• Hallo,
    wer weiß genauer bescheid?
    Bei unsere LP-Kreismeisterschaft wird der Sieger mittels Finalschießen ermittelt. Dabei hat ein Schütze seine Waffe doppelt geladen, also zwei Diabolos in den Lauf gesteckt. Auf der Scheibe waren dann auch zwei Löcher. Der Schuß ist dann mit Null gewertet worden. War das korekt? In der Sportordnung ist es auch nicht näher beschrieben.
    Der Schütze hat ja nur einmal eine Treibladung ausgelöst. Wird dann nicht der bessere Schuß gestrichen??

  • Eine ungewöhnliche Entscheidung. Dieses Thema hatten wir - in einer anderen Variante - vor einigen Monaten schon einmal: Luftgewehr mit 2 Kugeln geladen. Es müsste sogar der bessere der beiden Treffer gewertet werden.

    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“

  • Richtig,


    der bessere Schuss wird gewertet! Siehe ISSF Pistolenregel!


    8.4.3.1.1 Wenn die Pistole aus Versehen mit mehr als einem (1) Geschoss geladen wird:


    8.4.3.1.1.1
    Falls der Schütze sich der Situation bewusst ist, muss er die nicht schießende Hand heben um der Standaufsicht anzuzeigen, dass er ein Problem hat. Die Standaufsicht muss dann das Entladen der Pistole überwachen und es wird keine Strafe ausgesprochen. Es wird keine extra Zeitgutschrift erlaubt, aber der Schütze kann auf normalem Wege weiter schießen;


    8.4.3.1.1.2 Falls der Schütze sich der Situation nicht bewusst ist oder wenn der Schütze weiter schießt ohne die Situation zu melden, wird wie folgt vorgegangen:


    8.4.3.1.1.2.1 Wenn zwei (2) Treffer auf der Scheibe sind, so wird der Schusswert mit dem höchsten Wert gewertet und der zweite Schuss wird gestrichen


    8.4.3.1.1.2.2 Wenn nur ein (1) Treffer auf der Scheibe ist, so wird dieser gewertet.

  • Gilt auch für LG !!!

    Servus, habe die Ehre..
    Kloaner_Schütz


    Mein Gewehr: FWB 601
    Gehmann Iris/Gehmann Klarsicht-Ringkorn verstellbar/Visirlinienerhöhung (FWB)/Laufgewichte (FWB)/MEC III Contact Kappe/TEC-HRO Touch Abzug/TEC-HRO Schaftgewicht


    Meine Vereine:
    1. SG Immergrün Unterföhring (Bayern) 2. Sportschützen UBS Zürich (Schweiz) 3. SSG Wallisellen (Schweiz)

  • Hallo Freunde,


    eure Anmerkungen sind leider so nicht ganz richtig. Für nationale Wettkämpfe gilt die Sportordnung des DSB und nicht die Regeln der ISSF.


    Regel F.1.7.1.5


    Gibt ein Schütze während der Einzelschusszeit mehr als einen Schuss ab, werden diese Schüsse alle als Null gewertet und als Teil der zehn Finalschüsse gezählt.


    Die Juri halt also streng nach Sportordnung korrekt entschieden.



    Ich habe zwar jetzt nicht nachgeschaut, aber ich gehe davon aus, dass die Finalregeln der ISSF ähnlich lauten. Im normalen Wettkampf ist die Sache nicht ganz so dramatisch, da dort ja gilt, dass jeder im Wettkampf abgegebene Schuss zählt. Wenn also zwei Schüsse auf der Scheibe sind, werden die auch gewertet. Bei Wettbewerben mit fester Schusszahl pro Scheibe bzw. Spiegel soll dann die folgende Scheibe mit einem Schuss weniger beschossen werden. Erst im Wiederholungsfall greift dann die 2 Ringe Abzug Regel.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Regel F.1.7.1.5 [...] Gibt ein Schütze während der Einzelschusszeit mehr als einen Schuss ab, werden diese Schüsse alle als Null gewertet und als Teil der zehn Finalschüsse gezählt.

    In diesem Fall ist diese Regelung nicht zutreffend. Es wurde ein Schuss abgegeben.


    Im normalen Wettkampf ist die Sache nicht ganz so dramatisch, da dort ja gilt, dass jeder im Wettkampf abgegebene Schuss zählt. Wenn also zwei Schüsse auf der Scheibe sind, werden die auch gewertet. Bei Wettbewerben mit fester Schusszahl pro Scheibe bzw. Spiegel soll dann die folgende Scheibe mit einem Schuss weniger beschossen werden. Erst im Wiederholungsfall greift dann die 2 Ringe Abzug Regel.

