Anklage gegen Vater von Amokläufer Tim K.

  • Hallo,


    wenn es auch hart ist für den Vater, dass er nun nach dem Verlust seines Sohnes auch noch vor Gericht muss, finde ich diesen Schritt aber wichtig und richtig.


    Denn wer so achtlos und verantwortungslos mit Waffen umgeht, der muss mit solch einer Strafe rechnen. Der Besitz von Waffen bringt auch eine große Verantwortung mit und dieser wurde der Vater nicht gerecht.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • @ dingo


    besser kann man die Situation und die erforderlichen Maßnahmen nicht beschreiben. Danke.


    Wir Sportschützen sollten uns darüber bewusst sein, bzw. werden, welche fatale Folgen sich aus Unwissenheit, Oberflächlichkeit und Ignoranz im Umgang mit Waffen Dritten gegenüber entstehen können.


    Noch viel wichtiger ist es jedoch, bewusster miteinander zu leben, nicht nur sich zu sehen, sondern auch das Verhalten von Menschen im nahen Lebensbereich zu verstehen und anderen zu Helfen, wenn es notwendig ist.


    Der Vater, die Eltern sind m. E. auch der viel wichtigeren Verantwortung gegenüber der Erziehung ihres Kindes nicht nachgekommen.

  • Hallo Dingo !Bin ganz Deiner Meinung.Wer gegen die Aufbewahrungsmaßnahmen verstößt,muß sich rechtfertigen.Was er damit uns Sportschützen angetan hat,soll man auch nicht vergessen.

  • Auch ich pflichte Dingo bei. Das kann ja wohl nicht angehen, dass ein Sportschütze eine großkalibrige Waffe mit 400 Schuss Munition OFFEN rumliegen läßt - und dass in einem Haushalt mit einem psychisch Kranken. Tim K. war ja angeblich in psychotherapeutischer Behandlung. Vielleicht sind die Probleme des Sohnes auch nicht bis zu dem Vater durchgedrungen - keine Ahnung. Trotzdem darf eine Waffe mitsamt Munition nicht einfach mal hinter der Schlafzimmertür abgelegt werden. Mich schaudert's bei diesem Gedanken!!!! Man muss sich mal vorstellen: Tim K. gab bei seinem Amoklauf 113 Schüsse ab!!! UNFASSBAR.....! 171 nicht abgefeuerte Patronen fand die Polizei an den Tatorten......!!!!!! Dass sich der Vater vor Gericht zu verantworten hat ist nur die logische Folgerung dieses furchtbaren Massakers.

    Ohne Mut zur Niederlage - keine Sternstunde.

  • Es gibt mal wieder Neuigkeiten. Spiegel Online schreibt über den Prozess: „Jenseits der Fragen, die im Verfahren geklärt werden müssen, gibt es zahlreiche weitere, auf die aber vermutlich keine Antwort gefunden werden wird: Wieso darf jemand Dutzende Schusswaffen in einem Haus aufbewahren, in dem Kinder leben? Wieso dürfen Minderjährige in Sportschützenvereinen überhaupt den Umgang mit Waffen lernen? Wieso wundert sich ein Vater, dass sein Sohn zur Waffe greift, wenn er ihm doch selbst das Schießen beigebracht und jahrelang vorgelebt hat, dass Waffen etwas Interessantes, ja Begehrenswertes und Kostbares sind, etwas, das im Tresor aufbewahrt wird und im Ernstfall vor Einbrechern und anderen Übergriffen aus einer feindlich gesinnten Außenwelt schützt?“ Bin richtig sprachlos. Warum immer diese Seitenhiebe?


