Beiträge von Califax

    Ich habe in Trainingslagern folgendes Schießspiel kennengelernt.
    Ich hoffe, daß ich die Regeln hier richtig wiedergebe (für Korrekturen/Ergänzungen wäre ich dankbar)

    Contra-Match
    Jeder Schütze gibt genau einen Schuß ab, dann ist der rechts von ihm stehende an der Reihe.Ist die Reihe durch, wird wieder links begonnen.
    Der, der gerade „dran“ ist, soll/muß mindestens die gleiche Ringzahl wie sein Vorgänger erzielen.
    Die Differenz zum Vorgänger wird wie folgt gewertet (und aufgeschrieben):
    - gleiche Ringzahl: weder Vorgänger noch Schütze bekommen Abzüge
    - höhere Ringzahl als Vorgänger: Vorgänger bekommt Differenz abgezogen
    - niedrigere Ringzahl: Schütze bekommt Differenz abgezogen.
    - Der „Einsatz“ kann verdoppelt werden, wenn der Schütze vor seinem Schuß „Contra!“ ruft.
    Wenn ein Schütze einen vorher festgelegten Wert an Minuspunkten gesammelt hat, scheidet er aus dem Spiel aus.
    Sieger ist der, der zuletzt übriggeblieben ist.

    Zitat

    Kann mir bitte jemand Informationen geben, was „Normalsterbliche“ tun müssen, um Vereinsmitglied zu werden? Was ist meinerseits notwendig, um in den Verein aufgenommen zu werden? Reicht eine Antragstellung aus? Muss ich etwas vorweisen?

    Die theoretische Möglichkeit, ohne Verbandsmitgliedschaft eine WBK (Waffenbesitzkarte, eine der Voraussetzungen, eine erlaubnispflichtige Waffe erwerben zu können) existiert. Ist aber etwa so gebräuchlich wie die jungfräuliche Empfängnis.

    Geh zu einem Verein des von dir favorisierten Verbandes und erkundige dich genau dort vor Ort, welche Aufnahmekriterien dieser Verein hat. Das variiert nämlich von Verein zu Verein (im Rahmen des BDMP heißen diese Vereine SLG).

    Und ja, um Sportschütze zu werden, muß man schon ein klein wenig Leidensfähigkeit mitbringen. Ist aufgrund der staatlichen - statistisch erwiesen ungerechtfertigten - Restriktionen und des damit verbundenen Aufwandes im Endeffekt ein elitärer Sport. Wer aber die Hürden überwindet, dem eröffnen sich Möglichkeiten, von denen Otto und Ottilie Normaluntertan nicht zu träumen wagen.

    Zitat

    In diesem Forum wird dir als Aussenstehender allerdings nicht geholfen. Ob diese so Elitär, abgehoben oder sonstwas sind, keine Ahnung.


    Nun, so wenig hilfreich sind die vorangegangenen Antworten nun nicht.

    Fakt ist, daß, wie @Königstiger schrieb, es in Deutschland schon kaum (zivile) 300m-Stände gibt und noch weniger längere.
    300m halte ich persönlich für schon recht ambitioniert, bei etwas Sonnenstrahlung kann die Mirage grausam sein...
    Auch sollte man dran denken, wie man selbst (nicht nur das Projektil) die Entfernung vom Schützen zum Ziel überbrückt: Scheibe muß auf- und abgehängt werden und die Einschüsse möchte man ja auch sehen können.
    Oder man schießt auf Stahlziele - oder oder oder.

    Über die Sportordnung des BDMP kann man sich hier http://www.bdmp.de/dateien/Handbuch/Reg9.pdf informieren, F-Class ist unter D.23 zu finden.

    Zitat

    Bin jetzt seit einigen Tagen auch Mitglied im BDS. Kann man da auch Kleinkalibergewehr schießen?


