Scheibenhalter, muss die komplette Scheibe frei bleiben?

  • So jungs,... jetzt mal ein neues Thema.


    Ausgangslage: Ich liebe unseren Elektronischen-Trainingsstand zuhause bei uns, Vor allem, weil der Kontrast spitze ist.


    Nun kam mir die Idee, dass ich einen Scheibenhalter aus einer Matrize vom elektronischen Stand als Scheibenhalter für andere Stände aufbaue. Die Matrize legt aber (naürlich) nur den Bereich des schwarzen frei... Ist das so erlaubt, oder muss der Scheibenhalter den kompletten Bereich der Scheibe (also auch das weiße) offen lassen?
    Mir ist keine solche Regelung bekannt.. aber man weiß ja nie ;)


    vielen Dank schonmal für die Antworten :)

  • Wenn man nur auf Ständen mit optimalem Kontrast trainiert hat man nachher Probleme auf Ständen, die nicht so gut beleuchtet sind. Es nützt einem ja garnichts immer nur die optimalen Bedingungen zu trainieren.
    Da die Scheiben ja auch nicht immer 100%ig fest in den Haltern sitzen wäre mir die Gefahr zu groß, dass der Streifen, nachdem er hinten angekommen ist, minimal verrutscht und so ein eieriger schwarzer Scheibenspiegel zu sehen ist. Das würde mich viel mehr stören.
    In der Sportordnung ist mir jetzt keine Regelung für den Ausschnitt innen bekannt.

  • Ich würd das Ding ja nicht fürs Training bauen, sondern für die Wettkämpfe, um eben an den schlechten Ständen den Kontrast zu erhöhen.


    Daheim trainiere ich eh fast alle Bedingungen... ab und zu sogar ohne Standbeleuchtung, oder im dunkeln.


    Ich will nur die Bedingungen im Wettkampf verbessern.


    Wegen dem verrutschen sehe ich kein Problem... das wird konstruktiv verhindert... nur ob ich das mit dem 100%-genau hinschieben schaffe... das ist ein Frage, die noch bleibt.

  • Ich habe es so verstanden, dass Du zu einem Wettkampf eine solche Konstruktion für Dich alleine mitbringen und nutzen möchtest. Nach meiner Erfahrung ist es in diesem Fall ziemlich unerheblich, ob es erlaubt ist oder nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es Gemecker gibt, erscheint mir sehr groß. Ggf. erst nach Ende des Wettkampfs und ergebnisabhängig ...
    Wir hatten das Gemecker schon, als wir unbedarft nicht alle Stände mit den gleichen Passepartouts ausgestattet hatten - manche mit denen aus Pappe und manche mit denen aus Kunststoff.

    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.

  • so, jetzt habe estmal passpartout googlen müssen ^^


    Bei uns ist es eigentlich sogar üblich, dass ab einer gewissen Liga die meisten Schützen ihren eigenen Scheibenhalter (oder Passpartout) mitnehmen, da sagt keiner was.


    Ich glaub ich bau mir das Ding einfach mal :)

  • Eigene Scheibenhalter sind nach SpO schon erlaubt.


    0.4.2.5 Die Verwendung einer Blindscheibe (Hintergrundscheibe) bis zur Größe 170 mm x 170 mm ist zugelassen. Eigene Scheibenhalter sind gestattet.

  • Hallo,


    der Scheibenhalter ist erlaubt, aber ich denke, der genannte Scheibenhalter darf die Scheibe nicht bedecken. Und das war ja die Idee.


    Tja, aber wo ist geregelt, dass die Scheibe nicht bedeckt werden darf? :D


    Man könnte argumentieren, dass es "Scheibenhalter" und nicht "Scheibenabdeckung" heißt. Oder man könnte 0.4.2.1 heranziehen: "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." Und wenn das Scheibenbild bedeckt ist, zeigt es nicht mehr zum Schützen.


    Also, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Abdecken der Scheibe zugelassen ist.



    Gruss, Marcos

  • Genau das ist die Frage, ja :D



    Einerseits verändert man ja durch meine Idee ja nicht das Scheibenbild vorne... man sieht den schwarzen Fleck der Scheibe, und der Rest ist weiß. Der weiße Bereich der Scheibe wird aber vom neuen Scheibenhalter abgedeckt. Gefunden hab ich jetzt in der SPO direkt nichts, dass das verboten wäre... aber sicher bin ich mir da absolut nicht.

