Morini CM 162 EI Titanium noch zeitgemäß?

  • Hallo ihr da,


    ich wollte mir neben meiner Steyr LP 10 von 2001 noch eine weiter LP kaufen als Ersatz und mal was neues zu haben. Die einzige, die für mich in Frage kommt ist die Morini CM 162 EI Titanium.


    Da diese Pistole in ihrer Grundentwicklung schon recht alt ist, wollte ich mal fragen, ob es sich noch lohnt, sich diese zu kaufen?


    Ich finde den E-Abzug super und für meine kleine Hand mit kurzen Fingern komme ich ohne Probleme an den Abzug, was bei der Steyr LP 10 E nicht so wäre!


  • Ob es sich lohnt musst Du für dich entscheiden. Schießen und treffen kann man auch mit deutlich billigeren Waffen. Bei einer .22 oder auch GK scheint ein altes bewährtes System geradezu ein Qualitätsmerkmal zu sein.


    Zitat


    Ich finde den E-Abzug super und für meine kleine Hand mit kurzen Fingern komme ich ohne Probleme an den Abzug, was bei der Steyr LP 10 E nicht so wäre!

    Was spricht dann dagegen, außer der Frage dass es eine Ersatzwaffe sein soll.


    Karl

  • Danke dir,


    eigentlich spricht nichts dagegen, wollte nur nen paar Ansichten einholen!


    Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, mir die CM 162 zu holen.


    So schlecht kann sie nicht sein, wenn ein Meister seiner Klasse, Jong Oh Jin, von der Steyr LP 10 E zur CM 162 EI Titanium wechselt.


    Das ist zwar kein Ausschlag für mich, da ich mit der CM 162 E schon um 1993 geschossen habe, aber schon sehr interessant für mich, wieso er wechselte! :D

  • Wenn man bedenkt dass zumindest die Spitzenwaffen sich auf der Papierform kaum unterscheiden könnte es auch am anderen Sponsor liegen.


    Karl

  • Jap, da hast du recht.


    Nur eines ist doch recht deutlich zu spüren. Die Steyr LP 10 hat für mich das beste Schussverhalten, wenn alles passt springt die Waffe nicht, alle anderen schon, ach die CM 162, denn sie hat überhaupt keinen Stabilisator. Wobei ich sagen muss, dass die CM 162 weniger springt als die P44, die einen Stabilisator hat, da war ich ja entsetzt, wie die P44 springt!

  • Was mich da viel mehr interessieren würde sind die Gründe für einen Waffenwechsel wenn die aktuelle Waffe passt und im Grunde noch auf dem Stand der Technik ist?


    Schon weil sich nicht jeder von heute auf morgen mit einer neuen Waffe vertraut machen kann.


    Karl

  • Achso, hatte gedacht, die Frage wäre Richtung Jong Ho Jin gegangen.


    Die LP 10 liegt mir super, keine Frage, der Abzug ist Top, ein Rink Maßgriff ist drauf, der Abzug perfekt eingestellt, beide Kartuschen halten noch lange, war erst im Service, da ich Probleme hatte, wurde sehr gut geregelt, alt ist sie 14 Jahre und sieht dafür noch aus wie neu. Dank des Griffes komme ich gut an den Abzug ran, was vorher nicht so war.


    Beim letzten LuPi Wettkampf habe ich wieder mal die CM 162 EI Probe geschossen und der Abzug war einfach nur Sahne, um einiges besser als der mechanische von meiner Steyr und ich kam ohne Probleme an den Abzug beim original M Griff, auch wenn das Abzugszügel in der Mitte des verstellbaren Weges war. Wie der elektronische Steyr Abzug ist, weiß ich leider nicht, sonst würde ich da eventuell zuschlagen, aber die ganze Abzugseinheit liegt ca. 5mm weiter vorne als die Abzugseinheit bei der mechanischen Variante, noch schlechter für meine Finger. Vorteil bei der Steyr ist halt, auch bei der elektronischen Variante, dass man den Griffwinkel verstellen kann, bei der Morini nicht, da ist er fix, liegt aber so recht gut!
    Auch, durch mein letztes Problem, habe ich im Moment irgendwie nicht so das Vertrauen zu meiner Steyr wie vorher, obwohl sie zu 100% funktioniert und der Service sehr gut und schnell ist, ausser dass Steyr keine Abzüge nach ISSF Norm einstellt, sie liegen weit unter den 500gr., zweimal bei meiner Waffe, als sie vom Service kam und bei zwei Neuwaffen, da hielt das Abzugsgewicht nicht und musste eine Menge gedreht werden, bis es passte, beim letzten Mal lag es so bei 360gr, dass habe ich getestet gehabt. Das macht mich schon ein wenig stutzig, gut, ich habe gelernt, es gleich zu kontrollieren und einzustellen.


