Erfahrungen mit der Baikal IZH35 ?

  • Es gab zu diesem Modell, das sich auch in der Transskription IJ35 findet, bereits vor Jahren eine ähnliche Frage, die sich aber auf das modifizierte Modell Walther KSP200 bezog, die ich in meine Frage gerne einbeziehe (alter Artikel Walther KSP 200 ).


    Abgesehen davon, dass sie Kaderschützen und ambitionierten Sportschützen wahrscheinlich keine ausreichende Anpassbarkeit bietet, welche Einschränkungen insbesondere auf Haltbarkeit, Zuverlässigkeit und Verwendbarkeit sind Euch und/oder allgemein noch bekannt?


    Erfahrung besitze ich mit der Waffe nicht. Ich hatte z.B. einmal eine in der Hand, und die hätte mir der Händler durchaus gerne verkauft, aber das Teil hatte irgendwo am Verschluss oder in der Nähe des Laufs am Griffstück einen Haarriss (ich hatte den entdeckt, der Händler wusste davon nichts). Ich weiss nicht mehr wo, eine Gefahr für Leib und Leben wäre davon nach meiner Einschätzung aber auch im blödesten Fall nicht ausgegangen, aber da das Modell auch ohne einen solchen Schaden vor ein paar Jahren für maximal 150 Euro zu haben war, schied diese Waffe aus.


    Ein anderer Händler hatte auch eine da, unbeschädigt, aber er hat mir vom Kauf abgeraten, weil seine, Anfang der 90er gekaufte IZH 35 nach ein paar Jahren anfing zu doppeln. Der Händler hatte als Ursache den unzureichend vergüteten Stahl ausgemacht und insgesamt mit mangelhafte Verarbeitung der russischen Waffe kritisiert. Mit der Präzision, Abzug und Schussverhalten war er ansonsten sehr zufrieden.


    Wisst ihr, bis wann solche Probleme mit den Materialien bestanden bzw. ob sie noch bestehen?


    Hatte die Walther KSP 200 ähnliche Probleme oder gab es da insgesamt eine Qualitätskontrolle, die solche Probleme gar nicht erst aufkommen ließ?


    Der Lauf sitzt recht dicht über der Hand, andererseits ist die Entfernung von Korn und Laufseele doch erheblich. Welchen Nachteil birgt letzteres?


    Den Griff der IZH35 fand ich freundlich gesagt doch sehr gewöhnungsbedürftig. Ich denke der moriniartige Fürstenberg-Griff der KSP200 ist da ein erheblicher Gewinn. Und bei der Walther einen echten Schlittenfang zu besitzen ist auch ein Vorteil, weil dann


    A. der Schlitten nach dem letzten Schuss nicht ungebremst auf das hintere Patronenlager knallt, was wahrscheinlich aufgrund der wiederkehrenden, starken Materialbelastung auch zu genau den Problemen mit Rissen, Dopplern usw. führen könnte


    und B. man andererseits nicht Legosteine, Stifte oder andere Notlösungen braucht, um das Patronenlager offen zu halten, wenn man die Waffe ablegt (und genau bei einer solchen IZh35 hatte ich mal den unerwünschten Fall erlebt, Verschluss zu, Waffe auf dem Tisch abgelegt, und es war in der gespannten Waffe eine scharfe Murmel im Patronenlager - ich hatte bei der Waffe (die des Standnachbarn) zur Sicherheit den Verschluss nach hinten gezogen, bevor ich mir mit dem Segen des Besitzers die Waffe ansah. Da war ich doch überrascht, als die Patrone rausrepetiert wurde).


    Bis auf optische und technische Bezüge zu Vorgängerwaffen wird es wohl wenige Ähnlichkeiten mit der AW93 geben, wenngleich ich festgestellt habe, dass sich die Magazine bis auf Details doch sehr änhnlich sind. Ich nehme mal an, die IZH35 Magazine lassen sich von einem handwerklich halbwegs begabten Menschen ohne großen Aufwand für die AW93 anpassen, aber bei den dann im Endeffekt mit ca. 35 Euro doch nicht so teuren Feinwerkbau-Magazinen lohnt sich das eher nicht.