    Nein. Wenn ein Schuss zwei Treffer erzeugt, wird immer der bessere Treffer gewertet. Die genannte Regelung greift nur, wenn der Schütze warum auch immer zwei Schüsse auf einen seiner Spiegel abgibt. Da müsste ich mich schwer täuschen.

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  • In diesem Fall ist diese Regelung nicht zutreffend. Es wurde ein Schuss abgegeben.


    Hallo Geronimo,


    es wurden zwei Geschosse hintereinander in Richtung Scheibe geschickt. Dass dafür nur eine Treibladung verwendet wurde, ist zwar schön sparsam, ändert aber meiner Meinung nach nichts an dem Resultat. Wie gesagt, ich hätte auch wie oben entschieden. Aber ich bin jetzt nicht der oberste Kampfrichter. Ihr Bayern könnt ja mal den Max Mückel fragen, wie er das sieht.


    Zitat

    Nein. Wenn ein Schuss zwei Treffer erzeugt, wird immer der bessere Treffer gewertet. Die genannte Regelung greift nur, wenn der Schütze warum auch immer zwei Schüsse auf einen seiner Spiegel abgibt. Da müsste ich mich schwer täuschen.


    Du hast ja Recht. Regel 0.11.1.7 gilt aber für Geschossteilungen oder Gabelschüsse. Das war hier nicht der Fall. Die zwei Geschosse bzw. Schüsse sind ja auf dem Mist des Schützen gewachsen, auch wenn das jetzt hart klingt. Regel 0.11.1.7 sagt auch, dass jeder Schuss zählt. Beim Finale kommt noch die Einzelschussbestimmung hinzu.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Ich denke da sollte man natürlich den Unterschied zwischen Schüssen und Treffern beachten. ;)

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  • Die "philosophische" Frage lautet hier wohl, was ist ein Schuss. Da das Problem mit den Doppelladern ja mittlerweile öfter auftrifft, scheint hier Handlungsbedarf zu bestehen. Wenn ich jetzt nichts übersehen habe, dann bieten weder Sportordnung noch ISSF Regelwerk hier klare Definitionen. Da scheint tatsächlich Handlungsbedarf zu bestehen.


    Man könnte die Sache ja auch mal von der anderen Seite her betrachten. Ein Loch in der Scheibe ist das Resultat eines Schusses. Zwei Löcher, mal abgesehen von Geschossteilungen und Gabeltreffern, wären dann logischerweise das Resultat von zwei Schüssen. Dann würde meine Interpretation ja wieder passen. Wenn man nur vom "Peng" ausgeht, kommt man nicht weiter. Ein "Peng" geht ja auch ganz ohne Murmel. Das zählt aber auch als Schuss und wird mit Null bewertet.


    Man könnte natürlich auch sagen, das Auslösen der Treibladung gilt immer als ein Schuss, unabhängig von den Murmeln. Dann wäre eure Sichtweise richtig und die Juri hätte falsch gelegen.


    Aber das Auslösen der Treibladung ohne Geschoss wird laut SpO als Fehler gewertet. Da ja das Doppelladen genauso der Schütze zu verantworten hat, wäre hier die Finalregel mit Nullwertung auch angebracht. Dann müsste sogar im regulären Wettkampf immer diese Nullwertung gelten.



    Mal unabhängig vom Problem: Woher kommt eigentlich die interessante These, wenn man mit der Sportordnung nicht mehr weiterkommt, dann gilt das Regelwerk der ISSF? Etwas ketzerisch gesagt, in der Sportordnung steht das ja so nicht. Da taucht die ISSF nirgends auf.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Wenn ich jetzt nichts übersehen habe, dann bieten weder Sportordnung noch ISSF Regelwerk hier klare Definitionen. Da scheint tatsächlich Handlungsbedarf zu bestehen.

    Ich finde die Regelung der ISSF eigentlich ziemlich eindeutig.


    Die "philosophische" Frage lautet hier wohl, was ist ein Schuss.

    Ganz einfach ausgedrückt: Peng = Schuss, Loch = Treffer.


    Ein "Peng" geht ja auch ganz ohne Murmel. Das zählt aber auch als Schuss und wird mit Null bewertet. Man könnte natürlich auch sagen, das Auslösen der Treibladung gilt immer als ein Schuss, unabhängig von den Murmeln. Dann wäre eure Sichtweise richtig und die Juri hätte falsch gelegen.

    So wird das meines Wissens angehenden Trainern vermittelt.


    Aber das Auslösen der Treibladung ohne Geschoss wird laut SpO als Fehler gewertet.

    Klar. Es wurde geschossen. Aber warum auch immer nichts getroffen.


    Mal unabhängig vom Problem: Woher kommt eigentlich die interessante These, wenn man mit der Sportordnung nicht mehr weiterkommt, dann gilt das Regelwerk der ISSF? Etwas ketzerisch gesagt, in der Sportordnung steht das ja so nicht. Da taucht die ISSF nirgends auf.

