Kontraindikationen beim Sportschießen

  • So, hier isser, der neue Thread ... nun hoffe ich auf zahlreiche Antworten. 8)


    Wo würdet Ihr die Grenze ziehen, bei welchen körperlichen Einschränkungen oder Besonderheiten würdet Ihr Anfängern (egal welchen Alters) von der Ausübung des Schießsportes nach den Gepflogenheiten für Nichtbehinderte abraten und warum?

  • Ich würde z.B. keine Schützen mit Alkohol- oder Drogenproblem an die Waffen lassen, da dann immer eine Gefahr besteht. Ähnlich verhält es sich mit Krankheiten, die einen plötzlichen Kontrollverlust über den Körper beeinhalten (z.B. Epileptische Anfälle).


    Das ganze einfach aus Gründen der Sicherheit.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Jetzt fällt mir gerade wieder eine ketzerische Frage ein. 8) 
    Ich hoffe, Ihr seht mir das nach.


    Ich hab mir gestern den "Schießen ist meine Leidenschaft"-Beitrag online angeschaut.
    Und dort war ja wieder von hibbeligen Kindern die Rede, die dann plötzlich ruhig werden.
    Ich möchte jetzt mal den Extremfall ADS / ADHS in den Raum stellen.
    Die meisten dieser Kinder bekommen Medikamente, von denen ich nicht weiß, ob ich die meinem Kind (hätte ich denn eines) geben würde.
    Das ist für mich an der Grenze zu Drogeneinnahme.
    Ich sehe in dieser Diagnose allerdings auch ein gesellschaftliches Problem (ohne jetzt den Eltern betroffener Kinder zu nahe treten zu wollen).
    Wie würdet Ihr damit umgehen, wenn ein solches Kind zu Euch kommt?


    Mir fällt gerade auf, daß hier auch ganz stark der Bereich Datenschutz tangiert wird; man erzählt ja eigentlich nicht jedem Fremden sofort, welche Zipperlein man hat.
    Ich weiß aber nicht, wie das in anderen Sportarten gehandhabt wird.

  • Wenn jemand geistig "nicht ganz fit" ist, muss man auch besonders aufpassen.
    Es ist zwar sicher von Fall zu Fall unterschiedlich, jedoch machen solche viel schneller Fehler, die Problematisch werden können.
    Zum Beispiel eine geladene Waffe zum Nachbarmann zeigen lassen oder solche Sachen.

    Gusti Sp.
    SG Diana Lorenzenberg
    Jugendsprecher
    Disziplin: LP(/LG)
    Gaujugendteam Ebersberg

  • Wir haben bie uns ein Mitglied das unter Epileptische Anfälle leidet.
    Die Eltern teilten mir dies auch vorher mit.


    Nach mehreren Wochen riefen die Eltern mich an und teilten mir mit das die Anfälle weniger geworden sind und er insgesamt ruhiger geworden ist.


    Kann diesbezüglich nichts negatives sagen.


    Wir schmeißen auch Schützen sofort vom Stand die nur BALLERN wollen.

  • Ich denke es gibt keinen Grund einen Epileptiker nicht schießen zu lassen. Ich glaube ein Anfall kommt nie so schnell, dass die Waffe nicht vorher noch sicher abgelegt werden könnte.
    Auch ADS/ADHS Kinder kann man beruhigt schießen lassen - schätze nur die treffen nichts. Ritalin beruhigt zwar, steigert aber sicherlich nicht die Konzentrationsfähigkeit. Echte ADS/ADHS Kinder gibt es nur sehr wenige. Die meisten sind ganz einfach ihrer Umgebung zu laut und viele Ärzte verschreiben angetrieben von der Pharmaindustrie bereitwillig diese Medikamente zur Zufriedenheit der überforderten und gestressten Karriereeltern. Das ist das Ein-/Ausschalte Plugin für Kinder - meiner Meinung nach ein bisschen zu einfach ;( .


    Bei Nachwuchsschützen merkt man schnell ob die geistige Reife für den Schießsport da ist. Da muss man als Betreuer auch mal ein bisschen egoistisch sein und ein Kind wieder wegschicken, da der Betreuungsaufwand höher ist und nichts dabei rauskommt. Das muss man dann mit den Eltern besprechen und die Sache um ein halbes oder ein Jahr verschieben.


    Übrigens würde ich einen Typen in Springerstiefeln und Bomberjacke auch nicht an den Schießstand lassen. Die beim Karate, Taek Won Do und Boxen würden den auch nicht nehmen.

