Welcher Gehörschutz (SNR konkret) z.B. für 9mm Luger mit ca. 163 dB(A)

  • Hallo Meisterschuetzen,


    warum ist das nur so kompliziert, mal eine konkrete bzw. qualifizierte Aussage zu finden?;(

    Das Thema ist doch hier nicht so weit hergeholt. :cursing:


    Ich habe angefangen mit Schießen und trainiere neben dem Luftgewehr auch 9mm Luger (laut Internetrecherche ca. 163 dB(A)) halbautomatik Pistole.

    Jetzt habe ich mir für die 9mm und auf Grund der vielen guten Bewertungen die 3M Peltor SportTac bestellt (SNR 26dB).

    Hielt ich für ausreichend, da ein Kollege mir den Peltor Sport Tactical 100 (SNR 22dB) empfohlen hat und der SportTac ja noch 4dB mehr dämpft.


    Jetzt lese ich mich noch etwas tiefer ein und habe gerade so den Eindruck, SNR 26dB ist noch zu wenig!


    163 dB minus die Dämpfung von 26 dB ist 137dB Rest Schalldruckpegel.

    Ist das nicht noch zuviel um Gehörschäden zu vermeiden:?:


    Sicher gibt es Randbedingungen zu beachten und die Tatsache das es nur kurzzeitig ist aber jetzt bitte ganz konkret, ist 26dB SNR zu wenig, grenzwertig oder genug:?:

    Ich kann nach einer Stunde Recherche keine konkrete Aussage mit Werten finden. Weder hier im Forum, noch im gesamten Internet.


    Gerade hier hätte ich eigentlich eine konkrete Aussage zu finden erwartet.


    Kann mir hier mal jemand aus dem Dunkel der Ahnungslosigkeit helfen||


    Gruß

    Rüdiger

  • Zu wenig.


    Angemessen wäre Peltor Optime III, und auch der nur (!) mit zusätzlichen Stopfen darunter.

    Einmal editiert, zuletzt von Carcano ()

  • Optime III (SNR 35 dB) mit Stopfen drunter - gute Wahl, da kann man auch .223 Rem aus kurzem Lauf ertragen.


    Aber ein guter Gehörschutz mit mindestens 24 dB SNR (besser sind natürlich 26 dB oder gern mehr) tut´s bei 9mm Para in der Regel auch, sonst wären wir alle inzwischen taub. Elektronische Gehörschützer haben in der Regel etwas geringe Dämpfungen als gleich groß bauende herkömmliche.


    Ich selbst nutze einen MSA Sordin Supreme Pro mit einer Dämpfung von ca. 25 dB. Aber sprich bitte ein wenig lauter, wenn ich die nicht aufhabe!

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • In der Praxis (meine Erfahrung) reicht der Optime III auch ohne Gehörschutzstöpsel darunter aus, selbst um den Krach unangenehmer 9mm Laborierungen zu dämpfen.


    Mit einem Optime I ohne Gehörschutzstöpsel darunter finde ich den Knall z.B. einer S&B 8g 9x19 Patrone als gut gedämpft.

    Der Knall einer im Überschallbereich losfliegenden und ansonsten baugleichen 7,5g Patrone ist mit Optime I Gehörschutz teils doch unangenehm.

    Das vorher gesagte trifft nun zu, wenn ich diese Laborierungen mit dem Optime I selber schieße. Wenn der Standnachbar damit schießt ist bereits die 8g Laborierung je nach Standaufbau unangenehm. Aber nicht immer.


    Ein 3M Peltor Sporttac kommt für mich so wie ein Optime I bei 9mm also an seine Grenzen, aber mit Gehörschutzstöpseln darunter ist alles wunderbar.


    Insgesamt bin ich mit dem aktiven Sporttac sehr zufrieden. Es kommt einfach nicht mehr zu solch beknackten Unfällen, dass man ein Kommando oder Fragen etc. nicht versteht, weil ein Gehörschutz überdämpft und man nachfragt und kurz den Gehörschutz lupft um doch mal was zu verstehen, und genau in dem Moment feuert zwei Stände weiter jemand seinen .44er ab - das wars dann mit dem Gehör. Da gibt es dann die Helden die sagen man soll sich mal nicht so haben oder das dann mit einem Lächeln abtun, aber Tinitus, Hörschwäche etc. sind nicht lustig.


    Der Sporttac ist so wie der passive Optime I auch schön flach. Beim Gewehrschießen absolut empfehlenswert. Der sehr dicke Optime III ist zumindest für mich beim Gewehrschießen deswegen ungeeignet.


    Werte wie die 163db(A) kannte ich übrigens noch nicht, könnte sie mir aber erklären, wenn der Schalldruck direkt schräg vor der Mündung gemessen wird. Da wird und sollte man aber weder vor, noch während oder nach der Schussabgabe seinen Kopf hinhalten.


