Anschlagsproblem eines Jungschützen

  • Servus Leute,


    einer meiner Schüler hat ein Problem im Stehendanschlag mit dem LG.
    Infos zum Schützen: 13 Jahre, 184 cm, normale Statur, relativ sportlich (Fußball, Tischtennis), 9 Monate dabei, einmal wöchentlich (den anderen Hobbys geschuldet), Gewehr FWB Evo Top optimal auf ihn eingestellt, äußerer Anschlag "stimmt" soweit


    Jetzt zum Problem:


    Am Anfang des Trainings bis zum ca. 15. Schuss ist alles relativ in Ordnung (im Schnitt eine 7). Dann beginnen bei ihm starke Zuckungen und der Lauf ist extrem unruhig. Folglich absolut keine Mündungsruhe mehr. Die Zuckungen gehen so weit, dass die Schüsse regelmäßig im weißen landen.
    Kann sich jemand von euch einen Reim darauf machen?


    Gruß Christian

    "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Albert Einstein

  • Was ist mit zuckungen gemeint? Hier wäre ein längeres video oder ein anschauen des Schützen live wohl besser, oder hast du ein foto an dem du das zittern beschreiben kannst?

  • Ohne den Jungen dabei gesehen zu haben...
    Er kann es vielleicht kräftemässig nicht mehr und braucht ne Pause?
    Ist ja auch ein ziemlich langer Lulatsch für 13...


    Was wiegt das Gewehr?


    Bei uns ist ein 16jähriger, nach 20 Schuss baut er ab und kann nicht mehr. Besonders wenn er mit einem "Erwachsenengewehr schiesst.


    LG

    Facebook Streu Kreis

  • äußerer Anschlag "stimmt" soweit

    ...dann ist vlt. der innere nicht stimmig. 15 Schuss kann er mit Muskelkraft das Gewehr auf die Scheibe drücken und danach verlassen ihn die Kräfte?

  • Danke für die Meldungen.


    @gunny: Das Gewehr hat 4 Kilo. Durch seine Körpergröße war ihm das "rote" FWB Jugendgewehr zu klein.


    @gunny und scherge: Ich werde im nächsten Training ihn nach jeder 10er Serie mal ne Pause machen lassen. Dann sehen wir ob sein Zucken noch auftritt.

    "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Albert Einstein

  • @gunny und scherge: Ich werde im nächsten Training ihn nach jeder 10er Serie mal ne Pause machen lassen. Dann sehen wir ob sein Zucken noch auftritt.

    Hmm, lieber mal den inneren Anschlag kontrollieren, dann braucht diese Muskelkraft gar nicht aufgewendet werden. Es soll ja nicht das Ziel sein, durch Kondition einen schlechten Anschlag zu stemmen. Das versuche ich schon jahrelang und wird nie was.

  • Frag ihn mal, wie lange er jede Nacht schläft.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Hallo Hokusbogus,


    ... und wenn Du schon beim Fragen bist, frage ihn doch auch nach seinen Lieblingsfächern in der Schule und warum er nach/mit Fußball/Tischtennis jetzt auch zum Schießsport gekommen ist.

  • Servus Wilhelm,


    bei uns im Dorf ist es ganz normal, dass ein Jugendlicher in zwei bis drei Vereine ist.
    Das jemand nur den Schützenverein hat ist ganz selten.
    Meistens Fußball und Schießen, oder Musikinstrument und Schießen.


    Gruß Christian

    "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Albert Einstein

  • Wir haben jetzt zweimal wieder trainiert mit dem Jungen.
    Ich hab mal was ausprobiert und war überrascht.
    Nach jedem Band, also nach 10 Schuß, habe ich ihn vom Stand weggehen lassen und 3-4 Minuten folgendes machen lassen.
    Beine vertreten, den anderen beim Schießen zuschauen, von anderen den Anschlag abschauen, etc.
    Und siehe da, die Zuckungen wurden extrem weniger und geringer, nur noch ein Schuß von 40 war im weißen (4er)


    Wer weiß da ne logische Erklärung?

    "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Albert Einstein

  • Mir fallen da gleich zwei erklärungen ein.


    1. Durch das Stand auflösen haben sich die Museln die unter Dauertsress standen wieder entspannt. Spricht dafür das der innere Anschlag nicht stimmt weil ungewollte Muskelspannungen da sind


    2. Durch die Pausen konnte sich der Schütze zwischendurch in seiner Konzentration erholen.


    Aber vermutlich ist es eine Mischung aus beidem mit einer gewichtung von 75:25 von Punkt 1 zu Punkt 2

  • moin Ihr :-)


    Meine auch eine Mischung aus eins und zwei.
    Aber auch allgemeine Erholung. Der Bengel ist für sein Alter recht lang und die jungen Muskeln
    zerren an einem schnell gewachsenen Knochenhebelarm...
    Ich denke,das sich das nach einiger Trainingszeit geben wird.


    LG Martin

    Facebook Streu Kreis

  • .... Ziel des Trainings sollte aber sein, dass er die Muskeln nicht beansprucht und nicht, dass der Muskelapparat trainiert wird.

  • Thema Atemtechnik

    Du meinst, der Schütze bekommt nach 15 Schuss Atemnot, die sich dann durch wilde Zuckungen äußert?


    Ich würde allerdings - auch unter dem Vorbehalt der Unzulänglichkeit der Ferndiagnose - viel eher vermuten, wie hier auch schon von anderen, dass da ordentlich 'Musik' im Anschlag ist, der Schütze also mit erheblichen Kräften im Anschlag arbeitet und ihm nach 15 Schuss dann die Kondition ausgeht.