    Na klar!
    Ganz viele Disziplinen!
    z.B. 50m Präzision - mit Matchsportgewehr (wie beim DSB, allerdings nur liegend), "Dienstsportgewehr KK" - sowohl "offene Kimme" (z.B. mit einem Brünner Modell 1 bis 4 KK-Gewehr) als auch "geschlossene Kimme" (z.B. Enfield Trainer Nr. 7, 8 oder 9), Unterhebler, Selbstlader miz und ohne Optik...
    z.B. 50m Intervall und Zeitserie (Intervall geht auch mit Repetierer, Zeitserie nur mit Selbstlader)
    z.B. 50m Symbolscheibe (Selbstlader mit Optik)
    Nicht zu vergessen Büchse Fallscheibe und Speed! (nur Selbstlader und UHR)

    Ellenbogen beim Training schonen:
    Im Sanitätsfachhandel gibt es gepolsterte Ellenbogenschoner zur drüberziehen. Hat mir damals auch geholfen.

    Vielleicht könntest Du Deine Einschätzung ja mal mit ein paar Zahlen zum Leben erwecken?

    Nachwuchspokal 2014 http://saechsischer-schuetzenbund.de/fileadmin/user…koll_web_01.pdf
    und
    Nachwuchspokal 2013 http://saechsischer-schuetzenbund.de/fileadmin/user…3_Protokoll.pdf

    Z.B. Luftpistole Schülerklasse, männlich:
    2013 - Gold mit 162 Ringen, wäre 2014 nur Platz 7
    2014 - Gold mit 174 Ringen

    Luftpistole, Jugend weiblich
    2013 - Gold mit 325 Ringen, wäre 2014 nur Platz 3
    2014 - Gold mit 372 Ringen

    etc. pp.

    Aber ok, warten wir mal die Landesmeisterschaften ab.

    Das kann dazu noch eine üble Schleimbeutelentzündung werden...
    Gegen die Hautentzündungen hilft Salbe mit Kamille.

    Das Problem ist, daß im DSB eigene Matten lt. SpO verboten sind und man sich auf den müffelnden Dreck legen muß, der schon die Schulkinder zu Zeiten der GST (Gesellschaft für Sport und Technik, eine paramilitärische Massenorganisation der verflossenen größten DDR aller Zeiten) gequält hat. Und im Westen sinds oft andere genauso miese krankmachende Materialien, hartes oder haltloses und damit unbrauchbares Plastikmaterial vom Billigstdiscounter. Diese Regel ist vorsätzliche Körperverletzung, darum werde ich im DSB keine Wettkämpfe liegend schießen!

    Die Lösung sind Airex-Matten. Die Matten, die auch der Physiotherapeut in seiner Praxis hat. Teuer, aber richtig gut.

    Nachdem ich mir beim Hausbau meinen rechten Ellenbogen 2x demoliert hatte (mit Schleimbeutelentzündung in Folge), habe ich mir eine solche Matte in 2cm Dicke gegönnt und sie mit Erfolg in einem Verband benutzt, in dem man das darf: BDS. Mein Ellenbogen ist wieder fast wie neu, hat aber mehrere Jahre (!!!) bis zur vollständigen Genesung gedauert.

    Bei der Durchsicht der Wettkampfprotokolle 2014 und 2013 ist mir aufgefallen, daß es in Sachsen zu einem z.T. erheblichen Leistungsanstieg im Nachwuchsbereich - Schüler bis Junioren - bei LP und MLP gekommen ist.
    Gewinner-Ringzahlen vom Vorjahr reichten dieses Jahr nur für mittlere Plätze.
    Ich tippe darauf, daß es u.a. die regelmäßige Teilnahme an den Ferienlehrgängen ist, die das bewirkt.

    Ist das bei euch auch so?

    BTW:
    Nach dem Dokument von Herrn Furnier ist der Start der WERTUNG der "Nullpunkt", also die Uhrzeit, die auf der Startkarte / Standverteilungsliste steht - nicht der Start der Probezeit! Das dürfte zusätzlich für Verwirrung sorgen.

    Zitat von Tomislav

    Die Vorbereitungszeit vor dem Probeschießen ist also nirgends festgelegt und somit ein Stück weit Auslegungssache des Ausrichters?

    Doch, ganz genau und auch, was man wann tun darf (Zeiten immer in Bezug auf Wettkampf-Start):
    http://www.dsb.de/media/PDF/Stat…nung_Teil_0.pdf
    Da das ein offizielles DSB-Dokument ist, halte ich es für verbindlich.


