Aufgelegt und Lichtpunkt als Zukunft?

  • Hallo,


    wir sind vorhin im Chat drauf gekommen, dass Auflageschießen teilweise bereits ab 46 Jahren angeboten und betrieben wird und da wollte ich mal nachfragen, wie's eigentlich dazu kommt? Auflageschießen ist sicher eine nette Alternative für Späteinsteiger die kurzfristig die erforderliche Fitness nicht aufbauen können, oder vielleicht die direkte Konkurrenz zu erfahrenen Sportschützen scheuen, oder? Aber wenn's soweit kommt, dass Vereine das Schießen ohne Hilfsmittel gar nicht mehr beherrschen, dann wird's zu einer Sackgasse. Man kann neuen Schützen dann gar nicht mehr andere Disziplinen anbieten, sondern ist endgültig und altersunabhängig auf Auflageschießen festgelegt.


    Interessant war außerdem, dass Senioren - richtige und nicht nur welche die sich dafür halten - wohl neuerdings das Lichtpunktschießen für sich entdeckt haben, nur verstehe ich nicht so recht aus welchem Grund. Lichtpunkt bietet doch, einen zugelassenen Schießstand einmal vorausgesetzt, keine Vorteile gegenüber Luftdruck, oder? Allerdings ist das möglicherweise die konsequente Weiterentwicklung scheibenloser Schießstände wie man sie von der Bundesliga, Meisterschaften, usw. bereits seit vielen Jahren kennt.


    Wozu eine Kugel durch die Luft bewegen wenn es doch gar nichts zu treffen gilt, sondern nur errechnet wird wo denn der Schuss gelandet wäre, auch deshalb sehe ich solche Systeme - und nicht nur Lichtpunkt - kritisch. Ums allerdings nochmal klarzustellen: Für's Training von Kindern unter 12 Jahren und öffentliche Veranstaltungen ohne zugelassenen Schießstand ist Lichtpunkt natürlich eine wunderbare Ergänzung.


    Beste Grüße


    Gerhard

    Gerhard Seemüller


    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“

  • Ich würd mal Aufgelegt und Lichtpunkt trennen. Außerdem muss man das Scheibenschießen und das Schießen auf elektronische Anlagen extra betrachten.


    Lichtpunkt hat bei uns in Österreich keinen Stellenwert. Existiert so eigentlich nicht.


    Das Schießen auf elektronischen Anlagen macht das Schießen (Training und Wettkampf) allgemein einfacher. Diese Vereinfachung ist für den Schießsport wichtig und die richtige Konsequenz.

    Wozu eine Kugel durch die Luft bewegen wenn es doch gar nichts zu treffen gilt, sondern nur errechnet wird wo denn der Schuss gelandet wäre, auch deshalb sehe ich solche Systeme - und nicht nur Lichtpunkt - kritisch.

    schon mal eure Papierscheiben nachgemessen? Schätze mal nicht oder? Man verlässt sich hier auch einfach auf den Drucker. Ich glaube die Feuchte des Papiers misst auch keiner. Hat aber auch einen Einfluss auf das Ergebnis. Wie oft werden bei den Auswertemaschinen ein Service gemacht? Wie oft werden die ausgewerteten Schüsse per Auge nachkontrolliert? Werden dann doch noch zweifelhafte Schüsse nachgestochen? Wer kann denn noch einen Schuss nachstechen? Die Angst bzw. Kritik ist daher bei den elektronischen Anlagen total unbegründet da in den letzten 15 Jahren eigentlich schon unkritisch mit dem Scheibenmaterial umgegangen wurde.


    Aufgelegt hat schon einen Stellenwert. Bei uns beginnen die Kinder (weit unter 12 Jahren) z.B. mit Sitzend aufgelegt, stehend frei und in weiterer Folge stehend frei. Das stehend aufgelegt für die Senioren gibt es bei uns nicht. Hier schießt man bis 70? stehend frei und dann wieder sitzend.
    Außerdem gibt es bei uns noch die Eigenheit mit 2 verschiedenen sitzend aufgelegt Stellungen. Bei der einen werden die Ellbogen aufgestützt und bei der anderen sitzt man wirklich mit dem Hinterschaft frei.


    Bei uns wurden gerade die Schützen mit dem Aufgelegtschießen motiviert welche sich das stehend frei schießen nicht mehr antun wollten. Es gibt wieder jede Menge Wettkämpfe wo sich auch zahlreiche Schützen gegeneinander messen. Offizielle Meisterschaften gibt es zwar erst ab der Senioren 3 Klasse aber es werden auch für "jüngere" sitzend Schützen sogenannte CUP-Meisterschaften veranstaltet. Die Problematik sehe ich hier, dass junge sowie Schützen des "Mittelalters" vom Aufgelegtschießen abgehalten werden müssen. Man muss den Leuten erklären, dass Schießen Sport ist und man für gute Leistungen auch was dafür tun muss. Beim Aufgelegtschießen fallen die Zehner halt recht schnell...
    Durch das Aufgelegtschießen ist aber wirklich am Schießstand immer was los.

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • Also ich kann nur für meinen Verein sprechen.


    Wenn ich mir anschaue, wie ein klassisches Matchgewehr aussieht, dann kann ich den Trend durchaus verstehen.
    Nein, ich spreche jetzt nicht von der eher futuristisch angehauchten Optik der Sportwaffen, sondern von den verwendeten Materialien und dem damit zusammenhängenden Gewicht der Sportwaffen.


    Ich betrachte Kinder nahezu gleichgesetzt mit Senioren. Beide sind Kräftetechnisch oftmals nicht in der Lage (mehr) ein Matchgewehr über einen längeren Zeitraum zu halten. Die Kinder haben die Kraft noch nicht und die Senioren oftmals nicht mehr!


    Bei Kindern kommt der Faktor "Generation X" hinzu. Wir sprechen hier meist über Kinder die an der Spielekonsole Zocken. Shooter spielen und da stellenweis auch in die Rolle eines Snipers schlüpfen.
    So bitter und traurig es auch sein mag, und ungeachtet wie oft man den Kids versucht zu erklären, dass Sportschießen damit nichts zu tun hat, so begeistert sie das "Sniper"hafte Schießen mehr, als in einer Ritterrüstung wie erstarrt auf einem Fleck zu stehen und das schwere Gewehr von einem Tisch oder Stativ in den Anschlag zu nehmen und wieder abzusetzen.