  • Wisst ihr, bis wann solche Probleme mit den Materialien bestanden bzw. ob sie noch bestehen?

    Hallo Strindberg,


    ja in der Tat, ist das nicht einfach, russische Verarbeitung, wir hatte kurz eine im Verein, Ersatzteile schwierig bis unmöglich..... Toleranzen großzügig, Waffengeometrie eine Katastrophe, ich hab Sie abgegeben zum verschrotten.

    Im vergleich zur Toz, bewegt sich hier halt einiges, und dann wird es mit der Fertigung schon schwieriger, um nicht zu sagen unmöglich.

    ( Für Leute mit Sachverstand und Ansprüchen )

    Ansonsten, knallen tut sie und billig dürfte sie auch sein, also nur zu;)8)


    grüße no.limits

    Steyr EVO/E
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  • Na ja. Ich würde mal sagen, wir beide kennen jeweils die MG2 (no.limits) und die IZH-35 (Carcano) sehr gut, und Du vielleicht auch die MG2 noch etwas besser als ich die IZH-35.

    Wir beide haben aber relativ wenig Ahnung von der jeweils anderen Waffe. Was Dein Posting beweist.

  • Wir beide haben aber relativ wenig Ahnung von der jeweils anderen Waffe

    Wir haben eine bekommen im Zuge eines Erbfalles, zugegeben diese war ausgelutscht.

    Ich bin jetzt mal davon ausgegangen das es Standard war, warum auch immer!

    Der Abzug war sehr wechselhaft, das Schussbild na ja. Und als ich die Innereien austauschen wollte war nix zu bekommen!

    Das sind meine Erfahrungen!

    Nicht mehr und nicht weniger.

    Ich persönlich stufe sie hinter, Sako, Hämmerli, oder Unique ein, von der FWB ganz zu schweigen. ( Waffen mit Magazin im Griff )

    Die Stückzahlen waren so gering, das auch kaum Schlachtwaffen gibt.

    Wer es braucht nur zu.


    no.limits

    Steyr EVO/E
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  • Ersichtlich keine Ahnung.

    Wenn die Antworten, dann so unfundiert und knapp werden, lässt das auch tief blicken,

    Steyr EVO/E
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  • Verdient jemand, der uninformiert und breitspurig daherschwätzt (so wie Bernd über die IZH-35) eine "fundierte und ausführliche" Antwort ?

  • Ist das nicht ein Widerspruch?

    Eigentlich ja, aber wohl ähnlich wie bei Ladas. Da war die mangelhafte Verarbeitung auch ersichtlich, aber wenn es um die entscheidende Funktion ging, das Fahren, dann tat der Lada das (meist) zuverlässig. Die Kiste brauchte halt einiges an Zuwendung, wie auch andere Autos der 70er (bzw. die Autos, die auf diesem oder einem früheren Entwicklungsstand stehengeblieben waren).


    Die private IZH 35 des Händlers hat also geschossen und er war zufrieden damit, solange sie ihm keine Probleme bereitete.

    Als sie anfing zu doppeln, war die Freude vorbei. Diese letzte Erfahrung, die er wohl mit anderen Schützen geteilt hat, war ausschlaggebend, mir vom Kauf dieser baugleichen von ihm angebotenen aber nicht von ihm benutzten Waffe abzuraten.

    Ich persönlich stufe sie hinter, Sako, Hämmerli, oder Unique ein, von der FWB ganz zu schweigen. ( Waffen mit Magazin im Griff )

    Um Missverständnissen vorzubauen: dies wird sich wohl auf die Anpassbarkeit, Schussverhalten etc. der AW93 beziehen.

    Wenn der geneigte Leser, der sich die Inhalte anderer threads hier im Forum noch erschließt, dort weiterliest, wird er/sie erkennen, dass damit nicht die Zuverlässigkeit, Präzision, Ersatzteilversorgung, Kundendienst und Wiederholgenauigkeit der AW93 gemeint ist.

    Man kann über die AW93 geteilter Meinung sein, sollten aber auch die von mir zuletzt genannten Punkte angezweifelt worden sein, stelle ich dem ein entschiedenes nein entgegen.