    Dachverband?

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  • ISSF Rule Book Deutsche Version


    6.11.4.2.4 Sind zwei (2) Treffer auf der Scheibe, so wird der Schuss mit dem höchsten Wert gewertet und der zweite Schuss wird gestrichen.

    Hier wird eindeutig von zwei Schüssen ausgegangen. Danach zählt dann wieder die Finalreglung, wonach nur ein Schuss abgegeben werden darf.


    Also doch richtige Entscheidung der Juri.



    Versteht mich bitte nicht falsch. Mir geht es hier nicht um das recht haben. Ich bin an einer eindeutigen Entscheidung oder Regel interessiert. Außerdem finde ich den Disput hier ganz interessant.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Wenn du irrtümlicherweise 2 Diabolos drin hast, und beide auf die Scheibe gehn, hast du mehr oder weniger Pech gehabt.
    Es werden beide gezählt, und der nächste Spiegel wird frei gelassen.


    Also in der Sportordnung des DSB steht wie folgt:


    Zuviele Schüsse pro Scheibe:


    - Wenn ein Schütze auf seine Wettkampfscheibe mehr Schüsse abgibt, als im Programm vorgesehen,
    wird er für die ersten zwei Fälle nicht bestraft.
    - Für den dritten und alle folgenden derart falsch platzierten Schüssen wird er mit einem Abzug von jeweils zwei Ringen bestraft.
    - Auf die nächste(n) Scheibe(n) sind entsprechend weniger Schüsse abzugeben.
    - Die überzähligen Schüsse müssen bei der Auswertung den Scheiben mit weniger als den vorgeschriebenen Schüssen zugeordnet werden.
    Aus der Zuordnung darf dem Schützen kein Vorteil entstehen.


    Wenn der Schütze also nicht mehr Schüsse als für den Wettkampf vorgegeben abgibt, hat er kein Problem.


    Ansonsten steht weiterhin:


    Zuviele Schüsse im Wettkampf:
    - Gibt ein Schütze in einem Wettkampf mehr Schüsse ab, als im Programm vorgesehn sind, werden die überzähligen Schüsse gestrichen.
    - Können die Schüsse nicht klar festgestellt werden,
    muss (müssen) auf der (den) letzten Wettkampfscheibe(n) der (die) höchste(n) Schusswert(e) abgezogen werden.
    - Der Schütze wird außerdem für jeden zuviel abgegebenen Schuss mit einem Abzug von zwei Ringen von dem niedrigsten
    Schusswert auf der ersten Serie bestraft.
    - Überzählige Schüsse können nur auf der (den) letzten Scheibe(n) sein, da alle Schüsse (z.b. von 1-40) reguläre
    Wettkampfschüsse sind, und zwar unabhängig davon, wie viele Schüsse pro Scheibe abgegeben wurden.

  • Aber ein Schuss der zwei Treffer erzielt wird da nicht wirklich berücksichtigt. In einem Finalschießen kann nicht einfach ein Spiegel ausgelassen werden. Da muss es doch eine klare Regelung geben, oder? Ich denke die ISSF-Regelung ist zutreffend.

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  • Stellt sich wieder die Frage wann gilt ISSF-Regelwerk und wann die Sportordnung des DSB.


    Bin mir zwar nicht sicher, aber ich denke bei nicht internationalen Wettkämpfen zählt die Sportordnung des DSB oder ?


    Ach ja, was wäre eigentlich, wenn ein Schütze einen schlechten Schuß abgibt, dann nochmal einen drauf macht (würde wahrscheinlich gar nicht auffallen) und dann behauptet er hätte zwei drin gehabt ? Nach ISSF-Regel würde dann der schlechte gestrichen werden oder ? Das wär ja optimal so gesehn.

  • In einem Finale absolut unmöglich. Die genaue Anzahl der Schüsse kann man aber niemals an den Scheiben ablesen. Auch ein Schuss der nicht trifft darf nicht erneut abgegeben werden. Mathematisch: Anzahl Schüsse >= Anzahl Treffer. :D

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  • in einem Finale fällt es schon auf, aber bei einem normalen RWK merkt das kein Mensch.
    Also muß es so geregelt sein, daß jeder Schuß zählt.
    Wenn ich also denke, daß der Doppelschuß nicht zählt und dann einfach normal weiterschieße,
    habe ich am Schluß ja z.B. 41 Schuß gemacht.
    Dann wird der letzte abgezogen, und der Doppelschuß zählt.

  • Zur perfekten Verwirrung hier noch eine weitere Frage:


    Was passiert, wenn solch ein Doppelschuss auf einer elektronischen Anlage abgegeben wird? Ich denke kaum, dass die Messgeräte beide Schüsse erfassen können. Wie wird dann verfahren?

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo