Frauen dürfen nicht...

  • Ich empfinde es als ungerecht, dass Frauen offiziell (nach ISSF) in Wettbewerben weder freie Pistole noch Standardpistole schießen dürfen. Gibt es Bestrebungen, das zu ändern?
    Falls wegen der geringen Anzahl der Teilnehmerinnen eine eigene Kategorie nicht sinnvoll sein sollte, gehört halt die Kategorie "Männer" durch "gemischt" ersetzt. War ja, wenn ich mich nicht irre, bei der Olympiade 1980 bei der FP schon mal so...

    Edited once, last by pustefix: "bodenlose Frechheit" durch "ungerecht" ersetzt; ist zwar nicht richtiger aber diplomatischer (und damit evtl. zielführender) formuliert. ().

  • Stimmt nicht so ganz.
    Bei uns in Hessen gibt es bei der FP auch eine Damenklasse. Ausgeschrieben bis zur LM.
    Was der Fall ist, daß keine Frauen beim 3x40 (nicht mehr) starten dürfen.

  • Bei uns in Hessen


    ... ist nicht auf ISSF-Ebene. Wenn du die Regel "8.8 Wettbewerbstabelle" ansiehst, wirst du finden, dass "50m Pistole" für Männer vorgesehen ist. Punkt. Und das ist, wie ich finde, nicht in Ordnung.
    Es geht mir aber auch gar nicht unbedingt nur darum, dass ich gegen Frauen in der FP antreten will; wenn sie auch beim 3x40 (keine Ahnung, was das ist) nicht mispielen dürfen, ist das nur ein weiteres Beispiel für die gleiche, ziemlich willkürliche Ungerechtigkeit.

  • Männer- und Frauendisziplinen? 8| Die große Stärke unserer Sportart ist doch gerade, dass männliche und weibliche Schützen jedes Alters gemeinsame Wettkämpfe bestreiten. Das „schwache“ Geschlecht ist längst eher männlich.

    Gerhard Seemüller


    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“

  • Pustefix,


    geht es Dir hier um eine konkrete Sportlerin, oder willst Du nur nicht vorhandene Probleme lösen?



    Karl

  • Das gibt's doch noch öfters im Sport. Rhythmische Sportgymnastik (hier mal anders rum), Zehnkampf, im Biathlon sind die Strecken kürzer, usw.
    Also nicht besonderes. Solange es Staaten gibt, wo Gleichberechtigung nicht nur ein Fremd-, sonder ein Unwort ist, werden Weltverbände nichts machen können. Bei vielen Entscheidungen ist Einstimmigkeit verlangt.
    Ändern lässt sich aber etwas am leichtesten von der Basis nach oben. Nur, solange ich Gausportleiter war kam aber keine Dame zu mir und regte an Männerdisziplinen zu öffnen. Vielleicht liegst ja doch an der geringen Nachfrage?

    Mit freundlichstem Schützengruß
    Johann

  • Hallo Freunde,


    es gab eine Zeit, da durften Frauen im Schießsport sowohl International und bei den Olympischen Spielen als auch National gleichberechtigt neben den Männern starten, was auch dazu führte, das manchmal die 'Herren der Schöpfung' recht alt aussahen. Das hat man dann aber geändert und von Seiten der ISSF (UIT) wurden dazu die Disziplinen auch noch so gestaltet und ausgeschrieben, das ein direkter Vergleich nur schwer möglich ist.


    Warum das so war und wer die treiben Kräfte dahinter waren, darüber lässt sich natürlich trefflich spekulieren.


    Man beachte aber die jetzige Ungleichheit speziell bei den Olympischen Spielen. Es gibt deutlich mehr Disziplinen für die Herren.



    National könnte man natürlich die entsprechenden Disziplinen für Frauen auch auf DM-Ebne wieder freigeben. Nur solange International keine Startmöglichkeiten bestehen, üben diese Disziplinen zumindest für die Spitzenschützinnen keinen allzu großen Reiz aus.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Man beachte aber die jetzige Ungleichheit speziell bei den Olympischen Spielen. Es gibt deutlich mehr Disziplinen für die Herren.