  • Die private IZH 35 des Händlers hat also geschossen und er war zufrieden damit, solange sie ihm keine Probleme bereitete.

    Als sie anfing zu doppeln, war die Freude vorbei.

    Das gelegentliche Doppeln nach einer gewissen Schusszahl (sicherlich erst deutlich ab 5000 aufwärts) ist - leider - ein bekanntes Problem der IZH-35. Es betrifft nicht alle Waffen, und bei den betroffenen nicht jede Munition, ist aber ärgerlich genug.
    Der Grund ist ein doppelter: einerseits der fliegende Schlagbolzen (ohne Rückholfeder), der sich rasch mit Rückständen zusetzt, andererseits die Aufschmiedung des Brillenstücks ggü. dem Verschluss.
    Abhilfe ist möglich, verlangt aber Büchsenmacherarbeit. Sehr ausführlich behandelt in Targettalk.

  • Verdient jemand [...] eine "fundierte und ausführliche" Antwort ?

    Das Forum und interessierte Leser/innen im allgemeinen doch bestimmt, oder? :)

    Ist es eine Ausnahme, dass die Waffe nach einigen Jahren Nutzung doppelt? Neigt das Material zu Brüchen, Rissen, stärkerer Abnutzung etc. oder hält eine IZH 35 ebenso wie moderne KK-Pistolen ich sage mal 40000 - 60000 Schuss durch, bevor Läufe und vielleicht nach und nach auch andere Verschleißteile getauscht werden sollten um Zuverlässigkeit und Präzision aufrechtzuerhalten?

  • Verdient jemand, der uninformiert und breitspurig daherschwätzt (so wie Bernd über die IZH-35) eine "fundierte und ausführliche" Antwort

    ja Carcano,


    unfundiert ?

    Es war damals Day after, nach Winnenden, wir bekamen Waffen für die Jugend zuhauf überlassen, unter anderem auch dieses Teil, mit dem von Dir unten beschriebenen Problem.

    Das gelegentliche Doppeln nach einer gewissen Schusszahl (sicherlich erst deutlich ab 5000 aufwärts) ist - leider - ein bekanntes Problem

    Und genau das war es, dazu ein riesen Griff total verbastelt.

    Wir hatten damals ein Luxusproblem und so konnten wir es uns erlauben, solche Waffen wie die ganz alten Walther mit Sechskant Lauf oder FN's und die IZH nicht anzunehmen.

    Wir haben 6 Vereinswaffen, 3 Unique und 3 Walther, und dafür sind Ersatzteile und Griffe in Menge da. Für eine IZH die Probleme bereitete war nix da. Griffe hätten wir neu kaufen müssen, der Ärger und die Kosten war der Prügel schlicht nicht wert.

    Das hat nix mit keine Ahnung zu tun, sondern mit Planung und Vorahnung.

    Und wenn hier einer dumm rum schwätzt dann bist es Du, und da kann sich jeder Leser ein Bild von machen, wenn Du hier fliegende Schlagbolzen die verschmutzen, Doppler die an der Tagesordnung sind, Aufschmiedungen von Brilenstücken anfühst!

    Wer will sich denn so was antun, ich brauch das nicht, und das hat vielleicht mit mehr Ahnung zu tun als Du gerne hättest.

    Daher auch Dein plötzlicher Schwund mit Argumenten und wieder ab triften ins persönliche.........


    schönen Sonntag noch Bernd

    Steyr EVO/E
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  • Vielen Dank für den Hinweis auf Targettalk. Dort kann man z.B. unter dem Suchegriff "IZH35" zahlreiche vielfältige Beiträge finden, die von Überschwang bis Frustration eine in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Waffe beschreiben. Z.B. http://targettalk.org/viewtopic.php?t=32683

    Also definitiv etwas für Sportwaffenliebhaber und "Schrauber".