    Es heißt dort weiter: „Die Reform war überfällig - unangekündigte Überprüfungen der letzten Zeit ergaben: Mehr als die Hälfte der Kontrollierten in Baden-Württemberg hatte sich nicht an die Vorschriften gehalten.“ Sicher. Allerdings derer die nicht antworteten. Es wurden 3000 Waffenbesitzer angeschrieben. 300 haben darauf nicht reagiert und wurden kontrolliert (10 Prozent). 150 haben letzendlich gegen geltende Aufbewahrungsvorschriften verstoßen (5 Prozent). Das sind immer noch zuviel. Aber keine 50 Prozent. Wie heißt es doch so schön: „Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast.“


    Amoklauf von Winnenden: Die Stille nach den Schüssen

    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“

  • Es wird vermutet, dass ein Teil der Beanstandungen auf falsche Interpretationen der Aufbewahrungsvorschriften zurückzuführen ist. Eine Verankerung der Tresore ist nur unter bestimmten Voraussetzungen nötig. Leider gibt es aber auch Stimmen, die diese Verankerung generell fordern. So kommen dann natürlich auch bestimmte Beanstandungen zustande. Ich habe hier extra "vermutet" geschrieben, weil leider die Behörden generell nicht bekannt geben, um welche Art von Beanstandungen es sich handelt. Warum eigentlich nicht? Man könnte doch so gezielt Abhilfe schaffen. Ist das etwa gar nicht gewollt? Jeder möge sich hier bitte selbst seinen Reim darauf machen.


    Zum Thema Prozess: Hier wird ein Schauprozess durchgeführt. Seid wann werden Ordnungswidrigkeiten, und nur diese hat der Vater nach dem damaligen Gesetz begangen, vor einem Landgericht behandelt? Her Schober sagt zwar, dass man keine Rache will. Aber brennen soll die Hexe trotzdem. Ist ja auch viel bequemer so. Dann braucht man sich ja auch nicht mit mehr mit den wahren Ursachen für die Tat zu beschäftigen.


    Wenn ich so Formulierungen wie "Der mögliche Zugriff auf die Waffe war die Ursache für die Tat" lese, dann frage ich mich, wie bescheuert müssen diese Leute, die so denken, eigentlich sein. Oder benutzt man etwa Formulierungen dieser Art bewusst, weil man meint, damit die eigenen Ideologien und Weltanschauungen bezüglich genereller Waffenverbote besser durchsetzten zu können.


    Hierzu ein nachdenklich machender Artikel über die unterschiedliche Bewertung von ähnlich gelagerten Vorfällen.


    Dort hat der Sohn eines Polizeibeamten seinem Vater den Schlüssel für das Waffenfach entwendet, ist damit in die Wache, hat sich die Dienstpistole geholt und damit seine Freundin und sich selbst erschossen. Der Vater hat sich hier laut Staatsanwaltschaft wegen des „leichtfertigen“ (?) Umgangs mit dem Schlüssel nichts zu schulden kommen lassen.


    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Dass die Verhandlung vor einem Landgericht stattfindet, finde ich ok, denn hier sehe ich durchaus den Vorwurf der fahrlässigen Tötung als gerechtfertigt an. Der Vater hat ganz klar einen Fehler begangen und die Waffe samt Munition nicht ordnungsgemäß verwahrt. Die daraus resultierenden Handlungen hat er in gewissem Maße mitbegünstigt. Dies ist etwas anderes, wenn er den Schlüssel für den Tresor sauber verwahrt hätte und die Waffe auch darin aufbewahrt hätte und der Sohn sich diese durch einen Diebstahl zu eigen gemacht hätte. Dann wäre der Vater meines Erachtens schuldlos. Die Ursache für den Amoklauf in der falschen Verwahrung aber zu suchen, ist für mich Unsinn. Hier muss auf der psychologischen Ebene angesetzt werden, denn wenn man will, kommt man heutzutage leider viel zu leicht an eine Waffe.


    Das ein sonst relativ seriöses Magazin wie der Spiegel solch eine Stimmungsmache und Wahrheitsverdreherei mitmacht, enttäuscht mich doch. Wenn ich schon lese: Der Vater hat ihm den Umgang mit Waffen beigebracht - in einem Schützenverein wird nicht das Töten gelehrt, sondern Konzentration, Körperbeherrschung und das Schießen auf Pappscheiben. Und natürlich der verantwortliche Umgang mit Waffen. Dass man hier gegen Jugendliche im Schützenverein wettert, die ja zum größten Teil mit Luftdruckwaffen schießen, kann ich nicht verstehen.


