An alle LG-Schützen: Welche Munition bevorzugt Ihr?

  • Wenn ich mir so die gängigen Kataloge anschaue, bleibe ich immer wieder bei der Munition hängen und frage mich, wo da der Unterschied zwischen den verschiedenen Anbietern und den Kopfmaßen liegt. Gibt es hierzu aufschlussreiche Meinungen? Ich schieße z. B. H & N - Match-Kugeln (4,49). Wann schieße ich 4,48 oder gar 4,50 ? Warum sollte die Munition eingeschossen sein oder warum muss man sie nicht einschießen?


    Meine Munition ist eingeschossen, obwohl man mir sagte, dass bei meiner Schießleistung ein spezielles Einschießen überhaupt nicht nötig sei.


    Selbstverständlich habe ich schon vielerlei Qualitätsunterschiede bemerkt, weshalb ich dann preislich in der Mitte hängengeblieben bin. Aber was spricht denn z. B. gegen Wettkampfmunition zu 3,00 Euro/Dose? Oder was spricht für die teure Variante?


    Eure Meinungen zu diesem Thema interessiert mich.

    Ohne Mut zur Niederlage - keine Sternstunde.

  • Hi,


    nach meinen Erfahrungen kommt es weder alleine auf den Namen, noch auf den Preis an (ganz im Gegenteil ...).


    Wichtig ist, dass die Munition zum Lauf passt und das lässt sich nur durch einen individuellen Test feststellen. Anbei meine ersten Feststellungen zu diesem Thema, die ich vor knapp 2 Jahren gemacht habe. Hoch anspruchsvolle Schützen wählen Munition aus, bei denen nach 10(!) Schuss "Loch in Loch" ein Diabolo immer noch nicht durch das Schussloch fällt.


    Nicht zum Lauf passende (oder grundsätzlich schlechte) Munition macht aus einer 10 im Extremfall eine 8 ...


    Um Geld zu sparen, nutze ich beim Training tw. weiterhin preiswerte Munition (insbesondere dann, wenn Zählen oder Schussbildauswertung nicht im Vordergrund steht).



    Gruß
    Frank

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    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.

  • Hallo,


    wie Frank schon schöne beschreibt. Es hängt nicht vom Preis ab, sondern ob die Munition zum Gewehr passt. Da gibt es auch kein Patentrezept ach dem Motto einmal ausprobiert und jetzt kauf ich mir immer die gleiche Munition. Das Kopfmaß hängt einfach auch vom Gewehr ab. Einen kleinen "Gefühlstest" kann man auch ohne Munitionstest machen. Wenn man mal beim Laden des Gewehres genau aufpasst, dann gibt es bei den absolut billigsten Kugeln manchmal das Problem, dass ein Diabolo ganz leicht ins Gewehr flutscht und bei einem anderen muss man viel stärker pressen. Hier wäre dann ein Munitionstest nicht schlecht.


    Doch gebt euch keiner Illusion hin, dass man jetzt mit einem Munitionstest von 360 auf 380 Ringe springen kann, denn man muss bedenken, dass man bei 360 Ringen doch noch erheblich wackelt und da kann eine "schlechte" Munition mal doch etwas anders fliegen und dann statt des schlechteren auch mal den besseren Schuss treffen.


    Eine Munitionstest ist laut einem Trainingsbuch von mir erst ab einer Ringzahl von 385-387 Ringen wirklich hilfreich, da man dann erst sagen kann, dass man die 10 zielsicherer trifft, als dass einem die schlechtere Munition nicht auch mal einen besseren Schuss beschert.


    Und es ist ja nicht so, dass man sagt: Wegen der Munition habe ich jetzt eine 8 oder eine 7 geschossen. So weit streut keine der mir bekannten LG-Munitionen (auch nicht die für knapp unter 3 Euro)

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Zu mir haben schon mehrere gesagt, dass Munitionstests bei LG wirklich das allerletzte i-tüpfelchen sind. Wenn du nicht 390 aufwärts schiesst, dann ist das schnurzpiepegal was für Munition du verschiesst. Wir schützen feilen immer am Material aber der wichtigste Faktor beim schiessen ist immer noch der Schütze. Und wenn du wirklich die 10 perfekt triffst, dann ist es auch mit billiger Munition in der Regel noch eine 10..


