Probleme beim LG-Schießen

  • Hallo erstmal,
    habe ein Problem mit einem aus meiner Schützenjugend. Er hatte vor 1,5 Jahren sein Kreuzband geschrottet und musste für ein halbes Jahr aussetzen. Seitdem kommt er nicht mehr auf die Leistungen die er vor seinem Unfall hatte. An seinem Stand kann man nichts verändern, er steht richtig. Vorallem wie es halt bei vielen Jugendlichen so ist ellenlange Diskussionen wieso weshalb warmum. Wir von der Trainerschaft wissen auch nicht mehr weiter und uns gehen langsam die Ideen aus um den Jungen wieder in schuss zu bringen.


    Habt ihr eine Idee oder ein Ansatzpunkt?

  • Hallo,


    Mach einen doppelten Einmachgummi ums kaputte Knie, dann läufts wieder wie geschmiert. ;-)


    Oder mach ordentliche Bilder vom Anschlag und erkläre die Probleme des Jugendlichen etwas genauer. Hier gibt es echt gute Fachleute, die Dir dann etwas besser helfen können.


    Gruß P.

  • Ich habe mir beide Kreuzbänder gerissen und schieße aktuell mit nem Meniskuseinriss, daran kann das nicht wirklich liegen.


    Trotzdem kann es natürlich sein, dass er sich im Knie instabil fühlt und dadurch unsicher ist, das solltest Du mal hinterfragen. Vielleicht hilft auch schon ein Aufwärmtraining fürs Knie, einfach mal die Abläufe vor dem Schießen ein wenig verändern. Am Ende ist das doch eh alles Kopfsache, ob wir ne 9,9 oder 10,0 aus´m Lauf jagen ;)

  • Wenn ich deinen Bericht richtig deute, dann passt eigentlich sein Stand, also technisch macht er nichts falsch.


    Ich würde mal sein Gewehr ansehen, ob da noch alle Einstellungen passen, also Länge, Vorderschaft, Backenhöhe, etc. Denn die "Kleinen" wachsen auf einmal so dermaßen, dass hinten und vorne nichts mehr stimmt. Habe auch so ein Beispiel von einem Schützen, der als Schüler schon konstant die 360 hielt, dann ist er gewachsen und gewachsen und das viel zu schnell (mussten sein Gewehr alle 3 Monate verlängern) und jetzt kämpt er bei 350-360. Es dauert einfach wieder seine Zeit bis sich das wieder einpendelt und die Jugendlichen mit den neuen "Größen- und Hebelverhältnissen" zurechtkommen. Die müssen ja quasi alle paar Monate ihren Anschlag etwas verändern. Vor allem bei einer halbjährigen Pause ist da durchaus ein größerer Unterschied zu spüren.


    Zudem denke ich, dass es bei ihm noch ein psychologisches Problem sein könnte ("ich habs ja früher auch gekonnt"). Daher lasse ihn wirklich konsequent mal 2-3 Monate keine Serien schießen, auch wenn das keinem Jungschützen schmeckt, aber er muss vom Ergebnisdenken wegkommen. Lasse ihn Technikübungen machen wie Schussbild, Lochscheibe, Zielbild (also Schussbild auf eine weiße Scheibe oder besser noch einfach auf den Kugelfang), aber auch Schießspiele wie Radltour, Stufenschießen, etc. Aber achte darauf, dass keine 10er Serien dabei geschossen werden. Schießspiele findest du übrigens auch hier im Forum (einfach mal mit der Suchfunktion suchen).


    Was hat denn dein Jugendlicher vorher so an Ergebnissen gebracht und was jetzt und wie alt ist er denn?

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Sorry das ich mich jetzt erst melde, gschäftlich viel stress halt. also mit 14-bis Anfang 16 hatte er 350 geschossen war auch schon knapp an den 360 dran. Seit seinem unfall robbt er leider nur noch um die 315 herum.


    Habe mal ein paar Fotos gemacht. Hoffe ihr entdeckt ein paar Fehler, wenn es geht könnt ihr sie ja einzeichnen in euren Antworten.

  • Wenn ich mir das Bild von hinten anschaue finde ich das sein Anschlag irgendwie komplett verdreht ist.

    Liebe Grüße
    Benjamin

  • Wenn ich mir das Bild von hinten anschaue finde ich das sein Anschlag irgendwie komplett verdreht ist.


    Diesen Eindruck habe ich auch. Die Hüfte scheint stark nach links gedreht zu sein, das rechte Bein steht scheinbar sehr schräg. Wenn es nicht in Folge des Unfalls Ausschlussgründe gibt, schlage ich vor, den Anschlag von unten beginnend neu aufzubauen.
    Wichtig ist die gerade Ausrichtung der Hüfte zum Ziel und von hinten gesehen möglichst gerade und in Flucht stehende Beine. Auch die ausgeprägte Rückenlage scheint mir eine wichtige Baustelle zu sein. Wenn diese Korrekturen vorgenommen sind, kommt der obere Anschlag dran, weil die Ausrichtung zur Scheibe mit sehr großer Wahrscheinlichkeit dann nicht mehr stimmt. Er wird vermutlich deutlich rechts neben der Scheibe stehen und ggf. auch hoch. Das muss dann durch Positionierung und Auslenkung des Stützarms ausgerichtet werden. Erfahrungsgemäß wehrt sich der Stützarm nachhaltig, sich in die richtige Position bringen zu lassen. Gegen die Wehrhaftigkeit der Bänder und Musklen, die jene Position nicht gewohnt sind, muss man nachhaltig arbeiten, ggf. über Wochen. Nur der Bequemlichkeit willen den unteren Anschlag zu verhunzen, ist dem Ergebnis nicht zuträglich.

