Kraftverteilung beim einhändigen Pistolenschießen

  • Weil es um Feinheiten geht: Es ist ja nicht nur die Frage, wo die Hand und die Finger genau liegen, sondern mit welchem Kraftaufwand die haltenden Finger sich vorne um den Griff legen. Dazu zwei Fragen:


    Wie stark greift ihr

    • Sportpistole
    • Luftpistole
    • Freie Pistole

    Wie teilt ihr den Fingerdruck vom Mittelfinger bis zum kleinen Finger auf:

    • Mittelfinger am stärksten andrücken
    • Alle Finger gleichmäßig
    • Mittel- und Ringfinger stärker, Kleiner Finger ohne Druck
    • Oder den kleinen Finger am stärksten andrücken und nach oben immer weniger Kraft
    • Oder ihr macht es anders - dann bitte beschreiben wie und warum.


    Und falls ihr eine bestimmte Kraftverteilung bevorzugt, bitte um eine logische Erklärung.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

  • Bewußt übe ich (bis auf s.u.) keine besondere Handkraft auf den Griff aus.

    Nachdem ich es gerade an einer Pfeffermühle ausprobiert hab (die Kanonen liegen daheim) kann ich sagen, daß ich das Gerät so in der Hand habe, wie ich Frauen die Hand gebe. Ordentlich, gleichmäßig aber mit relativ wenig Druck. Blöd zu beschreiben.

    Dabei gibts keinen Finger der bevorzugt wird. Die Druckverteilung ist gleich. Oben auf dem Mittelfinger spüre ich das Gewicht der Waffe.


    Ich lege viel Wert darauf, daß die Waffe ordentlich in das V zwischen Daumen und Zeigefinger eingesetzt wird und das dann auch der Zeigefinger freigängig ist. Also das keine Hautfalte irgendwo Spannungen verursacht, auch wenn sich am Zeigefinger beim Abzugsvorgang nur das vorderste Fingerglied (minimal) bewegt. Der Daumen liegt auch frei in seiner Mulde ohne Druck.

    Alle anderen Finger leg ich dann gleichzeitig sauber am Griff an und es ergibt sich automatisch ein sattes Griffgefühl.


    Einzig bei SpoPi Duell greife ich die Waffe etwas fester. Ich hab die Erfahrun gemacht, daß der ganze Aufwärtsvorgang präziser abläuft, wenn man die Waffe fest (nicht das das Wasser unten rausläuft) in der Hand hat, das Handgelenk und das Ellenbogengelenk deutlich verriegelt ist und die Drehbewegung nur aus der Schulter kommt.


    Hier gibts aber bestimmt ein paar Leute mit irgendeiner Trainerlizenz oder Topschützen, die sich jahrelang mit der Theorie befasst haben, die a.) die "richtige" Methode b.) die "richtige" Methode mit persönlichen Varianten erläutern können.


    Wie machst es denn du?

    Steyr Evo 10 - GSP Expert - Glock 17 - STI Eagle .45

  • Bewußt übe ich (bis auf s.u.) keine besondere Handkraft auf den Griff aus.

    Nachdem ich es gerade an einer Pfeffermühle ausprobiert hab (die Kanonen liegen daheim) kann ich sagen, daß ich das Gerät so in der Hand habe, wie ich Frauen die Hand gebe. Ordentlich, gleichmäßig aber mit relativ wenig Druck. Blöd zu beschreiben.

    Dabei gibts keinen Finger der bevorzugt wird. Die Druckverteilung ist gleich. Oben auf dem Mittelfinger spüre ich das Gewicht der Waffe.

    Abgesehen von der Pfeffermühle stimmt meine Handhabung recht genau mit Deiner Beschreibung überein. Ursprünglich hatte ich meine Grundsätze aus den beiden Büchern von Klinger / Glock / Mertel. Dort wird angegeben, daß man nicht wesentlich mehr Kraft benötige, als eben das Gewicht der Waffe zu tragen. Damals ging es aber noch um OSP mit .22 kurz und dem geringen Abzugsgewicht und um Freie Pistole. Bei der Luftpistole greife ich etwas fester zu. Aber bei Weitem nicht so fest wie beim GK.


    Hier gibts aber bestimmt ein paar Leute mit irgendeiner Trainerlizenz oder Topschützen, die sich jahrelang mit der Theorie befasst haben, die a.) die "richtige" Methode b.) die "richtige" Methode mit persönlichen Varianten erläutern können.

    Das denke und hoffe ich jetzt auch mal. Nachdem ich meine unmaßgebliche persönliche Meinung geäußert habe, wäre ich doch sehrgespannt auf den Stand der aktuellen Lehre bezüglich Krafteinsatz bei den Fingern und wie er sich zwischen den Fingern aufteilt.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

  • Hier gibts aber bestimmt ein paar Leute mit irgendeiner Trainerlizenz oder Topschützen, die sich jahrelang mit der Theorie befasst haben, die a.) die "richtige" Methode b.) die "richtige" Methode mit persönlichen Varianten erläutern können.