    Was nun im weiteren aus den 163db(A) wird, hängt vom Schießstand ab. Liegt er im Freien, Wetter und Temperatur, Holz oder andere Verkleidung die den Schall mehr oder weniger reflektiert, Matten zwischen den Ständen, Schießtunnel und ein winziger Aufenthaltsraum oder viel Platz hinter und vor den Schützen wo sich der Druck gut und schnell ausbreiten kann und es nicht zu Druckspitzen kommt usw.


    Hinter der Waffe ist man meist weniger Schalldruck ausgesetzt als wenn man schräg neben der Waffe steht. Insoweit sollte man also auch wenn man sogar nur KK schiesst immer auf ausreichenden Gehörschutz in Hinblick auf Großkaliber achten, falls man sich den Schießstand auch mit Großkaliberschützen teilt.


    Klar kann man wie ich beim long distance Schießen im Ausland erstaunt feststellen musste auch 8x57 IS ohne Gehörschutz schießen, aber das geht nur im Freien ohne dass irgendetwas was nennenswert den Schall reflektiert um einen herum ist. Auf den meisten Schießständen reicht aber selbst für Großkaliber wie eingangs geschildert ein Optime I mit Gehörschutzstöpseln darunter.

  • Also ein akiver Kapselgehörschutz muss es auf jeden Fall schon sein.


    Da scheint es aber mit dem ProTac Shooter bei SNR 32dB aufzuhören :/

  • Bin mit dem Peltor ProTac Shooter fürs Pistolenschießen (da stört die Dicke der Kapseln nicht) sehr zufrieden. Damit fühle ich mich auch noch sicher, falls in einigem Abstand Modellkanone geschossen wird.


    Du solltest bei der Auswahl nicht von Deinen 9mm ausgehen !


    Nimm einfach die Situation an, daß beim Wettkampf beide Standnachbar mit Magnum Laborierungen schießen und Du den Stand nicht wechseln kannst.

    Und zusätzliche Stöpsel sind ja immer eine Option und sollten standardmässig im Gepäck sein.


    Habe noch einen passiven von Peltor Optime II. Die Dämpfungseigenschaften der beiden Modelle kann ich nicht wirklich unterscheiden.


    Meine Empfehlung: Peltor ProTac Shooter. Auch weil man da per Klinke noch Audio zuspielen kann.


    Gut Schuss

  • Die Antwort ob es einen aktiven Gehörschutz mit höherer Dämpfungsleistung gibt, bleibe ich Dir auch schuldig.


    Ich würde aber bedenken, dass mehr Dämpfungsleistung auch ein höheres Gewicht des Kapselgehörschützers nach sich zieht, und damit auch der sicher sitzt, muss der Anpressdruck höher sein, was wiederum auf Kosten des Komforts geht.


    Bei mir hat sich als Kapselgehörschützer der Sporttac bewährt, da man den dann auch regelmäßig trägt. Wenn ich mehr will setzte ich dann wie gesagt darunter noch Stöpsel ins Ohr.


    Bei Luftpistole reichen mir auch nur Stöpsel im Ohr. Andere nehmen gar keine, aber 1. es hängt ja immer vom Stand ab und 2. jede/r ist seines Glückes Schmied.

  • Ich danke Euch allen wirklich sehr für Eure Beiträge und Hilfe:thumbup:


    Aufgrund der Tatsache, dass ich wirklich keinen stärkeren SNR wie 32dB mit Aktivschutz gefundenhabe und Ihr mir den ProTac Shooter auch empfohlen habt, ist er jetzt bestellt.:love:


    Stand by der Batterien 100 h. Naja ich hab ja Akkus ;)

  • Man hat die Wahl: einen elektronischen ("aktiven") Gehörschutz mit unzureichender Schutzwirkung und vorhersehbarer Hörschädigung - oder einen passiven Gehörschutz mit deutlich höherer Schutzwirkung.

  • Man hat die Wahl: einen elektronischen ("aktiven") Gehörschutz mit unzureichender Schutzwirkung und vorhersehbarer Hörschädigung - oder einen passiven Gehörschutz mit deutlich höherer Schutzwirkung.

    Theorie und Praxis. Durch den fetten Passiv-Schutz (Peltor Optime III) habe ich mir ein Knalltrauma eingehandelt. In der Pause zwischen den Serien für das Gespräch mit dem Trainer abgezogen, während der sein eigenes Programm schießende Jungschütze in meinem Rücken schon wieder seinen .357 Revolver nachlud, ohne sich um den Rest der Welt zu kümmern. Kette war ja wieder zu. X( Peng... Aua... Fieeeeeeep. Ja, ich hätte ihn auf dem Stand nie abziehen sollen aber wenn man die Wahl hat, nichts zu verstehen und umsonst zum betreuten Training zu gehen oder es zu riskieren, dann... trage ich jetzt lieber den aktiven Schutz, ich verstehe alles und mir passiert sowas nicht mehr.

  • Wer einmaliges Knalltrauma und Gehörschädigung durch Dauerimpulslärm nicht unterscheiden kann oder will, hat in der Tat den Schuss nicht gehört. Der soll sich erst einmal selbst über die Basics kundig machen, ist nicht mein Job. Genügend Material gibt es im Netz, man muss halt etwas suchen.

