In dem Zusammenhang der hier diskutiert wird, fällt mir ein Gerichtsprozess ein, der derzeit das Landgericht Koblenz beschäftigt und in meiner Region auch medial ausgeschlachtet wird. Hierbei geht es um ein Mitglied der Hells Angels, Sportschütze, der aufgrund verschiedener Vorkommnisse (Einbrüche in sein Haus etc.) wohl berechtigterweise Angst um sein Leben hatte. Eines frühen Morgens hörte er, wie sich wieder jemand an seiner Haustüre zu schaffen machte. Daraufhin nahm er wohl seine Waffe ging die Treppe herunter und gab zwei Schüsse durch die geschlossene Haustür ab. Vor der Haustür stand jedoch nicht die erwartete Abordnung der Bandidos sondern ein SEK dass im Schutze der morgendlichen Dunkelheit sich nicht zu erkennen gab, aber eine Hausdurchsuchung durchführen wollte. Die abgegebenen Schüsse trafen einen SEK-Beamten durch seine Schusssichere Weste (Arm-Ausschnitt). Weil er seitlich zur Tür stand trafen die Kugeln ihn tödlich.
Man kann sich nun selbst seine Gedanken machen, ob man es wirklich riskieren will, mit geladener Waffe durchs Haus zu spazieren. (Ein Telefonanruf bei der Polizei - und es wäre nichts passiert) Man kann jedoch auch darüber diskutieren, wie schlecht sich ein SEK im Einsatz verhält (Einfach an der Türe klingeln - und es wäre nichts passiert).
Der Prozess läuft, die Staatsanwaltschaft fordert 12,5 Jahre Haft wegen Totschlags, die Verteidigung Freispruch wegen Notwehr.
Das Dir ausgerechnet dieser Fall zu einer Diskussion einfällt, der 1. in ihrem in Ursprung eine anders geartete Fragestellung zugrunde liegt und 2. völlig an dem von mir dazu erstellten Eingangsbeitrag (mit dem ich ja eine regelrechte Lawine losgetreten zu haben scheine) vorbei geht ist schon mehr als unverhältnismäßig - ich muss doch wirklich sehr bitten...!
Das ist ja schon Äpfel mit Birnen verglichen!
Hat sich eigentlich irgend jemand hier die Mühe gemacht meine Ausführungen mal richtig und differenziert zu lesen?
Bis auf Major Tom offenbar nicht!
Und selbst wenn Ihr zu bequem, (oder voreingenommen?) oder aus sonstigen Gründen dazu nicht in der Lage seit - dann zumindest meine Nachsätze jeweils am Schluss??
Liest sich das etwa so als hocke ich jeden Abend hinter meinem Bett, die Kanone durchgeladen - entsichert - und vorgespannt, nur darauf wartend dass "endlich" einer -oder besser gleich mehrere- Figuren meine Wohnungstür aufbrechen, um den / die in Rekordzeit mit 16 gut platzierten Treffern niederstrecken zu können???
Ist die polemische, sensationslüsterne, voreingenommene und diffamierende Berichterstattung der Unterschichtenmedien (B*LD und R*L lassen grüßen) eigentl. ansteckend...?... - bei einem Großteil der hier bislang geäußerten Meinungen könnte man beinahe davon ausgehen!
Ich gehöre weder einer kriminellen Vereinigung an, noch bin ich scharf darauf (jetzt zum wiederholten Male betont!) jemals in eine Situation zu geraten in der ich vor die Wahl gestellt werde:
Entweder die Tatsache zu ignorieren dass meine Sportgeräte so zieml. die einzigen auf dem gesamten Sportsektor sein dürften, die auch geeignet sind im Ä U ß E R S T E N Notfall Leib und Leben von Familienangehörigen, wie auch mein eigenes schützen und bewahren zu können - mit allen daraus folgenden Konsequenzen, oder mir dessen bewusst und auch bereit zu sein, dies als L E T Z T E S Mittel auch einzusetzen - ebenfalls mit allen daraus folgenden Konsequenzen...
