Urteil nach Unfall

  • so etwas tragisches ist im Nachbarort von mir auch passiert ;( der Vater konnte mit dieser Schuld nicht weiter leben. Ich bin kein Jäger aber kenne keinen Grund warum ich meine Waffe Zuhause scharf laden sollte.

  • Es gibt auch keinen Grund. Geschossen werden darf eh erst im Revier. Oder von mir aus um ein zusammengefahrerens Wild am Straßenrand zu erlösen.

    Aber da kommts garantiert nicht auf die paar Sekunden an, die der Ladevorgang an Zeit in Anspruch nimmt.

    So tragisch solche Vorfälle sind, so lehrreich sind sie hoffentlich für das typische Klientel, das ähnliche Angewohnheiten pflegt, wie der Vater der jetzt keine Tochter mehr hat und bis an sein Lebensende mit der Schuld leben muss.

    "The pure and simple truth is rarely pure and never simple"

  • Bin eigentlich von Jägern "umgeben" und einige sollten nicht mal Fahrrad fahren dürfen ..
    Aber von denen käme niemand auf die Idee zuhause durchzuladen. So schrullig mancher auch ist.

    Was aber fast jedem schon passiert ist (meist nach jagdlichen Erfolg, warum auch immer): Ups, da war ja noch was drin . . . . . :(

  • So sehe ich das auch, habe meine Waffen noch nie zuhause geladen. Warum auch?

    LG

    Rolf

    Erzähl das mal der Selbstverteidigungsfraktion....

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • Auch die Wiederladefraktion lässt ab und an mal was frisch gepreßtes ins Patronenlager gleiten.

    Bei einem Jagdrepetierer hätte das aber nicht so viel Sinn. Da müssen die Hülsen vor dem Zusammensetzen gemessen werden und auf die richtige Länge eingezogen sein. Auch die Patronenlänge über alles und an der Ogive lassen sich gut messen und mit Werksmunition vergleichen. Beim Einrepetieren könnte man höchstens feststellen, ob die Patrone zusammengeschoben wird. Aber dann ist schon sehr viel schief gelaufen. Und wenn man Pech hat, zieht es in so einem Fall das Geschosse aus der Hülse...

    Beim ausgebauten Lauf einer GK- Pistole sieht man da schon mehr und kann gut feststellen, ob es Problem gibt. Das ist aber auch total harmlos, weil der Lauf dann nichts Anderes ist, als eine Patronenlehre.

    Eigentlich gibt es dafür Patronenlehren zu kaufen, in die man die fertigen Produkte fallen läßt und sofort und gefahrlos feststellen kann, ob normgerecht gearbeitet wurde. Aber wie immer gäbe es diese Vorfälle nicht, wenn alle vernünftig wären.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

    It’s nice to be a Preiss.
    It’s higher to be a Bayer.
    And it's a Gottesgab to be a Schwab.
    But the highest you ever werden kann, is to be an Austrian!

  • Da findet sich schon ab und an mal ein Grund. Auch wenn die GK Pistolen-Murmel ins Patronenlager flutscht solltest du wenigstens einmal testen ob die neue Kontruktion auch zuführt?

  • Da findet sich schon ab und an mal ein Grund. Auch wenn die GK Pistolen-Murmel ins Patronenlager flutscht solltest du wenigstens einmal testen ob die neue Kontruktion auch zuführt?

    Richtig. Das muß auch sein und ist sehr wichtig. Aber ein aussagekräftiges, sicheres Ergebnis gibt es dazu doch nur am Schießstand im scharfen Schuß. Und erst nach gut 200 störungsfreien Schüssen möglichst mit nicht so sauberer Waffe und fester bis total lockerer Handhaltung.

    Wenn man zu Hause probieren will, ob eine Patrone funktionieren kann, setzte man Geschosse in leere Hülsen ohne Pulver und ohne Zünder. Die sind von außen an der leeren Zündglocke erkennbar harmlos. Aber solche Tests erfordern höchste Wachsamkeit. Da geht nichts "nebenbei".

    Klingt vielleicht seltsam von einem GK- Schützen, der selbst in Stückzahlen lädt und mit Munition und Waffe entspannt aber sorgfältig und aufmerksam umgeht. Aber zu Hause halte ich Waffe und unverpackte Munition strengstens auseinander. Vor eine Waffe gereinigt oder zerlegt wird, muß sicher sein, daß nirgends auch nur eine einzige unverpackte Patrone im Raum ist. Und umgekehrt haben Waffen beim Wiederladen nichts verloren.

    Ich nehme alle Waffen äußerst ernst und versuche, konsequent zu handeln. Nachlässigkeit, Leichtsinn oder Unwissenheit können schwerste Folgen haben, wie im Eingangspost beschrieben. Wer will das schon auf sein Gewissen laden?

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

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  • Wenn man zu Hause probieren will, ob eine Patrone funktionieren kann, setzte man Geschosse in leere Hülsen ohne Pulver und ohne Zünder. Die sind von außen an der leeren Zündglocke erkennbar harmlos. Aber solche Tests erfordern höchste Wachsamkeit. Da geht nichts "nebenbei".

    Das hört sich nach Einstationenpresse an? Die ersten "Echten" aus der Mehrstationenpresse stehen bei mir immer unter besonderer Beobachtung, mit nachmessen und nachtesten (manchmal auch am Stand). Einige hundert Schuß zu delaborieren hebt nie! meine Laune. Nichtmal 20 Stk.

