Beiträge von AbsoluterAmateur

    Tja, es gibt viele persönliche Gründe für diese Absagen. Ich wollte unbedingt in meiner Lieblingsdisziplin KK-liegend antreten - hatte aber schon vor einem Jahr 100 Euro in eine Festivalkarte investiert, die ich nicht verfallen lassen konnte und auch wollte. Und da Festival und LM zusammenfielen...war die Entscheidung klar.

    Ich bin allerdings dazu übergegangen dann eine Spende an den Verein zu tätigen, um die "umsonst" gezahlten Startgelder zu kompensieren.

    Nicht böse sein, aber für mich klingt das so, als hättet ihr im Verein eine ganze Menge Probleme. Da wirst du noch viel Schweiß und Tränen vergießen, um gegen solche Widerstände, die hier beschrieben werden, anzugehen.

    Dass ein Verein nicht einmal über Pressluftgewehre verfügt, das kenne ich so aus unserem Kreisverband bspw. nicht.

    Im Training kann man solche Situationen ja auch mit Trainingspartnern zumindest teilweise simulieren. Wer nur allein auf dem Stand ist, der wird im Training solche Drucksituationen allerdings nicht nachstellen können.

    Wird bei Kadertrainings ja teilweise auch so gemacht, am Schluss nochmal nen schönes Finalschießen KK50m o.ä.

    Ich würde noch ergänzen, dass du wahrscheinlich durch die Bananenform bedingt nicht die linke Schulter fallen lässt, sondern eher die rechts Schulter (unbewusst) hochziehst und dadurch extreme Spannungen im Oberkörper bekommst, die mit zum Wackeln beitragen. Geh mal in den Anschlag und dann lass dir dann während des Zielvorgangs von einem Trainingspartner eine Hand auf die rechte Schulter legen. Solltest du hier (unbewusst) ziehen, wirst die Schulter sich beim Auflegen einer fremden Hand wahrscheinlich senken.... So versuche ich zumindest bei meinen Kids diesen "Fehler" aufzuspüren.

    Allgemein wird in der Trainingslehre die Auffassung vertreten, dass ein sog. Kontrollweiß "nötig" ist, um hohe Ergebnisse zu schießen. Ich lese auch bei Spitzenschützen für den Freihandanschlag Werte von ca. 3,6 bis 4,2.

    Andererseits kommst du mit 3,2 zu Recht. Hier hilft also wohl nur langsames Rantasten an größere Ringkorngrößen und Ausprobieren. Btw.: "Meine" Juniorin B im Verein schießt auch > 380 mit einem viel zu "kleinen" Ringkorn.

    Aus meiner Sicht, in meinem Verein bin ich mit der Anfrage kläglich gescheitert, sollte in den Schützenhäusern, wenn Training ist, kein Alkohol ausgeschänkt werden. Es sieht immer bescheiden aus, wenn eine Mutter mit ihrem Kind zu einem Schnuppertraining kommt, und am Tresen sitzt eine Gruppe midsechziger beim Bier trinken.

    Zumindest haben wir ein Rauchverbot durchsetzen können.

    Rauchverbot existiert, am Tresen sitzt auch keiner. Das Problem beginnt viel früher: Es kommt gar keine Mutter mit ihrem Kind auf den Gedanken unseren Schießstand zu betreten. Die Eltern der von mir betreuten Jugendlichen sehe ich sehr, sehr selten. Wenn, dann sind sie selbst Vereinsmitglieder.

    Hallo Michael,

    vielen Dank für deine Ausführungen. In meinen 11 Jahren als Jugendleiter habe ich feststellen dürfen, dass die Jugendarbeit tatsächlich Zyklen unterliegt. Will heißen: Eine Zeit lang hat man die Bude voll, dann kommt mal nix, danach geht es wieder bergauf.
    Kindgerechte Ausrüstung wurde in den letzten Jahren haufenweise angeschafft (Armbrust für den Spaß, sehr viele Spiele, Bälle etc., 2x Schülergewehre, 1x Jugendgewehr, 1x Luftpistole - alles Pressluft, mehrere passende Schießjacken, Handschuhe, Schießriemen etc.).
    Ich bilde mir ein, dass mein Training mittlerweile auch spannend und abwechslungsreich ist, auf Grund der vielen spielerischen Elemente. Aber irgendwie gelingt es nicht mehr wie früher eine stabile Jugendgruppe aufzubauen, die eine gemischte Altersstruktur aufweist. Auch das von dir geschilderte Phänomen, dass ein Schütze Freunde mit ins Schützenhaus bringt, kann ich so (nicht mehr) feststellen. Entweder haben die Kids keine Freunde mehr (davon gehe ich nicht aus), oder aber hier spielen andere Faktoren rein.

    Früherer Bestand: 10 Schüler (bis 14 Jahre) zum Schützenfest und für breitensportliche Pokalschießen. Dazu noch 10x Jugend/Junioren. Insgesamt keine sportliche Ausrichtung, kein vernünftiges Training, eher Betreuung (geht auf meine Kappe, ich wusste es nicht besser).
    Momentaner Bestand: 3 sehr aktive Schüler, davon 1 Teilnehmer Landesmeisterschaft (eigentlich zwei, aber das hat dieses Jahr nicht sollen sein). 3x Junioren B (davon 1x LM/DM-Niveau, der Rest schießt mit mir sehr erfolgreich im RWK). Der Rest kommt zum Schützenfest, mehr aber auch nicht. Mir fehlt also die breite Masse und vor allem der Nachwuchs ab 6 Jahre.