    Der Spiegel wird mich als Kunden so schnell nicht wieder sehen.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Hallo dingo,


    deine Sichtweise in Bezug auf den Vorwurf der fahrlässigen Tötung ist in unserer Gesellschaft mittlerweile weit verbreitet. Aber in § 222 StGB steht "Wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft". Da steht aus gutem Grund "verursacht" und nicht etwa "möglich macht" oder so etwas. War die fehlerhafte Handlung des Vaters wirklich die Ursache für den Tod der Menschen? Dass auch das Gericht "Bauchschmerzen" mit dieser Sichtweise hat, erkennt man daran, dass diese Anklage bisher noch gar keine Zulassung fand. Verhandelt wird gegen einen Verstoß gegen das Waffengesetz, also in diesem Fall eine Ordnungswidrigkeit nach dem damaligen WaffG. Ordnungswidrigkeiten werden aber normalerweise nicht vor einen Landgericht verhandelt. Da braucht es auch keine zig geladene Zeugen. Der Verstoß steht doch wohl fest, oder etwa doch nicht? Also doch kein ganz normaler Prozess?


    Aber wenn wir mal annehmen, dass es hier so etwas wie eine Mitschuld geben könnte, zumindest im moralischen Bereich, dann frage ich mich, warum denn dann nicht zumindest auch die Medien mitangeklagt werden. Hat der Täter denn nicht möglicherweise erst durch die maßlose mediale Aufbereitung vorangegangener Taten Anregungen für seine Tat bekommen bzw. ist erst überhaupt auf diese wahnsinnige Idee gebracht worden? Der Werther-Effekt ist in der Wissenschaft schon lange bekannt und auch unbestritten. Trotzdem habe ich in den Medien in Bezug auf diesen Punkt noch nicht einmal auch nur eine gewisse Nachdenklichkeit vernommen. Aber es ist doch auch nicht so einfach von der Hand zu weisen, dass, wen es diese von Sensationslust, Gier und Profit getriebene Berichterstattung so nicht gegeben hätte, die Taten möglicherweise auch so nicht geschehen wären.


    Der Vater ist nach meiner Auffassung schon genug bestraft. Der gehört nicht mehr vor so einen Prozess. Aber wenn doch, dann sollten auch andere mitangeklagt werden. Kleine Anmerkung: Mir ist schon klar, dass es nach unserem Rechtssystem nicht so ohne weiteres möglich ist, die Medien für solche Taten mitverantwortlich zu machen.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank


    PS: Gerade läuft unsere Medienmaschinerie wieder an. Wieder ein sogenannter Amok-Lauf. Der Erfinder dieser total verquerten Wortschöpfung für diese Taten sollte die Birne des Jahrhunderts verliehen bekommen. Meinetwegen auch posthum.

  • Hallo Murmelchen,


    da hast du schon recht, aber ich denke, dass dieser krasse Waffenrechtsverstoß auch bestraft gehört, vielleicht auch härter als nur eine Ordnungswidrigkeit, denn es kann einfach nicht geduldet werden, dass man mit so einem Verhalten eine solche Tat ermöglicht und noch dazu liefert eine lasche Bestrafung nur noch mehr Futter für die Anti-Waffen-Bewegung. Er hat einen schwerwiegenden Fehler begangen und dafür muss er auch bestraft werden.


