Abzug im Trockentraining

  • Hallo,


    Ich bin neu hier und versuche mich mal, mit einer eigentlich simplen Frage einzuführen:


    Welche der gebräuchlichen Matchwaffen,
    angefangen bei den Vorkomprimierern FWB 600er-Serie, Walther LGM ... etc. bis rauf zu den moderneren Pressluftwaffen,
    sind in Bezug auf den "Trockentraining-Abzug" schwierig ... oder kompliziert ... oder besitzen dieses Feature überhaupt nicht?
    (... oder was auch immer da für Einschränkungen zu erwarten sind)


    Ich stelle die Frage so herum, da ich denke (hoffe) die Liste wird nicht all zu lang :-)


    Kurz der Hintergrund:
    Ich bin das 10 Meter stehend Luftgewehrschießen angfangen und möchte mir jetzt eine eigene Waffe kaufen.
    Die Trockentrainingseineiten, die vielfach empfohlen werden, sind klasse für mich -
    auch wenn man häufig die Meinung hört oder liest, sie können den "scharfen Schuss nicht ersetzen" etc.:
    sie machen mir einfach Spass.
    Daher suche ich natürlich ein Gewehr, welches dem "Gefühl beim scharfen Schuss" möglichst nahe kommt.


    Folgende Kriterien sind mir dabei wichtig:
    - der Abzug löst trocken exakt gleich dem scharfen Schuss aus
    - ansonsten tut die Waffe nix ... sie soll sich auch nicht entladen ... u.a. auch aus Rücksicht auf meinen Nachbarn ;^)


    Bislang habe ich dazu teils wiedersprüchliches gefunden oder Anmerkungen wie
    "die FWB 603 kann das, die 601 aber nicht"
    oder das irgendeine Waffe "in dieser Hinsicht besonders unkompliziert sei" usw.


    Also - wie sind eure Erfahrungen:
    bei welchen Waffen muss man beim Trockentraining hinsichtlich des "Auslösen des Abzugs" Abstriche machen?


    Freu mich über alles, was ihr wisst.


    Grüße, Swerve

  • Hallo Swerve,
    Erstmal willkommen hier und viel Spass im Forum.


    Also du veränderst ja nichts am Abzugsgewicht, wenn du Trockentraining machst, was fehlt ist der Knall. Von daher denke ich, dass sich der "Schuss" genauso verhält, wie ein 'scharfer'.


    Und was die Möglichkeiten zum Trockentraining überhaupt betrifft, informiere dich doch parallel bei dem Waffenhändler deines Vertrauens. Ich schiesse mit einer Hämmerli AR 50, die hat keine TT. Möglichkeit, also löse ich die Kartusche so weit, dass sie noch hält aber keine Luft mehr abgibt. So kann ich auch damit trocken trainieren. Mag jetzt kompliziert sein, aber wenn meine Waffe das konstrukrionsbedingt nicht bietet, dann versuche ich mir eine Mögl. zu schaffen. Geht aber auch nicht immer. Ältere Waffen bieten das nicht immer. :(


    Angefangen habe ich mit einer FWB 300S, dann die 600, da ging das nicht, hab ich eben simuliert, bin bis zum Druckpunkt und dann abgezogen. Was da fehlte war dann aber auch 'Klick' des Schusses. Hat trotzdem viel gebracht.


    Gruss, urtica


    PS: falls ich irgendwo falsch liege, dann wird jemand das schon richtig stellen. ;)

  • Vorkomprimierer sind in Sachen Trockentraining nicht zu empfehlen. Die meisten können es gar nicht. Bei Anschütz gibt es erst ab der 8002er Reihe einen Trockentrainingsabzug (2002er noch nicht).
    bei Walther ab der 300er Reihe soviel ich weiß.
    Bei Feinwerkbau kenne ich die 700er und 800er, da ist das Trockentraining echt super.


    @Urtica
    das von dir beschriebene Leere klicken lassen hab ich mit meinem Anschütz 2002 auch gemacht und fast einen Waffendefekt verursacht. Davon würde ich abraten.
    Und einfach auf den Druckpunkt gehen, ist zwar eine Möglichkeit, aber der Schuss bzw. Der Abzug fühlt sich dann ganz anders an.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Hat ein Abzug eine Trockentrainingseinrichtung, dann kann er wie beim scharfen Schuss - aber ohne Freisetzung von Antriebsenergie - ausgelöst werden. Damit kann das Abzugsverhalten trainiert werden, ohne tatsächlich zu schießen.
    Vorkomprimierer dazu nicht zu empfehlen, halte ich für nicht überzeugend. Entweder die Waffe hat eine Trockentrainingseinrichtung - dann ist diese auch genau dafür bestimmt - oder eben nicht.
    Bei Feinwerkbau sind bspw. die Vorkomprimierer-Modelle 603/603 Junior mit einer Trockentrainingseinrichtung ausgestattet.


    Prinzipiell macht sich der beim scharfen Schuss entstehende Impuls auch bei einer Luftdruckwaffe bemerkbar. Je nach Geschick und Philosphie des Herstellers ist dieser Effekt häufig durch Dämpfungs- oder Absorptionssysteme abgeschwächt, aber dennoch mehr oder weniger spürbar. Beim Trockentraining fehlt dieser Effekt (was ich nicht für dramatisch halte, aber das sollte jeder für sich selbst beurteilen).