    Nun mag dies durchaus eine rein regionale Thematik sein, oder eine Frage der Menthalität, aber man muss sich durchaus auch die Frage gefallen lassen, ob die heutigen Disziplinen der ISSF (ich sage jetzt bewußt nicht DSB) für Jugendliche noch Zeitgemäß und Interessant sind.
    Ich hatte es ja schon erwähnt, zu einem früheren Zeitpunkt, bei der DSU weis ich es nicht aber der BDMP und der BDS bieten auch hoch interessante und auch sehr anspruchsvolle Luftdruckdisziplinen für Kinder an.
    Beim BDMP wurden die GK Disziplinen wie PPC1500, NPA oder PP1 (also Mehrdistanzdisziplinen) auf CO2 Luftdruckdisziplinen angepaßt. Eigene Scheibenträger, die reduzierte Scheiben der jeweiligen Disziplinen aufnehmen können, wurden entwickelt.
    Die verwendeten Waffen sind die CO2 Pistolen, wie eine Walther CP88, also die wie Gebrauchspistolen aussehen.


    Vorteil hierbei ist ganz klar, die größere Abwechslung durch eine gewisse Disziplinvielfalt und die verhältnismäßig geringen Anschaffungskosten der Sportwaffen. Für eine CP88 in der 6" Version zahlt man neu im Laden € 250,-
    (CP88 Competition, 6 Lauf, vernickelt mit Kompensator, Kunststoffgriffschalen günstig kaufen - Kotte & Zeller Versand preiswert online bestellen Shop Store)


    Für eine RWS C225 (Nachbau der Sig Sauer P225) als Set incl. Red Dot Visierung in der 6" Version € 350,-
    (RWS C 225 Target Komplettset, brüniert mit 10 Kapseln, Zielgerät und Diabolos günstig kaufen - Kotte & Zeller Versand preiswert online bestellen Shop Store).
    Das sind nur Beispiel der verwendbaren LP`s für diese Disziplinen.


    Beim BDS geht man in Richtung Field Target, das aus Gross Britannien stammt. Schießen mit einem Luftgewehr auf bis zu 50m. Aber nicht auf Scheiben, oder nicht nur, sondern auf Klappziele wie Hasen, Eichhörnchen, etc.
    Hier wird mit Zielfernrohr geschossen. Diese Disziplin erfordert aber ein hohes Maß an Konzentration und mathematischen Fähigkeiten, da im ZF immer wieder die Entfernung zum Ziel über den Paralaxausgleich und die Höhenverstelleung des ZF`s angepasst werden muss.
    Hier wird meist sitzend geschossen.
    Die verwendeten Luftgewehr reichen von einfachen Knicklaufgewehren, über ausgemusterte Feinwerkbau 300s Seitenspanner zu Pressluftgewehren der Hightechgeneration. Auch mit EWB pflichtigen Luftgewehren wird da teilweise geschossen (nicht die Kinder).
    Beim Fieldtarget ist eine sehr hohe Vielseitigkeit vorhanden, wo man neben der Konzentration auf der Zielen und Schießen sich sehr stark auf anderen Bereiche des Schießens konzentrieren muss.
    Ein weiterer Vorteil des Field Target ist, dass ein Schützenverein i.d.R. keinen neuen Stand dafür benötigt. Ein normaler 50m Stand draußen ist ausreichend dafür.


    Hier ein paar Beispiele für Field Target:


    Field Target in der Pfalz mit Kurt "de Kill" www.trabow.de - YouTube


    Field Target OB_Hatvan_Hungary_1.rész - YouTube


    Bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte keineswegs die LP/LG Disziplinen des ISSF schlecht reden. Sie haben ihre Tradition und Anerkennung verdient, aber die Generation X lockt man damit meist nichts mehr von der Konsole weg und die Kosten für die Geräte sind schlichtweg exorbitant hoch.
    Selbst gebrauchte LP`s/LG`s mit denen man sich in der heuten Zeit auf Wettkämpfe trauen kann und halbwegs mithalten kann, liegen beim Gewehr bei € 400,- aufwärts (bei Vorkomprimierer angefangen) und bei Luftpistolen eher noch höher.


    Wenn ich im Vergleich dazu eine SpoPi sehe, so bekommt man eine klassische GSP, die noch immer recht weit vorne mithalten kann, ab € 150,- bei egun. Match KK-Büchsen sind teilweise für unter € 100,- zu bekommen. Einen neuen Schaft drauf und schon hat man eine brauchbare Einsteigerbüchse, die ordentliche Ergebnisse vorweisen kann.


    Auf Lichtpunkt will ich nicht eingehen, teile allerdings Gerhards Meinung, was die Jugendgewinnung angeht.


    Die Vereine und Verbände, insbesondere der DSB, sollte ein wenig in sich gehen und genau überlegen, ob die angebotenen, klassischen Disziplinen für die heutige Jugend noch geeignet ist, oder ob man nicht doch mal in Betracht ziehen sollte, mehr Vielseitigkeit rein zubringen und so ohne die klassischen Disziplinen über Board zu werfen, ein wenig moderner zu werden.


    Im übrigen finde ich die Wahl der Überschrift sehr unpassend, da sie mal wieder suggeriert, dass ggf. regionale Erscheinungen pauschal auf alle Bundesländer und Kreise zutreffen.

  • Das Schießen auf elektronischen Anlagen macht das Schießen (Training und Wettkampf) allgemein einfacher. Diese Vereinfachung ist für den Schießsport wichtig und die richtige Konsequenz. [...] Schon mal eure Papierscheiben nachgemessen? Schätze mal nicht oder? Man verlässt sich hier auch einfach auf den Drucker. Ich glaube die Feuchte des Papiers misst auch keiner. Hat aber auch einen Einfluss auf das Ergebnis. Wie oft werden bei den Auswertemaschinen ein Service gemacht? Wie oft werden die ausgewerteten Schüsse per Auge nachkontrolliert? Werden dann doch noch zweifelhafte Schüsse nachgestochen? Wer kann denn noch einen Schuss nachstechen? Die Angst bzw. Kritik ist daher bei den elektronischen Anlagen total unbegründet da in den letzten 15 Jahren eigentlich schon unkritisch mit dem Scheibenmaterial umgegangen wurde.

    Hm, dazu hätte ich gleich mehrere Fragen, du sagst Training und Wettkampf auf Elektroniksysteme sei „allgemein einfacher“, in welchen Punkten denn genau? Klar, Schussbilder sind sicherlich eine wertvolle Unterstützung, die kann man allerdings auch einfach dadurch erhalten, indem man mehrere Schüsse auf eine Scheibe abgibt, sich eine Serie anschaut und die Trefferlage im Kopf ermittelt oder die Scheiben durchs Auswertgerät jagt. Ich würde eigentlich eher drauf tippen, dass elektronische Schießanlagen sowohl Training als auch Wettkampf etwas komplizierter machen, man benötigt jemanden der die komplizierte Technik bedient, kontrolliert, wartet, man kann nicht einfach so einen anderen Scheibentyp einsetzen, sondern muss diesen erst programmieren (Glücksscheiben), ja sogar der Wechsel von Gewehr auf Pistole erfordert einen manuellen Eingriff, und gefährdet - wenn nicht absolut genau ausgeführt - die Genauigkeit des Schießstandes.