    Es ist schwer zu sagen, warum ich die Morini kaufen möchte, vielleicht einmal, um was anderes in der Hand zu halten und damit zu schießen, um mich von meiner Waffe abzulenken und dann wieder zurück zu kehren, zu schauen, wie es mit einer anderen Waffe läuft, zu sehen, ob sie mir besser liegt, verkaufen kann man sie ja immer wieder! Andere Waffen kommen nicht in Frage, habe Feinwerkbau P44, Pardini K12, Walther LP 400 und LP 300 XT, Tesro PA 10 geschossen, doch da nehme ich lieber meine LP 10, sie läuft, nach meinem Empfinden, am besten von allen, nur die Morini zieht da, in meinen Augen, mit der Steyr gleich! Leider weiß ich nicht, was in Zukunft noch so auf den Markt kommt, mal schauen!

  • Die zwei, die ich geschossen habe, da kriecht der Abzug und das Druckpunktgefühl ist nicht so gut wie bei der Steyr LP 10! Beide Waffen sind einmal ein Jahr und einmal zwei Jahre alt! Da ist der Abzug von der LP 300 XT besser, er gefällt mir besser. Ich würde mir eher die LP 300 XT kaufen anstatt der LP 400!

  • Also ich finde die Morini CM 162 zeitgemäß. Meine Meinung ist, alle Matchwaffen seit den 90igern sind quasi aktuell, da sie typisch mit Pressluft gehen, die Laufpräzision am technisch Machbaren liegt und der Abzug sich in allen Belangen einstellen lässt. Darum sind Beurteilungen gerade des Abzugsverhaltens für mich nicht wirklich relevant, da sich jede Waffe, ein bischen technischen Hausverstand und Lesen des Manuals vorausgesetzt, betreffend Vorweg, Vorwegkraft, Druckpunktverhalten (Klinkenübergriff), Druckpunktkraft und Triggerstop justieren lässt. Das ist wirklich keine Hexerei, ein Prüfgewicht muss natürlich vorhanden sein. Ich persönlich schieße gerne mit einem Verhältnis von Vorwegkraft zu Druckpunktkraft von 2/3 zu 1/3. Visierlänge ist für mich um die 360mm passend.


    Ich war in den 90igern recht aktiv mit der LP und habe auch etliche damalige Modelle probiert und dabei auch genug Geld ausgegeben.
    Bis ich zu der "glorreichen Erkenntnis" kam, dass Fehlschüsse ausschließlich an mir lagen und nie Schuld der Waffe waren :-) So hatte ich die Feinwerkbau 80, C20, Steyr LP1 und bin schlussendlich bei der Feinwerkbau 100 langfristig geblieben. Seit kurzem bin ich wieder aktiv und versuche mir den Leistungsstand von damals wieder anzutrainieren.


    Das einzige echte Kriterium bei Neukauf ist für mich daher der Griff (und natürlich zum Teil auch der Preis). Auch ich habe eher eine kurze Hand und somit ist mir ein Griff schnell zu klobig. Super passten mir damals die Feinwerkbaugriffe auf der 100er / 102er, der Morini-Griff der damaligen Steyr LP1 war mir zu groß. Das fand ich persönlich schade, da ich nur 25km vom Werk entfernt wohne. Bei der aktuellen LP 10 ist das wieder anders, Steyr hat viele Griffgrößen verfügbar und kürzlich hielt ich die LP10 eines Schützenkollegen in der Hand deren Griff mit auch angenehm war.
    Allerdings hatte ich mich beim Neukauf schon für die Walther LP 400 entschieden. Walther hat bewusst schmälere Griffe, da - ihrer Meinung nach - viele Schützen mit zu großen Griffen schießen da die Hand nur gering beim Zielvorgang geöffnet werden sollte. Mir passte der Griff in Größe M jedenfalls sofort. Was mir allerdings aufgefallen ist dass die aktuellen Waffen oft flachere Griffwinkel haben währenddessen die Waffen der 90iger etwas steilere Griffwinkel besaßen. Zu flach ist auch nicht gut, da hier das Haltevermögen etwas leidet, außer natürlich man hat schon eine sehr gut entwickelte Haltekraft / Kondition. Aber auch die Griffwinkel sind heute in einem weiten Bereich einstellbar.