    Dass die Benutzung einer Trockentrainingseinrichtung schwierig oder kompliziert sein könnte, kann ich nicht nachvollziehen. Bei manchen Pistolen benötigt man Werkzeug, um diesen Modus einzustellen - das ist dann allenfalls umständlich, aber wohl nicht schwierig oder kompliziert.


    Mit einer Waffe ohne Trockentrainingseinrichtung ein effektives "trockenes" Abzugstrainung durchzuführen, halte ich für schwierig. Die meisten Abzüge reagieren ungespannt völlig anders als im gespannten Zustand. Willst Du also Trockentraining durchführen, solltest Du Dir in jedem Fall eine Waffe mit Trockentrainingseinrichtung zulegen.


    dingo: welcher Defekt ist bei Deiner 2002 fast aufgetreten bzw. wie hat sich diese Gefahr gezeigt? Es schlägt doch nur das Schlagstück des Abzugs auf das (in diesem Fall drucklose) Ventil - wie bei 1000en anderen Schüssen auch. Was sollte da passieren?

    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.

  • @frank17
    um einen Impuls zu erzeugen, der für das Auslösen bei einer Scatt-Anlage nötig ist, musste ich den gespannten Verschlusshebel offen lassen und dann abdrücken sodass dieser nach vorne klickt. Habe dies zwei Serien gemacht und danach hat das Gewehr beim scharfen Schießen 2 mal nicht mehr ausgelöst bzw. sich korrekt spannen lassen. Dies hat sich dann aber im weiteren Schießverlauf nicht mehr gezeigt. Daher bin ich mit solchen Methoden sehr vorsichtig geworden und weise lieber darauf hin bevor sich jemand sein Gewehr ruiniert. Meine Devise: lieber einmal zu vorsichtig als sich das tolle Gewehr zu ramponieren. Aber was einer macht, muss jeder selbst wissen.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • dingo:
    Bei dem Effekt wäre ich auch vorsichtig gewesen. Allerdings bist Du anders vorgegangen als von mir vermutet bzw. wie von Urtica beschrieben. Was in der Mechanik passiert, wenn bei geöffnetem Verschluss der Abzug betätigt wird, weiß ich nicht - vielleicht ist das wirklich nicht gesund.

    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.

  • Mir ging es damals darum, den ganzen Ablauf, also einsetzen, zielen, visieren etc. bis zur Schussabgabe zu simulieren, damit das alles schneller automatisiert wird. So konnte ich das in einem WK besser abrufen. Da war es auch erstmal egal, ob ein 'Klick' passierte. Es hat mir sehr gut geholfen. Scharf geschossen wurde dann nur auf dem Schießstand.


    Mittlerweile schieße ich LP und die hat 'ne Trockentraining Möglichkeit. :-)

  • Erst einmal vielen Dank für eure Rückmeldungen :-)


    Dass die Benutzung einer Trockentrainingseinrichtung schwierig oder kompliziert sein könnte, kann ich nicht nachvollziehen. Bei manchen Pistolen benötigt man Werkzeug, um diesen Modus einzustellen - das ist dann allenfalls umständlich, aber wohl nicht schwierig oder kompliziert.


    Na klar, so meinte ich dass auch in erster Linie:
    Bei älteren Pressluftwaffen die Kartusche losschrauben, ist halt "umständlich" gegenüber einen Schlter umlegen.
    Wie sehr umständlich ist wiederum relativ:
    gegenüber solchen Pistolen, wie du sie beschreibst, für die man noch Werkzeug braucht, wäre das sicher immernoch zu verkraften ;-)


    Aber sieben wir mal noch etwas und lassen die Pressluftwaffen einmal raus.
    (ich befürchte, ich kann die z.Z. nicht bezahlen)
    Wenn man die Vorkomprimierer aufzählt, die die Möglichkeit eines (vollwertigen) "Trockenabzugs" bieten - also einschließlich dem, dass es auch Klick macht ;-)
    Welche bleiben übrig?


    Bislang scheint mir das für diese gesichert zu sein:
    - FWB 603
    - Steyr LG1
    - Walther LGM-2


    Frage:
    Könnt ihr das bestätigen und wisst ihr noch mehr?

  • Bei den folgenden Modellen geht es, steht in der Anleitung:
    -FWB 603
    -FWB 602
    -LGM-2


    Im Zweifelsfall einfach einen Luftschuss machen Richtung Scheibe.


    Wenn nicht, spare einfach noch ein wenig und übe weiter mit der Vereinswaffe, ich weiß, ist nicht super, aber besser wie Geld für ein älteres Gewehr ausgegeben und dann erst mal zum revidieren, da es eventuell undicht ist, da die Dichtungen zu alt sind!

  • Hallo nochmal,


    es kommt dann ja doch immer ganz anders als erwartet:
    ich habe mir jetzt für 550,- EURO eine FWB p70 gekauft –
    alles in Grundausstattung und durchaus mit Gebrauchsspuren …
    Aber das Schussbild ist ordentlich und obendrein hat die Waffe eine neue Kartusche.


    Das ist ja nun einiges mehr, als was ich ausgeben wollte.
    Da es aber nun doch ein vollwertiges Pressluftgewehr ist, bin ich natürlich sehr glücklich :-)


    Und das Geld ist nach allem, was ich in den letzten Wochen über die Preise erfahren habe, auch gut angelegt:
    ich schätze, wenn es wirklich mal notwendig würde, so bekomme ich die Waffe auch wieder für reelles Geld los.


    Euch allen nochmals herzlichen Dank für eure Tipps und Infos.


    Grüße, Swerve

  • Geronimo

    Added the Label Gewehr