Warum hängt der Breitensport denn vom Anschlag ab? Praktiziert man etwa sofort Leistungssport, wenn man Stehend schießt?
Hängt natürlich nicht von Anschlag ab, aber Leistungssport beding nun mal auch internationale Wettbewerbe.
Den zweiten Aspekt hast Du Dir schon selbst beantwortet:
Zitat
Zudem muss man sich Stehend auch erst einmal ein gewisses Niveau erarbeiten, während es normalerweise auch einem eher
untalentierten Einsteiger leicht fällt, aufgelegt auch vermeintlich halbwegs akzeptable Ergebnisse zu schießen.
Was Du hier so negativ darstellst ist ein Aspekt des Breitensports.
Da geht es um Spaß, schnelle 'Belieferung' des Belohnungszentrums im Hirn oder
auch nur darum, Couchpotatos mal von der Glotze/PlayStation wegzubekommen.
Wenn man sich erst jahrelang quälen muß, nur eine Chance hat, wenn man an den üblichen
Materialschlachten teilnimmt und sein Leben am Sport ausrichtet, dann ist's Leistungssport.
Hinzu kommt noch, dass so langsam auch das Wissen in den Vereinen um die Anschläge und das Wissen, wie man diese vermittelt und auch trainiert, verloren geht.
Nun übertreibst Du aber.
Freistehender Anschlag ist nach wie vor olympische Disziplin und mit (teils sehr guter) Literatur
zum Stehendanschlag kann ich Dich zuwerfen.
Anders sieht es da schon bei Aufgelegt und 'wirklich' freien Anschlägen aus.
Da muß man schon mal auf YouTube Filme zurückgreifen, erfahrene Schützen fragen
oder selbst experimentieren.
Aber das weckt den Pioniergeist und sorgt für zusätzlichen Spaß.
Außerdem verdeutlichst Du eines der Probleme des DSB:
Wenn vielen Menschen die angebotenen Disziplinen keinen Spaß (mehr) machen,
sind daran nicht die Menschen schuld, die ihrer Freizeit anders verbringen wollen.
Zielführend ist dann eher mal über die Disziplinen nachzudenken.
So nebenbei, schon mal mit Schießbekleidung geschossen? Ich vermute nein, denn einen anderen Schluss lassen deine obigen Äußerungen eigentlich nicht zu.
Rate mal, warum ich erst vor einem guten Jahr mit Gewehrschießen angefangen habe.
Weil ich eben keinen Bock auf Schießanzüge hatte.
Und wie oben schon gesagt wurde, aufgelegt Schießen war durchaus gängige Praxis bei
vielen Vereinen, bevor der deutsche Schützenbund kam.
Und besondere Schießkleidung war auch in der Anfangszeit des deutschen Schützenbundes
verpönt, wenn nicht gar verboten.
Man schoß im Straßenanzug und mit Kopfbedeckung.
Sakko beim Schießen ausziehen war auch nicht geduldet. 
Das ist nämlich bei den DM des DSB noch etwas anders, da kommt nicht jeder mal eben so hin.
Ohne die Leistung meiner Kameraden schmälern zu wollen, aber selbst ich habe
die Qualifikation zur DM nur um einen Ring verfehlt.
Mit viermal Training zuvor, einem uralten, ehemaligen Vereinsgewehr,
Standardmunition und in Straßenkleidung und Halbschuhen.
Um auf der DM 'mitreden' zu können, braucht es natürlich etwas mehr Aufwand,
aber der ist auch noch für ambitionierte Freizeitsportler machbar.
Nur müssen wir darauf achten es bei dem Weg back to the roots nicht übertreiben, denn nur mit dem GK-Vorderlader könnte es auch wieder problematisch werden.
Meins wäre die Stinkerei nicht.
Meins auch nicht, aber Vorderlader sind hier bei uns auch sehr beliebt,
es gibt sogar Diziplinen für Modelkanonen. 
Wenn man sieht mit wieviel Begeisterung und Spaß diese Leutchen bei der Sachen sind,
ist es doch eine Gute Sache.
Und Tradition im Schützenwesen war es, wie eben heute auch, immer das Neueste und Beste zu wollen.
Kaum gab es Hinterlader, wurden sie auch schon geschossen.
Also keine Angst. 