    Die ganze Hetze gegen den Schützensport finde ich auch nicht richtig. Aber ein gutes Bild gab heute wieder der Schützen- und Trachtenumzug aus München ab. Da kamen die Schützen mal wieder als Bewahrer der Tradition und des Brauchtums rüber und gaben ein gutes Bild ab. Bin schon auf den Bericht am 3. Oktober gespannt, ob er denn hält was er verspricht. Er wurde sogar in der Bayerischen Schützenzeitung beworben.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Hallo dingo,


    wir weichen zwar jetzt stark vom Thema ab, aber heute war auch ein riesiger Schützenaufmarsch der Gemeinschaft der Historischen Schützenbruderschaften in der niedersächsischen Stadt Vechta. Der WDR hat auch ganz passabel mit einer fast zweistündigen Sendung live über dieses Ereignis berichtet. Zum Schützenfest in Neuss gibt es auch jedes Jahr eine längere Live-Sendung. In Brilon fand zudem noch am diesem Wochenende das Bundesschützenfest des Sauerländer Schützenbundes mit sicher wieder gut 10 000 Teilnehmern statt. Auch das wird in der Presse immer sehr wohlwollend bedacht.


    Hält die aber leider auch nicht davon ab, bei nächster Gelegenheit wieder zu hetzen. Die sind halt sehr geschmeidig.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Meiner Meinung nach ist dieser Prozess im großen und ganzen doch sehr wichtig.
    Dennoch ist es meines Erachtens nach eine Scheinheiligkeit die hier zur Schau geführt wird.
    Es kann nicht angehen das ein Richter offen sagt, dass der Angeklagte auch wegen fahrlässiger Tötung belangt werden könnte.
    Klar ist die Tatsache hier das in jedem Punkt, eine schwere zuwiderhandlung gegen geltende Gesetze gemacht wurde
    und es ist auch verständlich das der Vater dafür belangt werden muss. Dennoch denke ich das hier nur Angriffsfläche gegen Sportschützen
    geboten wird und viele der Waffengegner jetzt natürlich Hurra schreien. Man sollte aber nicht vergessen das Eltern
    meist der objektive Blickwinkel gerade den eigenen Kindern gegenüber schlichtweg fehlt und man natürlich immer das beste
    von seinen Kindern denkt alá "Mein Kind würde so etwas niemals machen". Hier wird eine Sau zur öffentlichen Schlachtung geführt
    die meiner Meinung nach nicht notwendig ist. Versteht mich jetzt nicht falsch, aber ist es nicht so das viele Punkte hier übersehen werden?
    Ich bin natürlich auch gegen ein generelles Waffenverbot da eine radikale Maßnahme genauso wenig bringt wie eine zu weiche Handhabung.
    Dennoch sollte man das alles mit dem Thema Waffen mal als ganzes Betrachten und nicht engstirnig gegen Sportschützen und PC Spielern losgehen.
    Wenn ich allein schon sehe wie Kinder im alter von 4-5 Jahren zu Fasching als Cowboys oder Polizisten gehen und dabei fiktiv
    mit "Spielzeugwaffen aus Metall" die eine Knallscheibe drin haben sich gegenseitig "abschießen" denke ich sollte man doch auf so etwas zuerst
    losgehen wenn man es als ganzes Betrachtet. Außerdem kann man das waffengesetz meiner Meinung nach, wenn man von Strengeren auflagen ausgeht, auch Human für uns Schützen gestalten. Ich hab mir in letzter Zeit einige Dinge zu dem Thema durch den Kopf gehen lassen und habe festgestellt das man durchaus ein Gesetz schaffen kann das um einiges Sicherer ist als die derzeitige Forderung nach einem totalen Verbot.


    Ich schreibe hier mal 5 Lösungsansätze (meiner Meinung nach annehmbar für uns Sportschützen)


    Punkt 1:


    Die Waffe und die Munition darf durchweg nur noch im Schützenheim in abgesperrten Schränken gelagert werden.


    Punkt 2:


    Der Kauf einer Waffe darf nur mit Zustimmung der Vorstandes und in Begleitung der Sportleiters erfolgen (frühestens nach 2 Jahren Vereinsmitgliedschaft)


    Punkt 3:


    Die Menschen im Schützenverein denen ein Schlüssel zum Schützenheim (zu den Waffen) zur verfügung gestellt wird müssen zuerst auf Ihren geisteszustand geprüft werden


    Punkt 4:


    Der Besitz der Waffe ist nur gültig wenn man jährlich eine Bestimmte anzahl von Trainingseinheiten vorweisen kann.


