Da ich etwas zur Zuverlässigkeit der 280er beitragen möchte, hänge ich die Hinweise mal hier dran. Grundsätzlich hervorragende, ausgereifte Technik. Wenn der Griff zur Hand passt, braucht man m. E. keine modernere Waffe. Aber man muss differenzieren. Mit Kaliber .22 absolut problemlos mit zweigeteilter Verschlussfeder. Allerdings habe ich mit Kaliber .32 immer wieder Störungen erlebt - hierauf möchte ich eingehen.
Anfangs einteilige Feder mit 1mm Drahtdurchmesser, 8cm Länge und 28 Windungen. Sowohl mit Fiocci- und Geco-Patronen. Diese Störungen waren bei der DM 2016 ebenfalls aufgetreten, weshalb ich bei Walther die zweigeteilte Feder mit 1,1mm (5,5cm lang) und 1.2mm (2,5cm lang) Draht einbauen ließ. Damit nahmen die Störungen allerdings erheblich zu. Zur Art der Störungen: Die nachfolgende Patronen sitzt verkantet vor dem Patronenlager oder kommt gar nicht erst hoch. Also nehmen die Störungen mir Zunahme der Federhärte zu. Ein Experiment mit einer Feder 0,8mm, 8cm lang, in Kombination mit der 1,2mm-Feder zeigt, dass dann keine Störungen mehr auftreten. Das ist schonmal ein schöner Erfolg und zeigt, dass die Feder grundsätzlich weicher sein sollte, als die originale. Jetzt fehlt nur noch eine Feinabstimmung mit diversen Federhärten, um auch das Rückschlagsverhalten zu optimieren.
Übrigens hinterlassen beide Patronensorten dunkelgelbe, harte Krümel im Gehäuse. Hierzu interessieren mich die Erfahrungen der anderen Schützen.
Beiträge von HaPe258
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Das Zubehör ist eingetroffen und ich konnte das OSP-Gewicht (ca. 110g) ausgiebig testen. M. E. gerät die Viesierung nach dem Schuss deutlich weniger aus dem Ziel, als ohne. Also eine klare Empfehlung meinerseits für die schnellen Schussfolgen.
Da ich an einem möglichst geringen Gesamtgewicht bzw. an einer geringen Vorderlastigkeit interessiert bin, werde ich es allerdings nur für die Standarddisziplin verwenden.Noch ein Nachsatz zur Verschmutzung: In der Abzugsmechanik sammeln sich kleine Krümel, sehen aus wie feiner Sand. Das macht vermutlich nichts, stört mich aber trotzdem - zumal man dort schlecht reinigen kann. Lt. Walther könnten das Pulverrückstände sein, die man am besten mit Pressluft beseitigt - ich werde mal eine Pressluftkartusche draufhalten.
Gruß, HP.
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So, nun habe ich seit längerem nicht mehr reingeschaut. In der Zwischenzeit fiel meine Kaufentscheidung zu Gunsten der mechanischen SSP aus. Ausschlaggebend waren dafür v. a. die Handlage, der Griff, die niedrige Visierlinie, das geringe Gewicht und das moderne Konzept. Im Training machten sich diese Eigenschaften dann auch positiv bemerkbar - dichteres Trefferbild und weniger Armermüdung. Im Wettkampf hat mir das allerdings bisher noch nichts genützt, weil mein Nervenkostüm leider nicht von der SSP profitiert.
Von der AW93 hatte ich mich aufgrund der widersprüchlichen Gerüchte um ein Nachfolgemodell gedanklich verabschiedet. Aber besten Dank an br60 für seinen Beitrag zur AW93, der für andere Interessenten sicher hilfreich ist.
Die Pardini erscheint mir überteuert und bzgl. Zuverlässigkeit fragwürdig.Nun zu meinen praktischen Erfahrungen mit der SSP (SerNr. >5300, RWS PM SR): Nach ca. 800 Schuss gab es keine Störung und innen sieht sie noch ziemlich sauber aus. Der Sicherungshebel ist zu beachten, weil er schon bei leichter Verdrehung das Abziehen verhindert. Eine zweite Kimme ist nicht erforderlich, wenn man für Duell 20 Umdrehungen hin- und herdrehen möchte. Der Hochschlag ist geringer, als ich es von der SSP-E in Erinnerung habe. Die Dämfung funktioniert ziemlich gut - ab 2012 ohne O-Ring an der Verschlussstange. Das Zerlegen und Reinigen empfinde ich als recht simpel. Weil der "Schlagbolzen" mit einer rel. großen Fläche in einer Führung gleitet, darf sich hier nicht zuviel Dreck ansammeln. Daher sollte man nur einen dünnen Ölfilm auftragen - ich nehme "Break Free". Den Abzug habe ich mit ca. 300g ab Druckpunkt eingestellt - ist auch herstellerseitig so. Er bleibt aber aus meiner Sicht das größte Manko der SSP. Wenn ich nicht den Vergleich zur Hämmerli 280 hätte, wäre er okay, aber so....Obwohl der Abzug der Hämmerli etwas schwerer eingestellt ist, fühlt er sich leichter und v. a. geschmeidiger an. Der SSP-Abzug ist dagegen ab Druckpunkt ziemlich knackig und erfordert ein eher bewusstes Abziehen. Angenehm finde ich aber, dass der Druck nach Auslösen weiter ansteigt und somit kein Triggerstop erforderlich ist.
Insgesamt bin ich mit meiner Entscheidung pro SSP sehr zufrieden und kann das Gerät, wenn es aus aktueller Fertigung ist, empfehlen.