    Der Krafteinsatz kann dabei schon beim Stützarm beginnen. Dieser wird dann nicht als möglichst kraftfreie Stütze verwendet, sondern das Gewehr wird zu einem mehr oder weniger großen Teil mit Muskelkraft gehalten. Dem kann sogar das relativ geringe Gewicht des Gewehres entgegenkommen, da es gut sein kann, dass dem schon relativ großen Schützen dieser Krafteinsatz so gar nicht so stark auffällt. Ich würde in diesem Zusammenhang auch mal den Aufsetzpunkt des Stützarmes kontrollieren und schauen, ob er überhaupt ein 'schönes' Plätzchen für diesen Aufsetzpunkt findet und wieweit er dafür den Hüftknochen verwenden kann.


    Die Nullstellung kann aber auch eine wichtige Rolle spielen. Wenn auch hier der Schütze auf Biegen und Brechen mit schierer Kraft versucht, in die Mitte zu kommen, und das dann auch noch in Verbindung mit den eh schon mehr oder weniger nur gehalten Gewehr, dann kann der Energieverbrauch für diese Art zu schießen, schnell erheblich werden.


    Die dritte Baustelle könnte auch noch (zusätzlich) die Abzugshand sein. Wenn dort zu fest zugepackt wird und das Gewehr dann auch dem alten Leerspruch zufolge 'in die Schulter gezogen wird', dann kann das auch zu einem weiteren unnötigen Energieverbrauch führen.



    Um zu sehen, wie ausgeprägt die Nullstellung schon ist, würde ich den Schützen mal auf eine weiße Scheibe, noch besser, eine möglichst große Fläche, wo der Schütze keine Orientierungspunkte findet und die Einschüsse auch nicht sieht, schießen lassen.


    Und natürlich noch mal den gesamten Anschlagsaufbau unter besonderer Berücksichtigung des Krafteinsatzes mit ihm durchgehen.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Thema Atemtechnik
    Du meinst, der Schütze bekommt nach 15 Schuss Atemnot, die sich dann durch wilde Zuckungen äußert? ( geschrieben von Murmelchen )



    Wie kommst du darauf, das ich so einen Schwachsinn meine?


    zu Hogusbokus:
    Du schreibst dein Schützling schiesst nach neun Monaten durchschnittlich eine 7!
    - Frage : 1.) Landen die Schüsse überwiegend alle links oder rechts oder oben oder unten? oder überall ? sind sie überall, wurde auf dem Nullpunkt nicht geachtet bzw. der Schütze hält evtl. die Luft an ( nicht ausgeatmet )
    - Frage : 2.) zudem atmet dein Schütze auch aus, bevor er durch den Diopter schaut ( für Nullpunkterkennung) ?
    - Frage : 3.) Ist es möglich ein anderes Gewehr zu benutzen ?( denn ein FWB EVO TOP haben wir in unserem Verein auch, jedoch ist der Griff ein bisschen zu klein! Dadurch wird der Schütze den Griff kräftig zupacken. Was sich endlich auch negativ auf den Nullpunkt äußert)
    - Frage : 4.) könntest du auch mal ein Foto von der Seite und von hinten machen , und ein Foto worauf nur der Kopf , Diopter, Schaftkappe und der Griff mit der Hand zu sehen ist machen ?


    Mit freundlichen Gruß

  • Thema Atemtechnik
    Du meinst, der Schütze bekommt nach 15 Schuss Atemnot, die sich dann durch wilde Zuckungen äußert? ( geschrieben von Murmelchen )



    Wie kommst du darauf, das ich so einen Schwachsinn meine?

    Naja, zu welch sinnigeren Schlüssen würdest Du denn kommen? Eine fehlerhafte Atemtechnik, die nach 15 Schüssen in starke Zuckungen hervorruft.


    Dieser Thread ging ursprünglich und geht immer noch, zumindest offensichtlich nicht um die Frage, wie man sich guten Anschlag erarbeitet. Es ging/geht, um Unregelmäßigkeiten, die erst nach einem bestimmten Zeitpunkt auftreten, die starken Zuckungen. Und genau auf dieses Problem wurde von Leuten, die auch ohne Formatierungen eines Beitrags mit Fettschrift u.a. wissen, welch wichtiges Element die Atemtechnik beim Schießen darstellt, geantwortet.


    Außerdem schreibst Du ja selber in Deinem letzten Beitrag


    bzw. der Schütze hält evtl. die Luft an ( nicht ausgeatmet )

    Vlt. sollte man einfach nur auf Themen in Beiträgen antworten, die auch angesprochen wurden oder man weist vorher drauf hin wenn das Thema wechselt gewechselt wird. :rolleyes:

  • zu Hogusbokus:
    Du schreibst dein Schützling schiesst nach neun Monaten durchschnittlich eine 7!

    Ist mir schon klar, dass das nicht überragend ist.


    Dies ist den Zuckungen geschuldet, die nach einer gewissen Zeit auftreten.
    Im ersten Band schießt er auch mal über 80 und dann setzen die Zuckungen ein.


    Der Standaufbau passt. Höhe und Ausrichtung sind eingestellt. Er weiß auch selber wie er dies bei Fehlern korrigiert.
    Atemtechnik ist ebenfalls bekannt.
    Ist ja nicht der erste Schütze den ich ausbilde.
    Fahre mit meiner Jugend regelmäßig auf die bayerische und deutsche!


    Es ging/geht, um Unregelmäßigkeiten, die erst nach einem bestimmten Zeitpunkt auftreten, die starken Zuckungen.

    Ich werde mich in den nächsten Trainings mal verstärkt um seine Atemtechnik kümmern.
    Mal sehen ob es damit zusammenhängt.

    "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Albert Einstein