    Mein Trainingsmotto:
    Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. (Philip Rosenthal, Unternehmer, *1916)

  • Hallo,


    zum Thema ADHS :


    die treffen sehr wohl und gut - Fakt ist sogar, dass es für sie quasi eine Therapie ist, denn sie werden dadurch ruhiger und keonzentrieren sich.
    Fakt ist auch - je schneller das Feedback um so besser.
    Nur auf Pappe zu schießen ist vom Feedback her etwas "langsam" - LG Biathlon Klappscheiben funktionieren da hervorragend.
    Auch gut - Laserbiathlonanlagen.
    Ich hatte eine Veranstaltung in Hannover. Dort "wuselte2 so eine Kerlchen (12 Jahre) herum - permanent in Bewegung mit Körper und Mund.
    Dann bot ich ihm an zu schießen (Laser) und fortan war eine Matte belegt.
    Völlig ruhig und versunken in die Beschäftigung - ich forderte ihn auf auch einmal zu laufen - kein Problem - zwölf Runden um den Sportplatz und nach jeder Runde hat er einmal geschossen.
    Der Vater war völlig sprachlos und der Sohn glücklich und zufrieden.
    In Gespräch mit einem Psychologen wurde mir dies bestätigt und auch hier gab es einen Hinweis an den DSB - nur - scheint auch dieser "Elfmeter" nicht genutzt.
    Also - ADHS - Kinder sind eigentlich gar kein Problem.


    Gruss


    Conni

    Trainer-C Sommerbiathlon DSB
    Life Kinetik
    Nordic-Cross-Skating DSV
    Kampfrichter Biathlon DSB/DSV
    www.biathlon24.de
    DT-Mobi

  • Hallo Conni,


    kann nur bestätigen, was Du schreibst. Wir haben auch einen kleinen 11jährigen "Zappelphilipp" im Verein, der - auch im "Wettkampftraining-SoBi" - fast immer alle Scheiben (selbstverständlich NUR Laser) trifft. Da er auch ständig in Bewegung ist ,bedarf dies natürlich einer "intensiven" Betreuung und konsequentem Handeln am Schießstand. Selbstverständlich bietet unser hervorragender Jugendleiter auch viele Alternativ-Spiele an - dank der beiden Bücher "104 Schießspiele" sowie "Nachwuchsarbeit im Schießsport". Diese Kinder brauchen ständig Abwechslung, wobei wir großen Wert darauf legen, dass er, insbesondere am Schießstand, sich darauf konzentriert ruhig zu bleiben - was immer besser funktioniert. Allerdings haben uns die Eltern noch nicht berichtet, dass er ruhiger geworden sei - ich habe vielmehr das Gefühl, dass der Kleine bei uns "abgeladen" wird, damit Mama und Papa mal einen ruhigen Nachmittag haben. Denn bis heute haben die beiden sich noch kein einziges Mal über die Fortschritte ihres Sohnes erkundigt. Schade - trotzdem machen wir mit Freude weiter!!!!! Es geht ja schließlich um den kleinen bewegungsfreudigen Knirps, der mit großer Freude und Einsatz bei der Sache ist.


    Gruß


    Marion

    Ohne Mut zur Niederlage - keine Sternstunde.

  • Hallo Marion,


    wichtig bei diesen Kindern ist :


    sie nicht vor allen maßregeln - aber loben - immer ruhig bleiben und klare Anweisungen geben.
    Gibt man ihnen das Gefühl intergriert zu sein, so wird es Wunder bewirken.
    Das die Eltern da nicht mitspielen - nun gut - dazu sage ich nichts - deine Aussagen sagen leider genug.
    Ist aber auch keine Randerscheinung.
    Wir hatten mal ein Geschwisterpaar in einem anderen Verein - fünf Jahre lang - wir haben in dieser Zeit Fahrten unternommen zu den Veranstaltungen, die auch über mehrere Tage gingen.
    In diesen fünf Jahren habe ich die Eltern nicht einmal zu Gesicht bekommen - seien wir froh, dass wir ihnen etwas geben können.


    Gruss


    Conni

    Trainer-C Sommerbiathlon DSB
    Life Kinetik
    Nordic-Cross-Skating DSV
    Kampfrichter Biathlon DSB/DSV
    www.biathlon24.de
    DT-Mobi

  • Hallo zusammen,
    ich bin kein ausgebildeter Trainer, kann jedoch die hier geschilderten Beobachtungen ausnahmslos bestätigen. In einer Schulkooperation "Sommerbiathlon mit Lichtpunktgewehren" und jetzt mit einer neuen offenen, vereinsfreien SoBi-Gruppe von mittlerweile 14 Kindern, kann ich behaupten, dass unruhige Kinder im Umgang mit einem Zielsportgerät nachhaltig ruhiger werden - und das nicht nur bei den Übungen sondern auch danach.


    Warum?


    Ich kann es mir nur so erklären, dass sie sich von alleine Ziele setzen. Mit dem Training, deren Intensität sie selber bestimmen, kommen sie zu Erfolgen. Es stellt sich ein Selbstwertgefühl, ein eigenes, bewusstes Körpergefühl ein. Die Kinder lernen - ohne Medikamente - etwas über sich. Das macht sie sicherer und ruhiger. Dieser Prozess wird bestärkt, wenn diese Kinder - sich selber auffordern - im Wechselspiel von Konzentration- und Ausdauersport (Biathlon) mehr über sich und ihren Körper zu erfahren.


    Es klingt vielleicht merkwürdig, aber ich freue mich beim Training - vielleicht ist es auch für einige Kinder nur ein Spiel - und danach motivierte Kinder zu sehen, die Spaß an der Leistungssteigerung haben.