    Und eben diese (Un)Genauigkeit hast du ja beim Auswerten normaler Pappscheiben angesprochen. Wir haben beim Gauschießen - mit etwas über 1000 Startern die größte Veranstaltung die wir als Verein in den letzten Jahren durchgeführt haben - uns auch diese Frage gestellt und kurzerhand die angezeigten Ergebnisse verschiedener Auswertmaschinen vergleichen. Die Ergebnisse für Luftpistole: Abweichung von 0,02 Teilern bei gleicher Maschine aber unterschiedlicher Scheibenausrichtung, Abweichung von ebenfalls 0,02 Teilern bei anderer Maschine und unterschiedlicher Scheibenausrichtung und von 0,03 Teilern im direkten Vergleich zur ersten Maschine. Ein überraschend wenig schwankendes Ergebnis, wir haben dann diesen Test während des Wettkampfs mehrmals wiederholt, die ermittelten Werte blieben unverändert. Gewertet wurden lediglich die Zehntelteiler. Bei den Luftpistolenschützen - der erste und der zweite hatten jeweils einen 0,3 Teiler - entschied das bessere Deckblattl. Gibt's eigentlich eine vergleichbare Kontrollmöglichkeit für elektronische Scheiben?


    Also ich kann nur für meinen Verein sprechen. Wenn ich mir anschaue, wie ein klassisches Matchgewehr aussieht, dann kann ich den Trend durchaus verstehen. Nein, ich spreche jetzt nicht von der eher futuristisch angehauchten Optik der Sportwaffen, sondern von den verwendeten Materialien und dem damit zusammenhängenden Gewicht der Sportwaffen. Ich betrachte Kinder nahezu gleichgesetzt mit Senioren. Beide sind Kräftetechnisch oftmals nicht in der Lage (mehr) ein Matchgewehr über einen längeren Zeitraum zu halten. Die Kinder haben die Kraft noch nicht und die Senioren oftmals nicht mehr!

    Ein wichtiger Punkt. Ermöglichen uns nicht gerade die modernen Matchwaffen mit ihrern enormen Bandbreite was Größe, Gewicht und Einstellung angeht für eigentlich jeden Schützen eine optimal geeignete Sportwaffe zu finden? Was es an Kraft mangelt das braucht man an optimalem Material und ausgefeilter Technik. Für unsere kleinste Schützin hat's immerhin zur Teilnahme an Gaumeisterschaft und Bezirksmeisterschaft gereicht, wir konnten die Technik inzwischen auch bereits von schnell und kraftsparend auf stabiler und treffsicherer umstellen. Wenn ich mit dem Marathonlaufen anfange, dann darf ich doch auch nicht erwarten gleich Bestzeiten zu laufen oder die Strecke überhaupt in einem Stück zu schaffen, das muss ich mir auch erst aufbauen, oder?



    Bei Kindern kommt der Faktor "Generation X" hinzu. Wir sprechen hier meist über Kinder die an der Spielekonsole Zocken. Shooter spielen und da stellenweis auch in die Rolle eines Snipers schlüpfen. So bitter und traurig es auch sein mag, und ungeachtet wie oft man den Kids versucht zu erklären, dass Sportschießen damit nichts zu tun hat, so begeistert sie das "Sniper"hafte Schießen mehr, als in einer Ritterrüstung wie erstarrt auf einem Fleck zu stehen und das schwere Gewehr von einem Tisch oder Stativ in den Anschlag zu nehmen und wieder abzusetzen.

    Nachvollziehbar. Aber geht nicht jeder gerne den Weg des geringsten Widerstands (sei Wasser sagte Bruce Lee :D), bis er das ganze als Herausforderung begreift und gezielt daran arbeitet die Disziplin zu erlernen und zu perfektionieren?


    Nun mag dies durchaus eine rein regionale Thematik sein, oder eine Frage der Menthalität, aber man muss sich durchaus auch die Frage gefallen lassen, ob die heutigen Disziplinen der ISSF (ich sage jetzt bewußt nicht DSB) für Jugendliche noch Zeitgemäß und Interessant sind. Ich hatte es ja schon erwähnt, zu einem früheren Zeitpunkt, bei der DSU weis ich es nicht aber der BDMP und der BDS bieten auch hoch interessante und auch sehr anspruchsvolle Luftdruckdisziplinen für Kinder an. [...] Bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte keineswegs die LP/LG Disziplinen des ISSF schlecht reden. Sie haben ihre Tradition und Anerkennung verdient, aber die Generation X lockt man damit meist nichts mehr von der Konsole weg [...]

    Hm, ob's allerdings der richtige Weg ist Konsolenspiele nachzubilden und „Sniperschießen“ anzubieten, das wage ich dann doch zu bezweifeln. Klar, die klassischen Disziplinen erfordern Trainingsfleiß und Durchhaltewillen, aber macht das nicht irgendwo einen Sport aus, etwas zu erlernen was man vorher nicht konnte? Aber nicht dass ich's noch vergessen, danke für deinen sehr interessanten Überblick, davon kannte ich einiges nicht, eine weitere „Actiondisziplin“ wäre übrigens Sommerbiathlon bzw. generell alle Biathlondisziplinen.


    [...] und die Kosten für die Geräte sind schlichtweg exorbitant hoch.
    Selbst gebrauchte LP`s/LG`s mit denen man sich in der heuten Zeit auf Wettkämpfe trauen kann und halbwegs mithalten kann, liegen beim Gewehr bei € 400,- aufwärts (bei Vorkomprimierer angefangen) und bei Luftpistolen eher noch höher. Wenn ich im Vergleich dazu eine SpoPi sehe, so bekommt man eine klassische GSP, die noch immer recht weit vorne mithalten kann, ab € 150,- bei egun. Match KK-Büchsen sind teilweise für unter € 100,- zu bekommen. Einen neuen Schaft drauf und schon hat man eine brauchbare Einsteigerbüchse, die ordentliche Ergebnisse vorweisen kann.

    Die hohen Kosten für die Schießausrüstung sind sicher eine Herausforderung, wobei man das etwas relativieren muss, denn einerseits haben die meisten Vereine sehr brauchbare Vereinsausrüstung für Kinder / Jugendliche / Junioren und teilweise sogar Erwachsene und andererseits kosten Handys heute auch schon 600 Euro, Spielkonsolen ihre 400 bis 500 Euro (inkl. Spiele), Fahrräder schnell 400 bis 800 Euro und da ist dann plötzlich das Geld da. Klar, trotzdem ein Problem das Vereine angehen müssen, sei es durch eine interne „Ausrüstungsbörsen“, Preisvereinbarungen mit Schützenbedarfshändlern oder Unterstützung talentierter Jugendlicher.


    Im übrigen finde ich die Wahl der Überschrift sehr unpassend, da sie mal wieder suggeriert, dass ggf. regionale Erscheinungen pauschal auf alle Bundesländer und Kreise zutreffen.

    Genau das möchte ich rausfinden.