    Punkt 5:


    Die Teilnahme an Wettkämpfen zu denen eine Waffe transportiert werden muss (z.B. Gauschießen etc.) darf nur mit mind. einem weiteren Mitglied der Vereins erfolgen.


    Auch wenn jetzt viele Sagen das ich spinne, währen das meines Erachtens nach durchaus Vorschriften mit denen ich als Sportschütze leben könnte.
    Klar sind das jetzt harte Regelungen die ich hier als Lösungsansatz biete, aber es ist immer noch besser als ein totales Verbot und der Schützenbetrieb als solches währe dadurch nicht gefährdet.


    Naja wie schon gesagt, das ist meine Meinung dazu.


    mfg

    Der Schießsport:
    -so interessant im Leistungsbereich
    -so spannend im Wettkampf
    -so Brüderlich in der Gemeinschaft
    darum Liebe ich diesen Sport so sehr.

  • Die Waffe und die Munition darf durchweg nur noch im Schützenheim in abgesperrten Schränken gelagert werden.


    halte ich aus verschiedenen Gründen für absoluten Quatsch.
    a) dann gebe es noch mehr Einbrüche in Vereinsheimen der Schützenvereinen, da sich ja dann ein Einbruch "lohnt". Dann müssten wir unsere Schützenhäuser in Festungen umbauen.
    b) die Vereinsmitglieder, die einen Schlüssel haben bräuchten Begleitschutz (die Gefahr, dass die Schlüsselbesitzer überfallen werden, wäre sehr hoch)
    c) was macht ein Sportschütze (z.B. ich) der in vier verschiedenen Vereinen Mitglied ist und auch in allen trainiert...? Für jeden Verein eine Waffe..? Ich trainiere an mind. fünf Tagen die Woche auf verschiedenen Ständen. Und da bin ich beileibe nicht der Einzige. Was machst Du dann mit uns? Muss ich dann in jedes Training mit einem "Anstandswauwau" gehen? (vom Umweltaspekt mal ganz abgesehen)


    Der Kauf einer Waffe darf nur mit Zustimmung der Vorstandes und in Begleitung der Sportleiters erfolgen (frühestens nach 2 Jahren Vereinsmitgliedschaft)


    Mit "Waffe" meinst Du denke ich ab KK aufwärts (Luftdruckwaffen sind ab 18 frei...)
    Was soll das denn bitte bringen? Das der Vorstand und der Sportleiter noch mehr im Schirm hängt, wenn was passiert? Das man jemand hat, auf dem man mit dem Finger zeigen kann und sagen: "DAS hättet ihr merken müssen...?" Müssen jetzte Vereinsvorstände und Sportleiter Psychologie studiert haben...? Im übrigen: schon jetzt ist ja so, dass letztendlich der Vorstand durch sein OK für die Waffenbesitzkarte auch das OK für den Waffenerwerb gibt.
    Und selbst wenn es so, wie du willst laufen würde: auch dann ist nicht ausgeschlossen, dass Einer durchdreht.


    Die Menschen im Schützenverein denen ein Schlüssel zum Schützenheim (zu den Waffen) zur verfügung gestellt wird müssen zuerst auf Ihren geisteszustand geprüft werden


    jo. DAS sollte aber selbstverständlich sein, dass ein Vorstand nicht jedem "Dahergelaufenen" den Schlüssel gibt...
    aber auch durch diese Maßnahme kannst du nicht verhindern, dass jemand "austickt"


    Der Besitz der Waffe ist nur gültig wenn man jährlich eine Bestimmte anzahl von Trainingseinheiten vorweisen kann.


    häh? jemand muss also z.B. 20 Trainingstage nachweisen und dann ist sichergestellt, dass er nicht mehr austickt??? (oder seine Waffe gestohlen wird und jemand damit Unfug treibt...)