    Bei den Commonwealth Games 2014 in Glasgow wird genau diese (auch dort traditionell überkommene) Ungleichheit zugunsten einer Genderparität ausgeglichen.


    Bei denselben Spielen werden auch erstmals Frauen Pistole 50 m (oder yards?) schießen.


    Carcano

  • Die große Stärke unserer Sportart ist doch gerade, dass männliche und weibliche Schützen jedes Alters gemeinsame Wettkämpfe bestreiten.


    Es sind bei den Pistolen (bei Gewehr kenne ich mich nicht aus) einige gemeinsame Wettkämpfe: Luftpistole ganz klar, und (weibliche) Sportpistole wird mit (männlichem) Zentralfeuer zusammen ausgetragen, und das ist auch ziemlich vergleichbar: gut. Aber der Rest (Schnellfeuer, freie und Standard) ist eben für Frauen per Regel verboten. Ich sag ja nur: Das sollte nicht so sein.


    Das „schwache“ Geschlecht ist längst eher männlich.


    Das mag so sein oder auch nicht, ist aber unerheblich: Imho ist die Geschlechtertrennung ohnehin nicht allzu sinnvoll, da die Leistung vor allem an Training&Talent liegt und nicht am Geschlecht; aber die (nach deiner Einschätzung) Besten nicht siegen zu lassen, indem sie gar nicht erst starten dürfen, ist ja auch nicht ganz fair.

  • Pustefix,
    geht es Dir hier um eine konkrete Sportlerin, oder willst Du nur nicht vorhandene Probleme lösen?


    Informiere die lieber mal, wie viele Frauen an diesen Wettbewerben (RWK, Kreis, u. U. Land) teilnehmen wohl wissend, dass sie keine Chance an der DM teilzunehmen. Es ist eine Schande für den DSB.


    BBF

  • In den letzten Wochen durfte ich als [schublade]eingefleischter DSB-LG-Schütze[/schublade] an einer Kurzwaffen-Ausbildung (KK&GK) teilnehmen. Vorab - war sehr lehrreich und es hat Spaß gemacht. Zum Abschluss gestern von 12 Schuss .357 Mag 11 ins Schwarze (25m Präzision), davon die letzten 5 Schuss 46 Ringe (für dieses Niveau musste ich mich beim LG 'Jahrzehnte' quälen). Das aber nur nebenbei.


    Nach den Beobachtungen unseres Trainers sind Frauen meist im Schießsport erfolgreicher, weil sie überwiegend besser zuhören und bereit sind, den Anweisungen des Trainers zu folgen. Mit zunehmendem Alter und selbst empfundener Wichtigkeit und Unfehlbarkeit seien Männer oftmals beratungsresistent.


    Aus anfänglich 16 Teilnehmern kristallisierte sich schon recht bald die Beste heraus. Schade, wenn 'sportliche' Regularien Talenten Grenzen setzen.

    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.

  • Gerade in den nationalen GK-Disziplinen des DSB können Frauen gleicberechtigt mitschießen (und haben auch entsprechende Erfolge). Ebenso wie in 300 m.


  • Nach den Beobachtungen unseres Trainers sind Frauen meist im Schießsport erfolgreicher, weil sie überwiegend besser zuhören und bereit sind, den Anweisungen des Trainers zu folgen. Mit zunehmendem Alter und selbst empfundener Wichtigkeit und Unfehlbarkeit seien Männer oftmals beratungsresistent.



    Das gleiche Problem haben die Männer auch beim Auto!


    Werden durch die Regeln wirklich soviele Talente behindert?


    Warum sind dann z. B. in den wesentlich aufgeschlosseneren anderen Verbänden nicht wesentlich mehr Frauen auf den vorderen Plätzen?


    Zur Öffnung von einzelnen Disziplinen für Frauen sagte uns vor Jahren mal ein Funktionär: Bringt uns erst mal die Frauen, für die Startgenehmigung sorge ich dann. (s. Beiträge v. Johann und Königstiger)


    Karl


    PS: Dass international bei gemeinsamen Wettkämpfen überhaupt keine Frauen z. B. aus dem arabischen Raum antreten braucht uns aufgeschlossene Weltbürger natürlich nicht zu behindern.

