Einschätzung von euch, wie hoch kann ich noch kommen mit den Ergebnissen bei LP und SpoPi?

  • Servus,


    ich stelle mir die Frage, wie weit ich noch kommen kann mit den Ergebnissen! Als persönliches Ziel habe ich mir die DM in Luftpistole 2015 gesetzt, vielleicht auch mit der Sportpistole.


    Jetzt zu den Fakten:


    Ich bin 33 Jahre alt, schiesse seit Anfang 1992, diverse Besuche als Schüler, Jugendlicher und Junior bei Kreis-, Gau- und Landesmeisterschaften, doch nie vorne dabei, irgendwie waren die Ergebnisse damals höher als heute. Mein bestes Ergebnis lag mal bei 374 Ringe im Jahr 2001. In den nächsten Jahren pendelte es sich so bei 350 bis 360 Ringe ein. Dann war im Verein immer weniger los und man verlor die Wettkämpfe mit bis zu 150 Ringen, bei Luftpistole und bei Sportpistole, wo ich die Lust verlor und nur noch für mich mit geschossen habe. Es wurde immer schlimmer, so dass ich den Verein gewechselt habe dieses Jahr und dort auch wieder Konkurrenz fand. Die ersten Ergebnisse in Luftpistole im Wettkampf lagen bei 342, 342, 354, 355, 369, 357, 357 und der letzte bei 358 Ringe. Bei Leistungskontrollen im Training komme ich so auf 360 bis 375. SpoPi lagen die Ergebnisse so bei 275, 270, 255, 259, 274 Ringe.


    Mein Training ist so oft wie möglich, was heisst, so ca. zwei bis dreimal die Woche, wenn es mein Drei-Schicht-Betrieb zulässt. An meinen Trainigsinhalten bin ich noch am feilen. Im Moment sieht es so aus: Zuerst Haltetraining, dann weiße Scheibe zur Vertiefung von Abzug und Visierung, dann Ringscheiben für Trefferbild, ab und zu Scheibe mit vertikalem Balken und Scheibe ohne Ringe, insgesamt variiert es so zwischen 80 und 120 Schuss pro Training.


    Mein Problembereich beim Schiessen sind:


    1. Zu langes halten und den Schuss raus zu würgen, was mich immer Ringe kostet, da ich nicht absetze.


    2. Ich ziehe teilweise bewusst ab, was das Ergebnis jetzt nicht so mindert, könnte aber durch unbewusstes Abziehen besser sein.


    3. Ich schaffe es nicht so ohne weiteres den Halteraum sauber und ruhig zu halten, was aber die letzte Zeit besser wird.


    Trainingsinhalte habe ich mir geholt bei llzbw.de und aus dem Buch Olympisches Pistolenschiessen, wobei ich noch am sammeln bin und am zusammenstellen.


    Jetzt die Frage an euch, wie weit kann ich mit meiner Ringzahl noch kommen, um die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft zu schaffen?

  • Hallo Daniel,


    ohne dich wirlich beim schießen ein paar gesehen zu haben ist es schwer genaueres zu sagen, aber man kann zumindet ein paar Tipps geben.
    Rein in der Theorie kannst du zur LM 2015 die 400 schießen, ja, das ist auch mit der LP möglich, dann müsstest du aber Beruflich einige abstriche machen, da du dann mindestens 8 STunden zeit brauchst um mindestens 800 Schuß am Tag zu machen, incl Ausgleichssport.


    Du bist aber schon auf einem guten Weg das von dir gesteckte Ziel zu erreichen und hast auch im Text schon die ersten Lösungsansätze mit eingearbeitet. Normalerweise Stelle ich vorher noch ein paar Fragen, aber die hast du mit deinem Text schon fast alle beantwortet.