    Die Teilnahme an Wettkämpfen zu denen eine Waffe transportiert werden muss (z.B. Gauschießen etc.) darf nur mit mind. einem weiteren Mitglied der Vereins erfolgen.


    häh? was soll das bringen? dann erschieße ich erst meinen Vereinskameraden und dann laufe ich Amok...mal ganz davon abgesehen, dass es in der Praxis nicht durchführbar ist. Ich habe im Jahr ca. 30 verschiedene Wettkämpfe AUSERHALB meines Stammvereins. Und da soll jedesmal jemand mit? Wo doch die Schützenvereine eh am klagen sind, dass es kaum noch freiwillige Helfer gibt...


    Auch wenn das hier schon oft angesprochen wurde, noch einmal:


    - Wenn in Winnenden die damals gültigen Gesetze eingehalten worden wären, wäre nichts geschehen. (zumindest nicht mit der Sportwaffe des Vaters)
    - Wenn jemand Amok laufen will, dann macht er/sie das auch. Er/Sie bekommt IMMER eine Waffe irgendwo her.
    - das Problem sind nicht die Legalen, sondern die illegalen Waffen....
    - ein letztes "Restrisiko" werden wir mit welchen Maßnahmen auch immer, nie ausschließen können


    Gruß Asterix


    PS: Lichtschießen? Nein Danke! Schumi fährt auch kein Bobby-Car!

    LP Steyr 10e


    in memoriam:
    LG Steyr 110 connect Version tuned by MEC/Centra/TEC HRO
    KK Anschütz 1913 tuned by s.o.


    Rekorde:
    LP: 367


    in memoriam:
    LG: 395/591
    ZF: 281
    100m: 292
    EM: 589
    3x40: 1141
    3x20: 563

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  • Hallo,


    ich kann Asterix nur zustimmen. Die "Lösungen" von LDS halte ich für Bauchpinselei und führen meist nur ins Nirvana.


    Bekanntlich liegen die meisten Schützenheime doch etwas abgelegen von Dörfern und Städten, vor allem die, die für großkalibrige Waffen zugelassen sind, da diese lauter sind. Und diese Waffen haben ja das größte Gefährdungspotenzial, wenn man davon sprechen will.


    Dort ist dann über Nacht niemand, der auf die Waffen aufpasst und dann können auch nicht Sachkundige durch einen Einbruch, den wegen der Abgeschiedenheit ja auch keiner bemerkt in Besitz der Waffen kommen.


    Diesen Vorschlag halte ich definitiv für irreführend und kontraproduktiv.


    Die Kontrolle des Geisteszustands und der Eignung für den Waffenbesitz erfolgt sowieso bei Beantragung der Waffenbesitzkarte, denn da muss auch der Schützenmeister zustimmen und den Schützen "prüfen".


    Dass ich eine Begleitperson brauche, um eine Waffe zu erwerben, kommt mir auch komisch vor. Ich brauche ja sowieso den Bedürfnisantrag, usw. Da werde ich ja von mehreren Personen bereits geprüft und auf meinem Weg zu meinem Sportgerät "begleitet".


    Eine feste Anzahl an Trainingstagen halte ich auch für Mumpitz. Die aktive Schützentätigkeit muss ja sowieso für den Besitz der Waffe gegeben sein. Was mache ich denn, wenn ich aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen mal ein bis zwei Jahre nicht oder nur wenig schießen kann? Muss ich dann für diese Zeit mein Gewehr, evtl. ein Einzelstück verkaufen und bekomme es nachher nicht wieder? Das macht doch keinen Sinn!!


    Und wenn ich für jeden Wettkampf eine Begleitperson brauche, darf diese dann auch eine Waffe dabei haben und darf ich dann ihre Begleitperson sein? Dann aber könnte man ja aufeinander losgehen!! Oder muss ich zu einem Wettkampf mit 4 Schützen dann mit 8 Leuten fahren??