    Gerhard Seemüller


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    small minds discuss people.“

  • Ich würde eigentlich eher drauf tippen, dass elektronische Schießanlagen sowohl Training als auch Wettkampf etwas komplizierter machen, man benötigt jemanden der die komplizierte Technik bedient, kontrolliert, wartet,

    kompliziert? waren ja die Auswertegeräte vor 15 Jahren genau so! da musste man sich in IT Sachen mehr auskennen als heute. Einen Bediener brauchst du bei Wettkämpfen ja da und dort. Der Schütze selber wertet ja im Training die Scheiben aus, auf Scheiben und Elektronik! Brauch ich da einen Bediener? Kompliziert ist aber eine elektronische Anlage auf keinen Fall!Das Warten bei elektronischen Anlagen beschränkt sich auf den Scheibentausch und das Ausblasen des Kugelfanges. Das kann jeder. dafür muss man nicht studiert haben.


    man kann nicht einfach so einen anderen Scheibentyp einsetzen, sondern muss diesen erst programmieren (Glücksscheiben),

    Wenn ich selber meine Scheibe mache muss ich sie ja auch erst zeichnen. Bei z.B. Meyton läuft das Herstellen der Scheiben total problemlos, auch auf Häring haben wir schon eine Jagdscheibe implementiert. man macht ja sowas auch nicht jeden Tag. Wie wertest du deine Glücksscheiben aus? Von Hand? Oder bist du Softwaretechnisch so gut mit deiner Auswertemaschine verbunden, dass sie auch irgendwelche Zahlenkombinationen, welche sich wirr auf der Scheibe befinden, zusammenzählen kann?


    ja sogar der Wechsel von Gewehr auf Pistole erfordert einen manuellen Eingriff, und gefährdet - wenn nicht absolut genau ausgeführt - die Genauigkeit des Schießstandes.

    Fordert es ja bei Scheibenzug auch. Wenn du dich bei elektronischen Anlagen an die Herstellerangaben hältst gibts dort keine Probleme. Wie oft wechselst du denn innerhalb eines Trainingsabend definitiv die Scheiben?


    Und eben diese (Un)Genauigkeit hast du ja beim Auswerten normaler Pappscheiben angesprochen. Wir haben beim Gauschießen - mit etwas über 1000 Startern die größte Veranstaltung die wir als Verein in den letzten Jahren durchgeführt haben - uns auch diese Frage gestellt und kurzerhand die angezeigten Ergebnisse verschiedener Auswertmaschinen vergleichen. Die Ergebnisse für Luftpistole: Abweichung von 0,02 Teilern (zwei hundertstel Millimeter) bei gleicher Maschine aber unterschiedlicher Scheibenausrichtung, Abweichung von ebenfalls 0,02 Teilern bei anderer Maschine und unterschiedlicher Scheibenausrichtung und von 0,03 Teilern im direkten Vergleich zur ersten Maschine. Ein überraschend wenig schwankendes Ergebnis, wir haben dann diesen Test während des Wettkampfs mehrmals wiederholt, die ermittelten Werte blieben unverändert. Gewertet wurden lediglich die Zehntelteiler. Bei den Luftpistolenschützen - der erste und der zweite hatten jeweils einen 0,3 Teiler - entschied das bessere Deckblattl. Gibt's eigentlich eine vergleichbare Kontrollmöglichkeit für elektronische Scheiben?

    Wenns funktioniert ist es ja gut nur du verlässt dich halt auch einfach auf die Technik. Wer sagt dir das Beide Geräte richtig funktionieren? Habt ihr händisch den Teiler ausgewertet? Wie gesagt, habt ihr vorher die Scheibe vermessen? Du verlässt dich hier auch nur auf die Technik. Meines Erachtens kann generell ein elektronisches System reproduzierbarere Werte liefern als ein Analoges.


    Hm, dazu hätte ich gleich mehrere Fragen, du sagst Training und Wettkampf auf Elektroniksysteme sei „allgemein einfacher“, in welchen Punkten denn genau?

    wenn du mal die KK 3x40 geschossen hast wirst du wissen warum. Auch wenn du Trainieren willst und deine Zeit nicht mit Scheibenwechseln vergeuden willst ist ein elektronisches System das Richtige.
    Kleiner Nebeneffekt: Die Stände werden wieder voll!

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • Du darfst eines nicht vergessen, natürlich sind die Materialien anders als früher, die Fertigungstechniken besser und präziser und die Variationsmöglichkeite sehr hoch.
    Der Anschaffungspreis aber eben auch.
    Wir hatten das Thema ja schon häufiger. Viele Vereine haben einige Jahre keine Jugend trainiert, aus welchem Grund spielt erstmal keine Rolle. Bedeutet sie haben altes Material. Es bedarf eines kompletten Austauschs der Gewehre und Pistolen (Luftdruck).
    Damit werden schon mal nur für die Vereinswaffen Beträge zwischen € 5000,- und € 10.000,- je nach Anzahl der Waffen auf die Tagesordnung gerufen.
    Selbst wenn ich hingehe und pro Jahr ein Gewehr kaufe, oder eine Pistole, so werde ich keine Jugendgruppe bis zum Schluß damit bedienen können, geschweige denn sie auf Wettkämpfe schicken. Bei 7 Jugendlichen (stand jetzt) wären das 7 Jahre. In dieser Zeit sind sie entweder alle schon wieder weg oder gehen anderen Disziplinen nach.


    Ich stehe im Moment vor der Überlegung, mit den restlichen Vorständen eine Entscheidung zu treffen, dass wir Jugendliche erst ab 14 aufnehmen und dann direkt auf KK gehen.
    Die erforderlichen Vereinswaffen (Gebrauchte) kosten einen Bruchteil von dem, was eine gebrauchte Luftdruckwaffe kostet, mit der man gerade so noch konkurrenzfähig wäre.


    Natürlich ist es nicht erstrebenswert die Konsolenspiele nachzueffen, davon rede ich auch nicht.
    Ich rede eher davon, dass die Kinder ggf. etwas anderes wollen, als es der Verein oder Verband anbietet. Sie wollen mehr Vielfalt und Abwechslung. Und mit Abwechslung meine ich nicht nur Luftballons oder bunte Zielscheiben, sondern ggf. auch Abwechslung im Gehirn.


    Bitte das nachfolgende nicht abwertend betrachten oder aufnehmen:
    Wenn ich selber auf dem LG Stand bin (ist beim KK oder GK schießen letztlich nichts anderes), dann versuche ich eine bestimmte Leistung und Bewegung wiederholt und gleich gut abzurufen. Im Kopf weis ich im Vorfeld, meine Scheibe (im Fall vom LP/LG Schießen) ist 10m entfernt und befindet sich in einer Höhe "x". Ich muß Leistungstechnisch nur zusehen, dass ich das Schwarze punktgenau im Diopter habe und im richtigen Moment den Abzug auslösen/durchziehen.
    Sehr vereinfacht dargestellt natürlich.