    Zum training nehme ich die die billigen H&N und zum Wettkampf die Match oder Dynamit Nobel R10.. einfach weil da keine "zu kleinen" diabolos dabei sind... aber ansonsten, was soll ich auf meinem Niveau da gross einschiessen...


    Beim KK ist Munition schon eine ganz andere Frage, da ist der Streukreis von schlechter Munition viel grösser.. da ist teuerer leider wirklich oft besser. Das sieht man auch bei Munitests dann extrem..

    Servus, habe die Ehre..
    Kloaner_Schütz


    Mein Gewehr: FWB 601
    Gehmann Iris/Gehmann Klarsicht-Ringkorn verstellbar/Visirlinienerhöhung (FWB)/Laufgewichte (FWB)/MEC III Contact Kappe/TEC-HRO Touch Abzug/TEC-HRO Schaftgewicht


    Meine Vereine:
    1. SG Immergrün Unterföhring (Bayern) 2. Sportschützen UBS Zürich (Schweiz) 3. SSG Wallisellen (Schweiz)

  • Nach allem was ich bis jetzt gelesen habe - und Danke für die interessanten Beiträge und, Danke Frank, für die pdf-Datei - fokussiert sich das Ganze hin zu Munitionstest ja. Allerdings erst, wenn eine gewisse Ringzahl geschossen wird. Das selbe hat man mir auch gesagt. Scheinbar mache ich mir einfach zu viele Gedanken. Aus jedem eurer Beiträge konnte ich mir etwas herausziehen....! Also kann ich bei meinem nächsten Munitionskauf auch mal umsteigen auf RWS und im Trainigseinsatz auch mal auf eine billigere Variante zugreifen?


    Allerdings habe ich im Training beim Verschießen von günstiger Munition (insbesondere beim Biathlon) das Gefühl, dass ich beim Wettkampf meiner "teureren" Munition nicht ganz über den Weg traue. Ist das nun eine Kopfsache?


    Und was ist damit: der Kopfdurchmesser - habe schon mal gehört, dass Schützen statt 4.49 die 4.50 schießen, um den Drall noch enger zu "gestalten". Also vorausgesetzt natürlich ich muss die Munition nicht mit dem Hammer in den Lauf hauen[Blocked Image: http://meisterschuetzen.net/wcf/images/smilies/blink.png]. Was ist daran wahr oder unwahr?


    Es gibt ja Schützen, die daraus eine Philosophie machen, aber für mich ist die Munition schon wichtig - und vor allem die richtige Auswahl.

    Ohne Mut zur Niederlage - keine Sternstunde.

  • Ich benutze auch eingeschossene Munition. Momentan hab ich eine Stange RWS R10 Match mit nem Kopfmaß von 4,49. Nicht eingeschossene Munition werde ich nicht mehr verwenden, da hatten wir gerade einen Fall im Verein: Eine Schützin schoss immer mit Vereinsmunition (pro Dose 4 € oder so). Wir haben das Gewehr eingespannt und mal ein Schussbild gemacht. Der Streukreis war so extrem, dass aus einer 10,9 sogar eine 8 geworden wäre ! Und das bei einer durchschnittlichen Leistung von 385 im Training. Also, Gewehr eingepackt und Munitionstest machen lassen. Nächstes Training: 395, im Wettkampf von ca. 378 im Schnitt auf 384 gesteigert.
    Das ist zwar ein Extrembeispiel, aber es zeigt mir, dass auch die Munition einiges an Ringen kosten kann. Schlechte Munition kann einzelne Schüsse aufwerten oder abwerten; aber wenn man einen 10er hat, kann der nicht mehr besser werden, sondern nur noch schlechter durch schlechte Munition.
    Deswegen mein Tipp: Ab einem Trainingsschnitt von 380 (ich würde die Grenze schon hier setzen oder evtl noch weiter unten) eingeschossene Muni verwenden.

    SG 1850 Wirsberg e.V.
    2. Mannschaft, Gauliga Ost

  • Hallo,


    wenn es wirklich so krasse Abweichungen gibt, dann würde ich bei meinem Gewehr zuerst mal die Geschwindigkeit vom Hersteller wieder einstellen lassen. Kenne einen Fall einer Bekannten (Bezirksliga-Niveau), die hatte einen Munitionstest gemacht und KEINE Munition passte. Dann ließ sie am Servicestand von Walther ihre Geschwindigkeit einstellen und siehe da, sogar die etwas billigere Munition ging dann viel viel besser.


