Schießbucheinträge aus dem Ausland

  • Hallo, hat eine/r von Euch Erfahrung damit, ob auch Schießbucheinträge von im Ausland absolvierten Trainings und/oder Wettkämpfen uneingeschränkt von deutschen Waffenbehörden für den Bedürfnisnachweis anerkannt werden?


    Der Rahmen wären Trainings für die Disziplinen der anerkannten deutschen Schießsportverbände bzw. insbesondere des eigenen Verbandes. Das einzuhalten obliegt selbstverständlich wie auch im Inland vorrangig der Verantwortung des Schützen.


    Dass diese Trainings im Ausland grundsätzlich nicht anerkannt werden, kann ich mir kaum vorstellen. Auch dort wird bekanntermaßen sehr oft nach den Regeln der ISSF geschossen.

  • Das Bedürfnis stellt der Landesverband aus. Somit ist dieser in der ersten Position, die Trainings anzuerkennen.

    Die Waffenbehörden ziehen das Schießbuch erst für etwaige Wiederholungsprüfungen heran.


    Da kaum definiert ist, was ein Training ist, sollte das kein weiteres Problem sein, vor allem in Anbetracht, dass eh im Besten Falle Ort, Datum, Waffe/Disziplin und Stempel/unterschrift genannt wird.

    mfsg daniel

  • Hallo, hat eine/r von Euch Erfahrung damit, ob auch Schießbucheinträge von im Ausland absolvierten Trainings und/oder Wettkämpfen uneingeschränkt von deutschen Waffenbehörden für den Bedürfnisnachweis anerkannt werden?

    uneingeschränkt wohl kaum


    Der Rahmen wären Trainings für die Disziplinen der anerkannten deutschen Schießsportverbände bzw. insbesondere des eigenen Verbandes. Das einzuhalten obliegt selbstverständlich wie auch im Inland vorrangig der Verantwortung des Schützen

    Vor der Frage an die Behörde sollte erstmal der Verband positiv geantwortet haben.


    Dass diese Trainings im Ausland grundsätzlich nicht anerkannt werden, kann ich mir kaum vorstellen. Auch dort wird bekanntermaßen sehr oft nach den Regeln der ISSF geschossen.

    Grundsätzlich wird hier wohl der Einzelfall zu bewerten sein.


    Auch wenn es OT ist:


    Wer braucht im Ausland eine deutsche Erlaubnis?


    Kann jemand der nur im Ausland Schießen kann überhaupt eine deutsche Erlaubnis erwerben? Grenznaher Wohnsitz oder Auslandsaufenthalt.


    Kann ich in anderen Bereichen z.B. Führerschein, Jagdschein, Beruf grundsätzlich fürs Inland gültige "Scheine" erwerben?

  • von im Ausland absolvierten Trainings und/oder Wettkämpfen uneingeschränkt von deutschen Waffenbehörden für den Bedürfnisnachweis anerkannt werden

    Zum ersten muss man, wie schon Daniel schrieb, geschaut werden, was der jeweilige Verband in seinen Befürwortungsrichtlinien vorschreibt. Z.T. werden eine gewisse Prozentzahl von Trainings nur auf "verbandseigenen" (was auch immer darunter verstanden wird) Ständen gefordert.


    Auf der anderen Seite sind "überörtliche Wettkämpfe" für den Nachweis eines kontingentüberschreitenden Bedürfnisses gefordert. "International" ist auf jeden Fall "überörtlich" und es ist mir kein Passus in AWaffV oder WaffVwV bekannt, der "überörtlich" auf "national" beschränkt.


    Es wäre auch ziemlich komisch, wenn z.B. die Teilnahme an einer Europmeisterschaft in Baku oder des Alpencups in der Schweiz irrelevant für ein Bedürfnis sei. Wobei in diesem Falle die auf deutschem Boden absolvierten Trainingseinheiten sicher geringfügig die 18 überschreiten werden.