    Genau so fordert man dieses Klientel zu einer sachorientierten Aussage heraus. Da wird es bestimmt reichlich Antworten geben.

  • Genau so fordert man dieses Klientel zu einer sachorientierten Aussage heraus. Da wird es bestimmt reichlich Antworten geben.

    Wie macht man es richtiger?

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

  • Vielleicht lese ich Sarkasmus, wo keiner ist. Dann antwortet sicherlich bald jemand.

    Also ich bin als ursprünglicher Fragesteller ehrlich und sarkasmusfrei interessiert. Auch der Zyniker in mir scheint ruhiggestellt und nicht mal gelinde Ironie hacke ich mit in die Tastatur.


    Ich wurde aus anderen Quellen mit verschiedensten Informationen versorgt, die mir teils haarsträubend erschienen, aber im Brustton der Überzeugung vorgetragen wurden und auch gläubige Anhänger fanden. Also denke ich mir, daß ich dieses Forum als Referenz nutze, weil hier vom Anfänger bis zum Könner alles vertreten zu sein scheint. Allerdings geht das nicht ohne Beteiligung.


    Vielleicht zielt ein möglicherweise enthaltener Sarkasmus auf meine Fragestellung, die seltsam und überflüssig erscheint. Um das klarzustellen: Die Frage ist mir ernst.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

  • Vielleicht lese ich Sarkasmus, wo keiner ist. Dann antwortet sicherlich bald jemand.

    Wenn DU Sarkasmus liest wo keiner ist antwortet sicherlich bald jemand? Interessante Schlussfolgerung.


    Ich kann dir nur eins sagen... Wer Sarkasmus sucht, wird ihn finden. Und wer meint immer zwischen den Zeilen zu lesen um anderen dann irgendwas anzudichten wird auch erfolgreich sein. Zeigt ja der andere Threadverlauf gestern.


    Ich finde die Eingangsfrage von CoolMint gut. Mich wunderts, daß sonst noch noch keiner geantwortet hat. Der Thread ist (Stand jetzt) immerhin 11 Stunden alt. Offensichtlich hat niemand eine Meinung dazu.

    Wie bewertest du denn deine beiden Beiträge in diesem Thread? Sachorientiert? Hilfreich? Ontopic?

    Steyr Evo 10 - GSP Expert - Glock 17 - STI Eagle .45

  • Dann also zur Sache so weit ich dazu beitragen kann:


    Eine offizielle Lehrmeinung des DSB kenne ich nicht. Mir sind dazu folgende Weisheiten bekannt:

    • Die Griffkraft bei Sportpistole/Schnellfeuer ist größer als bei Luftpistole/Freie Pistole
    • Die Griffkraft steigt in der Reihenfolge der Disziplinen an: Sportpistole Präzi, Sportpistole Duell und Schnellfeuerpistole
    • Je größer die Griffkraft, desto eingeschränkter ist die Feinmotorik am Abzugsfinger ---> Der Griff wird nur so fest wie nötig gehalten
    • Ein passender Griff reduziert die erforderliche Griffkraft
    • Der Daumen soll zumindest in den Präzisionsdisziplinen LP und FP keinen Druck ausüben. Er liegt nur an.
    • Die Kraftverteilung der drei haltenden Finger ist wie folgt verteilt:
      Variante 1: Mittelfinger Hauptlast, Ringfinger Nebenlast, Kleiner Finger keine Last
      Variante 2: Die drei Finger halten die Last in abnehmender Reihenfolge. Der kleiner ist hierbei nicht bei Null, sondern hält mit. Ist eher Variante 1b
      Variante 3: Alle Finger halten gleich
      Variante 4: Der kleine Finger hält am meisten und dann abnehmend nach oben immer weniger.

    Variante 1 halte ich persönlich für LP/FP am sinnvollsten, weil sie für eine gewisse Natürlichkeit bietet, die mir logisch erscheint und die sich im Griff auch so anfühlt. Ich kann den kleinen und den Ringfinger vom Griff meiner LP lösen, ohne dass das dramatische Auswirkungen auf die Griffhaltung hat. Der kleine Finger hält bei mir kaum was. er fügt sich harmonisch ins Grifffesthalten ein.


    Mein Sportpistolengriff fühlt sich eher nach Variante 2 bis 3 an. Da greife ich deutlich fester zu. Die von Backtotheroot angeführten Gründe bei Sportpistole Duell teile ich auch.


    Von Variante 4 habe ich aus einer B-Trainer-Ausbildung gehört, wo ein Teilnehmer diesen Ansatz in seiner Trainerausbildung vermittelt bekomme hatte. Soweit ich das im Sinn hatte, fand das keinen großen Anklang dort. Ich kenne einen Fall wo das so gelöst werden musste. Da gab es aber auch die anatomische Besonderheit, dass am Mittel- und am Ringfinger die Sehne, die das jeweilige Fingerendglied steuert, aufgrund eines Unfalls nicht mehr funktionstüchtig sind. Da muss der Schütze zwangläufig mehr Druck über den kleinen Finger ausüben, als vielleicht sonst zu empfehlen ist.