    0.9.3.2 Vorbereitungszeit bei Gewehr/Pistole 10 m/50 m/300 m

    Zeitablauf
    neue Schießzeitregelung außer 25m und LG 3-Stellung

    - 30 Minuten
    Aufruf der Starter zur Standbelegung
    In dieser Zeit erlaubt:
    Waffen aufbauen
    Hilfsmittel aufbauen
    Stand einrichten
    Halteübung und Trockenabzug
    Während dieser Zeit können die Trainer/Betreuer bei Wettkämpfen im
    Schüler-und Jugendbereich noch den Sportler am Stand betreuen
    Während dieser Zeit finden die Kontrollen durch die Aufsichten statt.

    - 15 Min 30 Sek
    Beginn der Probe und Vorbereitungszeit
    In dieser Zeit kann der Sportler
    Anschlagsübungen machen
    unbegrenzte Probeschüsse machen.
    - 1 Minute
    Ansage der letzten 30 Sekunden Probezeit
    - 30 Sekunden
    Stopp Probe-/Vorbereitungszeit
    +/- 0
    Wettkampfzeit Start

    Hinweis:
    Bei KK 3-Stellung (3x20 und 3x40) wird Gesamtzeit geschossen. Der Wechsel auf
    Probe bei liegend und stehend erfolgt selbstständig durch den Schützen innerhalb
    der vorgegebenen Gesamtzeit.
    Bei den 25 m Wettbewerben sowie der mehrschüssigen LP 10 m und Vorderlader
    sind die disziplinspez. Regeln zu beachten.
    Bei LG 3 Stellung wird Einzelzeit geschossen.

    Durch die neue SpO ist ja die Zeit für das Probeschießen (im Speziellen für Luftpistole/Luftgewehr) auf feste 15 Minuten festgelegt worden.
    Für manche unserer (insbesondere jungen) Schützen eine Qual, weil zu lange ... manche würden gerne mehr Zeit dafür haben, um das Plateau der Leistungsfähigkeit zu erreichen.

    Wie teilt IHR (bzw. die von euch betreuten Schützen) eure Zeit für das Probeschießen ein?

    Umfüllen ist KEINE Lösung. Zumindest keine praktikable. Die Zeit, in der meine Kinder für mich noch mit Begeisterung Patronen umgefüllt oder in Ladestreifen aufgefädelt haben, ist leider vorbei.

    Aber eine etwas komplexere Halterung für die CCI-Matrix, die diese in einer bestimmten Höhe fixiert, könnte ich mir recht gut vorstellen.

    Man kann die Dämpfung auch erhöhen, indem man sich zusätzlich noch Stöpsel in die Ohren steckt.
    Mache ich z.B. IMMER beim Flintenschießen, da hier leicht "im Eifer des Gefechts" auch der Kapselgehörschutz vom Ohr geschoben werden kann (unsauberer Anschlag).
    Man kann auch mit Stöpseln im Ohr und aufgedrehtem elektronischen Gehörschutz ganz gut kommunizieren.

    Und wo steht, das qualitative, also stark leistungsorientierte, Nachwuchsarbeit, der quantitativen, mehr geselligen, Nachwuchsarbeit vorzuziehen ist.

    Nirgendwo. Das sollte sich ergänzen.

    Meine Kinder gingen früher zu den Jugendcamps, deren Abschluß immer der Landesschützentag war. Bis sie sich beschwerten, daß da überhaupt nicht geschossen würde.
    Nun gehen sie zu den sog. Kaderlehrgängen, die regelmäßig in den Ferien stattfinden. Ihr eigener Wunsch!
    Aber nicht alle Kinder (und natürlich auch die Erwachsenen) sind gleich und haben die gleichen Bedürfnisse, wichtig ist, daß sie an die Vereine gebunden werden - egal, ob primär gesellig oder primär sportlich.


    Nachwuchsarbeit fängt in der Schülerklasse an. Deshalb habe ich einen Medaillenspiegel von der letzten DM 2013 für alle Schülerwettbewerbe LG und LP ...

    Interessante Zusammenstellung.
    Allerdings fängt IMHO die Nachwuchsarbeit schon weit VOR der regulären Schülerklasse an.
    Eines der Gold-Mädchen von 2013 betreue ich selber, sie ist jetzt gerade 14 geworden und bereits seit sieben Jahren im Schießsportverein!