    Also tut mir leid, aber deine Ideen gehen meines Erachtens deutlich an der Realität vorbei. Die aktuellen Regelungen reichen vollkommen aus. Sie müssen nur eingehalten werden.


    Noch einen abschließende Frage an LDS: Welche Disziplinen in welchem Verband schießt du eigentlich??

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Hallo LDS,


    die mediale Aufbereitung von Taten, bei denen Schusswaffen eingesetzt wurden, insbesondere dann, wenn es sich um (ursprünglich) legale Schusswaffen aus dem Besitz von Sportschützen handelte, hat dazu geführt, dass sich viele Bürger mittlerweile ein stark verzerrtes Bild von der Wirklichkeit gemacht haben. Du als Sportschütze solltest aber doch die Realität besser kennen.


    Schusswaffen spielen in unserem Land entgegen der veröffentlichten Meinung und Wahrnehmung nur eine untergeordnete Rolle bei Gewalttaten. Der Gebrauch von Schusswaffen ist seid Jahren rückläufig. Wenn aber doch Schusswaffen verwendet werden, dann sind es zu 97 % illegal besessene Schusswaffen. Der Prozentsatz der legal besessenen Schusswaffen bei Gewaltverbrechen ist also verschwindend gering. Das sind Fakten. Diese Fakten werden jedes Jahr durch die nur zum Teil öffentlichen Statistiken des BKA belegt. Umfangreiche Studien kommen zu dem gleichen Ergebnis. Daran haben auch die tragischen Einzeltaten der letzten zehn Jahre nichts geändert, so bedauerlich diese Taten auch waren.


    Wenn in einer freiheitlichen Gemeinschaft weitreichende Verbote erlassen werden sollen, die für die Gruppe der Betroffenen erhebliche Einschnitte in ihrer Selbstbestimmtheit bedeuten und mit denen ihnen auch ein Teil ihrer Lebensqualität genommen würde, dann ist die Frage nach der Verhältnismäßigkeit und noch viel wichtiger nach den Nutzen berechtigt.


    Die einseitige Fokussierung auf die Tatwerkzeuge ist dumm und gefährlich, weil damit nur scheinbare Lösungen angeboten, die wirklichen Ursachen (der Täter, der diesen fatalen Entschluss fasst und die Tat dann oft lange plant) aber ausgeblendet werden und daher auch weitere Taten zu erwarten sind, wenn dann auch mit anderen Tatmitteln. Es sollte alles getan werden, damit zukünftig solche Taten verhindert werden. Es macht aber keinen Sinn, wenn man sich nur einseitig gerade auf den Bereich konzentriert, der weder die Ursache ist noch ein wirkliches Problem darstellt.



    Vor diesem Hintergrund frage ich mich, welchen Sinn machen deine zum Teil überhaupt nicht durchdachten Vorschläge und Forderungen nach Verschärfungen? Glaubst Du wirklich, dass damit weitere Taten verhindert werden können? Kann es sein, dass Du hier Forderungen aufstellst, von denen Du bei Umsetzung gar nicht betroffen wärst? Kennst Du wirklich die Realität in den Vereinen?



    Warum fordert niemand auch nur eine ansatzweise Mäßigung der Presse bei der Berichterstattung solcher Taten. Der Nutzen wäre ungleich größer. Es gibt übrings die abgesprochene Mäßigung im Zusammenhang mit Suiziden und sie ist dort, wo konsequent angewandt auch erfolgreich.


    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Stopt mal alle und beruhigt euch.


    Ich bin genauso wenig für eine Verschärfung des derzeitigen Rechtes da ich finde das es damit gut sein muss.