    Ich könnte höchstens eine Behörde verstehen, dass sie meint, die Einträge vom Schießstand in Little South Lancaster oder z.B. Luxemburg nicht vor Ort überprüfen können. Ist aber deren Problem.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Es wäre auch ziemlich komisch, wenn z.B. die Teilnahme an einer Europmeisterschaft in Baku oder des Alpencups in der Schweiz irrelevant für ein Bedürfnis sei. Wobei in diesem Falle die auf deutschem Boden absolvierten Trainingseinheiten sicher geringfügig die 18 überschreiten werden.

    Also geht es hier um die grundsätzliche Klärung eines nicht vorhandenen und auch in Zukunft kaum auftretenden Problems.

    Ich könnte höchstens eine Behörde verstehen, dass sie meint, die Einträge vom Schießstand in Little South Lancaster oder z.B. Luxemburg nicht vor Ort überprüfen können. Ist aber deren Problem.

    Eine Meinung die sicher richtig ist, auch wenn Gerichte häufig gegenteilig entscheiden.

  • Auf der anderen Seite sind "überörtliche Wettkämpfe" für den Nachweis eines kontingentüberschreitenden Bedürfnisses gefordert.


    Nicht vom Gesetzgeber oder der Verwaltung...


    Zitat von WaffVwV 14.3 (Auszug)

    § 14 Absatz 3 lässt eine Überschreitung des Grundkontingents nur zu, wenn der Schütze seine regelmäßige Wettkampfteilnahme (zumindest auf der untersten Vereinsebene, die auch für einfache Sportschützen zugänglich ist, um sich sportlich mit anderen zu messen) nachweist.


    Wettkampfebene:

    Schießsportwettkämpfe im Sinne des § 14 Absatz 3 sind alle nach den jeweiligen Verbandsregeln ausgeschriebenen schießsportlichen Veranstaltungen mindestens auf Vereinsebene, die einem Leistungsvergleich dienen. Es ist insbesondere nicht erforderlich, dass die Veranstaltung auf überörtlicher oder gar landesweiter Ebene stattfindet. Die Voraussetzungen erfüllt vielmehr auch ein organisierter vereinsinterner Wettkampf oder ein Wettkampf zwischen Vereinen. Ausreichender, verlässlicher Ansatzpunkt für das Erfordernis eines organisierten Wettkampfes ist, dass er nach den jeweiligen Verbandsregeln ausgeschrieben wurde.


    Was aber natürlich den RSB nicht davon abhält, explizit mindestens Kreisebene zu fordern (und merkwürdige Ringzahlen in wahlfreier Disziplin vom Verein bestätigen zu lassen, selbst für Kontigentbedürfnis)...

  • Die Waffenbehörden ziehen das Schießbuch erst für etwaige Wiederholungsprüfungen heran.

    Was sie nicht dürfen.

    Und wer nicht total blöd ist, der legt der Behörde sein Schießbuch auch nicht vor.
    Falls doch --> selber schuld. Sagen in Abstimmung mit mir alle Verbände und das FWR.

  • Nicht vom Gesetzgeber oder der Verwaltung...

    Ja, du hast recht, das (genaue) Lesen der Gesetzestexte erleichtert die Rechtsfindung ungemein.


    Zitat

    WaffG §14 (3) Ein Bedürfnis von Sportschützen nach Absatz 2 für den Erwerb und Besitz von mehr als drei halbautomatischen Langwaffen und mehr als zwei mehrschüssigen Kurzwaffen für Patronenmunition sowie der hierfür erforderlichen Munition wird unter Beachtung des Absatzes 2 durch Vorlage einer Bescheinigung des Schießsportverbandes des Antragstellers glaubhaft gemacht, wonach die weitere Waffe

    1.von ihm zur Ausübung weiterer Sportdisziplinen benötigt wird oder
    2.zur Ausübung des Wettkampfsports erforderlich ist
    und der Antragsteller regelmäßig an Schießsportwettkämpfen teilgenommen hat.

