Treffpunktverlagerung

  • Hallo,


    ich habe seit einiger Zeit eine Treffpunktverlagerung beim Luftgewehrschießen, die ich mir nicht erklären kann.


    Das Problem begann mit dem neuen verstellbares Ringkorn von Centra. Größe 5,5 bis 7,5


    Ich bin Auflageschütze, daher scheidet ein Verkannten aus. Ich benutze einen 22er Korntunnel, ein Adlerauge 0,5 und eine Visier-Rückverlagerung . Die Visierlinie beträgt 91 cm.


    Wenn ich eine Ermüdung des Auges beim Zielen feststelle, vergrößere ich den Durchmesser des Ringkorn. Anschließend habe ich eine Treffpunktverlagerung zur 9,8. So war es auch Heute wieder auf der Bezirksmeisterschaft. Die Serien waren 99 - 97 - 99. In der 1. Serie die neun war klar, erster Schuss, tief abgekommen. Dann bis zum 17. Schuss 10er. nun das Korn auf 6,5 mm größer gestellt und 3 Neuner hoch rechts 9,7 - 9,8 eingefangen. Dann das Korn wieder etwas zurück auf 6,4 mm. Eine 9,9 rechts. Noch etwas kleiner und es waren wieder 10er.


    Jetzt meine Frage: Ist es möglich, dass das Ringkorn sich beim verstellen nur zu einer Seite hin, in diesem Fall nach links, vergrößert und dadurch etwas oval wird?



    Schöne Grüße von der Nordsee sendet



    Claus-Dieter

  • Habe leider auch keine Antwort parat, aber ich schrieb ja schon, dass ich ein ähnliches Problem habe, allerdings beim Verstellen der Diopter-Irisblende. Hier verändert sich auch die Trefferlage. Kann es technisch überhaupt möglich sein, dass diese Mechaniken nicht zentrisch arbeiten?

  • Hallo Freunde,


    habe auch gleich beim lesen dieses Beitrags an dein Problem gedacht, Kalle, und dann auch noch mal ein bisschen darüber nachgedacht.


    Diese verstellbaren Ringkorne wie auch die Irisblenden bestehen ja aus diesen einzelnen Lamellen, welche sich durch die äußere Drehung entweder mehr in oder weiter aus der Mitte drehen. Wenn dieser Übertragungsmechanismus für die Drehung, ich vermute eine Art Schneckenführung, sich nicht genau zentrisch dreht, oder die Bahnführung nicht (an allen Stellen) genau auf das Zentrum ausgerichtet ist, dann kann ich mir schon einen Versatz vorstellen. Auch kann es sein, dass, wenn diese Bahnführung nicht (mehr) konzentrisch ausgerichtet ist oder der Drehmechanismus partieller Lamellen oder die Lamellen selbst beschädigt sind (oder eben schon unsauber gefertigt oder montiert wurden), das Loch nicht mehr ganz rund sondern eben (stellenweise) oval erscheint. Durch diese Lamellen ist ja der Rand eh kein richtiger Kreis, sondern so eine Art Vieleck aus einzelnen Bogenstücken.


    Uff! Egal wie, wichtiger erscheint mir, es zu verifizieren.


    Vielleicht könnt ihr ja diese Fehler sogar selbst sehen. Legt oder setzt euch dazu mal am besten ganz entspannt und bequem hinter das Gewehr und schiebt dabei den Diopter soweit nach vorne (oder den Kopf nach hinten), bis der Korntunnel oder im Falle Claus-Dieters das Korn die Bohrung der Irisblende fast ganz ausfüllt. Dann lasst am besten von einem Helfer das Korn bzw. die Blende drehen. Dabei darf sich natürlich sonst nichts bewegen. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr dabei einen Versatz oder ein Oval, welches angetan ist, die Trefferlage deutlich zu verschieben, eigentlich sehen müsstet. Vermute ich jetzt jedenfalls mal.


    Im Zweifel lasst an besten auch mal einen Junioren mit guter Sehkraft aus euren Verein durch das Diopter schauen. Wir sind ja leider alle auch keine 20 mehr und der Nachwuchs hat uns in dieser Hinsicht doch oft etwas voraus.


    Bei dann immer noch bestehenden Zweifeln müsste man der Sache mit echter Messtechnik auf den Grund gehen, aber wer hat schon solche Möglichkeiten. Vielleicht bestehen ja noch Kontakte zu einer Uni oder so.



    Eine einfache Möglichkeit der Fehlereingrenzung wäre natürlich auch erst mal der Austausch durch vergleichbare Produkte. Vielleicht können euch ja eure Vereinskameraden dabei aushelfen. Oder einfach ein entsprechendes Neuteil zur Ansicht bestellen.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Verstellbare Ringkorne bzw. Irisblenden haben oftmals (immer?) eine zusätzliche Kontermutter, mittels derer jeweils gegen Korntunnel bzw. Diopter gekontert wird. Ich würde mal im eingetretenen Versatzfall diese Mutter lösen, das komplette Ringkorn bzw. die Irisblende (ohne dabei zu verstellen) um 180 Grad drehen und wieder festziehen. Der Versatzeffekt eines etwaigen Ovals müsste sich dann in die Gegenrichtung auswirken. Wenn dabei völlig unerklärliche Effekte auftreten sollten, müssten wir uns vielleicht grundsätzliche Sorgen um die Präzision solcher Visierungsbestandteile machen?

    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.

  • Mensch Frank,


    du hast dir mal wieder sehr viel Mühe gemacht mit der Problematik von uns: Danke dir!


    Das hört sich nicht schlecht an, man sollte es so mal probieren. Wirklich, man sollte einen Jungspund mit sehr guter Sehkraft für diese Tätigkeit gewinnen können!

  • Einen schönen guten Abend,




    ich möchte mich der Aussage von Kalle anschließen, herzlichen Dank.


    Es sind gute Ansätze für die Fehlersuche. Das mit dem jüngeren Schützen ist ein Problem. Unser Verein ist leider Überaltert. Ich probiere es aber dennoch mit einem Mittelalten.Eventuell ist dann das Problem schon gelöst. Aber die Kontrolle mit dem Diopter und der 180° Drehung ist leicht durchzuführen. Dazu ist mir die Idee beim Lesen der Post gekommen, wenn ich mit einem groß aufgedrehten Ringkorn das Gewehr sitzend von der Rolle einschieße, und dann das Korn kleiner drehe, müsste das Schussbild bei fehlerhaftem Korn nach links-tief wandern. Die Überlegung ist doch richtig?


    Sitzen die Treffer weiter in der Mitte, würde es für mich bedeuten, dass ich das Gewehr mit kleinem Ringkorn nicht sauber justiere. Es ist dann für meine Sehverhältnisse zu wenig Kontrollweiß vorhanden. Ich werde das Problem mit neuen Erkenntnissen angehen und sollte es so oder so in ein bis zwei Wochen gelöst haben.


    Die Werte vom Glas in meiner Schießbrille sind: cyl. -3,0, Achse 179, Sph R: + 2,00.



    Schöne Grüße von der Nordsee wünscht



    Claus-Dieter