    Das ist aber alles keine Empfehlung, ich will nur darauf hinweisen, dass soviel persönliches Empfinden und natürlich die bei jedem Schützen andere Anatomie mit im Spiel ist sodass der einzige Tip, den ich Dir geben kann, nur der ist, die Waffe einmal zu halten und ein paar Testschüsse damit abzugeben. Wie gesagt, Abzugverhalten, Visierlänge, Korngröße und Balance kannst Du sehr individuell einstellen, nur der Griff sollte passen sonst gibt es Mehrkosten und Mehraufwand wegen einem zusätzlichen angepassten Griff.


    Dann also viel Glück bei deiner Entscheidungsfindung!


    Herbert

    2 Mal editiert, zuletzt von Herbert ()

  • Sehr schön geschrieben von dir, danke!


    Heute konnte ich endlich einmal eine Pardini K12 Probe schießen. Ich muss sagen, sie liegt mit der Steyr LP 10 gleich auf, was den Abzug und das Schussverhalten betrifft. Man müsste damit mal 40 Schuss machen und schauen, wie sie einem dann liegt, aber die Waffe hat mich fasziniert, so wie keine andere Seit Jahren! :)

  • Ist auch eine elegante und schöne Waffe. Was mir aber aufgefallen ist, die Kartuschen gehen mit einem Fülldruck von 250 Bar. Die üblichen Waffen von Steyr, Walther und Feinwerkbau haben 200 bar und somit gibt es in deinem Verein vermutlich auch nur Flaschen mit diesem Druck. Außer ihr habt einen Kompressor, dann ist es kein Problem. Aber auch mit 200Bar Fülldruck wird sie sicher für genügend Schuss reichen.


    Der Kimmeneinschnitt und Griffwinkel ist bei dieser Waffe aber nicht justierbar. Aber wenn sie einem liegt kann man darauf auch getrost verzichten. Zuviele Einstellmöglichkeiten können einen nämlich auch verrückt machen :-) und vom Wichtigsten, dem Training, abhalten.

    2 Mal editiert, zuletzt von Herbert ()

  • Also ich finde die Morini CM 162 zeitgemäß. Meine Meinung ist, alle Matchwaffen seit den 90igern sind quasi aktuell, da sie typisch mit Pressluft gehen, die Laufpräzision am technisch Machbaren liegt und der Abzug sich in allen Belangen einstellen lässt. Darum sind Beurteilungen gerade des Abzugsverhaltens für mich nicht wirklich relevant, da sich jede Waffe, ein bischen technischen Hausverstand und Lesen des Manuals vorausgesetzt, betreffend Vorweg, Vorwegkraft, Druckpunktverhalten (Klinkenübergriff), Druckpunktkraft und Triggerstop justieren lässt. Das ist wirklich keine Hexerei, ein Prüfgewicht muss natürlich vorhanden sein. Ich persönlich schieße gerne mit einem Verhältnis von Vorwegkraft zu Druckpunktkraft von 2/3 zu 1/3. Visierlänge ist für mich um die 360mm passend.



    So nach dem Motto, der Kauf eines Dremel ersetzt eine entsprechende Ausbildung!
    Manche Gebrauchtwaffe lässt leider gegenteiliges vermuten.



    Gerade im Abzugsbereich hat sich doch einiges getan, wenn man den Berichten glauben darf meist Verbesserungen.