    Zu deinen Problemen:
    1.Zu langes Halten: Wenn du länger wie 5-6 Sekunden im Haltebereich bist und Zielst, zwing dich dazu abzusetzen. Und schlag dir aus den Kopf eine 10 schießen zu wollen für den Moment, geb dich aktuell damit zufrieden die 9 Sauber zu schießen, die 10'er die dann kommen sind ein wundervolles "abfallprodukt"
    2. Bewusstes abziehen: Ignoriere diesen Punkt erstmal
    3. Halteraum: Was meinst du mit Ruhig und Sauber halten?


    Zu deinem Training, konzentriere dich in einem zwei wochen rythmus auf eine bestimmte Sache. Gehen wir mal von 100 Schuß Training im Schnitt aus, dann mach 80 Schuß, so langweilig es auch sein mag, weiße Scheibe, alternativ kannst du zum trainieren des Abzuges auch eine komplett schwarze Scheibe nehmen oder einfach nur auf den Kugelfang schießen. Zum Abschluß des Trainings schießt du dann auf eine Scheibe mit oder ohne Ringe, die Hauptsache dabei ist das du zum ende hin ein normales Zielbild hast.
    Eine gute Übung vorweg ist es auch Trockenklicks zu machen. (5-10 Minuten) Bedeutet du greifst in den Griff, lässt die Pistole auf der Auflage liegen und ziehst dort sauber ab. (Finger an den ABzug, bis zum Druckpunkt den Abzug drücken und dann den druck auf den Abzug langsam erhöhen bis der Schuß bricht. Sobald dies passier keinen Muskel mehr rühren für eine Sekunde)


    Balkenscheibe Senkrecht ist eine gute Idee, wenn du hast oder dir besorgen kannst nehm auch die 3/4 Balkenscheibe dazu, wobei der fehlende Teil des Balken unten ist. So kannst du dich drauf Kontentrieren das die Lichthöfe eine gleiche Breite haben, Kimme/Korn eine höhe haben und du Feilst an deinem Haltebereich, denn der liegt etwas unter dem Ende des Balken.

  • Danke dir für deine Antwort! :)


    Zum Thema Halteraum: Ich meine es so, dass ich den Lichtspalt zwischen Korn und Spiegel nicht so gleichmässig halten kann von Schuss zu Schuss. Ich habe es mit einem kleineren Lichtspalt probiert, war aber kontraproduktiv. Dann habe ich wieder wie vorher den Lichtspalt genommen und habe meine Kimmentiefe verkleinert, da die Lichthöfe so tief waren, dass ich den Scheibenhalter unten gesehen habe, das half schon mal, da ich nicht mehr so absinke, vielleicht noch ein wenig kleiner machen die Kimmentiefe, mal schauen.


    Die Scheibe mit dem Balken ist mit einem 3/4 Balken, sorry, hatte ich vergessen da zu zu schreiben.Das lustige für mich ist, wenn ich auf die weisse Scheibe schiesse ist mein Streukreis ungefähr so groß, wie die äussere Zehn plus 5mm im Umfang.Vergessen zu erwähnen, ich mache zu Hause Trockentraining/Haltetraining auf die Scheibe, angepasst auf die Entfernung und teilweise auf die FP Scheibe, was, als ich es jeden Tag gemacht hatte, mit die 369 im Wettkampf ermöglichten, da das Halten des Halteraums fast gar kein Problem war.


    Ich bin schon am überlegen mir den Scatt Trainer zu kaufen für zu Hause und für den Schützenverein, für die Jungend. Ich kenne von vor Jahren nur den Rika Hometrainer, den hat mein erster Verein und war hilfreich bei der Jugend! Aber die Kosten sind schon nicht schlecht!


    Beruflich ist leider nicht viel mit Abstriche machen. Wobei ich mal Jasna Sekaric gehört hatte in einem Interview, wie sie trainiert, da wurde es mir anders, da kann man gar nicht mehr arbeiten gehen, da man keine Zeit mehr dafür hat! Lach


  • ... Das lustige für mich ist, wenn ich auf die weisse Scheibe schiesse ist mein Streukreis ungefähr so groß, wie die äussere Zehn plus 5mm im Umfang. ...