  • Meiner Meinung kannst du mit dem Teil so schießen, weil das Schwarze, was ja zum Zielen herangezogen wird deutlich zu sehen. Ich würde sogar in folgende Richtung argumentieren: Wenn die Scheibe verrutscht, hast du kein rundes Zeil mehr und dadurch sogar einen Nachteil gegenüber den anderen 8)

  • Hallo clarence,


    wie schon gesagt wurde, die Verwendung eigener Scheiben- bzw. Streifenhalter ist zulässig und diese Streifenhalter haben ja auch alle nur ein mehr oder weniger großes Loch, welches auch nur die Ringe bzw. den schwarzen Spiegel offen lässt.


    Aber ein zu kleines Loch bietet tatsächlich, wie MichaelB schon andeutete, die Gefahr böser Trefferverlagerungen, wenn der Streifen oder die Scheibe etwas verrutscht und dabei einen Teil der schwarzen Kreisfläche abdeckt und der Schütze merkt das nicht oder nimmt es nicht wahr.


    Zudem wirst Du mit so einer Blende niemals den gleichen optischen Eindruck wie bei den elektronischen Scheiben erreichen können, da der gute Kontrast dort hauptsächlich dadurch entsteht, dass die schwarze Fläche dort eben ein schwarzes Loch ist, wenn auch nicht im astrophysikalischen Sinne. 8)


    Das Problem der herkömmlichen Scheiben ist ja neben dem eher gelblichen Karton, dass der Druck nicht wirklich schwarz ist, sondern je nach Ausführung und durch die weißen Ringe bedingt und das jeweilige Licht auf dem Stand eher anthrazit bis gräulich wirkt.


    Verbessern kannst Du mit der Blende nur etwas den gelblichen Hintergrund, indem Du wirklich weißen Karton nimmst. Aber wie oben schon gesagt, solche Blenden können auch tückisch sein und außerdem ist der Hintergrund eh nicht das Hauptproblem. Das Hauptproblem ist die nicht wirklich tiefschwarze Kreisfläche und das Problem kannst Du mit einer Blende deshalb auch nicht lösen.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • vielen Dank nochmal für die Antworten.


    Ich bau mir jetzt den Halter, und probier den einfach mal aus. Wie gesagt... verschiebungen werd ich konstruktiv verhindern zu verhindern wissen. Wenn ich ein Ergebnis habe meld ich mich hier wieder :)

  • So, ich hab das Ding gestern mal (recht provisorisch) gebaut, und ich muss sagen, dass es doch ziemlich gut funktioniert. Die Scheibe bleibt 100% da wo ich sie hinschiebe... Und der Kontrast ist ein Traum.



    Im nächsten Training mache ich ein paar Fotos, wenn ich meine Kamera nicht vergesse:)

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass man das so umsetzen darf, denn die verwendete Matrize müsste schon ziemlich dünn sein um noch eine einwandfreie Auswertung zu ermöglichen. Nur weil du normalerweise keine Weißen schießt, heißt das ja nicht, dass die nicht vorkommen können. ;)

    Gerhard Seemüller


    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“

  • die Matrize durchschlägts leicht, aber interessant wärs schon, wie der Schuss dann aussieht.


    Unser RWKL vom Bezirk meint, dass das erlaubt wäre,... er meinte aber auch, dass das nur seine Meinung wäre, und ich mich darauf nicht festlegen sollte, sondern weiter nachfragen. nur wen? ^^
    In der Sportordnung habe ich noch nichts gefunden, was das verbietet.

  • Hm, also manchmal überrascht es mich schon was es manchmal für offene Punkte gibt mit denen sich entweder noch niemand befasst hat oder zumindest niemand etwas genaues weiß. Interessant finde ich auch, dass man bei einer Scheibenzuganlage sogar den Scheibenhalter, der ja quasi Bestandteil der Scheibenzuganlage ist, durch einen eigenen austauschen darf, aber bei einer elektronischen Schießanlage - also scheibenlosen Systemen - das alles so hinnehmen muss wie es sich darstellt, also wenn das Ding nicht richtig wertet, dann muss man sein Gewehr so lange verstellen bis die Treffer zwar falsch aber mittig angezeigt werden, wenn der Kontrast viel zu stark ist, dann kann man oft noch nicht mal eben das Licht etwas zurückdrehen. Du kannst ja noch nicht mal einen Kontrollstreifen verlangen, mit dessen Hilfe bspw. der RWK-Leiter die Richtigkeit des ermittelten Ergebnisses überprüfen könnte, misst man da nicht mit zweierlei Maß?

    Gerhard Seemüller


    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“