    Wenn ich mir aber im Vergleich dazu z.B. Field Target anschaue, dann muss ich viele Faktoren einkalkulieren. Unterschiedliche Entfernung des Ziels. Von 8m bis 50m! Unterschiedliche Höhe des Ziels. Mal unmittelbar über der Grasnarbe, dann mal leich thinter einem Grasbüsschel oder auf einem Holzpflock sitzend. Ich habe unterschiedliche Größen des Ziels, wie auch unterschiedliche Motive.
    Ich muss die Entfernung, die Abweichung und die Witterung beachten. Ein Diabolo fliegt bei hoher Luftfeuchtigkeit anders als bei trockener Luft. In der Kälte anders als bei Hitze, etc.
    Bedeutet ich rufe nicht einen immer wiederkehrenden Bewegungsablauf ab,sondern ich muss mich jedesmal neu auf ein Ziel einstellen.


    Gleiches trifft auf die BDMP Disziplinen zu. Unterschiedliche Scheiben und Scheibenentfernung. Das macht das Ganze in meinen Augen anspruchsvoller und vor allem, ich muß das Gehirn benutzen. Nachdenken und mich auf eine immer neue Situation einstellen.


    Das soll nun die ISSF Disziplinen nicht schlecht machen. Wer sie schießen will, soll es tun, aber man sollte sich anderen Themen durchaus mal öffnen und diese auch mal betrachten.
    Ich habe mir vor drei Wochen den Field Target Parcours der SG Wiesloch angeschaut und mich ein wenig mit den Jungs dort unterhalten.
    Die hatten das Glück, einen ehemaligen Jagdstand für den laufenden Keiler zu bekommen, der nicht mehr zugelassen wurde und da konnten sie ihren Field Target Parcours realisieren.
    Die modernisierten Luftdruckstände, es sind nicht gerade wenig, werden nur sehr selten genutzt. Die ISSF Disziplinen waren den Jungs einfach zu langweilig.


    Ich habe selber dieses Jahr auf der Schießanlage in Philippsburg am Palatina Cup teilgenommen. Da haben einige aus den DSB Vereinen teilgenommen, obwohl es eine BDMP/BDS Veranstaltung war. Für mich war es das erste mal, dass ich Mehrdistanzschießen konnte und hatte richtig Spaß daran und kann jedem hier nur wärstens empfehlen, wenn Hennes nächstes Jahr in Wiesloch sein Treffen veranstaltet oder der Palatina Cup nächstes Jahr im April stattfindet, entweder dort mitzumachen oder vorbei zu kommen und sie sich anderen Disziplinen einmal live und in Farbe anzusehen. Ihr wärt erstaunt darüber, wie viel Spaß das machen kann, wenn man sich einfachmal darafu einlässt.

  • Hallo,


    ich habe gespannt eure Berichte gelesen, jeder von euch hat auf Grund seiner Erfahrung und seiner Sichtweise nicht unrecht. Aber ist es nicht überall verschieden, ich meine die Strukturen der Vereine, Angebot und Nachfrage. Was haben die Vereine an Geräten, wie sind die Betreuer und Ausbilder usw. Gehe ich von unserem Verein aus, wir haben eine Lichtpunktanlage fast alles neuwertige LG's und LP's, die LG's zum großen Teil links rechts ausgelegt und leichter als 4,5 kg. Bei 14 Jugendlichen davon 11Schüler muss man schon einiges investieren. Das Trainingsprogramm wird so aufgebaut, dass nicht nur das starre Sportschießen trainiert wird, sondern das auch Abwechslung und der Spass auch nicht zu kurz kommen. Nun zum eigentlichen Thema, sitzend schießen gibt es bei uns kaum. Die Senioren schießen bei uns LG und KK aufgelegt und nicht Lichtpunkt, es wird auch nicht angeboten. Aber das Sitzend schießen aufgelegt ist eine tolle Variante die man ins Auge fassen sollte. Das Lichtpunkt schießen, sollte man da lassen wo es eigentlich für gedacht war, den Nachwuchs heran zu ziehen.


    Kogge

  • Wenns funktioniert ist es ja gut nur du verlässt dich halt auch einfach auf die Technik. Wer sagt dir das Beide Geräte richtig funktionieren? Habt ihr händisch den Teiler ausgewertet? Wie gesagt, habt ihr vorher die Scheibe vermessen? Du verlässt dich hier auch nur auf die Technik. Meines Erachtens kann generell ein elektronisches System reproduzierbarere Werte liefern als ein Analoges.

    Du kannst die Ergebnisse durch Augenschein, Auswertung auf Fremdsystemen und Auswertung in Handarbeit überprüfen und vergleichen. Klar, die ermittelten Ergebnisse von scheibenlosen Systemen sind sicherlich immer reproduzierbar, es handelt sich schließlich um lediglich ein System bzw. einen Stand und der wird hoffentlich immer gleich richtig bzw. gleich falsch werten. Wobei's schon verdächtig ist, dass man auf manchen - wohl schlecht gepflegten - Anlagen sein Gewehr von Stand zu Stand verstellen muss. Hat da jemand evlt. weitere Erfahrungswerte? Ich frage mich auch immer was erhält das Rundenwettkampfgericht bei evtl. Einsprüchen gegen die Wertung? Die teilweise wohl scheinbar nicht vorhandenen Kontrollstreifen? Lassen sich diese denn nachwerten oder zeigen sie lediglich ob ein Treffer erfolgt ist oder nicht?


    wenn du mal die KK 3x40 geschossen hast wirst du wissen warum. Auch wenn du Trainieren willst und deine Zeit nicht mit Scheibenwechseln vergeuden willst ist ein elektronisches System das Richtige. Kleiner Nebeneffekt: Die Stände werden wieder voll!

    Teuer erkaufte Bequemlichkeit. Was kostet ein solcher Stand? Das ganze mal 24. Aber dass die Stände wieder voll werden, nicht dass sie das nicht bereits wären, das wage ich dann doch zu bezweifeln. Ja, vor einigen Jahren, eher einem Jahrzehnt wäre das sicher der Renner gewesen, aber heute sind Computer - und gerade auf einem Niveau wie bei den Schießständen - doch sowas von normal, dass der Schießsport gerade durch Ursprünglichkeit punkten könnte, oder?

    Gerhard Seemüller


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  • Ich habe zunehmend das Gefühl, dass das Sportschießen mit den modernen Waffen zunehmend zur Materialschlacht wird. Aber wenn ich das Gewehr zwischen den Schüssen nicht mehr ablegen muss, weil ich ein Stativ habe, um es darauf abzulegen um es zu laden, wenn ich mit Bildschirmen die Treffer angezeigt bekomme, anstelle die 30 (oder auch weniger) Ssekunden zu warten, bis die Scheibe herangeholt ist, wo bleibt da noch der Reiz des Schießens?