    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.

  • Hallo,


    auch mir ist zuerst der "krumme" Anschlag aus der Rückansicht aufgefallen, aber dazu gibt es hier qualifiziertere als mich.


    Allgemein fällt mir auf, daß ihr auf Fließen steht, ohne einen Teppich oder eine Matte zu benutzen. Das ist einem stabilen Anschlag evtl. auch nicht förderlich (Füße können leicht verrutschen). Vielleicht nutzen Eure Schützen (siehe Bild 3 auch im Hintergrund) deshalb die OSB-Platte als Anschlag für den linken Fuß?


    Gruß P.

  • @ Quigon


    Hallo!


    Mich würde interessieren ob sich was an seinem Problem gebessert hat?
    Habt ihr seinen Anschlag neu aufgebaut?

    Liebe Grüße
    Benjamin

  • Sei mir nicht böse dingo, aber wenn der Junge technisch nichts falsch macht, dann haben alle Olympiasieger im Luftgewehrschießen seit 1984 alles verkehrst gemacht.
    Ein Merkmal des Stehendanschlages, das man bei allen wirklich guten Schützen und Schützinnen unabhängig von der Körpergröße (Harald Stenvaag oder Sonja) sehen kann ist: Hüfte in Schussrichtung.
    Auch eine Sonja Pfeilschifter (frischgebackene Europameisterin), die ansonsten einen extremen Anschlag schießt, hat die Hüfte in Schussrichtung.
    Frank hat also vollkommen recht. Die Probleme des Schützen entstehen auch meiner Meinung nach fast ausschließlich durch die nach links
    verdrehte Hüfte. Dadurch hängt der ganze Anschlag vom rechten Bein ab, welches die nach links gedrehte Hüfte mit Muskelkraft fixieren muss. Probierts das ruhig mal selber aus! Wenn das rechte Bein dann ein bißchen nachgibt ... dann gute Nacht. Dazu kommt dann noch eine etwas hochgezogene linke Schulter. Die Ergebnisse, die er schießt, drücken das aus. Besorgt Euch ein Werbeplakat von irgendeiner Firma mit einem guten Stehendschützen, ob da jetzt der Mike Eckhardt, der Abhinav Bindra oder der Matt Emmons drauf sind ist egal. Schaut Euch den Anschlag mal von vorne und von hinten an und vergleicht ihn. Dann könnt Ihr dem Schützen zeigen, wo der Fehler hauptsächlich liegt.
    Übrigens: der unter Knopf der Jacke wird von vielen Schützen offengelassen (von ca. 40 Prozent), wenn/weil die Jacke Probleme mit der Schießhose verursacht. Mit der Schießhose ... aber mit der Jeans???


    Wenn der Junge dann die Hüfte in Schussrichtung hat (und die Schultern annähernd auf gleicher Höhe) , dann wird sich der Nullpunkt auch deutlich nach oben verlagern. Er braucht dann die Schaftkappe auch nicht mehr so weit nach oben zu verschieben.


    Viel Spaß beim Korrigieren!

  • Zur Ehrenrettung von dingo muss man aber auch sagen, dass er zu einer Zeit geantwortet hat, als er die Fotos noch nicht gesehen hatte.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Hi


    Kurze Verständnisfrage: Lapidar ausgedrückt, wohin "zeigt" der Bauchnabel bei einer korrekt nach gängiger Meinung ausgerichteten Hüfte?





    mfG

    Wir suchen hier mit Müh und Fleiß, den Schützen, der keine Ausrede weiß.

  • Kein Problem Wollvieh und danke Murmelchen. Habe mich damals nur auf die Aussage von Quigon verlassen, aber mit den Fotos sehe ich selbst, dass da einiges nicht stimmt. Doch da waren dann andere mit den Tipps eh schneller.


    Mitch
    Hüfte gerade nach vorne schieben. Somit zeigt der Bauchnabel direkt zu deinem Standnachbarn. Wenn du dir noch Seilzuganlagen vorstellst: Die Hüfte wird nach vorne geschoben, in der Flucht des Seils, also "entlang" der Seile, sprich ganz gerade und nicht nach links oder rechts verdrehen.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Hallo danke erstmals, also neues foto folgt noch. Also ich hoffe das mit der Hüfte hab ich hoffentlich jetzt gut hinbekommen bei ihm. der Rechte fuss ist um einiges nach links gewandert. Seit der Korrektur ist bei ihm auch das Gefühl des "Wackelns" besser geworden und seine Schussbilder haben sich in der kurzen Zeit verbessert. Werd am WE mal das Foto hochladen um eure Meinung dann zu hören. Danke!