    Nur ist das Problem das wir in Deutschland leben und in Deutschland hat es sich die Gesellschaft zur lästigen Gewohnheit gemacht
    das sie einen Kopf rollen sehen wollen. Nur ist dieser Kopf dieses mal der Schützensport. Ich als Schütze weiß ja durchaus was realistisch ist
    und was nicht, ich kenne die Probleme wie jeder andere Schütze, ich weiß auch das meine Vorschläge (Ich habe nie von Forderungen gesprochen) nie eine Restrisiko ausschließen und das es mit einer Verschärfung beiweiten nicht getan ist.


    Bloß kannst du das solang du willst sagen nur hört keiner zu weil die direkten Vorgänge, Regeln, Gesetze und Verordnungen ein Schütze wirklich kennt und nicht das Volk das wie eine Masse die Kreuzigung fordert und erst danach merkt das es gar nicht daran lag. Deswegen müssen wir als Schützen Kompromisse finden die, die Leute Verstehen und akzeptieren, wir müssen erklären und aufklären, wir Sportschützen müssen aktiver in der Gesellschaft auftreten. Wir dürfen nicht meinen das in der heutigen Zeit die reine Vereinsliebe noch etwas zählt, die Menschen wissen ja gar nicht was wir für Probleme in der heutigen Zeit haben und es interessiert sie auch nicht solange wir nicht das aktive gespräch mit der Gesellschaft suchen. Der DSB und der BSSB sucht vllt. das Gespräch mit der Politik und erklärt auch das der Umgang mit Sportwaffen nichts mit einem Amoklauf zu tun haben aber das können nur mitschützen wissen und nicht die Gesellschaft ansich, solange der Schützensport von sich selbst behauptet er würde akzeptieren das er eine Zweitsportart sein die Rücksicht auf Sportarten wie Fußball etc. nehmen müsse, genau so lange wird der Schützensport untergehen und das ist dann seine eigene Schuld, der Schützensport und die Vereine müssen offensiver auftreten und nicht im Hintergrund arbeiten und alle 3-5 Jahre Schreien "Ja wir warens nicht" und dann hört man die Zeit bis zum nächsten Amoklauf nichts mehr von ihnen ja wer würde da nicht glauben das wir Terrorschmieden sind...


    lg

    Der Schießsport:
    -so interessant im Leistungsbereich
    -so spannend im Wettkampf
    -so Brüderlich in der Gemeinschaft
    darum Liebe ich diesen Sport so sehr.

  • Zugeständnisse als Augenwischerei? Man verliert die Akzeptanz der Sportschützen.

    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“

  • Hallo LDS,


    deine Vorschläge sind schon deshalb nicht zielführend, weil es in unserer Gesellschaft Kräfte gibt, die aus ideologischen Gründen und bar jeder Sachkenntnis ein totales Verbot sämtlicher legaler Schusswaffen fordern und auch den Schießsport abgeschafft sehen wollen. Wenn sie dieses Ziel nicht direkt erreichen können, dann eben über weitere Restriktionen, die dazu führen, dass der Schießsport nicht mehr praktikabel ist und sich deshalb immer mehr Schützen abwenden oder aufgeben. In diese Kerbe zielen leider auch deine Vorschläge.


    Nochmal die Frage: Glaubst Du wirklich, dass durch deine Vorschläge die auch jetzt schon sehr seltenen, aber immer tragischen Einzeltaten sicher verhindert werden können?


    Warum empfindest Du mich als dreist, wie Du mir ja mitgeteilt hast, wenn nicht nur ich Dich hier frage, ob Du denn auch konkret von diesen Vorschlägen oder Forderungen betroffen wärst. Nochmal konkret, besitzt Du selbst auch genehmigungspflichtige Schusswaffen oder bestreitest Du selbst halbwegs ernsthaft Disziplinen, in denen genehmigungspflichtige Schusswaffen eingesetzt werden? Werden in eurem Verein solche Disziplinen geschossen?


    Ich stelle diese Frage hier nicht grundlos. Es ist nämlich immer recht leicht, Vorschläge zu machen, von denen man selbst nicht betroffen ist.



    Mit bestem Schützngruß


    Frank