    Wo bleibt da die Kompensation der Natur und dem Körper, der langsam ermüdet vom ständigen ablegen und laden der Waffe?
    Ich kann da ganz erhlich nichts dran finden, was mich begeistert.
    Mit einem K98 oder Carl Gustav Schwedenmauser über Kimme und Korn oder original Diopter auf 100m zu schießen, das ist für mich noch Schießsport. Umwelteinflüsse einkalkulieren, egal ob Stehend, Liegend oder Sitzend, ob Frei oder aufgelegt, den eigenen Körper einbeziehen, ohne das eine schwere Schießjacke meinen Herzschlag ausblendet und das Bewegen des Brustkorbes durch die Atmung reduziert.


    Für mich, hat das mit Schießsport eigentlich nichts mehr zu zu tun, sondern hat etwas von der Autotunerszene. Tiefer, härter,lauter, schneller!
    Nicht falsch verstehen, jeder soll so schießen, wie er/sie es für richtig hält, aber irgendwo muss man auch mal die Kirche im Dorf lassen, was das Material und damit die Kosten angeht.


    Früher hat man ein Diopter auf einen Knicker draufgemacht und damit Meisterschaften gewonnen. Heute muss es ein Aluschaft mit Pistolengriff und 50 Gewichten sein. Es geht nur noch darum, die eigenen körperlichen Beeinträchtigungen, die uns die Natur gegeben hat, auszublenden und damit verfälscht man aus meiner Sicht den Sport und ein Stückweit auch die eigene Leistung.

  • Wir hatten das Thema ja schon häufiger. Viele Vereine haben einige Jahre keine Jugend trainiert, aus welchem Grund spielt erstmal keine Rolle. Bedeutet sie haben altes Material. Es bedarf eines kompletten Austauschs der Gewehre und Pistolen (Luftdruck). Damit werden schon mal nur für die Vereinswaffen Beträge zwischen € 5000,- und € 10.000,- je nach Anzahl der Waffen auf die Tagesordnung gerufen. Selbst wenn ich hingehe und pro Jahr ein Gewehr kaufe, oder eine Pistole, so werde ich keine Jugendgruppe bis zum Schluß damit bedienen können, geschweige denn sie auf Wettkämpfe schicken. Bei 7 Jugendlichen (stand jetzt) wären das 7 Jahre. In dieser Zeit sind sie entweder alle schon wieder weg oder gehen anderen Disziplinen nach.

    Klar, ist sicher schwierig nach etwas längerer Pause wieder einzusteigen, aber vielleicht ganz konkret: Sieben Schützen, das wären zwei Mannschaften, also mindestens zwei benötigte Gewehre. So würde ich's machen: Wir kaufen ein Anschütz 8001 für 1100 Euro, wir verkaufen die fünf oder sind's sieben Altgewehre und kaufen ein weiteres Anschütz 8001 für 1100 Euro bzw. beide für 2000 Euro (das erfordert etwas Verhandlungsgeschick), vielleicht können wir außerdem einen Sponsor für ein drittes Gewehr auftreiben, aber auch mit zwei Gewehren lässt sich bereits ein Trainings- und Wettkampfbetrieb sicherstellen. Keine perfekte Lösung aber trotzdem eine solide Basis. Und wenn sich erst die ersten Erfolge einstellen dann klappt das schon mit dem vierten und fünften Gewehr und es kauft sich sicher der eine oder andere sein eigenes Gewehr.


    Ich stehe im Moment vor der Überlegung, mit den restlichen Vorständen eine Entscheidung zu treffen, dass wir Jugendliche erst ab 14 aufnehmen und dann direkt auf KK gehen. Die erforderlichen Vereinswaffen (Gebrauchte) kosten einen Bruchteil von dem, was eine gebrauchte Luftdruckwaffe kostet, mit der man gerade so noch konkurrenzfähig wäre.

    Eine erstmal sehr spannende Lösung. Gibt's bereits andere Vereine die diesen Weg eingeschlagen haben bzw. vorhaben ihn einzuschlagen und könnt ihr damit vielleicht sogar eine Nische besetzen? Luftgewehrschießen könnt ihr sicher als Schnupperdisziplin, so ähnlich wie's Lichtpunkt für Luftdruck ist, verwenden. Da tun's auch ältere Waffen.

    Gerhard Seemüller


    „Great minds discuss ideas;

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    small minds discuss people.“


  • Für mich, hat das mit Schießsport eigentlich nichts mehr zu zu tun, sondern hat etwas von der Autotunerszene. Tiefer, härter,lauter, schneller!
    Nicht falsch verstehen, jeder soll so schießen, wie er/sie es für richtig hält, aber irgendwo muss man auch mal die Kirche im Dorf lassen, was das Material und damit die Kosten angeht.


    Und daher finde ich es gut dass es dazu Alternativen gibt, wie Du oben geschrieben hast. Wenn das nicht unter dem Mantel der ISSF stattfindet kann ich auch damit leben. "Man möht och jünne künne" sagt der Kölner.


    Karl

  • Gerhard,


    ich weis nicht, ob ich den restlichen Vorstand davon überzeugen kann.
    Eine Voreiterrolle sehe ich da nicht unbedingt, sondern rein wirtschaftliche Gründe.


    Wir haben drei KK Matchbüchsen und zwei Vereins GSP`s. Wir müssten einfach mal schauen, ob wir weitere Vereinswaffen bekommen können. Andere Gewehre oder Pistolen, damit man nicht Jahrelang mit einer Waffe schießen muss, die einem nicht liegt.
    Man bekommt gerbrauchte Matchbüchsen für rund € 150,-. Eine gebrauchte GSP oder FN 150 kostet ebenfalls rund € 150,-bis € 200,-.
    Hinzu kommt, dass man auch Wehrsportkarabiner für die Kids anschaffen kann um so z.B. in die Ordonanzdisziplinen reinschnuppern zu lassen.
    Um Kimme und Korn üben zu lassen, kann man auch für einen Appel und Ei Schonzeitbüchsen anschaffen.


    Die Möglichkeiten sind einfach viel größer und damit eine enorme Vielseitigkeit vorhanden.
    Ob andere Vereine dieses Weg beschritten haben, weis ich nicht und ist mir eigentlich eher egal.


    Ich sehe es aber einfach so, dass man so neue Waffen für den Verein anschaffen könnte, ohne dabei horrende Anschaffungskosten an der Backe zu haben.
    Die vorhanden Matchbüchsen sind soweit anktuell. Die GSP ist zeitlos und präzise und ich kann damit genauso das Schießen und die Handhabung lernen, wie mit einer Luftpistole.

  • Hallo Freunde,


    ich möchte ja eure Diskussion hier nur ungern unterbrechen, aber ein paar kurze Anmerkungen scheinen mir hier doch nötig.