    Wer kein Interesse an Schrauberei hat, die jenseits von Pflege und Komponentenaustausch in Deutschland schon wegen der Gesetzeslage schnell dazu führt, dass heutzutage ein Büchsenmacher konsultiert werden muss, weil nur er Spanabhebende Arbeiten ausführen darf, sollte sich eher genügsame Schlachtrösser wie eine Feinwerkbau AW93 oder Walther GSP kaufen, für die, falls unerwarteterweise doch etwas kaputt geht, problemlos Ersatzteile besorgt werden können.

  • Also definitiv etwas für Sportwaffenliebhaber und "Schrauber".

    Hi Strindberg,


    sehr diplomatisch umschrieben, und sehr schmeichelhaft......



    no.limits

    Steyr EVO/E
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  • Wenn hier übrigens von Aufschmiedungen des Brillenstücks oder bei Targettalk von slammed breach [breech] face berichtet wird, läuten bei mir in Bezug auf die AW93 sofort die Glocken - bei AW93 der ersten Generation ohne automatischen Schlittenfang wird das Material rund um das Patronenlager durch den nach dem letzten Schuss nahezu ungebremst aufschlagenden Verschluss auch langsam gestaucht und ersichtlich breitgehämmert.

    Um dem abzuhelfen lässt man von einem Büchsenmacher oder besser im Werk einen automatischen Schlittenfang nachrüsten, den die Modelle ab der 2. Generation bereits serienmäßig besitzen. Macht man das nicht, schadet es meiner Erfahrung nach mittelfristig aber auch nicht. Doppler gibt es keine.Irgendwann wären aber Schleifarbeiten im Bereich des Patronenlagers erforderlich, damit die Patronen wieder sauber zugeführt und ausgezogen werden.


    Mit automatischem Schlittenfang wird bei der AW93 jedenfalls nichts mehr zerschmiedet, daher klar zu empfehlen.


    Von daher tippe ich darauf, dass die Walther KSP200, die ja nur einen manuellen Schlittenfang besitzt und aus denselben Stählen wie die IZH35 gefertigt ist, ebenfalls Probleme mit breitgehämmerten Patronenlagern und auch daraus resultierenden Dopplern hat?

  • Ich sehe, Strindberg hat sich jetzt schon mehr Wissen für die IZH-35 verschafft als Bernd jemals haben wird. Beachtlich.

    Nachdem Strindberg meiner Frage nach dem sinnvollen Adressaten einer etwaigen Antwort aber erwiderte: "Das Forum und interessierte Leser/innen im allgemeinen doch bestimmt, oder? :)", sollte ich ihm und ebenso auch den nicht vernagelten Foristen vielleicht doch antworten, zumal ich von der IZH-35 zwar nicht ganz, aber doch annähernd soviel Ahnung habe wie umgekehrt no.limits von der MG2.


    Die optische Anmutung bei beiden Waffen ist zunächst einmal etwas gewöhnungsbedürftig:

    während die MG2 ungefähr den Charme und die Designeleganz einer elektronischen Toilettendrosselspule auf einem Borg-Kubus hat, und ein spilleriges Plastik-"Magazin"röhrchen (nie war ein Diminutiv so begründet), das schon beim Anschauen zusammenzubröseln scheint (tut es aber dann doch nicht !) ,

    so wirkt die IZH-35 meistens (es gab im Laufe der Produktion geringfügige Änderungen am Griffstück/Rahmen) wie das erste Lehrstück von Aljoscha dem Grobschmied, der seinen Wehrdienst in der Roten Armee als Feldbüchsenmacher ableistet. Und wie viele russische Waffen lässt sie sich auch mit einfachsten Bordmitteln reparieren. Lustig, dass dann die begeistertsten Bastler und ewigen Spachtler (wie Bernd) gerade diese Qualität auf einmal abwerten wollen.