    Aber woher kommt das mit den überall in den Köpfen (ja, in meinem auch, wie oben gezeigt) eingebrannte "überörtliche Wettkämpfe"?

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Aber woher kommt das mit den überall in den Köpfen (ja, in meinem auch, wie oben gezeigt) eingebrannte "überörtliche Wettkämpfe"?


    Na aus den Bedürfnisantragsbögen von RSB und vermutlich auch anderen Landesverbänden des DSB:

    RSB: Antrag auf Bescheinigung für das Bedürfnis zum Erwerb einer Waffe


    Auf dem Formular:


    "Bei Anträgen auf mehr als 2 Kurzwaffen (§14 Abs. 3 WaffG) sind WBK und Leistungsnachweise als Anlage beigefügt. Für den Leistungsnachweis gelten: Ergebnisse ab Kreismeisterschaften aufwärts oder der Teilnahme an LIGA-Wettkämpfen."


    und auf dem Begleiterklärbärzettel:


    "Ein Bedürfnis nach § 14 Abs. 3WaffG (…mehr als zwei mehrschüssigen Kurzwaffen für Patronenmunition) kann erst dann befürwortet werden, wenn sich der Antragsteller mit seinen vorhandenen Sportgeräten regelmäßig an Meisterschaften der den Vereinsmeisterschaften übergeordneten, Kreis- oder Bezirksmeisterschaften oder Ligawettkämpfen beteiligt hat. Die Beteiligung ist durch Vorlage der Kopie der Ergebnislisten des RSB/DSBnachzuweisen."


    Warum? Keine Ahnung, mußt Du RSB-Funktionäre fragen.


    Für die Bestätigung einer Schießleistung im Formular habe ich auch noch keine Begründung gefunden. Nicht mal ne Erklärung ob sich das auf Disziplinen mit "irgendeinen" (LP/LG?), "erlaubnispflichtiger" oder gar "beantragten erlaubnispflichtigen" Waffen bezieht. Welche Signifikanz die Ringzahl hat (Mindestwerte?) ist auch nichts zu finden. Scheint reine Willkür zu sein.


    Was ich nun nach einem Jahr aktiver Sportschützenbetätigung kass gelernt habe, ist, daß "da draußen" mind. 95% (un)gesundes Halbwissen und Hörensagen unterwegs ist, und fast keiner jemals oder wenigstens auch nur in den letzten Jahren mal wirklich ins WaffG/AWaffV/WaffVwV oder gar SpO geschaut hat. Urbane Legenden und Stille Post bestimmen die "Sachlage", in Kombination mit diffusen Begrifflichkeiten und wilden Verwechslungen von feststehenden Begriffen (Stichwort "Verantwortliche Aufsicht") und Konzepten. Diffuses Gehampel seitens des Verbands machts nicht einfacher (siehe das Thema "Sicherheitsbrillen" und "Sicherheitsvorrichtungen" für bestimmte Waffen/Disziplinen/Wettbewerbe). Das alles auszuhalten ist als jemand der allein von Berufs wegen schon sehr logisch denkt und gewohnt ist auch mal mit juristischen Texten und Formulierungen umzugehen bisweilen echt schwer auszuhalten und anstrengend da immer wieder mit umgangssprachlichen Interpretationen gearbeitet wird. :-)

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  • Hallo, hat eine/r von Euch Erfahrung damit, ob auch Schießbucheinträge von im Ausland absolvierten Trainings und/oder Wettkämpfen uneingeschränkt von deutschen Waffenbehörden für den Bedürfnisnachweis anerkannt werden?

    ....

    Dass diese Trainings im Ausland grundsätzlich nicht anerkannt werden, kann ich mir kaum vorstellen. Auch dort wird bekanntermaßen sehr oft nach den Regeln der ISSF geschossen.

