Seltsames Problem GSP Expert

  • Hallo,

    ein Vereinskollege hat ein seltsames Problem mit seiner Walther GSP Expert .22...

    Die Patronen haben sporadisch nicht gezündet, daraufhin habe ich die Waffe auseinander gebaut und festgestellt, dass beide Passkerbstifte welche den Schlagbolzen in Position halten gebrochen sind...

    Ich habe ihm meinen Verschluss (nur das Inntenteil mit Schlagbolzen etc.) gegeben, bei diesem ist auch nach ca. 100 Schuss der hintere Passkerbstift gebrochen...

    Bis auf eine lockere Abzugseinheit habe ich nichts ungewöhnliches feststellen können.

    Weiß jemand von Euch evtl. wo da der Hase im Pfeffer liegt?

  • - die Innenteile der Verschlüsse befinden sich eingebaut in beiden Waffen an der gleiche Position?

    - irgenswelche anomale Spuren am Schlagstück?

    Um die Dinger zu knacken braucht's schon verdammt viel Bumms. Wobei jetzt die "Expert" nicht zu meinen guten Bekannten zählt.

  • Spuren konnte ich keine feststellen, dass einzige was mir aufgefallen ist, war dass die Abzugsgruppe locker im Griffstück saß, da die zugehörige Inbusschraube nicht festgezogen war.

    Ich habe mal den Service von Walther angeschrieben, um zu schauen ob die eine logische Erklärung für dieses Problem haben...

  • Vielleicht wurde leer ausgelöst.

    Das wäre auch mein Verdacht, aber üblich ist, wie ich gelesen habe, eher, dass der Schlagbolzen bricht und nicht die Stifte, die den Schlagbolzen im Verschluss halten.

    Wie der Schlagbolzen daran gehindert wird, nicht auf die Rückseite des Laufs aufzuschlagen weiss ich nicht, aber annahmsweise halten ihn nicht die Stifte davon ab sondern der Verschluss lässt den Schlagbolzen nur so weit nach vorne gleiten, dass er noch den Rand einer Hülse im ausgefrästen Raum zwischen Lauf und Stoßboden treffen/quetschen kann.

    Eine zu schnelle Bewegung des Schlagbolzens nach vorne dürfte die Stifte also nicht „killen“, ausserdem wurde ja testweise ein anderer Verschluss verbaut.

    Bei einer durch HV Munition unangemessen heftigen Bewegung nach hinten, die dann von einer schwachen Rückholfeder und vom zu spannenden Hammer kaum gebremst wird, könnten da die Stifte brechen?

    Ich glaube auch das nicht. Die Masse des Schlagbolzens wird dafür wohl eher nicht ausreichen, aber wer weiss, probieren wollen würde ich es auch nicht.

    Der lockere Abzug kommt auch eher nicht in Frage. Wenn das System auf dem Griffstück sitzt, wackelt die Abzugsgruppe kaum noch im Griffstück.

    Was für eine Inbusschraube hält denn eigentlich die Abzugsgruppe? Ich kenne das nur als 180 Grad zu drehende Schraube auf der linken Seite des Griffstücks, die die Gruppe verriegelt oder freigibt.

  • Oben ganz hinten ist die Imbusschraube am Verschluß mit der der Abzug festgeklemmt wird (neuerer Abzug). Ich kann mit ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, das diese Stahlstifte aus gutem Wekzeugstahl einfach so wegbrechen, vielleicht ist das ein Materialfehler zu stark gehärtet oder sowas. Vielleicht werden beim Hersteller auch aus Kostengründen Teile bei Billigherstellern gefertigt???

    Meine GSP von 92 hat noch einen Spannhebel aus Metall meine andere GSP aus dem Jahr 1998 hat schon einen Spannhebel aus Plastikmaterial. Wenn ich mir den Lauf der Expert so anschaue ist der auch billiger zu produzieren als der GSP Lauf, warum sollte da nicht auch anderswo gespart worden sein?

  • Spuren konnte ich keine feststellen, dass einzige was mir aufgefallen ist, war dass die Abzugsgruppe locker im Griffstück saß, da die zugehörige Inbusschraube nicht festgezogen war.

    Da wäre eben der Hahn, der dann auch "wackelt" und vielleicht irgendwas trifft. Aber ohne Spreuen keine Beweise.

    Mal sehen was Walther für eine Erklärung hat. Bitte posten.

  • Ich hatte das gleiche Problem. Und zwar beim Schlagbolzenund der Ausziehkralle. Walther hat bei den Stiften Hohlstifte verwendet. Früher waren diese bei der GSP Vollstifte. Mein Büchsenmachermeister hat diese durch Vollstifte ersetzt. Seitdem kein Problem mehr.

  • Was ist denn bei der GSP von Essener s Kumpel verbaut?

    Passkerbstifte, Hohlstifte, Vollstifte, Stahlstifte ...

    Sind das nun alles Synonyme für die gleiche Befestigung?

    Ich könnte auch noch Spannstift als Begriff einwerfen, das wäre aber wenn überhaupt nur ein Synonym für Hohlstift. Was ich mit einem Spannstift meine wäre eine an der Seite offene Hülse aus so etwas wie Federstahl und weniger ein Stift

    Bei welchem Baujahr kommt/kam was zum Einsatz?

  • Bei meiner GSP Expert hatte ich auch das Problem nach ca. 2000 Schuss mit dem gebrochenen Stift/Bolzen an der Auszieherkralle (hatte ich mir damals nichts großes bei gedacht)...

    Walther hat mir recht zügig geantwortet und mitgeteilt, dass bei neueren Modellen auf die hohlen Presskerbstifte im Bereich Schlagbolzen/Auszieher umgestellt wurde und diese teilweise Probleme verursachen (reißen) können.

    Mir und meinem Vereinskollegen wurde sofort ein kostenloser Austausch der hohlen Stifte, gegen welche aus Vollmaterial angeboten. Das muss ich den Service der Fa. Walther loben, bei dem ein oder anderen Hersteller würden jetzt evtl. die Diskussionen anfangen.

  • Das aktuelle Problem kann und wird nun mit Stiften aus Vollmaterial gelöst werden?

    Das Angebot der Firma Walther klingt gut. Ich nehme an, Du wirst einen Termin mit einem regionalen Walther-service vereinbaren hnd dort wird es repariert?