  • Es gibt eine zarte Pflanze bei Olympia....


    Es starten auch dieses Mal (ganz wenige) Frauen aus den Arabischen Ländern. So habe ich das zumindest aus einem Bericht über London im Fernsehen entnommen. Ich glaube es war sogar BOGENSCHIESSEN


    Schauen wir mal.....

  • PS: Dass international bei gemeinsamen Wettkämpfen überhaupt keine Frauen z. B. aus dem arabischen Raum antreten braucht uns aufgeschlossene Weltbürger natürlich nicht zu behindern.


    In welchem Paralleluniversum lebst Du denn? :D


    Nirgendwo (außer Indien und Thailand) gibt es starken weiblichen Nachwuchs wie in der Islamischen Republik Iran, in Ägypten und in Malaysia. Allmählich zieht jetzt auch Oman nach. Und diese Musliminnen reisen auch _international_ und sind wettkampfpräsent, dafür sorgen die Mullahs und sie selbst (im Leitungsgremium des Iranischen Schießsportverbandes sitzt ein relativ einflußreicher Ayatollah).


    Carcano


  • In welchem Paralleluniversum lebst Du denn? :D


    Nirgendwo (außer Indien und Thailand) gibt es starken weiblichen Nachwuchs wie in der Islamischen Republik Iran, in Ägypten und in Malaysia. Allmählich zieht jetzt auch Oman nach. Und diese Musliminnen reisen auch _international_ und sind wettkampfpräsent, dafür sorgen die Mullahs und sie selbst (im Leitungsgremium des Iranischen Schießsportverbandes sitzt ein relativ einflußreicher Ayatollah).


    Carcano

    Achtung Ironie: Und diese Herren würden sich dann freuen wenn die Muslima gegen ungläubige Männer antreten kann.

  • FranKi .357 Mag


    mal schauen :love: ... so ab und an ... bin doch so geizig kostenbewusst

    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.

  • Um speziell die Olympischen Spiele wieder aufzunehmen:


    In London 2012 gibt es 9 Schießsportdisziplinen für Männer (3 Gewehr, 3 Pistole, 3 Wurfscheibe) und 6 Disziplinen für Frauen (2 Gewehr, 2 Pistole, 2 Wurfscheibe).


    Will man Genderparität herstellen, so muss sich auch mit der Gefahr auseinandersetzen, dass dann eventuell die männlichen Disziplinen auf 6 heruntergekürzt werden. Denn Schießsport ist audiovisuell schlecht zu vermarkten, und das zählt für das IOC.


    Sinnvoller wäre also eine Lobbyarbeit, um die weiblichen Disziplinen zu vermehren. Doppeltrap ist bei den Frauen bereits gefallen. Man könnte es nun auch bei den Männern streichen (dann bleiben 8 ) und im Gegenzug die weiblichen Disziplinen auf 8 erweitern. Am Ende bliebe dann sogar eine mehr als es jetzt der Fall ist. :-).
    Vorschlag: bei den Männern Doppeltrap streichen und die Freie Pistole oder die Schnellfeuerpistole durch Zentralfeuerpistole ersetzen, bei den Frauen noch die Standardpistole hinzunehmen und Gewehr 50 m liegend.


    Carcano

  • Müssen wir die Genderparität wirklich wollen? Hätten wir dann überhaupt bei den Frauen die leistungsstarken Starterfelder die die Ausrichtung eines olympischen oder internationalen Wettkampfs rechtfertigen würden?


    Der Frauenanteil ist ja bei den anderen meist attraktiveren Verbänden bei denen Frauen ja problemlos starten dürfen nun wirklich nicht berauschend, ob da bei jeder Landesmeisterschaft überhaupt eine vollständige Finalrunde geschossen werden kann möchte ich mal bezweifeln.


    Gemeinsame Starts bei internationalen Bewerben dürften ja mit Rücksicht auf den arabischen und asiatischen Raum ausscheiden.


    Karl