    Geronimo


    1 Teiler = 1 Hundertstel Millimeter. Und um die Genauigkeit gängiger Auswertemaschinen mal etwas aussagekräftiger zu überprüfen, reicht es, die Scheiben einfach mal mehrfach mit unterschiedlicher Orientierung, sprich gedreht, in die Maschinen einzuführen.



    Dan


    Speziell Dir würde ich empfehlen, Dich erst mal etwas mit dem statischen Gewehranschlag beschäftigen, bevor Du hier wiedermal allzu wilde Thesen aufstellst. Dann wüsstest Du auch, dass die jeweilige Körperkraft dabei kaum eine Rolle spielt. Was nicht bedeutet, dass man einem Zwerg gleich 5kg aufs 'Auge' drückt. Aber es gibt hier im Forum etliche gute Beiträge, wie man (auch sehr zarte) Kinder an das (Gewehr)schießen heranführen kann. Übrigens spielt dabei auch die von Dir mangels Ahnung immer wieder abfällig als 'Ritterüstung' titulierte Schießbekleidung eine sehr wichtige Rolle. Des weiteren war der Schießsport noch nie ein tauglicher Sport für alle. Der Schießsport war immer und ist ein sehr spezieller Sport, der auch schon immer nur einen bestimmten Typus von Menschen angezogen hat. Diese Menschen gibt es auch heutzutage noch. Deshalb muss man auch nicht krampfhaft versuchen, irgendetwas vermeintlich Spaßiges für die Massen zu erfinden. Da herrscht schon ein Überangebot. Mann muss sich schon die Mühe machen, diese speziellen Menschen zu finden und diese dann auch richtig fördern. Und genau daran fehlt es leider heutzutage in vielen Vereinen.


    Mal etwas provokativ gefragt, wie will man jungen Menschen die Faszination und vor allem auch die nötigen Grundlagen vermitteln, wenn man selbst keinen Zugang und auch kein Wissen über diesen Sport hat? Dann landet man fast zwangsläufig nur beim Auflageschießen*, wenn überhaupt.


    Das oben von mir Gesagte ist sicher auch nur ein Aspekt. Gesellschaftliche Veränderungen wie auch die heutzutage deutlich geringere Bereitschaft, sich längerfristig etwas zu erarbeiten wollen, spielen sicher auch eine Rolle. Trotzdem scheint mir der obige Aspekt mit der wichtigste Grund zu sein, warum das (insbesondere) mit dem Nachwuchs in vielen Vereinen nicht mehr klappt.



    Weitere Anmerkungen: Die einstellbaren Gewehre und auch die Ausrüstungen machen den Sport gerade fairer, weil sie helfen, die jeweiligen körperlichen Unterschiede auszugleichen. Müssen alle mit dem Standardgewehr (Einheitsgewehr) schießen, haben nur die einen Vorteil, denen das Gewehr auch passt. So Sachen wie Armlänge, Position der Hüfte und auch das Verhältnis von Unter- zu Oberarm spielen da eine wichtige Rolle. Allerdings nutzen einem die Möglichkeiten auch nicht viel, wenn man man gar nicht weiß, wo es drückt.


    Eine GSP taugt deutlich weniger zum Einstieg in das Pistolenschießen als eine gute Match-LP. Wenn auch Du das erkennst, wird es auch mit Dir weiter aufwärts gehen. Und Schonzeitbüchsen, was willste denn damit anstellen? Schlecht schießende Jägerlein produzieren?



    Mit bestem Schützengruß


    Frank



    * Das Auflageschießen, wie es heutzutage von vielen Senioren betrieben wird, ist ein höchst anspruchsvoller Sport. Ich habe vor diesen Leistungen absolut Respekt. Aber diese Art des Schießens unterscheidet sich aber auch deutlich von der Art Auflageschießen, welche mangels Plan sozusagen als Notlösung und/oder als Ergänzung zum geselligen Teil angeboten wird.


    Das Gerücht, dass irgendwo mit diesen Lichtdingern auch nur ansatzweise halbwegs ernsthaftes Auflageschießen betrieben werden soll, halte ich daher auch für nicht glaubwürdig. Das mag ja so gerade noch für die Bespaßung taugen, so nach dem Motto, wer trifft den Spiegel, aber für viel mehr bringen die Dinger doch gar nicht die nötige Präzision mit.

  • ich weis nicht, ob ich den restlichen Vorstand davon überzeugen kann. Eine Voreiterrolle sehe ich da nicht unbedingt, sondern rein wirtschaftliche Gründe. [...] Die Möglichkeiten sind einfach viel größer und damit eine enorme Vielseitigkeit vorhanden. Ob andere Vereine dieses Weg beschritten haben, weis ich nicht und ist mir eigentlich eher egal.

    Ein wirtschaftlicher Grund klingt halt immer nach „man schafft sich selbst ab“, Vorreiterrollen lassen sich deutlich besser verkaufen und wenn man aus einer Schwäche einen Vorteil machen kann umso besser.


    1 Teiler = 1 Hundertstel Millimeter.

    Stimmt. Hab' mich oben leicht verrechnet. :D


    Und um die Genauigkeit gängiger Auswertemaschinen mal etwas aussagekräftiger zu überprüfen, reicht es, die Scheiben einfach mal mehrfach mit unterschiedlicher Orientierung, sprich gedreht, in die Maschinen einzuführen.

    Daraus resultierten unsere festgestellten Abweichungen. Bei gleicher Ausrichtung und gleicher Maschine gab's natürlich deutlich kleinere Abweichungen. Ein eigentlich nicht überraschendes Ergebnis.


    Der Schießsport war immer und ist ein sehr spezieller Sport, der auch schon immer nur einen bestimmten Typus von Menschen angezogen hat. Diese Menschen gibt es auch heutzutage noch. Deshalb muss man auch nicht krampfhaft versuchen, irgendetwas vermeintlich Spaßiges für die Massen zu erfinden. Da herrscht schon ein Überangebot. Mann muss sich schon die Mühe machen, diese speziellen Menschen zu finden und diese dann auch richtig fördern. Und genau daran fehlt es leider heutzutage in vielen Vereinen.

    Danke. Da kann ich voll und ganz zustimmen.

    Gerhard Seemüller


    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“

  • Wobei's schon verdächtig ist, dass man auf manchen - wohl schlecht gepflegten - Anlagen sein Gewehr von Stand zu Stand verstellen muss.

    Ja das musst du sogar auf gut gepflegten Scheibenzuganlagen machen. Warum man das gerade bei manchen elektronischen machen muss hab ich schon mehrmals erläutert.


    Ich frage mich auch immer was erhält das Rundenwettkampfgericht bei evtl. Einsprüchen gegen die Wertung? Die teilweise wohl scheinbar nicht vorhandenen Kontrollstreifen? Lassen sich diese denn nachwerten oder zeigen sie lediglich ob ein Treffer erfolgt ist oder nicht?

    warum reglementierst du dich hier mit deiner Aussage nur auf Rundenwettkämpfe? Wird sicher in eurer SPO drinstehen


    Die teilweise wohl scheinbar nicht vorhandenen Kontrollstreifen?

    dann nimm ein System auf Schallbasis. dann hast du dein Loch.