Demnächst wird das OSP-Gewicht eintreffen und ich bin auf dessen Wirkung gespannt. Auch eine zweite Kimme habe ich mir gegönnt - schade, dass es kein serienmäßig umstellbares Korn gibt.Gruß, HP.
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Hallo Gemeinde,
da auch ich auf der Suche nach der für mich optimalen KK-Pistole bin, bedanke ich mich hiermit für die bisherigen Beiträge. Eure Erfahrungswerte sind im wahrsten Sinne des Wortes Werte, auch wenn individuelle Ansprüche zu berücksichtigen sind, die aber in den Beiträgen oft zum Ausdruck kommen.Bisher habe ich, wie die meisten von Euch, viele Testberichte und Forenbeiträge gelesen, Vereinskameraden befragt und mit Herstellern gesprochen. Nur die praktische Erprobung ist oft nicht möglich oder mit viel Aufwand verbunden.
Meine Favoriten sind bisher Walther SSP & SSP-E, FWB AW93, Pardini SP Edition, Tesro TS 22 - eine große Auswahl hat man ja ohnehin nicht.
Um praktische Erfahrungen zu sammeln war ich zunächst bei Frankonia. Dort konnte ich mangels Schießstand (NRW) nur Griffgestaltung, Balance, Laufachse, Visierung und Abzug testen. Dabei schied die AW93 wg. unbequemen Griff und Fingerstellung zum Züngel aus (90er Hand). Die SSP lag verdammt gut in der Hand (M-Griff), die Balance war sehr angenehm und der mechanische Abzug fühlte sich gut an.Da ich die Disziplin Standardpistole mag, kommt es mir v. a. auf ein ruhiges Schussverhalten an. Also musste ich auch mal mit den Dingern schießen.
Zuerst sollte es die Tesro sein, weil ich noch keine Pistole mit Wechselsystem hatte - nun habe ich die Hämmerli 280. Herr Römer wollte mir eine Vorführpistole an einen Händler meiner Wahl schicken. Da ich noch keinen Händler mit Schießstand kannte, hatte ich im Umkreis versucht einen zu finden, doch es kam nicht dazu. Die meisten Händler sehen ihren Schwerpunkt bei GK und Jagd und scheuten wohl den Aufwand für einen KK-Test. Auch Herr Römer meldete sich nicht mehr, weshalb ich dachte, "wer nicht will, der hat schon".Dann hatte ich aufgrund meiner Steyr LP10E den Wunsch nach einem vergleichbaren Abzug für die KK. Mich stört beim mech. Abzug das Reiben der Klinken und der plötzliche Druckabfall nach dem Auslösen - den Triggerstopp halte ich für eine Notlösung, die auch zum Verziehen führen kann. Wie bei der 10E sollte der Druck am Züngel weiterhin ansteigen.
Also musste ich die neue SSP-E testen. Bei Waffen Braun in Niederzier war das dann auch möglich. Er bekam eine Vorführ- und eine Neuwaffe von Walther. Dass die Vorführpistole nach dem Aufladen nicht funktionierte, war dann auch schon ein interessanter Eindruck (alter Version). Die neue Pistole durfte ich dann aber ausgiebig testen - und mit meiner 280er vergleichen.Sofort fühle ich mich mit der SSP sehr wohl und hatte auch ganz gut getroffen. Nur wusste ich aus Erfahrung, dass man mit einer unbkannten Pistole wesentlich konzentrierter umgeht und auch seine Erwartungen bestätigt sehen möchte. Im Laufe der Zeit relativierte sich der Eindruck. Mit der der RWS Pistol Match SR war der Schussabgang deutlich härter, als ich gehofft hatte. Nur die Art des Hochschlags war anders als mit der 280er. Um schnelle Folgen zu schießen, dauerte es dann entsprechend, um mit der Visierung wieder im Ziel zu sein.
Dann der Abzug - ganz anders als bei der 10E realisiert. Es war für mich nicht angenehm, dass man quasi nur drücken musste, ohne einen Weg, bis auf den Vorweg, zu spüren. Den erforderlichen Druck empfand ich subjektiv höher, als gewohnt - nicht nachgemessen. Außerdem sehe ich darin den gleichen Nachteil, wie beim Triggerstopp - für OSP mag das wiederum ein Vorteil sein. Es trat übrigens keine einzige Störung auf.
Letztlich konnte ich mich nicht zum Kauf der SSP entschließen und bin umso dankbarer für Möglichkeit zu testen.Kürzlich konnte ich einen Vereinskameraden mit seiner mechanischen Pardini SP im Wettkampf beobachten und befragen. Er schießt hervorragend und der Hochschlag ist harmlos - übrigens verwendet er ebenfalls RWS PM SR. Es trat übrigens eine Störung auf und selbst rät vom Kauf einer Pardini ab. Begründung ist, dass sie nicht den geringsten Visierfehler verzeiht. Das ist m. E. aber grundsätzlich so und es kommt eigentlich mehr darauf an, wie gut man sich auf seine Pistole eingestellt hat. Aber die Pardini ist mir zumindest wg. der gelegentlichen Störungen suspekt.
Bleibt aus meiner Sicht doch noch die AW93 zu untersuchen. Ich stelle mir vor, dass sie meinen Ansprüchen an ruhigem Schussverhalten am nächsten kommt und die Auswahl der Munition sollte auch keine große Rolle spielen. Mit einem Maßgriff könnte sie evtl. doch noch akzeptabel in der Hand liegen - wer weiß.
Übrigens kann man m. E. nicht genug betonen, wie wichtig der Griff für hohe Ringzahlen ist.Ich hoffe, dass Euch meine Eindrücke und Überlegungen etwas nützen und würde mich sehr über Beiträge zur AW93 freuen.
Gruß, HP.