Protokoll der ISSF Februar 2016, mit erheblichen Änderungen in den Wettkämpfen

  • Hallo zusammen,


    habe eben den Tagungsbericht der ISSF v. Febr. 2016 bekommen. U.A. ist dort auch zu lesen, dass der Wettberwerb 60 Schuss liegend abgeschafft werden soll.
    Auch ist es ein Ziel mehr Frauen an den Wettkämpfen zu beteiligen und die Quote auf 50 % anzuheben. Auch sind Wettkämpfe im Mixed angedacht.
    Lest selbst, allerdings alles in Englisch.


    Viele Grüße Oldgunner


    PS: wenn es im Liegend so kommen sollte, werde ich wohl aufhören ... das werden wohl auch viele in Neuseeland und Australien, wo man traditionell sehr viele
    liegend Wettbewerbe hat. Aber was soll's, manchmal denke ich was soll das alles noch, ist ja fast nur noch Unsinn was da kommt. Ich meine das mit dem 60 Schuss
    liegend Kampf, alles andere ist ja OK so. Aber hier werden gerade die Älteren von uns, die nicht mehr Stehend schießen können (wollen) getroffen, also wieder
    einmal der Breitensport.

    Dateien

    • ISSF.doc

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  • 60 liegend soll abgeschafft werden? Er soll nur nicht mehr bei den Spielen geschossen werden...
    Will man wegen dem mit seinem Sport aufhören??? Der DSB schießt ja nicht nach ISSF.


    Hab es heute zu Mittag auch bereits gelesen. Kann manche Sachen hier sportpolitisch verstehen.

  • Da ist mir der OldGunner zuvor gekommen. Spannende Lektüre für die Entwicklung des olympischen Schießsports.


    Die Planung stehen wohl erheblich unter dem Druck des IOC im Hinblick auf die gleichmäßige Beteiligung von Frauen und Männern im olympischen Schießsport.


    Für die Frauen gibt es derzeit 6 olympische Schießwettbewerbe und für die Männer 9:


    Frauen:
    Luftgewehr, KK-Dreistellung, Luftpistole, 25m-Pistole, Trap, Skeet
    Männer:
    Luftgewehr, KK-Dreistellung, KK-Liegend, Luftpistole, Freie Pistole, Schnellfeuerpistole, Trap, Skeet, Doppeltrap


    Je eine Männerdisziplin soll zugunsten einer Teamdisziplin fallengelassen werden. Am Ende soll es immer noch 15 olympische Schießsportwettbewerbe geben.


    Bei Gewehr hat man KK-Liegend als Streichkandidaten ausgemacht, da Liegendschießen ja auch Teil der Dreistellungs-Disziplin wäre. Bei Flinte würde wegen geringer Verbreitung Doppeltrap dran glauben müssen.


    Bei Pistole hat man noch keine Kandidaten ausgemacht. Gegen Freie Pistole spricht wohl die im Raum stehenden Neuanschaffungen von Pistolen bei den Frauen, das dies eine Hürde darstellen würde. Ebenfalls dagegen spricht wohl ein potentielles Mixed Team Event, wenn das turnierseitig für Frauen nicht unterstützt würde. Ansonsten müsste bei der Entscheidung FP vs SFP auch die Präsentation der Disziplin gegen ihre Verbreitung abgewogen werden. Dem weiteren Satz: "The fact 50m skills duplicate 10m skills is also a valid concern", kann ich keine Empfehlung entnehmen.


    Auf die Idee sowohl FP als auch SFP abzuschaffen und für die Männer die 25m Sportpistole olympisch zu machen, ist da niemand gekommen. Für die FP würde wohl auch ein potentielles Mixed-Event Gewehr/Pistole 50m sprechen.


    In Abschnitt 6 wird es dann richtig böse:
    Hier ist zu lesen, dass das IOC die Entwicklung einer Laserdisziplin fordert und die ISSF-Verantwortlichen glauben, dass es dem IOC damit ernst ist, zukünftig eine olympische "Zielleucht"-Disziplin haben zu wollen. Wenigstens räumen die ISSF-Verantwortlichen ein, dass bei den Vereinen und der Industrie erhebliche Widerstände gegen solche Änderungen zu erwarten sind.

    Einmal editiert, zuletzt von Lanfear ()

  • Die ISSF wird (und immer war) von Idioten geleitet. Das sieht man auch an dem neuen Format der Finale.