    Teuer erkaufte Bequemlichkeit. Was kostet ein solcher Stand? Das ganze mal 24.

    Bequemlichkeit? Fortschritt!!! Wenn du gleich 24 Stände kaufen willst dann gerne. dann hast du aber auch bereits 24 Scheibenzuganlagen. dann rechne grad mal 12 Scheibenwechsler die du ein ganzes Wettkampfwochenende haben musst. Taggeld, essen und Trinken? Bekommst denn immer jeder Verein 12 Scheibenwechseler zusammen (Dein verein stellt nicht immer dem Maßstab dar)? das jetzt nur mal in Wettkampfsituation. Wie siehts beim Training aus? Wenn der Schütze nach 10 schuss liegend (was ja im liegend eh schon viele Schuss pro Scheibe sind) aufstehen muss ist das Kein Training mehr! das gleiche gilt für Kniend! Durch elektronische Anlagen bekommt man wieder Leute auf den Stand. Das zeigen die Gespräche mit Gilden welche sich für Elektronik entschieden haben. Dort kommen wieder Leute die seit 10 oder 15 Jahren nicht mehr auf dem Stand waren. Das angebotene Sitzend aufgelegt schießen macht seinen anderen teil dazu.


    dass der Schießsport gerade durch Ursprünglichkeit punkten könnte, oder?

    ja genau und der Schiweltcup fährt auch wieder auf Holzschi und selbergestampften Pisten... :pinch:


    Mit einem K98 oder Carl Gustav Schwedenmauser über Kimme und Korn oder original Diopter auf 100m zu schießen, das ist für mich noch Schießsport.

    fällt dann aber unter retro


    Ich habe zunehmend das Gefühl, dass das Sportschießen mit den modernen Waffen zunehmend zur Materialschlacht wird. Aber wenn ich das Gewehr zwischen den Schüssen nicht mehr ablegen muss, weil ich ein Stativ habe, um es darauf abzulegen um es zu laden, wenn ich mit Bildschirmen die Treffer angezeigt bekomme, anstelle die 30 (oder auch weniger) Ssekunden zu warten, bis die Scheibe herangeholt ist, wo bleibt da noch der Reiz des Schießens?

    wenns dich nicht reizt siehe retro --> andere Verbände. Das was dich nicht reizt ist eine konsequente Weiterentwicklung des Sport.


    den eigenen Körper einbeziehen, ohne das eine schwere Schießjacke meinen Herzschlag ausblendet und das Bewegen des Brustkorbes durch die Atmung reduziert.

    hier sieht man wieder mal, dass du keine Ahnung hast. Zieh mal eine Schießjacke an und schieß mal ein wenig unter Druck. Dann zeig mir mal die Ausblendung vom Herzschlag oder eine Reduzierung der Atmung... :thumbdown:


    Für mich, hat das mit Schießsport eigentlich nichts mehr zu zu tun,

    deine Ausführungen haben für mich auch nichts mehr mit Schießsport zu tun sondern einfach nur was mit Nostalgie... Nichts gegen Nostalgie aber die hat halt bei modernem Sport keinen Platz. Schumacher fährt auch nicht Formel 1 mit dem Benetton von 1994. Er ist aber auch Weltmeister damit geworden. Oldtimerrennen gibts aber trotzdem.

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

    Edited once, last by wegi82 ().

  • Geronimo


    Wobei mir auch völlig klar ist, dass sich diese Erkenntnis (vom Sofa aus) viel leichter schreiben lässt, als in die Tat umsetzen.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Murmelchen, ich finde aber deine Anmerkungen beschreiben sehr treffend die Situation unserer Sportart, wir müssen nicht versuchen mit anderen Sportarten mit anderer Zielgruppe mitzuziehen, sondern einfach unsere Stärken ausspielen. Eine elektronische Schießanlage ist natürlich eine interessante Bereicherung, sofern finanzierbar und gewünscht, aber bestenfalls ein kurzfristiges Heilmittel für Sportbetrieb und Vereinsleben.

    Gerhard Seemüller


    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“

  • Jeder hat hier seine eigenen Ansichten. Ich vertrete die meine und Ihr die Eure.


    Ich sehe, was unsere Jugendlichen interessiert und was sie weniger interessiert.
    Habe ich Ahnung vom Sport, bestimmt nicht soviel wie manch einer von Euch, ist mir aber auch ziemlich egal.


    Ihr seid versteift, so kommt es rüber, auf die ISSF Disziplinen. Gut, ich bin nicht darauf versteift, sondern bin für alles offen, was der Sport hergibt. Ich betrachte alles und informiere mich in anderen Vereinen und Verbänden, was die so machen und damit meine ich nicht den Verein im Nachbardorf, sondern in den Vereinen, zu denen ich mal fahre, wenn Veranstaltungen sind, wie z.B.in Wiesloch.


    Ich sehe auch, was den Schützen in meinem Verein Spaß macht und was weniger Spaß macht und somit passen wir das Training oder besser das Schießen dementsprechend an. Und bei uns trägt keiner Schießkleidung. Um ehrlich zu sein, habe ich, bis auf unserem KOSM mit seiner 150 Jahre alten Lederschießjacke und seiner Lila farbenen Nylon Schießmütze mit schlabbernden Augen und Seitenblenden, noch keinen Schützen bei uns mit Schießkleidung gesehen.


    Das mag aber auch daran liegen, dass wir bei uns mehr GK lastige Vereine haben und genau deswegen sage ich immer wieder, dass diese Themen durchaus auch regionale Themen sein können.


    Und was das Thema der Schonzeitbüchse oder denWehrsportkarabinern betrifft. Ja, das ist durchaus Old-School, aber trotzdem interessantes und anspruchsvolles Schießen und reizt mich selber mehr als die ISSF Disziplinen.

  • Dan More, mit der Einstellung „Ich schau mir an was es alles so gibt und was mir Spaß macht...“ findet man natürlich kaum Zugang zu anspruchsvollen Disziplinen mit entsprechender Materialschlacht und kann die Disziplinen auch vermutlich nicht vermitteln. Wie heißt's doch treffend: „In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst.“ (Aurelius Augustinus).

    Gerhard Seemüller


    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“

  • Sorry Gerhard, aber so scheinst Du der Meinung zu sein, dass die LP/LG Disziplinen der anderen Verbände nicht anspruchsvoll wären und das stimmt schlichtweg nicht.


    Nur weil ich mit dem klassischen LP/LG Schießen im DSB nichts wirklich anfangen kann, bedeutet das nicht, dass ich keine anspruchsvollen Disziplinen nachgehe, oder?


    Und nochmal, ich sehe, was unseren Jungs Spaß macht und was nichts, so einfach ist das.