    Man wird wohl als erstes schon mal unterscheiden müssen zwischen Training und Wettkämpfen. Wenn es also um das Bedürfnis nach § 14 Abs. 2 WaffG geht und Trainings ausreichen, wird man die spezifischen Regelungen des betroffenen Landesverbandes nachschauen oder erfragen müssen.

    Da aber Ziffer 14.1 WaffVwV besagt, "In Deutschland lebende Schießsportler, die dieser Tätigkeit nur im Ausland nachgehen, können sich nicht auf die Vorschrift des § 14 berufen. " würde ich vermuten, dass AUSSCHLIEßLICHE Auslandstrainings den Verbänden auch nicht ausreichen werden. Alles dazwischen ist mit denen abzuklären.


    Bei Wettkämpfen sieht die Sache meines Erachtens anders aus. Es soll der Nachweis geführt werden, dass man dem Schießsport mit einer gewissen Ernsthaftigkeit nachgeht. Wenn dieses dadurch passiert, dass man regelmäßig an offiziell ausgeschriebenen Wettkämpfen im benachbarten Ausland teilnimmt, die aber im wesentlichen den DSB-Disziplinen entsprechen, so sollte dem nichts entgegen stehen.


    Für die Bestätigung einer Schießleistung im Formular habe ich auch noch keine Begründung gefunden. Nicht mal ne Erklärung ob sich das auf Disziplinen mit "irgendeinen" (LP/LG?), "erlaubnispflichtiger" oder gar "beantragten erlaubnispflichtigen" Waffen bezieht. Welche Signifikanz die Ringzahl hat (Mindestwerte?) ist auch nichts zu finden. Scheint reine Willkür zu sein.


    Die Schießleistung ist nur für Anträge gem. § 14 Abs. 3 relevant, wo auch weiter oben steht, dass entsprechende Nachweise beizufügen sind. Wenn ich aber als Nachweis das komplette Ergebnisheft der Bezirksmeisterschaft beifüge, ist es hilfreich zu wissen, dass der Antragsteller in der Disziplin 2.40 teilgenommen hat und ich ihn dort bei der entsprechenden Ringzahl sehen kann.
    Das es sich bei dem regelmäßigen Schießen und den Nachweisen über Wettkämpfe um Schießen mit erlaubnispflichtigen Kurz- bzw. Langwaffen handeln muss, sollte allerdings tatsächlich klarer daraus hervorgehen.

    Was ich nun nach einem Jahr aktiver Sportschützenbetätigung kass gelernt habe, ist, daß "da draußen" mind. 95% (un)gesundes Halbwissen und Hörensagen unterwegs ist, und fast keiner jemals oder wenigstens auch nur in den letzten Jahren mal wirklich ins WaffG/AWaffV/WaffVwV oder gar SpO geschaut hat. Urbane Legenden und Stille Post bestimmen die "Sachlage", in Kombination mit diffusen Begrifflichkeiten und wilden Verwechslungen von feststehenden Begriffen (Stichwort "Verantwortliche Aufsicht") und Konzepten. Diffuses Gehampel seitens des Verbands machts nicht einfacher (siehe das Thema "Sicherheitsbrillen" und "Sicherheitsvorrichtungen" für bestimmte Waffen/Disziplinen/Wettbewerbe).


    Das kann ich sowohl bestätigen als auch nachvollziehen. Problem ist neben dem Wissen um die gesetzliche Regelung halt auch immer wieder, dass Anforderungen von verschiedenen Stellen gestellt werden, die NICHT im Gesetz stehen und trotzdem manchmal zu erfüllen sind, aber manchmal eben auch nicht, wie z.B. die Vorlage eines Schießbuches bei der Behörde. Der Bedürfnisnachweis erfolgt über den Verband (beim Anfangsbedürfnis) oder den Verein (beim fortbestehenden Bedürfnis). Da hat die Behörde überhaupt keine Aktien drin, gleichwohl sie immer gerne solche Infos erfragt und sammelt. Wofür wohl ? Bestimmt nicht nur zu UNSEREM Besten !