    Zur Genese:

    mag könnte versucht sein, die IZH-35 als eine leicht entfeinerte FWB-93 zu charaktisieren, die alle Züge des Originals trägt, die aber mit matter Brünierung grober Bearbeitung (außer dort, wo's drauf ankommt) weniger schmuck aussieht und die vor allem etwa 1/10 kostet (Vergelich gebrauchte IZH-35 zu neuer FWB-93; verglichen zu einer gebrauchten Feinwerkbau ist Verhältnis annäherend 1:4 oder 1:5). Das träfe es ganz gut in der Abbreviatur. Es wäre aber streng genommen nicht richtig, denn sie sind eher zwei uneheliche Geschwister, zu denen jetzt nach Jahrzehnten noch ein weiteres gekommen ist, der Schoß war fruchtbar noch (gezeugt im Rahmen des neuen Autarkieprogramms des Reiches aller Reußen nach dem Waffenembargo aufgrund der Ukrainesanktionen, doch davon vielleicht noch einmal später).
    Tatsächlich gehen sie alle zurück auf Efim Khaidurovs (Haidurov's) legendäre HR-30. Während die HR-30 aber immer eine weitestgehend handgefertigte Kaderwaffe blieb, ist die IZH-35 eine für die ökonomische Fabrikfertigung ausgelegte und in großen Mengen exportierte Waffe. In der Sowjetunion blieb sie freilich Kaderwaffe; das Schützenvolk hatte, wie auch sonst im Ostblock, Margolins. Heute ist sie nicht mehr der letzte Schrei wie damals, als sie eine Reihe Medaillen in Olympischen Spielen und ISSF-Weltmeisterschaften einfuhr, da ist der Fortschritt weitergegangen, aber bis in die jeweilige nationale Spitze hinein kommt man damit gut. Dort allerdings macht sich dann die Überlegenheit modernener und schussstabilerer Waffen bemerkbar, auf die ja auch no.limits immer wieder hinweist. Ab 570 aufwärts hat man keinen Punkt mehr zu verschenken.

    Zum Abzug:

    der ist vorzüglich, einfach einzustellen (auch und gerade von Nicht-Schrauberschlümpfen) und hält. Gelegentlich solte man dennoch nachstellen, das ist aber auch normal. Einer Walther GSP und einer Hämmerli allemal ebenbürtig, wenn nicht vozuziehen. Ist allerdings so wie in der IZH konstruiert heute nicht mehr Stand der 360°-Rundum-Schwenk-und-Anpass-Technik.
    Handlage:

    an sich sehr gut wegen der niedrigen Laufachse. Springt im Schuss etwas weniger als FWB-93, handhabt sich aber deutlich unruhiger als eine Pardini, als meine Chang Feng oder gar eine MG2. Insoweit sehr gut vergleichbar mit der Hämmerli 208/215 - wer die mag, wird auch die IZH-35 mögen. Hauptunterschied ist der bei der IZH-35 sehr leichte Schlitten. Zu ihm noch später. Die Griffschalen kann man tauschen, aber das hat hier natürlich ausgerechnet DERjenige vergessen, der sonst der größte Griffebastler und -tauscher von allen ist.
    Die russischen Originalgriffe:

    sehen seltsam aus und fassen sich seltsam an. Sie soind wohl als reine Aufnahmebasis für Holzspachtel gedacht. Viele der vielen in Deutschland verkauften IZH-35 (oft unter dem Markenname "Baikal", später als Walther KSP) haben aber moderne und gut liegende Griffe von Morini oder Fürstenberg. An denen ist nix zu kritisieren, die sind "out of the box" sehr brauchbar.


    Reparierbarkeit und Anfälligkeit für Defekte:

