Mal eine drastische Frage, die mir hoffentlich niemand übel nimmt.
Ist Schießsport in der beim DSB üblichen Form wirklich eine geeignete Sportart
für Kinder und Jugendliche?
Der Sport ist statisch und bewegungsarm, in einer Zeit in der sich der Nachwuchs
eh kaum noch ausreichend bewegt.
Der Sport ist kommunikationsarm, für mich ist das ein Segen, aber ist es das auch
für Kinder/Jugendliche, die das Miteinander noch lernen/trainieren müssen?
Nur weil andere Verbände meinen Kinder 'abgreifen' und den talentiertesten
dann Kindheit und Jugend versauen zu müssen, sollten wir als Schützen diesem Vorbild
m.M.n. nicht unbedingt folgen.
Was ist so schlimm daran einzugestehen, das unser Sport eher für
die reiferen Semester - sagen wir mal so ab 30- geeignet ist?
(dann aber bis ins hohe Alter sehr viel Spaß macht)
Wenns denn aber sein muß halte ich Dan's Vorschläge im Beitrag 135 für
sehr gut und mehr als eine Überlegung wert.
Hier sollte der Verband wirklich einmal über kinder- und jugendgerechte Diziplinen
(viel Abwechslung, Kommunikation und Bewegung) nachdenken.
Und wenn ich schon dabei bin noch einige Anmerkungen.
Lichtgewehre:
Ich entschuldige mich schon mal, aber auch meine Toleranz hat Grenzen.
Ich halte diese Dinger für eine Perversion des Schießsports.
Worum geht es denn bei unserem Sport?
Mit einem Abschußgerät ein Projektil/Pfeil/Bolzen möglichst präzise ins Ziel zu lenken.
Und auch wenn Herr Schumann anderer Meinung ist, die Beherschung des Sportgerätes
ist für mich Hauptbestandteil dieses Sports.
Herumleuchten mit Lasern ist bestenfalls(!) eine Simulation unseres Sport
und wenn unser Verband nur simulieren will statt Sport zu treiben,
hätte ich einen besseren Vorschlag.
Kauft jeden Jugendlichen das neuste Computer-Ballerspiel, dann kann
er simulieren und braucht nicht einmal den mühsamen Weg zum Schießstand
in Kauf zu nehmen.
Pro Jugendlichen spart das dann auch Anschaffungskosten im vierstelligen Bereich.
Außerdem, wie soll man Jugendlichen den verantwortungsvollen Umgang mit dem Sportgerät
beibringen, wenn die den Sport nur mit Attrappen simulieren?
Und wenn wir schon von Tradition reden, überlegt mal wie viel Mühe und Einsatz
es unsere Vorgängern gekostet hat um den Schießsport nach dem Krieg
in Deutschland wieder zu ermöglichen und gesellschaftsfähig zu machen.
Und da stellt sich unser Verband nebst Vorzeigeschützen jetzt hin,
hebt beim kleinsten Gegenwind die Hände und gelobt Schießsport nur noch zu simulieren?
Werbung:
Dan, Deine Vorschläge in allen Ehren, aber ich denke hier sind erst einmal
die Vereine in der Pflicht.
Ich habe z.B. Anfang des Jahres einen neuen Verein gesucht und da
ergab sich werbetechnisch ein Bild des Grauens.
80% (meinetwegen gefühlte) haben keine oder wenig informative Webseiten.
Fürs Finden der Vereine -nachdem man Stunden nach Adresse und Trainingszeiten gesucht hat-
braucht man ausgeprägte Talente als Pfadfinder.
Wenn man Glück hat verweist ein Zettel oder ein kleines Schild auf die Schießstätte.
Bei noch mehr Glück ist dann auch ein Ansprechpartner da.
Ich denke mal, bevor man an Fernsehwerbung denkt, wäre ein gut sichtbares(!) Plakat vor jedem Vereinsheim,
mit Trainingszeiten und dem Satz " Gäste jederzeit willkommen" plus eine vernünftige Webseite
die effektivere Werbung.
Außerdem muß großangelegte Werbung nachhaltig sein. (um dieses Schlagwort auch mal zu benutzen)
Ein paar TV Spots machen keinen Sinn.
Und bei dauerhafter Werbung im TV wird man auch mit 1,5 Mios nicht weit kommen.
Außerdem II: Und was dann? Wenn der Interessent auf die oben genannten Hürden trifft?
Stell Dir vor Automarke xy macht Fernsehwerbung und Du mußt dann eine Woche eine Laden
suchen der die Dinger auch verkauft.
Ich denke mal, Schritt 1 sollte sein, daß sich die Vereine mehr öffnen und
ihren Sport vernünftig präsentieren.
Schritt 2 ist dann die Ausübung des Sports auch sicherzustellen und zu erleichtern.
Erst wenn das bei 90% der Vereine funktioniert und immer noch Mitglieder fehlen (was ich bezweifle)
sollte man über weitere Maßnahmen nachdenken.