Ich bin ein Freund klarer Worte, mit der gebotenen Sachlichkeit und größtmöglichem Maß an fundiertem Wissen, aber dennoch ohne Umschweife und ohne Heuchelei.
Und deshalb sage gerade heraus:
Konsequenzen würde ein solches Szenario in jedem Fall für mich haben, ob ich etwas unternehme - oder nicht - daran besteht kein Zweifel. Letztendlich muss die Entscheidung in einem solchen Moment aber jeder für sich selber treffen.
Und wenn ich mich entscheiden müsste, wer aus einer Konfrontation mit einem / mehreren g e w a l t b e r e i t e n Verbrecher(n) unbeschadet hervor geht - ich / meine Angehörigen, oder der / die Kriminelle(n): Da muss ich wohl nicht erst noch auch nur eine Sekunde überlegen...
Sich anschließend in einer Untersuchung dafür verantworten zu müssen wäre für mich eindeutig das kleinere Übel.
Und da es in diesem Land mittlerweile an der Tagesordnung ist dass Opfer zu Tätern degradiert werden, würde ich somit auch das in Kauf nehmen (müssen).
Ähnliche Gründe in Bezug auf unsere so hochgelobte "Recht"sprechung sind im Übrigen auch mit für die immer stärker nachlassende Bereitschaft zur Notwehrhilfe gegenüber dritten!
In diesem Zusammenhang das Beispiel des Mitgliedes einer Rockergruppe hier einzubringen, der -wohl passend zu seiner Gesinnung- hemmungslos durch die geschlossene Tür ballert - was soll das ???
DAS ist genau DIE Art Pauschalisierung, mit der wir Sportschützen in den Medien eh schon alle ständig zu tun haben - und jetzt fällt DIR als Sportschütze offenbar nichts besseres ein, als einen solchermaßen getöteten SEK-Beamten in einem Atemzug zu nennen und in einen Topf zu werfen mit dieser Diskussion und Meinungsäußerungen wie den meinen...
...na dann bin in Deinen Augen wohl nicht viel mehr als ein Polizistenmörder in spe, oder wie sonst darf ich diesen geistigen Erguss der - mit Verlaub gesagt- ausgesprochen daneben ist verstehen?
Aber davon mal abgesehen, da hier ja so gerne mit -vermeintlichem- Wissen aus dem Strafgesetzbuch zum Thema Notwehrrecht hausieren gegangen wird mal folgendes konkret:
STRAFGESETZBUCH
4. Titel - Notwehr und Notstand (§§ 32 - 35)
§ 34
Rechtfertigender Notstand
Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist die Gefahr abzuwenden.
Und wenn eine vorhandene Schusswaffe das einzige a n g e m e s s e n e Mittel ist, eine konkrete (erst recht bewaffnete) Bedrohung abzuwenden, ist die Wahrscheinlichkeit durchaus gegeben hierfür nicht belangt zu werden!
Ich bitte im Übrigen doch -beim detaillierten Lesen- auch unbedingt die in Fettschrift gehaltenen Wörter, Begriffe und Passagen zu beachten - diese Möglichkeit der Formatierung in diesem Forum ist eine feine Sache und ich nutze sie schon aus gutem Grund gerne, ausgiebig und gezielt...!
Offensichtlich scheint dies aber bei den Meisten hier (bewusst?) "übersehen" zu werden (weil das einen Großteil meiner Aussagen relativiert...?), dabei soll dies -unter anderem- eigentl. zum besseren Verständnis dessen beitragen, was ich im Einzelnen damit aussagen möchte.