    Natürlich ist eine eingeschossene Munition auch immer mal eine Kopfsache, aber unter 380 Ringen macht es wenig Sinn, da dann wie gesagt auch mal ein Schuss reinfliegen kann, der sonst draußen gewesen wäre.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Natürlich ist eine eingeschossene Munition auch immer mal eine Kopfsache, aber unter 380 Ringen macht es wenig Sinn, da dann wie gesagt auch mal ein Schuss reinfliegen kann, der sonst draußen gewesen wäre.


    Der kann aber auch noch weiter draußen liegen. Ein nicht-10er kann schlechter oder besser werden, während ein 10er nicht mehr besser wird. Aus nem 9er kann ein 10er werden, aber eben auch ein 8er.

    SG 1850 Wirsberg e.V.
    2. Mannschaft, Gauliga Ost

  • Zu allererst würde ich es mal mit Laufputzen versuchen :D


    Wer hier im Forum putzt seinen Lauf regelmässig und richtig ? ( also nicht nur mit Filzpfropfen...)


    Diese Munitionssache ist wirklich auch Kopfsache.. Ich kenn ein Paar topschützen die auch mit der Vereinsmunition alles in Grund und boden schiessen... also lassen wir mal die Kirche beim Dorf...


    Aber man klammert sich halt immer gerne an so Kleinigkeiten. Wenn eine Diabolo aus einer 10 eine 8 macht, dann stimmt was mit dem Gewehr ned oder die Diabolo ist wirklich absolutes Billigzeugs...

    Servus, habe die Ehre..
    Kloaner_Schütz


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  • @ red gecko: weder ist (z.B.) RWS automatisch gut noch 4.50 automatisch schlecht bzw. umgekehrt! Es muss passen und das findet man nur mit einem individuellen Test (=> z.B. beim Händler, mit eingespanntem Gewehr) heraus.


    Ob ein Test sinnvoll erscheint, ist ausgiebig und zutreffend erläutert. Ich selbst würde bei der Frage nach dem sinnvollen Einstiegsniveau noch den Streukreis einbeziehen - wer ein bestimmtes Niveau nur mit recht großer Streuung erreicht, bei dem mag es nicht nur an der Munition liegen. Ist der Streukreis eher gering, deutet es evtl. eher auf einen Munitionseinfluss hin. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch die Abkommensanalyse - wenn ich einen Schuss verzappelt habe, dann war es bei diesem Schuss nicht die Munition.

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  • Wow, ich wusste zwar das es bei herkömmlichen Waffen bei der Munition Unterschiede gibt aber das es beim LG so extrem sein kann ist mir neu. Dachte immer, was kann man an einem Diabolo schon groß falsch machen? Aber gut zu Wissen :-).

  • Hallo,


    also ich putze mein Gewehr regelmäßig mit einem Quick Clean Seil mit Drahtbürstchen dran. So putzt man ja auch alles Mögliche, wieso auch nicht sein Gewehr, dass doch ein sehr teures Produkt ist.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Putzen!:SRichtig, da war doch was! Zugegebenermaßen benutze ich von Zeit zu Zeit diese Filzpfropfen, die ich mit Waffenöl besprühe und durchschieße.....! Unsere Jagdgewehre werden hingegen immer sorgfältigst geputzt!!! Danke, Dingo, für den Tipp mit dem Quick Clean Seil.


    Ich lasse meine Munition immer einschießen. FWB P 700 sowie die FWB P75. Mich hat die Aussage eines Top-Schützen allerdings etwas aus dem Konzept gebracht, dass das Einschießen eben erst ab einem gewissen Niveau Sinn macht. Bei dem Biathlon-LG ist das Einschießen scheinbar für die Katz, weil die Diabolos in ein Magazin gesteckt werden und ein kurzer "Freiflug" stattfindet - also wo das Geschoss aus dem Magazin heraus in den Lauf eintritt. Selbst beim Einschießen ist immer wieder der eine oder andere Diabolo nach außen weggetriftet. Verblüffend. ;(


    Bei der P700 hingegen waren alle abgefeuerten Diabolos (der ausgesuchten Munition) im Fleck....! Totzdem werde ich beim nächsten Munitionskauf auf das Einschießen verzichten. Vielleicht verliere ich dadurch auch den mentalen Druck, himmelherrgottnocheinmal, die mäßige Schießleistung auf die Munition zu schieben. Es ist in der Tat so, dass es TOP-Schützen gibt, die mit günstiger Qualität extrem gut schießen!