    die IZH-35 ist schier unverwüstlich, aber nicht völlig wartungs- oder fehlerfrei. Das klingt nur beim ersten Hören paradox, denn natürlich kann alles irgendwann irgendwie kaputtgehen. Während das bei einer Spitzenwaffe eines internationalen Schützen aber vollkommen wurst ist, weil er/sie erstens eine Reservewaffe dabei hat, und zweitens die Waffen eh' dauernd vom teameigenen Waffenmechaniker durchgeschaut und gewartet werden, ohne dass der Meister des Sports groß was davon mitkriegt, noch mitkriegen will, ist das z.B. bei einer Vereinswaffe ein wichtiges Kriterium. Mit der IZH-35 können auch Jugendliche mit zwei linken Händen umgehen.
    Der vorhin gebrauchte Vergleich mit der Hämmerli 208 kann hier noch einmal aufgenommen werden. Denn sie hat ebenso wie die IZH-35 zwischenzeitlich ein Ersatzteilproblem (trotz Judith Biilharz), und natürlich fehlen vor ihr allem *die* Ersatzteile, die am ehesten benötigt werden, nämlich die Auszieher. Der Auszieher der IZH-35 wird (nicht kann, WIRD) sich irgendwann veranschieden, und zwar nicht etwa durch Bruch, da kann auch ein Panzer drüberrollen, ohne dass es das Teil stört, sondern weil er bei Randausbläsern oder out-of-battery-fire wegfliegt und nicht mehr wiederzufinden ist. Sonst geht nix groß kaputt, außer manchmal der Schlitten. Ja, Strindberg, es gibt IZH-35 mit Schlittenrissen. Das ist zwar nicht so häufig wie bei der FWB-93 das frühe Problem der Wasserstoffversprödung, oder wie bei der anfänglichen Hämmerli SP 20 (Rahmenrisse), aber es kann vorkommen.
    Die Waffe, bei der ich es sah, hatte sicher schon 10.000 Schuss hinter sich, vermutlich mehr. Der Riss ging von der nachträglich eingebrachten Schwachstelle aus, nämlich von dem automatischen (!) Schlittenfang, den der deutsche Importeur der Waffe hatte angedeihen lassen. Außerdem verabschiedete sich mal der gefederte Druckknopf zum Halten des Laufmantels (der sitzt auch mit dem Knopf lose, passt, wackelt und hat Luft) - kein Problem, ein Vorderladerverdämmungsfilz .44 oder .45 erfüllt dieselbe Funktion zuverlässig und völlig problemlos seit vielen tausenden Schuss. Behelf im russischen Geiste für wenige Cent - hält länger als der Rest der Waffe, und die hielt schon lange.

    Materialqualität, Aufschmiedung, Doppeln:

    nicht alle IZH-35 fangen irgendwann (nach 5000 oder 8000 oder 10.000 Schuss) an, gelegentlich auch mal zu doppeln. Aber das Phänomen ist doch zu wenig selten, als dass man dies als reines Einzelfallproblem abtun könnte. Strindberg hat auf meinen Hinweis hin Targettalk durchforstet, und da genügend Berichte gelesen, vielleicht auch von mir.
    Man kann wohl sagen, dass nicht alle Waffen eine gleich gute Härtung in den kritischen Bereichen haben. Manche ja, andere nein. Dem Problem lässt sich zumeist durch Wahl der geeignete Munition beikommen, denn nicht (!) bei allen Patronenfabrikaten tritt es auf. Entscheidet ist die Empfindlichkeit des Zündsatzes und die Randdicke, und glaube bitte keiner, die seien fast identisch. Hierzu mag Herr der Ringe mehr sagen. Die Magazine dagegen sind fast unkaputtbar. Panzerplatten.
    Am Design liegt die Aufschmiedung nicht, weil unzählige Waffen seit der Walther Olympia gleichartige Kontaktflächen haben, oft sogar noch mit deutlich schwereren Schlitten. Bei den Hämmerlis passiert das aber nicht. :-)
    Abhilfe ist leicht möglich: Stoßbodenausnehmung minimal nachreiben, dabei aber darauf achten, dass es dann nicht zu Schlagbolzenvorstand kommt. Im Gegenstand zur Pardini hält der russische Schlagbolzen übrigens und hält und hält und hält.

    Noch einmal zum Schlittenfang:
    viele wenn nicht sogar die Mehrzahl der nach Deutschland exportierten IZH-35 haben Schlittenfänge (verschiedener Konstruktion) und fast alle haben ihre ursprüngliche Griffstücksicherung entfernt bekommen. Dank sei Frankonia. Dir ist aber gewiss bewusst, Strindberg, dass eben dieser Punkt heftig umstritten ist und bleibt: eine Schule verlangt gleiche Haptik nach jedem Schuss (also auch nach dem letzten), die andere will den Verschluss hinten gefangen sehen. Der automatische Schlittenfang, wie ihn meine hat, verlangt trotz seiner Einfachheit etwas Pflege. Das Holz der Griffschale muss tief genug ausgestochen sein, und er muss (Verschmutzung !) leichtgängig bleiben. Außerdem bringt die Fangrast eine Schwächung in den Schlitten ein, an einer bereits etwas dünneren Stelle.