Aber mit Ignoranz und Scheuklappen kann man sich solchermaßen als "Gutmensch" ja viel einfacher von solchen "gewaltbereiten" (oder sollte ich besser sagen (gewaltgeilen) Schreiberlingen abgrenzen, die ja (und nichts anderes kann der "Gutmensch" ja schließl. daraus ersehen) ihre Waffen schon gar nicht erst als Sportgeräte bezeichnen und wahrscheinl. vorn vornherein nur erworben haben, um auf den "Tag X" zu hoffen, an dem sie endlich einen abknallen können (am besten gleich durch die geschlossene Tür)...
Nein, das ist keine Polemik sondern Sarkasmus - und lediglich eine überzeichnete Form des Eindruckes, der mit einem wie dem von Dir zu dieser Diskussion beigetragenen "Beispiel" vermittelt wird!
(Zitat) ... Man kann sich nun selbst seine Gedanken machen, ob man es wirklich riskieren will, mit geladener Waffe durchs Haus zu spazieren. (Ein Telefonanruf bei der Polizei - und es wäre nichts passiert) Man kann jedoch auch darüber diskutieren, wie schlecht sich ein SEK im Einsatz verhält (Einfach an der Türe klingeln - und es wäre nichts passiert). ...(Zitat Ende)
Nun, ich habe mir also auf Dein Anraten hin "mal" Gedanken hierzu gemacht:
Wäre der Freak nur mit der geladenen Waffe durch´s Haus spaziert wäre auch nichts passiert.
Hätte der SEK-Beamte geklingelt wäre er jetzt vielleicht trotzdem tot.
Aber ich bin kein durchgeknallter Rocker, das SEK wird bei mir wohl auch nie gegen die Tür wummern und ich würde auch nie durch eine geschlossene Tür schießen, nur weil da jemand gegen wummert.
Also was jetzt - was bitteschön soll Dein "Lehrsatz" mir und anderen denn nun vermitteln...?...
...etwa dass es nur ein kleiner Schritt vom "offenen Umgang" mit der Waffe in den eigenen 4 Wänden bis zum Durchschießen von Wohnungstüren ist?
Na dann zieren meine Wohnungstüren seit 20 Jahren wohl nur deshalb noch keine Schusslöcher, weil meine "Knarren" im "entscheidenden Moment" jedes Mal Ladehemmung hatten(?).
Ach ja - eins noch: Ich pflege meine Wohnungstür nicht b e w a f f n e t zu öffnen - weder gezückt noch geholstert - ich fürchte ich muss das hier sogar noch extra ausdrücklich erwähnen, nach dem was ich hier bereits kommentieren "muss"...
Zum Schluss noch ein kleiner Nachsatz zu dieser -jetzt inhaftierten- "Zierde" des Schießsports aus Deinem unsäglichen Beispiel:
Euch allen hier scheint ja förml. der Angstschweiß auf der Stirn zu stehen bei der Vorstellung, irgend ein Pressevertreter oder Angehöriger einer Waffenrechts- Strafverfolgungs- oder sonstigen Behörde könnte hier mitlesen und aus Threats wie diesen und Stellungnahmen wie den meinen reißerisch Kapital schlagen...
...und dann postest DU hier einen SOLCHEN Beitrag...
...DAS würde allerdings sogar ICH als "Wecken schlafender Hunde" bezeichnen...!
Die nächsten Schlagzeilen könnten dann schon bald lauten: >>Kriminelle bewaffnen sich über die Mitgliedschaft in Schießsportvereinen<<, >>Kriminelle tarnen sich als Sportschützen<<, >>Ein Großteil der Schützenvereine setzt sich aus Mitgliedern krimineller Vereinigungen zusammen<< - und so weiter!
So schnell kann der "Schuss" nach hinten losgehen wenn man in seinem Bemühen, sich selbst als "Gutmensch" abgrenzen zu wollen und im Gegenzug andere zu diffamieren, oder zumindest in ein schlechtes Licht zu rücken, unüberlegt über´s Ziel hinaus "schießt"...
Meinen Glückwunsch also an dieser Stelle zu Deinem "passenden" und "gelungenen" Beitrag!