    Erinnere dich dran was ich zu deinem ersten Punkt deiner Probleme geschrieben hatte, diese Aussage mit der weißen Scheibe trifft genau diesen Punkt. Bei der weißen Scheibe konzentrierst du dich auf das wesentliche, wenn du eine normale Scheibe da auf 10m da stehen hast konzentrierst du dich auf diese beiden Kreise die die 10 darstellen.

  • Ja genau!


    Bei der weissen Scheibe achte ich konzentriert auf das Korn mit Kimme, den Halteraum ohne Begrenzung zum schwarzen runden Kreis und dann den Abzug immer weiter drücken, bis es pffffff macht und der Schuss ist draussen! Dabei verschwende ich einen Teil meiner Konzentration nicht auf den schwarzen Ring und halte den Halteraum besser und gleichmässiger!

  • Und da liegt bei sehr vielen der Hund begraben. Sie schaffen es nicht dieses in den Wettkampf rüber zu holen, weil im Wettkampf zählt am ende ja nur das Ergebnis, also möglichst immer die 10,9 treffen und dabei vergessen sie dann alles was sie im Training gelernt haben und wundern sich das die Ergebnisse im Training zwischen 10 und 40 Ringe von dem abweichen was sie im Training schießen können.

  • Das Ergebnis auszuschalten und auf das wesentliche, Kimme, Korn, Abzug konzentrieren, eine saubere 9 zu schiessen und mit dem Abfallprodukt, der 10, zu leben!

  • Und da liegt bei sehr vielen der Hund begraben. Sie schaffen es nicht dieses in den Wettkampf rüber zu holen, weil im Wettkampf zählt am ende ja nur das Ergebnis, also möglichst immer die 10,9 treffen und dabei vergessen sie dann alles was sie im Training gelernt haben und wundern sich das die Ergebnisse im Training zwischen 10 und 40 Ringe von dem abweichen was sie im Training schießen können.


    Jep, das Problem hab ich auch, und deswegen arbeite ich im Training auch mit der weisen Scheibe, dem 3/4 Balken, Dreieck und Spiegel ohne Ringeinteilung.
    Allein der Wechsel von der weisen Scheibe auf den Spiegel ohne Ringeinteilung, schon funktioniert der Finger nicht wie vorher, obwohl der Ablauf der gleiche ist.
    In vier Wochen wird sich´s Zeigen ob die Trainingseinheiten Früchte Tragen ;)


  • Eine gute Übung vorweg ist es auch Trockenklicks zu machen. (5-10 Minuten) Bedeutet du greifst in den Griff, lässt die Pistole auf der Auflage liegen und ziehst dort sauber ab. (Finger an den ABzug, bis zum Druckpunkt den Abzug drücken und dann den druck auf den Abzug langsam erhöhen bis der Schuß bricht. Sobald dies passier keinen Muskel mehr rühren für eine Sekunde)


    Mit einer KK-Pistole aber nur bedingt machbar... - auch mit Pufferpatrone!

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Ich hab den Hauptaugenmerk auf LP gelegt bei meinen Beiträgen, da spopi ein Bonus wäre.
    Duell lebt von der sauberen Visierung und dem sauberen abziehen, nebst dem rechtzeitigem hochziehen der Waffe.