    Ich glaube, dass Schießen ein Sport ist, der extremste Anforderungen an die Steuerzentrale unseres Körpers stellt. Erst wenn dort (also ich spreche hier ausschließlich von meinem Gehirn) die richtigen Informationen - frei von störenden Einflüssen - zusammenlaufen, können diese auch nur dann zu zufriedenstellenden Reaktionen verarbeitet werden.

    Ohne Mut zur Niederlage - keine Sternstunde.

  • Habe gerade über einen anderen Thread (Waffenpflege) gelesen, dass Öl im Lauf nichts zu suchen hat !!!!;(Nun wundere ich mich wieder über frühere Schützenbrüder (von denen dieser Tipp nämlich stammt), die sich scheinbar ob meiner Naivität laut lachend schallend auf's Knie klopften!!!! [Blocked Image: http://meisterschuetzen.net/wcf/images/smilies/cursing.png]

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  • Anschütz empfiehlt, ein leicht eingeöltes und fusselfreies Tuch oder entsprechende Reinigungsdochte durch den Lauf zu ziehen, um ROSTBILDUNG zu vermeiden. Vor dem nächsten Schießen soll der Ölfilm vollständig mit einem trockenen Tuch oder Docht entfernt werden. Lt. Anschütz sollen insbesondere keine Filzpropfen verwendet werden - warum wird allerdings nicht erläutert. Was die unter einem Tuch verstehen, ist mir auch nicht klar ... wir schießen ja nicht Kaliber 12!


    Ich benutzte immer gelegentlich (trotz der Anschütz-Empfehlung) Filzpropfen und seit ein paar Monaten das Pflegeset von VFG/MEC (kunststoffummanteltes Stahlseil mit Propfen zum Durchziehen). Bemerkenswert, was damit für ein Dreck freigesetzt wird.

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  • hi frank, ich denk, die warnung vor den filzpfropfen ist wegen der gefahr, den pfropf in öl zu baden. wenn dann über 200 bar draufkommen reagiert das teil wie der kolben in einem dieselmotor. ein kamerad von mir hat das einmal gemacht, das hat ganz schön gewummert.


    zur munition. bisher hab ich nur einfach lg-mun genommen und damit geschossen. (so zwischen 375 - 385). die schüsse sind immer da, wo ich sie hingesetzt habe. wenn ich reisse, kann ich eine 10 nur mit viel glück erwarten. ab 390 muss ich halt so viele unwägbarkeiten ausschliessen, wie ich kann. ist aber auch kopfsache. beim kk, oh mann oh mann, da kann man bei der muni ganz schön in die sch... greifen. da hab ich mein ergebnis von 580 ohne viel mehr training auf bis zu 590 gesteigert. wenn man da ein ergebniss schiessen will, kommt man um einen muntest nicht herum.

  • Die 200 bar kommen zum Glück bei einem intakten LG nicht auf die Ladung, da sitzt noch ein Druckminderer dazwischen, der den Druck auf ~60 bar runteregelt. Aber trotzdem kann das in Verbindung mit Öl oder Fett zur Verdieselung und damit zur de facto Explosion führen. Dieser Effekt kann auch beim übermäßigen Fetten der Kolbendichtungen von Seitenspannern auftreten. Wenn das damit gemeint ist, hätte Anschütz das auch dabei schreiben können :)

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  • mit dem druckminderer hast du natürlich recht, aber das kann schon zu einer verpuffung führen. kommt immer auf das öl an. wie gesagt, ich hab das schon mal miterlebt. war zwar kein schaden am gewehr, erschrocken sind wir aber schon.

  • Ja dafür sollte man halt dann eben schwer entzündliches und nicht harzendes Waffenöl ...


    @ Maximilian,


    Nein du hast es genau falsch verstanden. Es ist interessant wie "wenig" Munition ausmacht... nicht wie viel...

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