    Man fliegt na 8 schuss raus. ACHT SCHUSS. Warum nicht einfach einen Münzenwurf per internet ? Viel billiger als um die Reise um die halbe Welt.


    In 2015 nahm Olena Kostevitsch an drei Weltcups teil, und in allen 3 hatte sie die höchste Qualifikationsscore, sie gewann aber keine einzige Medaille!


    Laufen die 100 meter Läufer in der Finale nur 15 meter? Nein. 8 Schuss und 15 meter sind Unsinn.
    Was läuft einem durch den Kopf, dass man 70 Schuss (frauen 50) auf 8, 10, 12 etc reduziert?
    Dazu noch einstimmig gewählt. Einsprüche gabs also nicht (außer ein Paar Olympiasieger, aber was wissen die denn?)


    Das war jetzt ein bisschen off Topic, aber es zeigt, dass die ISSF nicht mehr ganz richtig im Kopf ist.

  • Kann manche Sachen hier sportpolitisch verstehen.

    Keine Frage, egal wie hirnrissig eine Sache auch ist,


    wenn es einer versteht oder Verständnis dafür aufbringen kann, dann ganz sicher Du!



    Mit verständnisvollem Schützengruß


    Frank

  • wenn es einer versteht oder Verständnis dafür aufbringen kann, dann ganz sicher Du!

    Man merkt schon, du bist in einem Alter in dem du Frauen nicht gleichstellen kannst oder willst. Wenn du für eine Gleichstellung kein Verständnis aufbringen kannst ist dies natürlich deine Sache.
    Lanfear hat es aber schon gut zusammengefasst. Sportpolitsch also verständlich für die die es verstehen wollen.



    Man fliegt na 8 schuss raus. ACHT SCHUSS.

    Früher hat man schon nach 10 Schuss gewonnen. ZEHN SCHUSS.

  • Die ISSF wird (und immer war) von Idioten geleitet. Das sieht man auch an dem neuen Format der Finale.


    Man fliegt na 8 schuss raus. ACHT SCHUSS. Warum nicht einfach einen Münzenwurf per internet ? Viel billiger als um die Reise um die halbe Welt.


    In 2015 nahm Olena Kostevitsch an drei Weltcups teil, und in allen 3 hatte sie die höchste Qualifikationsscore, sie gewann aber keine einzige Medaille!


    Und wo ist jetzt der Unterschied vom alten Finale mit 10 Schuss zum neuen Finale mit 8 bis 20 Schuss?
    Selbst nach dem alten Finale hatte Olena Kostevych keine Medaille sicher.
    Oder würdest du dir ein Finale anschauen wollen, in dem Schützen mit 5 oder mehr Ringen Vorsprung an den Start gehen?
    Natürlich ist dieses für den Schützen mit Quali-Bestleistung nicht sehr gerecht, aber letztendlich geht es auch um das "mediale Interesse" (mal in Anführungszeichen) und dem Spannungsfaktor.

    Einmal editiert, zuletzt von Queel ()

  • Hallo zusammen,


    irgendwie, ich kann es nicht ausdrücken, aber ein Gefühl der Hilflosigkeit, denn das was ISSF und andere Spitzen"organe" beschließen, vorhaben,
    muss ja schließlich als Breitensport gelebt werden. Sonst kommt dort nichts an. Aber wer will solche Disziplinen schießen oder betreiben, deren
    Sinnlosigkeit schon im Ansatz zu erkennen ist und für dei Schützen (Breitensport) per se, peinlich sind auch noch zu vertreten ?
    @wegi82 .... nun, wenn man das mehrmals liest, gerade den 9. Teil mit dem Liegend, dann liest man ja immer deutlicher .... Materialschlacht
    und deswegen obsolete. Also, warum sollte man dann noch Schweizer Fabrikate kaufen, oder die neuen superteuren Sportgeräte ? Klar das soll
    alles ISSF sein, aber wer glaubt denn hier, dass es nicht bis zu uns (DSB) durchschlägt und in unseren Meisterschaften abgebildet wird ?
    Deswegen mein Gedanke aufzuhören und sich keine Gedanken mehr machen, was wird. Vielleicht gibt es ja noch Sportkameraden/innen, die
    gute Gewehre brauchen zum vernünftigen Preis und wo ich sicher sein kann, dass die Schätzchen noch weiterhin auch vorne mitmischen können.
    Ach ja, ich vergas .... Aufgelegt ist für mich kein Thema, das möchte ich nicht schießen.