  • Wer partout Recht behalten will, der wird dann eben persönlich und unfreundlich, obwohl er das wahrscheinlich gar nicht nötig hat. Mensch, sag mir doch einfach, wo der Fehler liegt, ich hör doch zu, wenn man mit mir spricht. ;)

  • Es gibt in der Tat den Begriff der Überprotektion im Arbeitsschutz bzw. der Arbeitssicherheit. Der meint aber etwas anderes.

    Wer einen - auch noch so guten - Passivgehörschutz allein und ohne Zutaten auf einem Stand trägt, wo GK-Kurzwaffe oder GK-Gewehr geschossen wird (besonders giftig ist übrigens .223), der ist schon a priori untergeschützt und wird Hörschäden davontragen. Nicht mit Gewissheit, aber mit deutlich HÖHERER Sicherheit als z.B. Gesundheitsschäden durch Kettenrauchen oder Alkoholabusus. Merken tut man sie leider subjektiv erst, wenn es schon viel zu spät ist.


    Hättest du es in deinem Bereich richtg gemacht (es hat dir halt nie jemand beigebracht, und du möchtest das auch nicht wahrhaben), dann hättest du auch mit gelüftetem Gehörschutz kein derartiges Knalltrauma davongetragen.
    (Korollarie am Rande: zumindest bei uns auf dem Stand ist es üblich, dass derjenige, der als erster wieder einen Schuss abgibt, sich kurz umschaut und ggf. erinnernd ruft: "GEHÖRSCHUTZ!" - das ist nämlich wirklich oft nötig. Insoweit hat der von Dir erwähnte Schütze sich ebenfalls nicht optimal verhalten, gewiss.)


    In der Bereich sind Schützen völlig unbelehrbar- man kann sie laut anschreien (muss man dann auch ;-) ), es bringt aber nichts. Paradoxerweise sind da sogar Jäger heute viel einsichtiger und offener.


    Carcano

    2 Mal editiert, zuletzt von Carcano ()

  • "Überdämpfung" ist wie Salamander eindrücklich beschrieben hat ein großes Problem und das ist auch Fachleuten bekannt.

    Die Empfehlung für einen Peltor Optime III mit zusätzlichen Gehörschutzstöpseln ist wenig praxistauglich, insbesondere wenn man sich Schießstände mit anderen Menschen teilt und deren Anweisungen mitbekommen möchte ohne sie dauernd ansehen zu müssen.

    Gewehrschützen kommen mit dem Ding meiner Erfahrung nach auch nicht überzeugend zurecht.

  • insbesondere wenn man sich Schießstände mit anderen Menschen teilt und deren Anweisungen mitbekommen möchte ohne sie dauernd ansehen zu müssen.

    Das kann sogar gefährlich werden. GK-Wettkampf auf der Indoor-Anlage, letztes Kommando war "Laden". Störung an der Scheibenanlage, Kommando zurück "Waffen entladen, Sicherheit herstellen" aber hektisch und ZU LEISE, denn der Schütze ganz außen - ich unter dem Optime III - hat nix mitbekommen und steht da noch mit geladener Waffe, während einer nach vorne rennt und die Scheibenanlage reparieren will. Ich habe keinen Finger gerührt, den erst mal lautstark zurückgepfiffen und dann erst mal gaaanz ruhig entladen.

  • Soll man dann nicht die hand heben, um zu signalisieren, dass man das auch verstanden hat?

    Wer die hand unten lässt, wird körperlich / optisch informiert.


    mfsg daniel

  • Die Aufsicht sollte sich versichern, dass das Kommando auch alle mitbekommen haben und Sicherheit gegeben ist, bevor jemand nach vorn geht, das war mit Sicherheit gröbstens schlampig! Wie immer, wenn sowas ist, kamen mehrere Dinge zusammen.

  • Das kann sogar gefährlich werden. GK-Wettkampf auf der Indoor-Anlage, letztes Kommando war "Laden". Störung an der Scheibenanlage, Kommando zurück "Waffen entladen, Sicherheit herstellen" aber hektisch und ZU LEISE, denn der Schütze ganz außen - ich unter dem Optime III - hat nix mitbekommen und steht da noch mit geladener Waffe, während einer nach vorne rennt und die Scheibenanlage reparieren will. Ich habe keinen Finger gerührt, den erst mal lautstark zurückgepfiffen und dann erst mal gaaanz ruhig entladen.

    Schütze hat einfach für alles die passende Ausrede.


    Wenn jemand nach vorne geht habe ich mich vorher versichert dass alle Schützen das Kommando verstanden haben und die Waffen auch tatsächlich abgelegt haben.


    Karl

  • Schütze hat einfach für alles die passende Ausrede.

    Schütze orientiert sich nur daran, wie das Leben ist und nicht daran, wie Karl es sich wünscht. Menschen machen Fehler und die nicht mitzubekommen, kann gefährlich werden.


    Edit: Was den Widerspruch zwischen erforderlichem Gehörschutz und Kommunikation auf dem Stand angeht, kommt man wohl um einen Kompromiss nicht herum. Wie man es macht, ist es verkehrt.