  • Das hört sich nach Einstationenpresse an? Die ersten "Echten" aus der Mehrstationenpresse stehen bei mir immer unter besonderer Beobachtung, mit nachmessen und nachtesten (manchmal auch am Stand). Einige hundert Schuß zu delaborieren hebt nie! meine Laune. Nichtmal 20 Stk.

    Die Pressen sind Hornady LNL AP und Lee Classic Turret. Die LNL hat Schnellverschlüsse und die Lee Classic Turret eine Drehscheibe, mit denen man die eingestellte Matrizen entnehmen und wieder gleich eingestellt und maßhaltig einsetzen kann. Das hat sich so bewährt, daß ich nach Werkzeugwechsel bei der ersten Patrone die Pulverladung nachwiege, die Gesamtlänge messe und sie überprüfe, ob das Geschoss sauber mittig zentriert und schön gesetzt ist. Vielleicht wird die OAL noch bei zwei oder drei weiteren Patronen kontrolliert. Das wars aber auch schon. Die üblichen Abweichungen bei der OAL liegen je nach Geschoßtyp bei ca +- 0,1mm. Das ist großteils den Formfehlern der Geschosse geschuldet und in meinem Fall ohne Auswirkung auf die Trefferlage.

    Das Wurfgewicht der Pulverladung wird vor Arbeitsbeginn mit einer eigenen Meßhülse kontrolliert. Dabei können schon 20 und mehr Messungen erfolgen, bis ich sicher bin, daß gleichmäßig dosiert wird und die Einstellung auf +- 0,02grn korrekt ist. Das ist der wirklich kritische Teil, weil die Pulverladung an der fertigen Patrone nicht mehr nachgemessen werden kann und Fehler zu teils heftigen Unfällen führen können. Das muß kompromißlos perfekt sein. .

    Beim Verpacken in originale Schachteln werden die Patronen nochmals gesichtet, ob irgend etwas auffällt. Wenn alles gut aussieht, wird ein Etikett mit allen Ladedaten, wie Hülsentyp, Geschoss, Zünder, Pulverfabrikat und Menge, OAL, Herstelldatum und eventuell Zusatzinformationen erstellt und die Schachtel gekennzeichnet. Unerkannte Probleme wegen Maßabweichungen durch Werkzeugeinstellungen hatte ich die letzten ca. 15.000 Patronen nicht mehr.

    Mit einer Presse, wo ich die Matrizen über das Gewinde einsetzen und jedesmal neu justieren und kontrollieren müßte, würde ich wahrscheinlich Deinem Vorgehen mit viel umfangreicheren Kontrollen folgen.

    Die Sorgfalt bei der Vorbereitung dient hier der Präzision und der Unfallverhütung. Die voreingestellten Matrizen sind für mich einer der Schlüssel zum Erfolg.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

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  • Warum wird eigentlich aus einem Thread über ein Urteil bzgl. eines Tötungsdeliktes mit einer legalen Schusswaffe eine Abhandlung über Wiederladen?

    "The pure and simple truth is rarely pure and never simple"

  • Ausgangspunkt war eine unsichere Waffenhandhabung mit tödlichem Ausgang. Die Waffe war zu Hause gegen alle Vorsicht und Vernunft geladen.

    Natürlich empfindet man Teilnahme und Entsetzen und mancher schreibt das auch in den Faden. Mancher nutzt das für einen Seitenhieb. Man könnte über mehr Verbote, mehr Gesetze und mehr Kontrollen diskutieren. Aber was bringt das?

    Mir scheinen Schusswaffen an sich gefahrlos, wenn der Umgang mit ihnen sorgfältig und sicher ist. Aber wie geht sicher?

    DuffyDuc hat einige Beispiele angeführt, wo Patronen gelegentlich in Waffen ausprobiert werden und ich versuchte, darzulegen, wie ich das für mich vermeide. Vielleicht ist das brauchbar und nützlich für andere. Vielleicht mache ich was falsch und werde korrigiert. Ist mir alles recht, wenn es hilft, eine Tragödie schon im Ansatz zu vermeiden.

    Früher standen die Menschen einander näher. Was blieb ihnen auch übrig, so ganz ohne Feuerwaffen.

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  • unglaublich :( warum hängt man eine Waffe geladen an eine Wand? Was wollte der 19 jährige mit der Waffe? Traurig wie leichtsinnig hier eine Familie zerstört wurde.

  • Da nützen auf Auflagen mit Tresor und getrennt verschlossenen Waffen und Munition, rote Bändel im Lauf, ... nix, wenn man sich noch nicht einmal an die grundlegendsten Dinge hält. Sehr traurig! Und unsere Politiker kommen nach jedem Vorfall auf noch lustigere Ideen. Jedenfalls, wenn es Sportschützen betrifft.

  • Das ist genau das was ich immer sage.....

    Verbote/Verschärfungen bringen nichts..........wenn es immer wieder welche gibt, die sich nicht an die einfachsten Sicherheitsvorkehrungen halten.

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  • Das ist genau das was ich immer sage.....

    Verbote/Verschärfungen bringen nichts..........wenn es immer wieder welche gibt, die sich nicht an die einfachsten Sicherheitsvorkehrungen halten.

    Und wenn nichts mehr verboten ist, verwenden alle, sogar Waffenbesitzer ihr Hirn??