    Habe noch eine Übersicht beigefügt, ab wann Schießdiziplinen olympisch wurden:

    • Luftgewehr, 60 Schuß, Männer (seit 1984 olympisch)
    • Luftgewehr, 40 Schuß, Frauen (seit 1984 olympisch)
    • Freies KK-Gewehr, 3x 40 Schuß liegend-stehend-knieend, Männer (seit 1952 olympisch)
    • Freies KK-Gewehr, 60 Schuß liegend (english match), Männer (seit 1908 olympisch, 1920 nicht ausgetragen)
    • KK-Sportgewehr, 3x 20 Schuß liegend-stehend-knieend, Frauen (seit 1984 als Standardgewehr olympisch)
    • Luftpistole, 60 Schuß, Männer (seit 1988 olympisch)
    • Luftpistole, 40 Schuß, Frauen (seit 1988 olympisch)
    • Freie Pistole, 60 Schuß, Männer (seit 1896 olympisch, 1908, 1924 und 1932 nicht ausgetragen)
    • (Olympische) Schnellfeuerpistole, 30+30 Schuß, Männer (seit 1896 olympisch)
    • Sportpistole, 30+30 Schuß, Frauen (seit 1984 olympisch)
    • Laufende Scheibe Luftgewehr, 30+30 Schuß, Männer (Luftgewehr seit 1984 olympisch, Kleinkaliber seit 1972; vorher: siehe hier )
    • Wurfscheibe Skeet, 125 Scheiben, Männer (seit 1968 olympisch)
    • Wurfscheibe Skeet, 75 Scheiben, Frauen (In Sydney 2000 erstmals olympisch!)
    • Wurfscheibe Trap, 125 Scheiben, Männer (seit 1900 olympisch, 1932, 1936 und 1948 nicht ausgetragen)
    • Wurfscheibe Trap, 75 Scheiben, Frauen (In Sydney 2000 erstmals olympisch!)
    • Wurfscheibe Doppeltrap, 150 Scheiben, Männer (seit Atlanta 1996 olympisch)
    • Wurfscheibe Doppeltrap, 120 Scheiben, Frauen (seit Atlanta 1996 olympisch)



    VG Oldgunner

    2 Mal editiert, zuletzt von OldGunner ()

  • Liegendschießen ist ja im 3-Stellungsbewerb immer noch vorhanden.
    60-Liegend ist ebenso kein Damenbewerb



    Klar das soll
    alles ISSF sein, aber wer glaubt denn hier, dass es nicht bis zu uns (DSB) durchschlägt und in unseren Meisterschaften abgebildet wird ?

    Man nehme eure Sportordnung und vergleiche diese mit den ISSF-Regeln. Dort wurden schon ganz spezifische Regeln nicht in die Sportordnung mit übernommen.


    Es gibt ja mehr ISSF-Disziplinen welche bei Olympia nicht geschossen werden. So wir es auch weiterhin sein.

  • Hier kann man das Pamphlet nachlesen:


    Protokoll der ISSF Feb. 2016



    Hoffentlich bekommt Henri dafür keinen Ärger.



    Der vorgegebene Weg (in den Abgrund) zeichnet sich klar ab:


    - Umwandlung einer vormals seriösen Sportart in eine Art Zirkusveranstaltung, wo die Stimmung mehr zählt als die sportliche Leistung und der Respekt gegenüber denjenigen, die sie erbringen
    Die Auswüchse konnten wir ja inzwischen schon mehrfach 'bewundern'.


    - Langfristige Eliminierung der Feuerwaffen zugunsten einer untauglichen Simulation
    passt ja auch gut zum obigen




    Stellt sich nur noch die Frage, warum man auch langfristig an einer Sportart, dessen spezielles Wesen und Seele man dann bis zur Unkenntlichkeit entstellt hat, festhalten sollte? Weil die jetzigen Schützen sich dann auch noch damit identifizieren können? Wenn dieser Sport dann breitensportlich überhaupt nicht mehr existiert? Wohl kaum! Und für den rein kommerziellen Zirkus gab es schon immer viel, viel bessere Alternativen.



    Um den Prozess abzukürzen plädiere ich für die Einführung von beach shooting, jetzt sofort!



    Mit bestem Schützengruß


    Frank