    Zitat


    Bis ich zu der "glorreichen Erkenntnis" kam, dass Fehlschüsse ausschließlich an mir lagen und nie Schuld der Waffe waren :-)


    Richtig, wenn auch nicht neu.


    Zitat


    Das einzige echte Kriterium bei Neukauf ist für mich daher der Griff.......

    Gerade da kam man nun wirklich am meisten machen. Kostete ein individuell gefertigter Griff zu Zeiten der Feinwerk 65 fast soviel wie Waffe selbst so sind die heute im Vergleich richtig preiswert.
    Wobei mir in den letzten Jahren aufgefallen ist dass die Bereitschaft selbst Hand an den Griff zu legen aus optisch ästhetischen Gründen stark zurückgegangen ist.


    Karl

  • Ich selbst besitze eine Morini 162EI und eine Pardini K2, die ich beide gebraucht erworben habe.
    Der elektronische Abzug der Morini ist exzellent, aber der mechanische Abzug der Pardini steht der Morini in nichts nach.
    Ein paar Macken der Morini: Die Manometer beider Morini-Kartuschen sind bei meinem Kauf undicht gewesen und mussten bei AHG ausgetauscht werden.
    Meine hatte plötzlich einen hakeligen Verschluss und schließlich ließ sie sich gar nicht mehr laden. Ursache: Das Verschlussstück der Morini wird beim Spannen nur einseitig angesteuert und schlecht geführt in die hintere Position gedrückt, was bei meiner Morini zu Verschleiß im Verschlussgehäuse geführt hatte. Ich nehme an, dass die intensive Nutzung durch meinen Vorgänger und zu wenig Schmierstoff an bestimmten Stellen dazu geführt haben. Das mag bei wenig genutzten Morinis möglicherweise nie auffallen. Habe auch eine detaillierte Beschreibung der Ursachen für diesen Verschleiß an den Hersteller gesendet; die Mail inkl. Zeichnung wurde aber nie beantwortet.
    Ein nettes Feature, das ich von keiner anderern Pressluft-LP kenne, ist, dass sich bei unzureichendem Druck auf der Kartusche der Verschluss nicht mehr öffnen lässt.
    Der Abzug hat Längsrillen, die mir aber an den beiden Außenkanten als unangenehm scharfkantig erschienen, so dass ich diese Kanten beigefeilt habe. Dort ist jetzt das silberfarbene Metall an dem sonst goldfarben nitrierten Abzugszüngel sichtbar.
    Das Abzugszüngel erlaubt nur die Verstellung der Fingerlänge, aber keine andere Verschwenkung oder Verdrehung. Dennoch ist die Lage des Züngel für meine Hand okay.
    Ich habe meine lange Morini mit der Visier-Rückverlagerung der Short-Version nachgerüstet, so dass die Visier noch einmal um 40 mm länger geworden ist. Gesehen hatte ich die Modifikation in einem ISSF-Video (Bild siehe Anlage). Preis des Ersatzteils um die 30 € auf der DM in München. Wenn man das macht, muss man aber den Griff nacharbeiten.
    Da ich die Griffe beider LPs selbst mit Holzkitt nachmodelliert habe - ich denke nur so kann man das Optimum aus einem Griff herausholen, habe ich die fehlenden Verschwenkmöglichkeiten des Griffs nicht vermisst.
    Zu der Pardini K2S: Eine unangenehmes Verhalten möchte ich noch beschreiben. Bei geschlossener Verschlussklappe lässt sich der Trockentrainingsabzug (TTA) nicht einschalten. D.h. das Verschluss ist zu öffnen, das Ventilschlagstück ist dann gespannt und es ist Druck auf dem Ventil - und bleibt auch gespannt während des Trockentrainings. Dann packt man die Pardini wieder ein - der TTA bleibt eingeschaltet.
    Auf dem Schießstand lädt man die LuPi ganz normal und versucht nun zu schießen; der Schuss wird aber nicht ausgelöst. Jetzt kommt das AHA-Erlebnis: Man schaltet also den TTA-Hebel wieder zurück auf scharf - und dabei wird der scharfe Schuss ausgelöst und der landet nicht im Kugelfang!!! Um das zu verhindern, muss man vorher die Verschlussklappe öffnen ... Ansonsten aber ein Top-Waffe!