganz unbeteiligt bei den deutlichen Abweichungen des senkrecht nach unten verlaufenden Zielwegs. Gut zu sehen bei Schuss 4. Temporeduktion mit sich parallel entwickelnder Steuerung der Feinmotorik in diesem Teil der Arbeitsphase führt zu deutlich besser kontrollierbaren Annäherungen an den Halteraum.
Beim Zielverhalten sehe ich für einen Anfänger keine gravierenden Probleme. Der Mittelpunkt des Zielens liegt bei den ersten Zehn Schuss in der 8. Vom Trend etwas zu tief, dass kann aber auch an der Scattkalibrierung liegen.
Das Auslöseverhalten ist bei der Scatt-Expert-Software eher bescheiden zu beurteilen. Interessant wäre es wie bei Scatt-Professional möglich, den Zielweg der letzten Zehntelsekunden farblich darzustellen. Ich kann bei mir nur die Farbe für die letzten 3 Zehntel festlegen. Die sind aber nicht so ausagekräftig. Auch der Vergleich der Kontrollzeiten von 1s zu 0,1s ist nicht möglich, da sich die Zeit nur auf 0,25s reduzieren lässt.
Als Anhaltspunkt lässt sich aber der DA-Wert nehmen, der den Abstand zwischen Mittelpunkt des Zielens und dem Treffer anzeigt. Große Werte weisen auf Probleme beim Abziehen hin. Schuss 1 und 7 würde ich da einordnen. Die anderen Schüsse aus der ersten Serie sehe ich bei einem Anfänger unkritisch. Die liegen passabel nah am Mittelpunkt des Zielens wo sie sein sollen.
Die Auslösephase liegt mit 3,26s im Mittel eigentlich im vom Technikleitbild DSB für LP vorgesehen Zeitfenster 3-5s. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie oft von den Korrekturen aus der zu schnellen Annäherung geprägt sind und die Zeit nicht für die gefühlvolle und kontrollierte Restdruckgverstärkung verwendet wird. Bei kontrollierterer Annäherung ließen sich die Auslösezeiten ohne Qualitätseinschränkungen auf 2-3s reduzieren.
Gute Werte und gute Ansätze Wolfgang! Scattdaten zu interpretieren, finde ich viel sinnvoller als die hier oft eingestellten Schussbilder.
Wenn Du auf ein Scatt MX-02 Zugriff hast, solltest Du die Verwendung der Scatt-Professional-Software in Erwägung ziehen. Die lässt sich meines Erachtens nach besser auswerten.