    Leider muss ich aber auch feststellen, dass es bei unseren Kreismeisterschaften immer schlechter aussieht mit der Beteiligung. Und es wird weiter bergab gehen. Ich denke die gesamtgesellschaftlichen Veränderungen werden uns noch härter treffen, als wir alle denken. Der negative Trend macht mir Sorge.

    Ich melde mich auch mal zu Wort, denn ich sehe hier mehrere Probleme:

    1. Schießsport wird von der Gesellschaft nicht als "Sport" verstanden, viele haben das Bild der berühmten Traditions- und Feierschützen im Kopf beim Gedanken an Schützenvereine - das Image ist einfach schlecht.
    2. Eltern entsenden ihre Kinder somit nur unwillig in den Schützenverein, auf Grund schlechten Images und eben der Unkenntnis vom Schießsport allgemein.
    3. Das überbordende Freizeitangebot (bei uns im Dorf sind locker 25-35 Sportarten drin, inkl. solcher Dinge wie Sport Stacking etc.) kollidiert zunehmend mit den Anforderungen der Schule. Grade bei meinen Schülern und Jugendlichen besuchen viele das Gymnasium und werden einfach mit Arbeit zugeschmissen, das kenne ich aus meiner Gymnasialzeit anders!
    4. Kinder müssen also schon im jungen Alter Prioritäten zwischen Freizeit und Schule setzen, ein ganz schöner Balanceakt.
    5. Konkurrenzsituation: Betrifft unseren Verein ganz besonders, denn allein in unserer direkten Umgebung exisitieren innerhalb eines Radius von 5km Luftlinie ganze 6 Schützenvereine. Oftmals wird dort mehr Breitensport (Auflageschießen) betrieben und damit auch viele Pokale gewonnen. Für Kinder, die sich nicht beim Liegendschießen "quälen" wollen in meinem Training, ist das der vermeintlich einfachere Weg zu "Erfolg".
    6. Die Dörfliche Gemeinschaft zerfällt als Ausfluss gesellschaftlicher Veränderungen - Vereinsarbeit und Vereinsleben sind nicht mehr so attraktiv, weil man hier "verpflichtet" wird zur Teilnahme an Trainings etc. Im Fitnesscenter zahle ich einfach meine Euro und gehe zum Training - oder eben nicht. Das passt zum neuen, ungebundenen Lebensgefühl.

    Und zur Situation der Jugendwerbung verweise ich auf meinen Beitrag im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Der organisierte Familientag mit Spaßbiathlon etc. ging in die Hose. Hat mich echt geärgert, da ist sehr viel Arbeit reingeflossen.

    So, zum Thema noch was Weiterführendes aus dem NSSV: Die Limitzahlen für die LM sind online. Mein LP-Schüler ist dabei, ebenso die Juniorin B (LG, OM, 3x20). Ich sehe sogar Chancen für München. Läuft doch. :) Warum ich allerdings im Sportgewehr und Liegendschießen nach Hannover soll mit meinen Leistungen....naja....da fehlen wohl die Starter.

    Bei mir hat die Schießhose bspw. "Hochwasser", ist also ein wenig sehr kurz. Sieht zwar manchmal skuril aus, funktioniert aber, da die Länge in diesem Fall mal nicht entscheidend ist ;) Meine normal gebräuchliche Hosengröße hätte zwar die vermeintlich richtige Länge gehabt, aber nicht da gepasst, wo es zählt - auf der Hüfte...

    Ich greife das Thema nochmals auf: Jetzt habe ich 3 Monate Organisation hinter mir, habe in den letzten zwei Wochen mindestens 30 Stunden meiner Freizeit geopfert, um einen Familientag zu organisieren, der sicherlich auch die Werbung neuer Mitglieder als Hintergrund hatte. Insgesamt eine sehr maue Resonanz. So macht das alles einfach keinen Spaß, viel Arbeit für "nix".

    Insgesamt war organisiert: Flyer in die Haushalte, Werbung in der Grundschule, aufgebauter Spaßbiathlonparcours für jedermann mit sechs Stationen (bspw. eine Lichtpunkt-Biathlonanlage), dazu noch einige andere kleine Dinge, um Kinder zu unterhalten (Hörmemory, Spaßhammerspiel, großes "4 Gewinnt", Stechvogel). Dazu Wurstverkauf und Getränke, Musik natürlich auch ;)

    Schade. Nun ja, ich werde nicht aufgeben, es muss weitergehen!

    Bilder auf unserer Homepage in der Rubrik "Bilder" > "Familientag"....

    Bei uns im NSSV sind die Limits zwar niedriger, als bei den Bayern, ich nehme allerdings nicht für mich/uns in Anspruch, dass man in der Damenklasse mit 312 Ringen zur LM fährt ;) Eher so an die 370.

    Bei uns im Verein fährt jeder Gemeldete zur LM, es sei denn, es kommt grad am Wettkampftag etwas dazwischen....