  • Heute war ich wieder trainieren. Da habe ich mal mit einer Walther LP300XT geschossen und war entsetzt, wie schwer der Abzug war, im Vergleich zu meiner Steyr. Da haben wir mal das Abzugsgewicht geprüft von der LP300, das war in Ordnung, Waffe angehoben, Gewicht gehalten, kurzer Ruck und paff. Dann meine Steyr geprüft. Bevor das Gewicht den Boden verlassen hat, machte es paff. Ich war stutzig, wiederholt, gleiches Ergebnis. Also Vorzugsgewicht und Druckpunktgewicht hochgedreht, bis das Gewicht gehalten wurde, kurzer Ruck und paff machte es. Tja, jetzt hatte das Schiessen wieder ein anderes Feeling, total ungewohnt, ärger mich, da ich an der Waffe nichts verstellt hatte, seit sie zur Überholung und Abzugsumbau auf Kugellager bei Steyr war. Jetzt ist die Trefferlage nicht mehr so eng, wurde aber besser während des Trainings. Bin ein wenig genervt, aber egal, da wird durchtrainiert! :)

  • Bin ja fleißig am trainieren. Doch leider stocke ich immer noch am Abzug. Auf der weißen Scheibe geht es, aber mit schwarzem Kreis geht mein Finger nur zum Druckpunkt und will nicht weiter (Angst durch unbewusstes Abziehen nicht im Halteraum, so dass der Schuss daneben geht), dann verpasse ich den Halteraum und es macht pfffff, der Schuss ist raus und liegt in der sieben und in der acht. Mit der Zeit wird es nicht besser, sondern schlechter. Soviele siebener und achter wie gestern hatte ich schon lange nicht mehr. Ich will einfach zu viel auf einmal und vergesse die grundlegenden Regeln und den Halteraum schaffe ich nicht zu halten, ich schwanke vom schwarzen bis in den einser Ring! Meine Hand fällt oft beim Schuss ab, was dann einen tiefen Schuss ergibt, verklemmtes Korn, Hochschuss (Korn zieht es in den schwarzen Kreis rein), die Lage vom Abzugsfinger am Abzug gefällt mir nicht, bekomme ich irgendwie nicht mehr hin. Es lastet gefühlt zu viel Druck auf der Fingerkuppe, komisches Gefühl. Könnte natürlich rein, dass ich es immer noch nicht gewohnt bin, siehe vorherigem Beitrag. Gestern war das Gefühl nicht so schlecht, Zunge weiter nach hinten und ein wenig gedreht. Ich habe mir jetzt vorgenommen ein Schießbuch zu führen, wo ich niederschreibe, was gut und schlecht gelaufen ist, mit Trefferlage der Schüsse.


    Ich trainiere zuerst 20ig Schuss auf die weiße Scheibe und ca. 80 auf die Ringscheibe und "WILL" ein gutes Schussbild erreichen. Zwischendurch noch mal ab und zu auf die weiße Scheibe. Balkenscheibe und Scheibe ohne Ringe lasse ich aus, ich glaube da liegt der Fehler teilweise begraben! Ich sage jetzt mal, ich "WILL" zu viel!

  • Quote from DanielB

    Ich will einfach zu viel auf einmal und vergesse die grundlegenden Regeln ...


    Ich denke, damit analysierst Du die Situation schon ganz gut.


    Quote from DanielB

    Ich habe mir jetzt vorgenommen ein Schießbuch zu führen, wo ich niederschreibe, was gut und schlecht gelaufen ist, mit Trefferlage der Schüsse.


    Teilweise eine gute Idee, zum ersten Teil eine Anregung: Trainingshilfsmittel: Trainingstagebuch. Beurteile die Trefferlage zunächst nur qualitativ, zähle bloß keine Ringe. Viel wichtiger als das jeweilige Ergebnis ist das Erkennen des warum.



    Ansonsten konzentriere Dich immer auf einzelne Elemente, fang ggf. mit aufgelegtem Abzugs- und Zielbildtraining an.

    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.

  • Ich sage dazu nur eins: Zeit!!!


    Nimm dir Zeit und mach den Kopf frei. Vergiss die Ringe, vergiss die Manschaft - schieß für dich.


    Ich schwöre dir: Es wird wesentlich einfacher werden.

    Für die Einführung der DSB-Disziplin "Dosenschießen 25 Meter mit Flintenlaufgeschossen nicht kleiner Kaliber 12/70"...