    Fazit:
    Die IZH-35, die zur Zeit nur gebraucht gibt, ist nicht nur eine schier ideale Vereins- und Anfängerwaffe (und als solche m.E. deutlich besser geeignet als eine Walther GSP), sie kann einen auch bis zur DM immer noch gut begleiten. Für Standardpistole ist sie noch geeignet, aber etwas zu leicht und unruhig im Schuss für Spitzenergebnisse in der 10-Sek-Serie (obwohl es Gewichte gibt), und für OSP sowieso nicht besonders.
    International spielt sie inzwischen kaum noch eine Rolle mehr, und für wen Geld eh' keine Rolle spielt, der mag von vornherein ein modernes Topmodell wählen. Man fährt ja auch keinen getunten Opel Manta, wenn man genauso gut einen Ferrari oder Lamborghini kutschieren kann.
    Dafür aber ist das Preis-Leistungs-Niveau UNSCHLAGBAR günstig. Wenn sie kaputt ist, schlachtet man sie aus und kauft einfach eine neue. Bei Preisen zwischen 100 und 200 Euro (dann aber nur mit Ersatzteilen !) kein Problem. Wer mehr zahlt, ist blöd, das steht jedem frei.

    Carcano

  • Ich sehe Strindberg hat sich jetzt schon mehr Wissen für die IZH-35 verschafft als Bernd jemals haben wird. Beachtlich

    Amen !!!!


    Ich war gespannt wie Du diese Kuh noch vom Eis holen wolltest, das muss nun jeder selbst bewerten........

    Du warst wenigstens beschäftigt.

    Im Gegensatz zu Strindberg hab ich dran geschraubt und geschossen damit. Und ich habe von fähigen Büchsenmacher die Info lohnt sich nicht ! ( Allerdings kennen die auch meine Ansprüche )

    Und das ist auch meine Erfahrung, darüber hinaus brauch ich keine weiteren, den es bringt mich nicht weiter.

    Das ist ein wesentlicher Faktor des Erfolges, das wesentliche vom unwesentlichen Unterscheiden zu können.

    Mir erschließt sich auch nicht warum das wichtig wäre, macht mich das zu einem besseren Menschen ?

    Nur weil Carcano dieses Eisen schießt


    Meine Analyse stimmte, schlecht verarbeitet, störanfällig, veraltet, schwer Ersatzteile zu bekommen, billig......

    Wenn Du das auf Dich nimmst, dann sei es so, es gab hier schon Streitereien bis aufs Blut wegen geringerer Merkmale.

    Als Vereinswaffe war sie mir zu anfällig, und zu unflexibel, ich brauch Waffen die schießen und nicht ständig bei Bü Ma sind oder ich Nächtelang im Net Ersatzteile suchen muss weil es die neu nicht mehr gibt.

    Eine Arbeitsstunde Bü Ma kostet richtig Geld, da nützt es auch nix wenn das Teil nur 150€ kostet. Einmal Werkstatt und der Preis ist dahin.

    Für die Jugend und für Frauen ein totales no go mit dem riesen Henkel.

    Thema für mich erledigt.


    no.limits

    Steyr EVO/E
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  • Zwar besitze ich die IZ ( so lautet der Originalname ) 35 nicht aber ich habe eine IZ 35 M ( .22 Kurz ).


    Abzug - über jeden Zweifel erhaben - keine wechselhafte drücke oder anderes


    Präzision . über jeden Zweifel erhaben.


    Probleme - ein einziges - Magazin.


    Meins ist kaputtgegangen, die Waffe repetierte nicht. Drei deutsche Büchsler ( unter anderen Frankonia ) haben sich das Armutszeugniss ausgestellt. Repariert hatte es ein alter Büchsenmacher in Ausland - kostenlos.


    Kurze Zeit später habe ich noch in dem Keller neues Ersatzmagazin gefunden.


    Meine IZ 35 M hat lediglich ca. 7 000 schuß abgegeben daher, kann jeder meine Aussage für sich werten.


    ;)