Was haltet Ihr von der "Neuen potenzialorientierte Fördersystematik" (PotAS)?

  • Was haltet ihr von der neuen Marschrichtung des DOSB bezüglich der Verteilung der Fördergelder an die Mitgliedsverbände?


    Hier das, was im Raum steht: Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung


    Wenn ich das richtig verstehe, soll nur noch das gefördert werden, was in der Vergangenheit - kurz gefaßt - olympisches Metall gewonnen hat.
    Auch sehe ich die Gefahr der noch weiteren Ausdünnung der Breitensportförderung.


    Aber woher sollen die Olympiasieger kommen, wenn man nicht erst mal in der Breite nach Talenten sucht?


    Oder habe ich die Weisheit der DOSB-Oberen einfach nicht verstanden?

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Mich würden ja diese 20 Punkte interessieren die sie u.A. zur Vergabe der Fördergelder heranziehen wollen und wie da die Gewichtung sein wird.


    Und vom Breitensport habe ich da so gar nix gelesen, es sei denn sie setzen jetzt Breitensport mit "Nachwuchsförderung" gleich.


    Und die entsprechende Weißheit hinter dem System versteh ich auch noch nicht so ganz.

  • Und vom Breitensport habe ich da so gar nix gelesen, es sei denn sie setzen jetzt Breitensport mit "Nachwuchsförderung" gleich.

    Ist vielleicht nicht ganz wissenschaftlich, aber "Breitensport" hat IMHO zwei Zweige: Einmal Sport für Kinder, Jugendliche und vor allem Erwachsene, die einfach Sport ohne großen Streß ausüben wollen. Als Hobby.


    Aber das ist - zweiter Zweig - der Einstieg in den Leistungssport. Der Leistungssportler, der schon im Kindergarten wußte, daß er Olympiasieger werden will und darum sein ganzes Leben darauf hin gearbeitet hat, der dürfte sehr selten sein. Vielmehr werden in den Vereinen Talente gefunden. Eigentlich zufällig - aber das ist reine Statistik (also die Mathemathisierung des Zufalls). Habe ich möglichst viele Nachwuchs-Breitensportler, so it die Chance, die wenigen großen Talente zu entdecken rein statistisch höher, als wenn ich mich nur auf eine kleine Anzahl - zufällig dazugekommener - Nachwuchssportler (Alter relativ egal) stützen kann. Darum sind z.B. China, USA, Rußland immer vorn - und wären das auch ohne Doping. In der DDR wurde das einfach nochintensiver betrieben - aufgrund der geringeren Bevölkerungszahl. Daß es da zu schlimmen Auswüchsen wie Staats- und Zwangsdoping kam, war ein negativer Nebeneffekt.


    Wenn also der leistungsorientierte Nachwuchs-Breitensportbereich ausgedünnt wird, wird es zwangsläufig - statischtisch gesehen - weniger erfolgreiche Spitzensprtler geben, weil man sie nie für den jeweiligen Sport begeistert hat.


    Wir brauchen also - meiner bescheidenen Meinung nach - nicht weniger, sondern mehr kleine Zentren, in denen intensiv der Nachwuchs gefördert - und die Talente ausgesiebt werden. Wer aber durchs Leistungssport-Sieb fällt, muß dann auch aufgefangen werden und im echten Breitensport sein Hobby finden. Wir machen das so, daß wir denen, die eben keine Luft- und Sportpistolen-Meisterschützen werden auch andere attraktive Schießdisziplinen in anderen Verbänden offerieren und sie auch darin trainieren. Alle Schützen sind wertvoll!


    Warum hat z.B. Thüringen ein Problem mit dem Kadernachwuchs? Weil alle Landeskader in Suhl - also ganz im Süden des Bundeslandes - trainieren müssen. Von Sömmerda z.B.. 1-2x wöchentlich nach Suhl düsen? Viel Spaß! Dazwischen sind übrigens mindestens 20 festinstallierte Blitzer, die mobilen nicht mitgerechnet, Genosse Rammelow braucht dringend Kohle. Wer also nicht im Thüringer Wald lebt oder auf die Sportschule Oberhof geht, kann nur schwer Thüringer Landes-Nachwuchkader sein. Ich halte das für den falschen Weg.

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